Scheiße

Angst zu verschenken, Angst zu verschenken! Niemand will sie haben? Auch nicht wenn ich dafür zahle? Nein, sagte mir eine Psychologin. Ich verstehe, dass ist meine Angst, die weder ich noch irgendjemand anderes haben will. Scheiße.

Alufolien Hut

Es gibt in diesem Leben nur zwei Situationen wo man einen Hut aus Alufolie in der Öffentlichkeit tragen kann, ohne eingeliefert zu werden:

  1. Du bist Darsteller beim Film „Signs“ und hast Angst das Außerirdische deine Gedanken lesen.
  2. Du bist gerade beim Frisör und möchtest kurz vor der Tür rauchen oder mit dem Handy telefonieren.

Dachte ich mir, als ich eine Frau mit Alufolien Hut auf der Straße sichtet. Zum Glück stand sie vor einem Frisörladen.

Bis zum nächsten Jahr

Warum habe ich mir eigentlich nicht bis zum nächsten Jahr frei genommen? Eine Frage die mich heute morgen beschäftigt. Es hätte so schön sein können, ausschlafen, ein wenig in der Bude räumen und Blödsinn ins Internet schreiben. Aber habe ich nicht.

Jetzt sitze ich hier, es dämmert, die Müllabfuhr macht Krach und meine Lust jetzt zur Arbeit zu fahren hält sich in Grenzen. Es wird eh wenig los sein, keiner würde mich vermissen. Aber das Guthaben auf der Monatskarte muss ja ausgefahren werden, bis zum nächsten Jahr…

Waschmittel in Neukölln

Der Drang Waschmittel im Haus zu haben und eine lächelnde Sonne hat mich gerade auf die Straße getrieben. Vom Schnee wieder freigegeben Hundehaufen grüßten am Wegesrand im bläulichen Licht.

Zur Tankstelle, dachte ich und lief eine Weile durch die Straßen. Am Ziel angekommen grüßte mich eine wilde Wiese. War schon ne Weile nicht hier, die Tankstelle gibt es nicht mehr. Hm, lauf ich doch die Karl-Marx-Straße entlang, da gibt es sicher was.

Da gab es auch was und zwar allein spazierende, ältere, dunkelhaarige Männer mit Schnäuzer und liebeshungrigen Augen im Dutzend. Waschmittel wäre mir lieber gewesen. Vorbei an zahlreichen kleinen Läden, haben könnte ich Bier, Schnaps, Wein, Tabak und Backwaren. Alternativ auch Döner.

Will ich aber nicht, ich will Waschmittel! Ewigkeiten gelaufen, wie war das eigentlich mit dem arabischen Gemüsehändler gleich bei dir an der Ecke? Fünf Kilometer Fußweg hinter mir stehe ich wieder fast bei mir zu Hause.

Der arabische Gemüsehändler hat geöffnet. Wie immer am Wochenende, schmeißen die sehr minderjährig aussehenden Töchter des Besitzers den Laden. Hier gibt es Markenwaschmittel zum Aldi-Preis. Gut, dass das Ablaufdatum bei Waschmittel peripher ist.

Noch eine angestaubte Cola eingepackt und ab nach Hause. Quintessenz: Nichts verpasst da draußen und das Gute liegt meist näher als man denkt.

Tod der kleinen Welle

Mikro Wellen haben es schwer. Sie sind klein, unsichtbar und im Namen der Fettsucht geboren. Trotzdem sind sie nicht unbeliebt, in fast jeder Küche finden sie ihren Platz. Ihre Hauptaufgabe ist minderwertige Nahrung schneller zu erhitzen, als das Großhirn an den Magen die Warnmeldung: „Dreck, Dreck, bitte nicht aufnehmen!“ senden kann.

Ein Rennen gegen die mikro Wellen ist kaum zu gewinnen, auch nicht vom Verstand. Sobald das fettig, süße, schnell Erhitzte im Magen ist, wird der Verstand vom Freudengestöhne der Urzeitgene übertönt. Urzeitgene wissen halt nichts von Chemie und erst recht nichts von Fettsucht.

