Obst, Finanzamt, Else Kling, Raucherin und Madonna

Guten Morgen, eine sehr kurze Nacht liegt hinter mir und die Sonne scheint. Gestern gab es noch eine Entwarnung: kein Tumor bei Emma! War ich erleichtert, gut es muss wahrscheinlich trotzdem operiert werden, aber sie wird leben! Einkaufen gewesen und keine Süßigkeiten gekauft, als Alternativ-Angebot gibt es jetzt Melone und Bananen in meiner Küche. Das Finanzamt hat endlich geschrieben, ich ahnte es, es fehlen Nachweise für die Ausbildungskosten meines Mannes. Die habe ich jetzt, also gibt es auch bald Geld? Wir warten jetzt fast 5 Monate auf die Kohle. Die seltsame Nachbarin hat gestern wieder geklingelt, sie hätten Besuch für drei Tage und es könnte lauter werden. Habe nur gesagt: „Ok, aber um Mitternacht ist Schluss!“. Komme mir dabei vor wie Hausmeisterin Else Kling, aber wenn die feiern wird es wirklich sehr laut und das gerne auch mal bis morgens in der früh. Ist hier halt alles sehr hellhörig und nachts will ich meine Ruhe. Blutdruck und Herzschlag endlich unten nach der ganzen Aufregung, wie gesagt, ohne Aufregung sind meine Blutdrucksenker etwas viel des guten. Ich sehe mich heute hier tatsächlich putzen und auch kochen, denn der Vater will morgen nur frühstücken und somit bleibt mehr Lamm und Kohl für mich. Leider zum Morgen schon geraucht, heute war die Morgenkippe leider nicht eklig, im Gegenteil, aber vielleicht, weil ich zu wenig geschlafen habe. Brötchen warten und Eier, auch habe ich wieder Käse im Haus. Zum Glück gestern nicht so viele Erinnerungen an damals, ich denke ich habe die Erinnerung zu meinen Gesprächen im Fieberwahn von damals jetzt großteils zusammen, es ging damals auch ums Rauchen und ich weiß mein 11-Jähriges ich war ziemlich entsetzt, dass ich eine Raucherin sein werde. Ich glaube, die 11-Jährige von damals wäre sehr enttäuscht zu sehen was aus ihr geworden ist. Damals war ich Leistungssportlerin, damals war ich Leseratte mit einem Verbrauch von zwei Bücher und mehr die Woche und außerdem in Ausbildung für Musik hochbegabte. Irgendwas ist das verdammt schiefgelaufen, ich meine bis heute, dass es der Umzug nach Berlin war. Hier in Berlin hatte ich nämlich weder Sport noch Musik, hier in Berlin hatte ich gar nichts, noch nicht mal Freunde. Aber gut, es ist wie es ist, das Wichtigste ist wohl: Ich lebe noch. Es gilt wohl: „Man kann nichts für die Schäden, die man Kind zugefügt bekommen hat, aber als Erwachsene ist man für die Reparaturen allein zuständig“. Ich hatte also jetzt über zwei Jahrzehnte zum Reparieren, aber ich wie es scheint scheine ich nicht wirklich begabt im Reparieren zu sein oder Berlin war einfach stärker. Meine einzige Leistung ist es noch da zu sein, aber in welchen Zustand. Nur eine weitere dicke und seelisch kranke Frau in Berlin. Zurück ins jetzt, die Überlebende hatte Kaffee und wird heute ihre Wohnung aufräumen und die Nachbarn etwas mit Gesang nerven, Madonna meine Heldin mit 11, was habe ich dazu damals das Kinderzimmer gerockt…

