Leute denen man nicht (mehr) begegnen möchte

Trifft man natürlich trotzdem! Oder man trifft sich immer zweimal im Leben!
Es ist wahr, man sollte nie verbrannte Erde hinterlassen, es rächt sich!
So halte ich es auch bei Arbeitgeber und meistens auch bei Freunden. Man weiß ja nie, wann man sich wieder sieht oder vielleicht sogar aneinander braucht?

Die Geschichte zur unangenehmen Begegnung:

Da gab es eine Mitstudentin, die vielleicht auch meine Freundin hätte werden können und so kam es, das sie eines Tages zu mir fahren wollte, um sich bei mir Uniunterlagen abzuholen und anschließend mit mir ein Modem zu kaufen. Soweit kam es aber nicht! Kurz bevor sie eintreffen sollte kam ein Anruf. Völlig aufgeregt schrie sie mir was ins Ohr von wegen Unfall, ich soll kommen helfen etc. Ich war etwas verblüfft und unwillig jetzt mit dem Fahrrad zu ihr zu fahren, wie sollte ich hier auch weiter helfen? War ich dabei? Bin ich Bodyguard, Verkehrspolizist? Na gut, ich kann halt nicht widerstehen wenn mich jemand um Hilfe bittet!
Also ich fahre los und sehe vom Fernen schon die zwei blinkende Autos. Meine Kommilitonin steht da und ein Paar. Sie schreien sich an. Super und ich darf mitmachen.
Also schließe ich mein Fahrrad an und laufe zu ihr.
Das Paar:
Sie: groß, rund, blondiert, dauergewellt und devot.
Er: kleingewachsen, dünn, arabisch.

Er beschimpfte gerade meine Bekannte, von wegen deutsche Schlampe zu doof zum gucken etc. Das ist leider ein Tonfall auf dem ich gar nicht so gut zu sprechen bin und ich schrie ihn auch ne Weile an. Wir warteten auf die Polizei. Sie kam nicht. Meine Freundin wurde immer aufgeregter, schließlich war das nicht ihr Wagen sondern der Firmenwagen ihres Freundes und dazu noch ein BMW, die ja dafür bekannt sind, das jeder Unfall fast immer ein Totalschaden ist. Wer war schuld? Meine Antwort wäre ja immer Beide! Aber das ist ein Urteil auf das sich Versicherungen und Verkehrspolizisten nicht einlassen. Version1: Meine Bekannte: Ich wollte rechts einbiegen und plötzlich kam der andere Wagen mir rückwärts entgegen! Version2: Das Paar: Wir standen in der Straße (zweite Reihe!) und sie ist uns hinten drauf gefahren als sie abbiegen wollte.

Als Nebeninfo, die Frau mit dem stehenden oder rückwärts fahrenden Auto hatte erst vor 2 Tagen einen Unfall und fuhr einen Leihwagen.

