Überraschend unsexy

Der Herr Merlix hat mir eine Woche wie im Darkroom versprochen – überraschend, sexy und wild. Ich glaube er hat sich vertan, oder er versteht unter Darkroom etwas ganz anderes als ich.

Obwohl vielleicht meinen wir ja beide doch das Gleiche, denn diese Woche ist bisher wirklich wie ein Darkroom für mich, – ich könnte die ganze Zeit schlafen, im Dunklem versteht sich. Mein Körper tut weh, mir ist mal heiß, dann mal wieder kalt und auf Arbeit gibt es zwar viel zu tun, aber sexy ist dabei aktuell wenig.

Ich möchte Ruhe und Wärme und keine Leute um mich herum haben, die komisch riechen, laut durch die Gegend stampfen oder alle drei Sekunden husten. Bin übereizt und reagiere gereizt, vielleicht hat diese Woche doch was mit einem Darkroom zu tun, nur halt ohne Sex und das überrascht mich jetzt nicht.

Das perfekte Outfit für den Tag

Raus aus der Dusche, rein in den Bademantel, stehe ich vor meinem Schrank. Was könnte ich heute anziehen? Meist gehe ich bei dieser Frage nach meinem Bauch oder danach was am einfachsten zu erreichen ist. Doch heute wiesen beide Auswahlkriterien auf ein kleines weißes Stück aus Stoff mit Spitze.

Ja ihr habt recht, das perfekte Outfit zum heutigen Tag ist ein Nachthemd. Ich bedauere zu tiefst, dass ich diese Vorauswahl nicht akzeptieren kann, denn tagesfüllende Beschäftigungen im Nachthemd fallen mir aktuell viele ein. Statt dessen werde ich meinen neuen Regenschirm antesten und versuchen in der U-Bahn neben niemanden zu stehen, der mir ins Gesicht rotzt.

Einen schönen Tag da draussen, bleibt lieber bei eurer Nachtwäsche!

Kampfmusik

Die letzten Tage waren musikalisch seltsam geprägt. Ich mochte keine Musik hören oder besser gesagt nicht meine Musik. So verbrachte ich ganze U-Bahn Fahrten damit den Weiter-Knopf zu drücken. Keine Chance, kein Lied gefiel mir länger als 30 Sekunden.

Irgendwann meinte es der Shuffle gut mit mir, Skunk Anansie tönte mir ins Ohr. JA! Laut und rockig bitte für Nadine. Schmusepuse passt gerade nicht zu mir, in allen Lebenslagen. Kämpferinen brauchen Kampfmusik.

Der Kampfergebnisse dieser Woche sehen nicht schlecht aus, habe mich endlich mal durchgesetzt und lasse mir jetzt nicht mehr so leicht auf der Nase rum tanzen, egal wobei.

When I grow up there will be a day, when everybody has to do what I say:

Hasen in Anzügen

Ältere Hasen haben es schwer. Seit Jahren gehen sie jeden Tag zur Arbeit und üben einen ordentlichen Beruf aus. Aber wie das mit den ordentlichen Berufen so ist, sie erfordern ordentliche Kleidung. Für alte Hasen heißt das Anzug. Da Hasen von Anzügen aber nichts verstehen haben sie meist einen günstigen Anzug vom Kaufhaus um die Ecke.

Das geht schon, sieht aber meist gezwungen und wenig kleidsam aus. Verständlich, warum sollte sich ein Hase auch mit Anzügen beschäftigen. Alles nur Tarnung für das ordentliche Tageswerk. Um die eigene Hasennatur nicht ganz zu verraten tragen sie Bärchen-Krawatten, bunte Socken und wenn sie sich unbeobachtet fühlen rocken sie mit ihrem MP3-Player.

Arme Hasen, es war nicht ihr Ziel Anzug zu tragen und bis heute konnten sie sich nicht daran gewöhnen, nach all den Jahren. Die Rebellion der Hasen liegt im Kleinem und wenn ihr genau hinschaut erkennt ihr sie vielleicht. 😉

Heißer Oktober

Heute soll es angeblich der wärmste Oktobertag seit 1997 geben. Bin da misstrauisch. Spontane Lust meine Flip Flops zu suchen bekomme ich nämlich nicht, wenn ich da raus gucke. Könnnte allerdings auch an der Uhrzeit liegen.