Emma, Eintopf, Stimmen und überleben

Guten Morgen, ich bin besorgt. Ja gestern wurde meine Fröhlichkeit leider stark gedämpft, denn Emma, die Therapiehündin der Kollegin, hat einen Tumor. Oft habe ich mit Emma gekuschelt und gesehen wie sie die Kollegin emotional aufbaute und manchmal auch mich. Sie sollten jetzt in der Klinik sein, ich hoffe die magischen Worte: „Koste es was es wolle“ bringen noch was, falls nicht, wäre es eine Katastrophe. Ich weiß nicht was mit der Kollegin passiert, wenn Emma stirbt, sie ist glaube ich ihre wichtigste Bezugsperson. Ich habe Hilfe angeboten, aber bisher hat die Kollegin sich nicht erneut gemeldet, ich denke ich höre heute erneut von ihr. Die Sonne scheint, ich habe genug geschlafen und es erscheint ansonsten ein schöner Tag, ich muss all das Erlebte bei den Ärzten noch sacken lassen und gelobe Besserung. Gestern frisch gekocht, meinen Eintopf mit breiten grünen Bohnen, Kartoffeln, Hackfleisch und Tomate. War lecker und ist, denke ich auch gesund. Ich muss mein Leben ändern, für mein Leben, aufhören zu rauchen, Gewicht verlieren, sonst werde ich das Rentenalter auch nicht erreichen. Die guten Befunde gestern waren ein Zeichen von „Noch ist es nicht zu spät“ und sind damit meine Chance noch was zu ändern. Meine Hausärztin war sehr erstaunt über meiner Werte, trotzdem Gewicht. Meine Gedanken zum Abend kreisen jetzt weniger um Herrn X und aktuell mehr, um meine Erinnerung an den Fieberwahn (Nahtod?) mit 11 oder 12. Damals hatte ich angefangen mich mit nicht sichtbar anwesenden Leuten zu unterhalten. Das hatte damals aber geholfen, die Stimmen, die ich damals hörte, waren fürsorglich und wollten, dass ich überlebe. Der Vater meinte dazu, dass er mir das auch glaubt, und das es normal sei, dass wenn man tagelang allein im Fieberwahn liegt, sich mit nicht anwesenden Leuten zu unterhalten. Also damals doch keine Schizophrenie? Ich weiß es nicht, aber ich habe überlebt. Heute keine Pläne, eigentlich wollte ich den Tag verschlafen und vielleicht zum Supermarkt gehen, mich erholen, alles sacken lassen und Pläne schmieden, uneigentlich warte ich jetzt auf Neuigkeiten von Emma. Der Blutdruck und Herzschlag ist normal, mein Magen macht gerade auch keine Probleme, die Vögel sind mit ihrem Gepiepse zurückhaltend. Leben eine einmalige Chance, ein Song meiner Mutter dazu, sie hatte auch gute Seiten, sie hat mich zur Kämpferin gemacht…

Glücklich und erleichtert

Ich bin so glücklich und erleichtert! Tränen rollen über mein Gesicht, die Ängste und der Leidensdruck deswegen waren doch viel größer als ich dachte. Ich bin so erleichtert, mein Blut sagt ich bin gesund, obwohl ich Neuroleptika nehme, obwohl ich dick bin und Raucherin. Kein Diabetes, kein Cholesterin, keine Schilddrüsenprobleme und auch kein Eisenmangel! Wie kann man lachen und weinen gleichzeitig, ich kann es gerade. Dem Mann und Vater gleich Bescheid gesagt und ab jetzt wird hier nicht mehr gefressen und wenn dann Obst oder Salat. Mein Körper ist bereit zu leben und ich kann es noch gar nicht fassen…..I should be so lucky!