Eine Stunde später, die Polizei kam (ich frage mich dabei warum man eine Stunde braucht wenn die nächste Polizeistation in 15 min Laufweite liegt!). Eine aggressiv auftretende Polizistin und ein zu allem ja sagender Polizist. Die Polizistin mochte meine Freundin nicht, das sah man gleich. Sie lies sie nicht zu Wort kommen, hörte nur auf das Paar und wie sich später herausstellte protokollierte sie auch nur die Aussage des Paares. Meine Freundin war total aufgeregt hatte Angst vor der Reaktion ihres Lebenspartners, denn sie demnächst heiraten wollte. Also behauptete sie erstmal das wäre der Wagen ihres Mannes. Wie man an den Papieren aber sehen konnte, hatte sie nicht den gleichen Namen und korrigierte dies dann später auf „Mein Partner“. Die Polizistin tat belustigt, gab ihr ihre Papiere wieder und meinte dann nur, „da sind dann die Papiere ihres Freundes- oder was auch immer?! (was soll das denn heißen dachte sie er wäre ihr Zuhälter?). Ergebnis auf jeden Fall: Sie wurde als schuldig befunden, wollte von mir noch eine Zeugenaussage (die wohl wenig gebracht hätte!) und ist ihren potenziellen Ehemann los, an der Uni habe ich sie seitdem auch nicht mehr gesehen.
Aber die Geschichte ist leider noch nicht zu Ende. Das Paar wohnt in Neukölln und so sah ich sie noch mal, allerdings immer aus der Ferne. Ich sah sie, wie sie das Auto fuhr mit ihren zwei Kindern und ihren Mann, der sich chauffieren lies (keinen Führerschein hat?). Sie stiegen aus ihren dicken Benz, der Mann rannte vor (als würde er sie gar nicht kennen!) die Kinder in der Mitte und sie immer demütigt 15m hinter ihm (von wegen Gleichberechtigung!).
Aber ich sollte nicht urteilen, so wie es aussieht könnte man auch denken das „sie“ die Hosen an hat, schließlich besitzt sie das Auto, die Sprachkenntnisse, den Führerschein und wahrscheinlich auch den Job.
Trotzdem echt keine schöne Erinnerung. So kam es das ich letztens bei Lidl einkaufen war, völlig verträumt meiner Musik lauschend durch die Gänge streifte und mich plötzlich von Links ein unangenehmer Blick traf. Sie, die Fahrerin des Mietwagens stand breitbeinig mit verschränkten Armen im Lidl und unterhielt sich lautstark mit einem Paar. Erst huschte ich an ihr vorbei, hatte ich sie doch auch erst bemerkt als ich auf ihrer Höhe stand.
Dann setzte der Fluchtreflex ein. Weg hier! Stopp! Warum eigentlich? Ich hatte keinen Unfall mit ihr und ich denke dass sie im Endeffekt auch ohne finanziellen Verlust aus der Geschichte raus gekommen ist. Also warum dann dieser Blick? Na gut ich war nicht gerade nett zu ihrem Mann, besonders als er ohne vorherigen Anlass plötzlich anfing zu behaupten er hätte Respekt vor deutschen Frauen, schließlich sei er seit sieben Jahren mit einer verheiratet. Das allerdings in gebrochenen deutsch, bei dem ich mir gleich dachte, wenn du deine Frau so respektierst, hier in Deutschland lebst und zwei Kinder im Grundschulalter hast, warum lernst du dann kein Deutsch und machst den Führerschein (für dich und für deine Familie!?). Und wenn er so respektvoll wäre, warum versuchte er erst mit mir zu flirten, während seine Frau daneben stand? Ich kannte ihn schon vom sehen und nennt mich nun Vorurteil behaftet, aber ein Typ der in der Spielhalle rumhängt und jeder Frau hinterher schaut kann nicht so respektvoll sein wie er behauptete. Aber zurück zu mir und ihr. Als ich an ihr vorbei war, fiel mir auf, dass ich noch Gewürze brauchte. Leider stand das Gewürzregal genau da wo sie mit dem Paar stand.
Also lies ich mir Zeit, schaute ab und zu in den Gang, ob sie weg ist. Aber sie ging nicht. Nein sie schien sogar dem Paar die Geschichte des Unfalls zu erzählen, denn als ich nach 10 min doch in den Gang bin, um mir meine Gewürze zu holen, musterte mich das Paar plötzlich von oben bis unten mit einen missbilligenden Blick. Scheißaktion! Aber ich kann nur hoffen, dass es damit das „zweite mal“ war indem wir uns in unserem Leben treffen sollten und sich das jetzt erledigt hat!

4 Gedanken zu „Leute denen man nicht (mehr) begegnen möchte

  1. hehe… come on thru to the other side… *lach*
    da sieht dann wieder alles ganz anders aus…

    aber mal im ernst, du musst dich nicht verstecken!
    solange du weisst dass du nicht der proll der gesellschaft bist, ist alles im grünen bereich.

    nett geschrieben, war praktisch live dabei als ich es gelesen habe 😉

    cheers…

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