Brünetter Handwerker Stolz

Bin wieder brünett. Das musste einfach sein. Die grauen Haare verlangten es, nein ich verlangte es, denn ich habe einfach keine Zeit um jeden Morgen „Fang das graue Haar“ zu spielen. Meine vorherige Farbe hatte leider eine Grauabdeckung von Klarsichtfolie.

Die Brünette hat es dann heute morgen auch endlich geschafft die Badarmatur zu reparieren. Seit Monaten dusche ich jetzt mit einem Duschkopf aus dem kaum Wasser kommt und den ich dazu auch noch die ganze Zeit in der Hand halten muss. Nervig, anstrengend und eine ziemliche Verschwendung von Ressourcen. Denn beide Anschlüsse spritzten fröhlich vor sich hin, während ich oben das Wasser vermisste.

Bin gerade mächtig stolz, denn es ist einfach genial, wenn man den Duschkopf oben befestigt und sich dann einfach freihändig darunter duschen kann. An Wasserarmaturen war die Rohaarige nämlich mehrfach gescheitert. Somit bin ich jetzt mein eigener brünetter Heimwerkerstolz und ziemlich müde, – naja Heimwerker müssen ja auch früh aus den Federn.

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Der Duft der Männer

Es ist mal wieder so weit, die Zeit des Pollen-Leidens neigt sich dem Ende zu. Die Luftkanäle zu meinem Kopf haben endlich wieder freies Rohr und Gerüche aller Art senden plötzlich Signale zu meinem Großhirn. Das ist wirklich herrlich, es sei denn ich fahre gerade U-Bahn oder bin im Supermarkt unterwegs.

Denn während mich meine Nase im Sommer vor den Duft der Männer bewahrt hat, empfängt sie jetzt jedes Signal. Altes Testosteron in Achselhaar gebunden grüßt jetzt täglich. Meine Augen sind zur Ortung des nächsten männlichen Wesens leider unnötig geworden. Nein ich wünsche mir jetzt nicht, nicht riechen zu können, nein es ist gut so.

Es gibt ja auch schöne Gerüche, wie frische Backwaren, Obst und Gemüse und ganz selten auch mal ein Parfüm. Vielleicht sollte ich das nächste Mal einen Eimer Wasser mit in die U-Bahn nehmen und wenn ich wieder einen rieche, den Eimer einfach ungefragt über ihn ausschütten.

Elefant

Bin doch ein Elefant, das haben mir in letzter Zeit viele bestätigt. Also sollte ich endlich aufhören mein Elefant-Dasein nur dazu zu nutzen mich an jede üble Tat und jedes schreckliche Erlebnis Ewigkeiten zu erinnern. Eine Elefant ist nämlich vorallem eines: groß und kräftig! Wenn ein Elefant wo hin will, dann geht er dahin und wenn es Hindernisse gibt, dann läuft er einfach drüber weg. Leider prasseln in letzter Zeit alle Versäumnisse der letzten Jahre auf mich ein.

Der Höhepunkt wurde letzte Woche erreicht. Mein Konto wurde gepfändet. Das ist verdammt peinlich und echt scheiße wenn man sich nichts mehr zu essen kaufen kann oder sonstige Rechnungen bezahlen. Lust sich mit dem Kram zu beschäftigen kam da nicht so schnell auf, aber ich habe mich überwunden, weil ich überleben will und Elefant bin.

Heute habe ich einen Sieg auf der ganzen Linie erreicht. Die Pfändung wird zurück genommen, denn sie war formal nicht rechtens! Zwar schulde ich der Krankenkasse Geld aus meiner Freiberuflichkeit, in der ich allerdings nie krank war, aber das zahle ich ab. Problem, die Krankenkasse hat der Pfändungsstelle nicht Bescheid gesagt und ich leider auch nicht. Zudem hatte ich eine Frist zur Stellungsnahme gegenüber der Pfändungstelle bis November, jetzt ist September und Geld wurde auch schon gezahlt.