Besser, Ärzte, Gewicht, Gesundheit und Liebe

Guten Morgen, heute schon viel besser, vielleicht weil ich ausgeschlafen bin, vielleicht weil die Horroruntersuchungen beim Kardiologen endlich vorbei sind und sicher auch, weil mir das Gespräch mit dem Vater geholfen hat. Die Sonne scheint, der Kaffee schmeckt, der Blutdruck ist unaufgeregt unten und ich muss Informationen von den Ärzten erstmal sacken lassen. Alles kommt jetzt auf die Ergebnisse der Blutuntersuchung an, ob weitere Pillen nötig sind. Außerdem, welche Überraschung^^, wäre es wohl generell sinnvoll Gewicht zu reduzieren und aufzuhören zu rauchen. Gestern musste ich nämlich auch auf die Waage und ich war geschockt. Jetzt im Sommer weniger und/oder gesünder zu essen, sollte kein Problem sein, aber das Rauchen einstellen oder reduzieren, das wird deutlich schwieriger. Ich versuche dann aber mal beides und hoffe das Beste für die Blutresultate. Ich denke für einen Menschen wie mich, ist eine Blutdruckuntersuchung, die mich nicht schlafen lässt, denkbar ungeeignet, denn das setzt mich so sehr unter Stress, dass die Werte nur hoch sein können und so wie gestern, die Seele auch kurz vor dem Durchknallen ist. Pizza gestern tatsächlich bestellt und mit dem Vater geteilt, die roten Abdrücke der Messgeräte auf meinem Körper sind fast verschwunden. Gestern todesmutig noch gestaubsaugt und der Nachbar reagierte umgehend mit lauter Technomusik, nicht sein ernst, dass ich noch nicht mal 10-20 Minuten die Woche staubsaugen darf. Dem Mann gestern Lebensmittel und Putzutensilien geschickt, er hat sich gefreut, streng genommen hätte ich diesen Einkauf aber mir selber schicken sollen, denn er war viel gesünder als den Kram, den ich für mich bestelle. Aktuell ist meine Stimmung wohl als depressiv einzuordnen mit der Gefahr zum psychotischen, wenn ich nicht schlafe und/oder unter Stress stehe. Ich sehe aber nicht ein, dass ich wegen Stress im Beruf jetzt meine mühsame und unter Schmerzen erzielte Medikamentenreduktion wieder rückgängig mache. Dafür habe ich jetzt Monate gekämpft und gelitten und bei meinem jetzigen Medikament würde eine Dosiserhöhung auch wieder Beinkrämpfe bis zur Unfähigkeit zu laufen bedeuten. Ruhe, ich brauche noch Ruhe und vielleicht noch andere Medikamente für den durch Neuroleptika und die Zeit zerstörten Körper. Die Vögel sind ruhig oder nicht störend und ich habe Angst vor dem Blutergebnis. Es zu wissen ist aber besser, als unwissend zu verfallen. Die Videokonferenz gestern war ok, ich lasse mich aktuell zu nichts drängen, erst kommt die Gesundheit, denn Gesundheit ist unbezahlbar. Ich werde nicht den gleichen Fehler wie meine Mutter machen und Arbeit über Gesundheit stellen bzw. ich habe den Fehler schon mehrfach gemacht und gelobe jetzt Besserung. Ich lasse mich nicht wieder total zerstören und zerstöre mich auch nicht selber, um eine gute Arbeitnehmerin zu sein. Mein Körper ist schon kaputt, aber ich hoffe das lässt sich reparieren, noch bin ich jung genug dafür. Noch ein Song zum Tag für mich und für alle die da draußen gerade nicht weiter wissen…