Habe die Heizung aber vorsichtshalber mal ausgeschaltet, am Wochenende ging es leider nicht ohne. Mal sehen was der Tag bringt, Sonne könnte aber nicht schaden. ;.-)

Voll Tüt ein Euro

Eigentlich wollte ich nur den Müll wegbringen und vielleicht noch Brötchen und Schokolade holen. Daraus wurde nichts, denn meine Geldbörse eröffnete mir ein Barvermögen von unter einem Euro. Also doch zum U-Bahnhof Neukölln und zum Geldautomaten.

Ziemlich voll gepackte Menschen kamen mir entgegen. Wo haben die denn jetzt eingekauft? Ach es ist ja Flohmarkt, – genau das Richtige für den konsumschwachen Sonntag. Dachte ich und fand mich im Gedränge der verschiedenen Sprachen.

Voll war es und ich roch zum Glück nichts, einige Händler bauten schon ab, andere gingen in den „Alles-muss-weg-denn-gleich-ist Feierabend-Verkaufsmodus“ über. Marktschreierei vom Feinsten. Einer drückt mir eine Tüte in die Hand und schrie mir dabei ins Gesicht: „Voll Tüt ein Euro!“

Nein ich mag nicht, dachte ich und wollte gehen. Doch dann erspähte ich Gardinen und ein Nachthemd. Volle Tüte ein Euro? Voll Tüt ein Euro! Mit einer Rentnerin vor mir, einem Afrikaner neben mir und der Kopftuchfraktion vor mir, stürzte ich mich auf den Tisch. „Voll Tüt ein Euro“ war schon voll, die Zweite musste her.

Ganze sechs Euro leichter, stapfte ich voll bepackt nach Hause. Ein neuer Badezimmerschlauch, neue Armaturen, ein Kopfkissenbezug aus Satin, ein Nachthemd, Gardinen, zwei T-Shirts, eine Tischdecke und eine Hose nennen ich jetzt mein eigen. Ich ahne schon, werde schon sehr bald weitere „Voll Tüt Null Euro“ zur Altkleidersammlung bringen…. 😉

Sonntag Teil zwei

So eine Woche mit zwei Sonntagen ist seltsam. Gestern nicht einkaufen gehen zu können war nervig und gleichzeitig genial, denn ich war schon Samstags zur Sonntagsruhe gezwungen.

Sonntagsruhe heißt bei mir aktuell allerdings nicht Ruhen, sondern Handwerken. Denn ich lebe seit Wochen in einer Baustelle. Die Veränderung macht Spaß und gleichzeitig beängstigt sie. Nichts bleibt an seinem Platz und viele Schubladen werden seit Jahren mit dem ernsthaften Vorhaben geöffnet ihren Inhalt genauer nach seiner Dasein-Berechtigung zu inspizieren.

Videokassetten brauche ich zum Beispiel nicht mehr, auch nicht die Backups aus dem Jahr 1998. Meine Poster aus dem Jahr 1991 haben ausgedient, erstens hänge ich sie eh nicht mehr auf und zweitens sehen sie auch schon ziemlich zerfleddert aus, was wahrscheinlich erstens bedingt.

Ziemlich ruhig ist es hier in meinem Chaos, gestern habe ich mit niemanden gesprochen, noch nicht mal virtuell. Aber das war gut, auch eine Plappertasche wie ich braucht mal Sendepause. Jeden Tag rede und schreibe ich viel, jeden Tag stürmen die Informationen auf mich ein.

Jetzt stürmt gerade gar nichts, außer der Wind da draußen. Informationen die ich erhalte sind einfach und still. Sie sagen so was wie, dort drüben ist noch ein Lackfleck. Den Tisch anheben bevor du ihn verschiebst und das Brot ist alle. Herrlich simpel und ich brauche auch keinen Notizblock, um mir was zu merken.

Sonntag Teil zwei, die Plappertasche meldet sich von der Baustelle zu Wort. Vielleicht werde ich im nächsten Leben lieber Handwerker. 😉

Hündchen

Manch einer hat seinen Hund so lieb, dass er sich von ihm im Gesicht ablecken lässt. Die Steigerung davon ist, seinen Hund abzulecken. Bei aller Tierliebe geht mir das zu weit, ein Hund ist kein Knutschpartner.

Apropro zu weit, so einem Welpen lässt man ja einiges durchgehen, aber spätestens wenn das Hündchen beißt, ist der Welpenschutz vorbei und es wird zurück gebissen.