Zentrale Steuernummer

Ich wurde zentral erfasst, von nun an werde ich für das Finanzamt in Deutschland immer eine Nummer sein. Ok eine sehr lange Nummer, länger als eine Mobilfunknummer, aber das tröstet mich nicht wirklich. Ist ja nicht so, dass ich durch die Länge der Nummer wichtiger werde oder noch besser einen Steuerbonus erwarten kann. Nix, da hat mich meine Freiberufler Nummer mehr gefreut, denn die bringt mit wenigstens Geld und ist nicht für das Gegenteil gedacht. Finde ich gruselig diese Zentralisierung aller Dinge, auch wenn ich wie Herr Schäuble nix zu verbergen habe, bin ich trotzdem dagegen. Komme mir langsam vor als würde ich schon in der Welt von Max Headroom leben, ein Leben mit zentraler Ortung, das in TV deutlich witziger war als in der Realität. Das ich abends nach der Arbeit anfange zu stottern ist sicher eines der ersten Zeichen der Max Headroomisierug……..
Max Haedroom

Alltagsmusik

Das nicht so Tolle an meiner Arbeit ist ja, das ich im Großraumbüro arbeite und es deswegen oft sehr laut ist. Das Tolle ist aber, ich darf Musik hören, um mich von den anderen Geräuschen abzulenken. Gestern habe ich meinen Ipod frisch bespielt und obwohl sich heute meine Lust zu Arbeiten in Grenzen hält freue ich mich auf die neuen und alten Alben, die mir heute meinen Alltag versüßen werden. 😉

Auweia

Auweia, mein Kopf, mein Magen, überhaupt mein ganzer Körper fühlt sich heute an wie B-Ware. Ich habe einfach jede Regel des vernünftigen Saufens missachtet und gestern Nacht gegen drei kam schon die Bestrafung, die bis jetzt anhält.
Auweia, Auweia, mein Lieblingswort der letzten Wochen wie mir mitgeteilt wurde. Leugnen hatte keinen Sinn, denn Minuten später rutschte mir wieder ein Auweia aus meinem Mund. An jeder Ecke meines Lebens scheint aktuell ein Auweia auf mich zu warten. Wie gut das ich darüber aktuell nicht nachdenken kann, leise Musik massiert meine Gehirnwindungen – heute bin ich der Überzeugung das Emiliana Torrini nur für verkaterte Menschen singt…..;-)

Schülerin erfreut Touristen

Was kann Berlin einer älteren Touristengruppe in der S-Bahn bieten?
Nein nicht das berliner Fenster, das gibt es nur in der U-Bahn.
In der S-Bahn läuft das bessere Programm. Echte Teenies, im besten Rotznasenalter, bekommen ein Handy und schreien in tiefen berliner Dialekt laute Nachrichten zum Schulalltag in ihr Handy. Ich hatte den Fehler gemacht, nein das Glück, mich neben sie zu setzen, obwohl sie schon zur Abschreckung ihren Rucksack auf den Nebensitz positioniert hatte. Dann ging es los, welcher Arsch denn ihre Freundin geärgert hätte, das sie nie Hausaufgaben machen würde, das die anderen ein viel gechillteres Leben hätten und das sie ein Buch (geheim) über die besten Sprüche der Lehrer führen würde. Mir gegenüber lachte es und neugierige Augen wollten das berliner Schreiwunder, welches circa 15 Jahre alt war, genau betrachten. Das ignorierte sie, sie schrie weiter, das sie ihre Freundin kaum verstehen würde und es aber faszinierend fände das sie trotzdem soviel von ihrem Gesprochenen verstehen würde. Das fanden alle anderen auch faszinierend und ein Wunder das man sie verstand war es eigentlich nicht, es sei den der Dialekt könnte als Sprachhürde betrachtet werden. 😉

Gardine mit dem Arsch abhhängen

Wenn Nadine abends nach Hause kommt, schnell ihren Rechner anwirft und dann im dunklem Raum noch mal verschwindet, um Sachen im Raum zu verteilen, sollte sie aufpassen wenn sie zum Schreibtisch zurück kehrt. Nicht einfach hinsetzen ohne zu gucken! Erst recht nicht rücklings und schwungvoll in den Stuhl werfen. Schon mal gar nicht wenn ein von der Decke hängendes Stück Gardine auf deinem Stuhl liegt.
Wusch machte es und Drahtseil und Gardine traf meinen Kopf. Verwirrt schaute ich nach oben, ein riesen Loch mit aufgerissener Tapete blickte mir entgegen, während ich das Drahtseil von meinen Schultern entfernte. So kann man die Gardine auch abhängen, mit dem Arsch! Am Wochenende werde ich also keine Langweile haben, ich muss verputzen und bohren. Ne Aktion fürn Arsch. 😉

Falsches Lachen

Was mich wirklich abstößt ist das falsche Lachen. Obwohl ich sonst das Lachen über alles liebe, beim falschen Lachen kommt mir die Galle hoch. Gekünstelte Gesichtsanspannung, mit noch unechteren Tönen ist etwas vor dem ich weg laufe. Es soll echt sein, die Trauer wie die Freude, ich möchte in den Augen sehen wie das Gefühl aus dem Menschen heraus springt. Doch da ist nichts bei einem falschen Lachen oder doch, aber genau das Gegenteil, was man erwartet. Ich sehe das, ich fühle das und möchte schreien: „Nimm deine Maske ab, es ist kein Karneval!“ Doch es ist nicht mein Gesicht, nicht meine Muskeln die irgendwas vortäuschen, ich kenne diese Person nicht und ich werde sie so niemals kennen lernen.

Klein und Groß

Heute fühle ich mich klein. Als ich gerade unter dem riesen Dach, über dem S-Bahnhof Alexanderplatz stand, merkte ich wie klein. Eine kleine Frau allein zwischen den Steinen und dem Metall der Großstadt. Ein Windchen, ein Stoß und ich wäre nicht mehr hier.
Egal wie ich mich Strecke, egal was ich tue ich bin den Gesetzmäßigkeiten der Welt unterworfen. Ich habe Angst. Das alles scheint mir zu viel und ich bin hoffnungslos ausgeliefert. Dabei bin ich doch groß, groß für eine Frau gewachsen, mit reichlich Gepäck und Erfahrung und einer Menschenkenntnis die selten daneben liegt. So groß wie jetzt war ich noch nie in meinem Leben, ich könnte stolz sein, mir selber symbolisch auf die Schulter klopfen, aber sowas mache ich nicht. Ich bleibe zweifelnd und allein zurück.
Klein und groß zugleich.

Isch mach disch fetisch Tach!

Isch mach disch fetisch Tach! Jawohl so wie du mich fetisch machst. Das is ja wohl eine Kampferklärung Liebes, so wie du mich morgens schon mit Kackwetta begrüsst, mies drauf sein kann ich auch! Denke bloß nicht du hättest die schlechte Laune erfunden, ich bin schon viel länger hier als du, deutlich mehr als deine neun Stunden lieber Tag.
Und weißt du was? Ich werde auch morgen noch hier sein, wenn sich kaum noch einer an dich erinnert. Pack lieber gleich ein und schick bloß nicht deine buckelige Schwester hinter her, auch diese wird mich nicht besiegen.