Schlaflos, Nahtod und Leben

Guten Morgen, bin ich am Arsch. Fast die ganze Nacht nicht geschlafen, wegen der Geräte an meinem Körper. Den Herzschlagmesser hätte man ja noch ignorieren können, aber nicht ein Blutdruckgerät das die ganze Nacht immer wieder pumpt. Also starte ich den Tag mit 2-3 Stunden Schlaf und muss bald wieder zum Arzt zu weiteren Untersuchungen. Ein grauer Tag grüßt und der Kaffee schmeckt, gut, dass es heute kühler ist, gestern geschwitzt wie nichts und mich dann wegen der Geräte nicht duschen dürfen. Die Ergebnisse kriege ich dann nächste Woche, ich glaube aber jetzt schon, dass das keine repräsentativen Werte sind, wenn ich Angst habe wegen der Geräte und kaum zum Schlafen gekommen bin. Eine gute Nachricht gab es aber schon gestern, ich habe keine Herz-Rhythmus-Störung, aber wer weiß was sonst so los ist. Der Mann ist relativ besorgt, er will wissen was los ist, ich auch und mache mir dabei aber in die Hose. Es war nie mein Plan alt zu werden und jetzt kämpfe ich drum. Gestern noch viele telefoniert und gechattet, das erdet mich gerade, falls doch verrückte Gedanken kommen. Heute noch ein Video-Treffen mit den Chefs, ich bin heute zu geschwächt für Konflikte, ich hoffe es bleibt friedlich. Abends dann Pizza mit dem Vater, wobei ich mir überlege heute einfach eine Pizza zu bestellen. Wenn ich heute früh beim Arzt bin und Untersuchungen folgen und ich danach in die Videokonferenz muss, wird mir das zu viel, aber sehen und sprechen möchte ich ihn trotzdem. Der Nachbar ist wieder ausgetickt und hat erst spielende Kinder angeschrien und dann wieder gebohrt, ja so entspannend ist das hier. ^^ Dass er fremde Kinder anschreit, ist aber neu, er hat doch selber welche. Gestern Nacht ist mir noch mehr zu meiner Krankheit als Kind eingefallen, ich glaube ich hatte eine Nahtoderfahrung oder das war damals der Anfang einer Schizophrenie. Ich versuche dann mal nicht weiter drüber nachzudenken, denn ich möchte nicht wieder ins Wunderland. Das alles ist über 30 Jahre her und ich habe wie auch immer überlebt. Ich kann mich noch gut erinnern wie ich damals fast erblindet war und mit Fieber endlos die Drei Fragezeichen gehört habe, was mich irgendwie gerettet hat. Die Kassetten hatte meine Mutter herangeschafft, nachdem klar war, dass es mir zu schlecht ging um zu lesen. Aber stopp, ich wollte nicht weiter darüber nachdenken. Das jetzt zählt, das ich lebe und das ich weiter überlebe, wofür auch immer. Auf unter die heiß ersehnte Dusche, auf zum Arzt, denn ich lebe…

Angst, Ärzte, sterben und lieber allein

Guten Morgen, keine so tolle Nacht, aber solange wieder hingelegt bis fast 8 Stunden voll waren. Heute Arzttermin Nummer zwei die Woche, nachdem ich gestern meine Ärztin zu einer Blutuntersuchung bringen konnte, wird heute mein Herz untersucht und ein Langzeit EKG gemacht. Ich habe Angst, aber das ändert gar nichts, außer vielleicht die Werte. Nichts machen und einfach sterben ist auch keine Lösung, dann bin ich halt mal teuer für die Krankenkasse. Meine Mutter meinte immer, wir brauchen nicht zum Arzt. Im Nachhinein denke ich, weil sie neben der Arbeit keine Zeit dafür hatte? Ich erinnere mich wie ich als Kind mit Masern fast an Fieber gestorben bin, weil meine Mutter mich tagelang im Bett liegen ließ und nicht zum Arzt mit mir ist, bis das Fieber dauerhaft bei 42 Grad war. Der Arzt hat dann ziemlich geschimpft und sprach von Lebensgefahr. Vielleicht der Grund warum ich mich heute genauso dämlich verhalte und die Arbeit wichtiger finde als die Arztbesuche. Aber nicht diese Woche, diese Woche habe ich mich krankschreiben lassen, um zu allen Ärzten zu rennen. Ein Blutbild wurde, glaube ich noch nie bei mir gemacht und mein Herz auch noch nie untersucht. Der Herzarzt war ziemlich überrascht als ich das mitteilte, aber es gibt keine Pflicht zum Arzt zu rennen. Immerhin kein Durchfall heute, das ist doch mal was und esse ich eine warme Mahlzeit während des Tages, gibt es auch keine Bauchkrämpfe. Dieses morgens minimal Frühstücken und dann erst abends wieder essen, findet mein Bauch gerade nicht lustig. Die Vögel stressen gewaltig, vielleicht weil die Sonne endlich mal wieder scheint. Der Kaffee schmeckt und ich versuche ruhig zu bleiben, wenn ich krank bin, dann bin ich halt krank, wenn ich sterben muss, dann muss ich halt sterben. Mein ganzes Leben lang wollte ich immer wieder sterben, diese Welt erschien mir zu oft nicht lebenswert. Früher wollte ich durch einen vermeidlichen Tod meine Mutter bestrafen, habe es aber dann doch nie gemacht und heute ist sie tot und ich denke, sie ruft nach mir. Es gibt aber auch Menschen auf Erden, die nach mir rufen, die mich noch brauchen, also ab zu den Ärzten und hoffentlich weitergelebt. Die Frauen in meiner Familie sind eigentlich alle sehr alt geworden, außer meine Mutter. Der genetische Vater scheint auch noch zu leben, bisher keine Post vom Anwalt bekommen. Hier allein zu sein, ist immer noch seltsam, einerseits herrlich, dann auch wieder gruselig. 18 Jahre musste ich warten, bis ich endlich allein leben durfte, ohne Fremdbestimmung, ohne ständig umgesetzt zu werden und auf die Launen der Erwachsenen ständig Rücksicht zu nehmen. Vielleicht der Grund warum ich auch heute noch lieber allein lebe. Ich will keine Gefangene sein, von niemanden. Auf in den Tag, genug therapeutisch geschrieben heute und den passenden Song zum Leben und sterben:

