Der Wachmann von Lidl

Kenne ihn vom Sehen schon länger. Am Anfang dachte ich ein paar Mal er unterstellt mir Ladendiebstahl, – anders ließ sich für mich nicht erklären, warum er meine Einkäufe bei Lidl verfolgte. Gut ist ja auch sein Job, aber warum gerade ich? Irgendwann betrat ich wieder die günstigen Hallen des Discounters und er stand am Eingang und lächelte mich an. Irgendwie kam er mir bekannt vor und so lächelte ich ihn nickend an. Auf dem Weg zur Tiefkühltruhe fragte ich mich dann, – wer war das? Ich drehte mich um und sah den Aufdruck auf seiner Jacke, – ach ja die Sicherheit. Ein paar Tage später stand er wieder am Eingang und lachte, als er mich aus der Ferne gegen Eingang wackeln sah. Das war mir dann zu persönlich, ist ja nicht so das wir uns kennen. Ich schaute ihn an und ging regungslos an ihm vorbei.
Er ist für einen Sicherheitsmann ziemlich klein geraten und gut aussehend ist auch was anders, aber ich mag sein Mäusegesicht, es erinnert mich an verflossene Liebhaber. Gestern hat er mich wieder entdeckt und bis zur Kasse eskortiert. Dort blieb er dann hinter den Tabakwaren stehen und beobachtete wie ich meinem Kram auf das Kassenband packte. Immer wenn ich ihn anschaute, schaute er weg um mir anschließend ein Loch in die Wange zu starren. Seltsames Spiel, man(n) kann also bei Lidl flirten, das ist sicher!

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Für die Ewigkeit konserviert

Weiß blau gefleckt schauen meine Beine von unten zu mir hoch, denn bei mir tragen auch Beine Lack. Weißen Lack, denn ich habe Weihnachten damit verbracht meinen Küchenboden, meinen Flurboden, meine Balkontür und zwei Fenster zu weiß lackieren.

Weiße Weihnachten mal anders, nicht draußen sondern drin. Ziemlich hell ist es jetzt in meiner kleinen Hölle und Kaffeetropfen freuen auf sich auf eine Begegnung mit jungfräulich weißen Fußboden. Lack eignet sich übrigens auch als Weihrauchersatz, saß die Tage ziemlich benebelt da und es riecht immer noch seltsam hier. Dafür kann man jetzt von meinem Fußboden essen, wenn einen die Nuance Lack nicht stört.

Komisch saubere Wohnwelten nenne ich jetzt mein eigen. Vermute das hat nur den Tod von hunderten Insekten gekostet, die in den Rillen meiner Fußdielen jetzt für die Ewigkeit unter einer Schicht Lack konserviert sind. Da soll noch einer mal sagen, ich denke nicht an die Zukunft. 😉

Hofhund

Ich bin einzig und nicht mehr artig. Hat nichts gebracht es den Leuten Recht machen zu wollen. Undank ist der Welten Lohn. Dachte ich bräuchte ihre Zustimmung, – doch diese brauche ich nicht und brauchte sie nie. Es hat nie geholfen dass Harmonievieh zu befriedigen, – im Gegenteil ich habe aus Rücksicht Ziele verfehlt die mir wichtig waren. Schluss mit Ketten an meinen Beinen, sie dienten nie zu meiner Sicherheit.
Seit über einem Jahrzehnt gab es nichts Einzigartiges was mir die Ketten gegeben hätten, trotzdem habe ich sie getragen aus falschem Schuldgefühl. Damit ist jetzt Schluss, ich bin frei, noch erinnern die Blutergüsse an meinen Beinen an alte Gewohnheiten. Ich bin ein Hofhund, der endlich bemerkt hat, dass seine Kette seit Jahren schon verrostet und brüchig geworden ist. Ich gehe, nein ich laufe, die Felder der Welt erwarten mich.

Im Ohr:
The Dynamo Of Volition
Text hier.

Seltsam gestimmtes Gemüt

Bald ist es wieder vorbei, ein paar Stunden noch dann hört der Weihnachtswahnsinn auf. Habe sehr viel geschlafen die letzten zwei Tage, meine Augen sehen geschwollen aus, aber ohne die sonst so treuen Augenringe und auch meine Haut hat das Kraterdasein beendet. Dafür habe ich seit Weihnachten neue Blutergüsse auf den Beinen und eine geschwollene, schmerzende rechte Hand die wohl bald ins Bläuliche wechselt. Draußen wird seit einer Woche schon Silvester geübt, seit Weihnachten verstärkt. Schweigen im kaltem Raum: „Ihr Gesprächspartner ist momentan nicht erreichbar, versuchen Sie es später nochmal“ tönt mein Mobilfunktelefon. Gut mit auf solche Gesprächspartner kann ich auch verzichten. Immerhin die Musik ist wenigstens wieder bei mir, – der Weihnachtsmann hat einen iPod Nano da gelassen. Jason Marz eine Mischung aus Jack Johnson und Jamiroquai beruhigt meine seltsam gestimmtes Gemüt.

Friedliche Weihnacht!

Lange habe ich sie nicht mehr gehört, diese keifende weibliche Stimme aus der Nachbarschaft. Heute wurde ich von ihr geweckt, erst versuchte ich zu verstehen was denn der Grund für den Streit ist, – dann dämmerte es mir – Weihnachten. Immer wieder schön, wenn man Weihnachten allen aufgestauten Gefühlen des Jahres freien Lauf lässt.
Weihnachten ist halt doch die Zeit der kollektiven, vorübergehenden Geistesgestörtheit. Deswegen bleibt lieber nicht allein, Irre brauchen immer Aufsichtspersonal und wenn es nur zum Streiten ist, – eine friedliche Weihnacht da draußen!

Wau!

Wau! Bellte mich der kleine Kampfdackel mit dem breiten Arsch und den O-Beinen an. Damit hatte ich nicht gerechnet, erschrak und schüttete meinen frischen Kaffee einmal über das ganze Dekolletee. Fein, die da unten sind dann warm und wach. 😉

Licht

Wow! Gestern um circa die gleiche Zeit dachte ich schon es handelt sich nur um einen Lichtblick. Heute weiß ich, dass das Licht zurück ist. Ziemlich hell scheint es dort draußen von einem Himmel der zwischen Wolken wieder Blau zeigt. Gut weiße Weihnachten können wir uns stecken, so wie es gerade ausschaut, aber ich habe eh keinen Schlitten.

Dann mal raus ans Licht, bevor es wieder verschwindet…..