Eine zweite Forderung lag vom Jobcenter vor, die auch meinten sie müssten pfänden. Dabei habe ich im Januar ungefair die gleiche Summe zu wenig ausgezahlt bekommen.
Das gegeneinander aufzurechnen wäre allerdings viel zu unbürokratisch, also gingen sie ins Pfändungsverfahren, während sie selber meinen Antrag auf Korrektur, jetzt acht Monate bearbeitet haben.

Heute kam ein Brief, ich kriege mein Geld ausgezahlt und jetzt ratet mal wohin ich die Summe danach überweise, – an die Pfändungsstelle, die es dann wieder dem Jobcenter überweist. Es lebe Deutschland! Elefant sein ist manchmal gut und ich werde üben jetzt öfter für mich ein Elefant zu sein.

Ich werde riesengroß für mich, ein Elefant für mich, (er)trage ich mich….

Zurück zur Alltäglichkeit

Heute morgen aus den Federn zu kommen fiel mir schwer, doch die Arbeit rief und ich gebe zu mein innerer Workaholic hatte schon zittrige Hände. Dementsprechend war es heute schön auf Arbeit zu sein. Der Workaholic konnte sich austoben und zum Abend hin wieder schlechte Laune kriegen. Da weiß frau wenigstens wieder warum zu Hause sein auch ganz schön ist. Zurück zur Alltäglichkeit.

Ordnung und Chaos

Wer Ordnung schaffen will, der muss vorher ins Chaos. Natürlich nur um ein Verständnis für Ordnung zu wecken und um anschliessend den Unterschied zu erkennen. Eine Woche Chaos habe ich jetzt hinter mir. Jeder Gegenstand in dieser Wohnung wurde seitdem verrückt, bemalt und/oder gesäubert.

Das war ganz schön anstrengend, mein rechter Arm erinnert sich immer noch schmerzhaft an die ungewohnte Belastung. Mein Rücken streikt auch, denn zuviele Muskeln haben plötzlich ihre Daseins-Berechtigung ausgerufen. Es riecht immer noch nach frischer Farbe, auch wenn die Farbtrögge schon längst leer im Müll verweilen.

Ziemlich hell und adrett leuchtet jetzt mein Schlafzimmer und Bad. Mit so viel Licht wird es allerdings schwierig die üblichen Dreckecken zu übersehen. Alle Fußleisten mussten, wegen dem Mäusedebakel mit einem Teppichmesser mühsam vom Bauschaum befreit und anschliessend wieder schön lackiert werden.

Meine Kacheln im Bad wurden das erste mal richtig poliert und sogar das Abflussrohr meiner Toilette wurde gewienert. Ganz schön gruselig die Ordnung, doch noch gruseliger erscheint mir jetzt das verbleibende Chaos im Rest der Wohnung.

So ist das halt mit dem Chaos und der Ordnung, es verpflichtet zur Ganzheitlichkeit. Und ich sollte mich mit dem Chaos in meinem Kopf begnügen. 😉

Lautstark in den Tag

Neun Uhr, es klingelt. Es klingelt? Habe ich die Klingel nicht ausgestellt? Es hat bei meinem neuen Nachbarn geklingelt. Ewigkeiten habe ich diese Klingel, die so tönt als wäre sie meine, nicht gehört. Stefan hatte nicht so oft Besuch. Der Haushandwerker war neben mir zu Besuch, lautstark setzte er die Bohrmaschine an der Wand an, hinter der sich mein Bett verbirgt.

Guten Morgen dachte ich, kann frau schöner erwachen? Während ich meinen Kaffee kochte bekam ich meine Antwort: JA! Die Baustelle vor dem Fenster hat heute wieder Presslufthammer-Tag. Ist schon erstaunlich, dass sie jetzt das dritte Jahr am gleichen Loch baggern und lärmen.

Wie auch immer die Bohrmaschine war sofort nicht mehr hörbar, neben dem Presslufthammer. Eigentlich höre ich gerade gar nichts mehr und achte auf den vibrierenden Fußboden. Wollte ja früher aufstehen, um wieder in den Arbeitsrhytmus zukommen, aber so? Das nenne ich mal lautstark in den Tag!

Can you feel it? Oh ja und hören auch…..