Nacht, Ärzte, Nebenwirkungen und Stress

Guten Morgen, beschissene Nacht, mehrfach wach und dann nicht zwischen sechs und sieben wach, um ohne Termin zur Hausärztin zu können. Kacke. Ärzte, Ärzte ich muss relevante Ärzte anrufen, damit ich alle Termine diese Woche schaffe. Hektik, genau das brauche ich gerade nicht. Blutdruck zu hoch, Herz ok, trotz der Tablette. Leider feststellen müssen, dass die Nebenwirkung meines Blutdrucksenkers nicht nur der gewünschte langsamere Herzschlag ist, sondern auch Magen-Darm-Probleme. Ich scheine wohl die Person gewordene Nebenwirkung zu sein, alles, was möglich ist, passiert bei mir. Aber gut, insgesamt bin ich in einem schlechten Zustand. Aber was will man erwarten, wenn man viele Jahre so sediert war, dass man sich einfach um nichts mehr gekümmert hat? Das ist aus meiner Sicht auch der Grund warum Menschen mit Neuroleptika früher sterben, nicht nur die schlimmen Nebenwirkungen, sondern auch die Unfähigkeit sich um die Nebenwirkungen zu kümmern. Morgen und übermorgen Herzarzt, ich habe Angst, was gar keine gute Voraussetzung ist. Immerhin zur Hausärztin darf ich gleich doch noch, die Zahnärztin ist im Urlaub. Was mich gerade neben Corona, Nebenwirkungen und Arbeitsstress fertig macht, ist das ich mich meine zu erinnern, dass Herr X mir diverse Krankheiten voraussagte. Krankheiten, die bereits eingetreten sind oder wo es Anzeichen gibt, dass sie da sein könnten. Was nun? In Panik verfallen? Alles als falsche Erinnerung vom Tisch wischen? Oder doch alle Tests machen und die Ärzte befragen? Dabei gehe ich doch so ungern zu Ärzten, aber schaden kann es natürlich nicht, dass alles abzuchecken. Gestern tatsächlich den Kleiderschrank aufgeräumt und einen großen Sack Dinge entsorgt, das war es dann aber auch für gestern. Der Nachbar dreht wieder durch, aber noch habe ich niemanden alarmiert, weil ich hörte wie sie versucht ihn zu stoppen. Die neue Nachbarin kennengelernt, eine junge, sehr kleine und dünne Spanierin, die aber deswegen nicht weniger laut ist. Gerne nutzt sie gegen Mitternacht oder später laut quatschend den Hausflur. Verstehe ja nicht, warum man im Hausflur nicht mal ein paar Minuten die Klappe halten kann, wenn andere schlafen. Beim Mann alles gut, er wird jetzt gecoacht für die Jobsuche, ich hoffe es bringt was, denn ich habe den Eindruck, dass es kulturelle Probleme bei der Selbstdarstellung im Bewerbungsgespräch gibt. Das wäre z.B. dass man in Afrika anscheinend sehr dick aufträgt in der Selbstdarstellung, während man in Deutschland tendenziell eher bescheiden und zurückhaltend daher kommt. Der Vogel stresst gewaltig, keine Ahnung warum, sogar heute früh als noch die Decke drüber lag. Auf unter die Dusche, auf zu meiner Rentnerinnen Ärztin, wie ich erfahren habe ist sie schon über 70. Keine Ahnung warum ich bei Ärzten ältere Frauen bevorzuge, vielleicht weil mein ganzes Leben die einzige Autorität, die ich anerkannt habe, eine ältere Frau war, und zwar meine Mutter. Auf in den Tag, alles wird gut, wenn ich mich darum kümmere.

Gespräche, Ruhe, Schmerzen und arbeitsfähig

Guten Morgen, nicht so gute Nacht, aber genug geschlafen. Puls mal ganz unten, ich scheine wohl endlich zur Ruhe gekommen zu sein. Gestern sehr aufgeregt gewesen wegen des Gespräches mit der Chefin aber ich denke, es war gut. Gekocht Kartoffelsuppe, für den gereizten Magen und für die Seele. Sehr viel telefoniert gestern, irgendwie brauche ich das gerade. Ich habe so eine innere Unruhe, weil gerade so viel für mich bedrohliches passiert. Ruhe, ich brauche wohl Ruhe und Zeit um endlich diverse Ärzte abzuklappern. Immerhin gestern etwas Haushalt gemacht und mir die Haare gefärbt. Der Vogel stresst, die Sonne scheint und es ist warm. Ein richtiger Sommer ist das aber nicht, es ist ständig dunkel und drückend. Kein Wetter wo man in den Park oder an den See fährt. Die Straße rauscht, immerhin ich denke ich habe gestern mein Trinkziel von 3 Liter Wasser plus erreicht, denn auch die Heilpraktikerin die mich massierte, entließ mich mit dem Ratschlag: Trinken, trinken, trinken. Scheint mein gestresster Körper zu brauchen und schaden kann es auf gar keinen Fall. Der Mann hat sich gestern nicht gemeldet, aber ich mich auch nicht, selten dass wir mal einen Tag keinen Kontakt haben. Gerade ist aber irgendwie alles gesagt und wir haben uns ja auch erst vorgestern gesehen. Der Kaffee schmeckt und für den Moment keine Schmerzen. So viele klagen im Entzug von Neuroleptika oder Antidepressiva von starken Schmerzen und seltsamen Zuständen und geben dann irgendwann auf. Weil es Wochen und Monate dauert, bei mir schon fast ein Jahr. Bei meinem aktuellen Medikament ist aber wieder hochdosieren keine Option, die Schmerzen und Nebenwirkungen, die ich dann kriege, sind noch viel schlimmer. Jetzt habe ich so viele Schmerzen hinter mir, das darf nicht alles umsonst gewesen sein. Was sind das für Medikamente, die die Seele stabilisieren sollen, aber den Körper schwerst abhängig machen? Einen Corona-Impfstoff entwickeln das geht schnell, aber gute Medikamente für jahrzehntelang bekannte Krankheiten entwickeln Fehlanzeige? Alles eine Frage der Priorität? Seelisch kranke Menschen scheinen keine Priorität zu sein. Ich zitiere dazu einen Spruch, den ich neulich gelesen haben: „In Deutschland wird man nicht gesund, sondern arbeitsfähig vom Arzt geschrieben.“ Das erinnert mich auch an mein Gespräch beim Arbeitsamt nach dem Klinikaufenthalt, die Vermittlerin fragte mich, ob ich endlich wieder arbeitsfähig sei. Ich antwortete, dass ich sehr starke Medikamente nehme und mich deswegen nicht für arbeitsfähig halte. Sie antwortete nur: „Medikamente nehmen viele Leute, das ist kein Grund nicht zu arbeiten.“ Willkommen in Deutschland gesunde Arbeit Fehlanzeige, denn wer krank ist kann ja so viele Pillen nehmen, bis eine Arbeitsfähigkeit gesehen wird. Kranke erst gesundzumachen, bevor sie wieder arbeiten, scheint im Konzept nicht vorgesehen zu sein. Wir sind eine Leistungsgesellschaft und Krankheit und ein Heilungsprozess kosten halt Zeit, aber Zeit ist Geld. Brötchen warten und ich denke an Rührei, hier weiter aufräumen wäre nötig, auch das Projekt Kleiderschrank wartet immer noch geduldig. Nach 3 Jahren kann ich vielleicht doch endlich die mittlerweile abgetragene Kleidung meiner Mutter entsorgen. Ehrlich gesagt mag ich die meiste Kleidung von ihr noch nicht mal, ich habe sie aus Trauer getragen, um ihr nah zu sein. Mein Kleiderstil war schon immer anders als ihrer, ich bin viel minimalistischer. Ich habe auch so genug von ihr, meine Seele mein Körper werden immer ein Teil von ihr bleiben, da brauche ich nicht noch ihre alten Kleider. Es ist noch genug Kartoffelsuppe von gestern da, kochen brauche ich heute nicht und mein Magen-Darm-Bereich dankt es mir. Auf in den Tag, so mitten in einer Pandemie und der Klimakatastrophe, überarbeitete in Trauer und auf Entzug von Neuroleptika.

Besser, Chefin, Jobs und Freunde

Guten Morgen, ja besser als gestern kann es gerade leicht werden. Gestern die Teamsitzung war ne Katastrophe und meine aufkeimende Hoffnung mit einem Schlag zerstört. Danach richtig durch den Wind gewesen und sogar die Telefonseelsorge angerufen, weil ich so schnell keine andere Person erreicht habe. Das fand der Mann erschreckend und kam dann schnell vorbei, hat dann auch geholfen. Gespräch mit der Chefin erbeten, das findet dann heute statt. Gut dass es heute stattfindet, gestern wäre ich zu aufgeregt gewesen. Rote Rosen blühen im Wohnzimmer, nachdem die Pfingstrosen leider nicht aufgegangen sind. Gegessen gestern Kartoffelsalat und Würstchen, keinen Bock zu kochen und mein Magendarmbereich muss sich immer noch beruhigen. Bzw. der hatte sich bereits beruhigt, aber nach der Videokonferenz war wieder alles wie vorher. Heute Lieferung, ich hatte mich vertan, nicht gestern, heute, also gibt es heute keinen wirklichen Grund das Haus zu verlassen. Fühle mich passabel für den Moment, eine interessante offene Stelle ist mir gestern auch begegnet, aber noch habe ich mich nicht beworben. Eigentlich möchte ich ja in meinem Beruf bleiben. Die Sonne scheint, die Vögel schreien und meine Nacht war kurz aber gut, kein Etappenschlaf, keine Schweißausbrüche, keine Schmerzen oder eingeschlafene Gliedmaßen. Die Masseurin hat da so Punkte an meinem Rücken und an der Hüfte gedrückt, die Wunder bewirkt haben. Habe auch schon einen neuen Massagetermin, am Geburtstag meiner Mutter. Seine Kündigung im Nachhinein halb so schlimm, er hat bereits etwas Neues gefunden und ein Probearbeiten für einen weiteren Job. Heute vielleicht doch kochen, aber unentschlossen was, ich schwanke zwischen Kartoffelsuppe und Lammkeule mit Kohl. Blutdruck etwas zu hoch, die Aufregung, wenn man sich existenziell bedroht fühlt. Feststellen dürfen, das es aber auch etwas in meinem Leben gibt, das besser geworden ist und zwar die Auswahl meiner Freunde und Vertrauten. Früher hatte ich gar keine Freunde oder nur Vampir-Freunde, also Leute, die nur nehmen, aber nicht für mich da sind. Das ist heute anders, ich kann fünf Leute aufzählen, die auch für mich da sind, wenn die Hüte brennt. So wie es sein sollte, geben und nehmen. In letzter Zeit brauchte ich diese Kontakte sehr viel, aber es hat immer geholfen. Ich bin ein Sprech-Denker, oft reicht es schon, wenn jemand zuhört oder mir einfach was total anderes erzählt. Das läuft dann nach dem Motto: „Annd now something completely different…“

Lieferung ist da, damit auch frische Brötchen, das Frühstück kann kommen und ich hoffe auf einen Tag ohne weitere Katastrophen.

Besser, Schulter, moderne Sklaventreiber und überleben

Guten Morgen, ja der Morgen ist tatsächlich etwas besser als gestern, irgendwie aufgewacht mit einem Gefühl der Erleichterung. Vielleicht haben sich die Hormone wieder etwas beruhigt, vielleicht ist es aber auch die Massage von gestern, die Druck von mir genommen hat. Die Dame sprach von einem versteinerten Schulterbereich und versucht zu lockern, tut jetzt weh nach der Massage, aber irgendwie ist es auch besser. Ich habe das Gefühl als wäre mit Last von der Schulter genommen worden. Aktuell schlafe ich in der Mitte des Bettes oder auch mal diagonal, das ist wunderbar, mit dem Mann im Bett war das immer ein Krampf auf meiner Seite des Bettes zu bleiben. Heute ein Teammeeting online, ich bin gespannt, gehe aber davon aus, dass das nicht lustig wird. Ein grauer Tag grüßt, der Kaffee schmeckt und meine Verdauung scheint gerade auch ok. Gestern viel telefoniert bis keiner mehr wollte und dann gechattet. Dem Mann geht es nicht so gut, denn gestern wurde er ohne jede Begründung gekündigt. Dabei hatte er gerade Pläne gemacht, neben dem Job einen Deutschkurs zu machen und den Führerschein, aber ohne feste Einnahmen alles wieder in der Ferne. Scheiß Start-ups! Scheiß deutsches System, indem Ausländer mit befristeten Aufenthaltserlaubnissen und befristeten Arbeitsvisums in die Hände dieser Sklaventreiber geraten. Zum Mindestlohn im Schichtdienst bei einer 7-Tage-Woche täglich den eigenen Arsch im Straßenverkehr riskieren und dann am Ende des Monats kaum genug Geld für die Rechnungen haben. Das sind Jobs, die wollen Deutsche gar nicht haben. Aber was sollen die Ausländer machen? Viele brauchen den Arbeitsvertrag für das Visum, viele finden aufgrund fehlender Deutschkenntnisse keinen anderen Job. Aber wie soll man neben so einen Job und mit diesem Einkommen unter Hartz IV einen Deutschkurs realisieren? Das ist zeitlich und finanziell nicht möglich. Also bitte liebe Leute habt Respekt vor den Ridern von Lieferando, Wolt, Flink und Gorillas, das sind Leute die wirklich um ihr Überleben in Deutschland kämpfen und oft keinen Ausweg finden. Für mich moderne Sklaverei, die Hoffnungen dieser Menschen so auszunutzen. Vielleicht schaffe ich heute was im Haushalt, gerade fühlt es sich so an, als wäre was möglich. Gestern immerhin Wäsche gewaschen und das Bett neu bezogen, während der Nachbar wieder mit der Bohrmaschine ausgerastet ist und einen Höllenlärm verursacht hat. Optimismus weiter gesucht, der Mann arbeitslos und ich immer noch am Zweifeln, ob ich meinen Job noch machen kann, ohne im Krankenhaus zu landen. Ich bin zwar kein Ausländer, aber eine behinderte, seelisch kranke Frau Ü40 wird auch nicht an jeder Ecke gesucht und wenn dann zum Mindestlohn. Unser System fickt die Schwachen und bereichert sich daran. Mit sozialer Marktwirtschaft hat das wenig zu tun, eher was mit knallhartem Kapitalismus. Heute Lieferung für mich, ich gebe aber immer ein dickes Trinkgeld und später vielleicht in den Supermarkt. Blutdruck und Herzschlag normal niedrig, gerade auch keine Nebenwirkungen mehr von der Impfung und das wichtigste ich lebe, auch eine Woche nach der Impfung. Leben und sterben in Deutschland…