Seit über zehn Jahre verführen mich die mikro Wellen zu unnötiger Nahrungsaufnahme am Abend, aber auch mal am Mittag. Ob es geschmeckt hat? Kann ich nicht sagen, sobald das Essen in seinem Pappschuber erwärmt war hing auch schon mein vollständiger Kopf drin.

Damit ist es jetzt Schluss, die mikro Wellen müssen gehen, für immer. Zwischen dem Entschluss etwas zu essen und der tatsächlichen Nahrungsaufnahme sollten bei mir mehr als fünf Minuten liegen. Die Urzeitgene dürfen bleiben, die gehören irgendwie zu mir, aber die weiße Kiste des Satans wird jetzt ersatzlos entsorgt. Tod der kleinen Welle!

Stille Nacht, stille Tage

Hm ich lebe noch. Weihnachten Tag zwei. Es ist verdammt ruhig hier, noch nicht mal meine türknallenden Nachbarn sorgen derzeit für den üblichen Lärm.

Meine Kohl- und Blaumeisen mögen die neuen Knödel nicht, deswegen machen auch sie keinen Lärm vor meinem Balkon. Das lauteste ist der Lüfter des Rechners vor dem ich gerade sitze.

Regentropfen krallen sich mit letzter Kraft an Baumästen fest. Die Wärme macht ihnen zu schaffen. Ich bin leer und starre in das Grau des Tages. Mein Magen rebelliert noch gegen das Weihnachtsfressen, welches ich mir gestern gegönnt habe.

Zum Glück sind die Läden zu, sonst gäbe es heute wieder Eiscreme mit Chips. Staubmäuse liegen leblos in der Ecke und Tabakkrümmel erzählen von meinen Lieblingsplätzen.

Stille Nacht, stille Tage.

Pinguin-Tag

Was passiert wenn Schnee taut und dann wieder einfriert? Richtig, – Glatteis passiert. Sehr schlecht wenn man auf denkmalgeschützten Kopfsteinpflaster nach Hause läuft watschelt.

Immer schön die Beine zusammen halten, die Füße nach Außen und mit den Armen leicht vom Körper abgespreizt ausbalancieren. Nennt sich wohl auch Pinguin-Gang, nur dass die keine voll gepackten Aldi-Tüten mit sich herumtragen. 😉

Ich will aber wenn ich will!

Hormone, Hormone, eine im nach hinein doch peinliche Weihnachtsparty und Stress machen aus mir heute eine trotzige Fünfjährige.“Ich will aber wenn ich will!“, hätte ich am liebsten geschrien und möchte es weiter schreien.

Hilft nicht, auch nicht heulen. Ich kriege nicht was ich will, denn ich bin keine Fünfjährige mehr und meine Tränen können niemanden erpressen. Aber das ist nicht fair, wenn ich schon mal was will, dann sollte ich es doch auch bekommen?!

Ich will aber wenn ich will!

Ach ich vergaß, Weihnachten- Zeit der kollektiven, vorübergehenden Geistesgestörtheit! Das geht vorbei, alles geht vorbei…

Don´t phunk with my heart…..

Eigentlich reicht nicht – meine Generationen zwischen den Paradigmen

Unsere Generation ist am Arsch! sagte er. Wie meinst du? fragte ich. Wir sind die Übergangsgeneration sagte er, zwischen alten Rollenbildern und neuen Rollenbildern und deswegen kommen wir alle auch nicht klar.

Ein großes Fragezeichen stand auf meinen Gesicht. Na, wir sind die Generation die noch nach altmodischen patriarchischen Denken geprägt ist, aber schon im neuen Rollenverhalten lebt. Deswegen stehen wir ständig im Konflikt mit uns selbst.

Stimmt, meine Vorbilder sind so unterschiedlich, dass ich sie in ein und dem selben Leben einfach nicht unterbringen kann. Da ist meine Urgroßmutter, die kämpferische mehrfache Übermutter und auf der anderen Seite steht das Medienideal der unabhängigen Karrierefrau.

Was ich jetzt will? Alles! Doch Muttis sind nun mal keine Karrierefrauen und Karrierefrauen schlechte Muttis. Und eigentlich ist das noch nicht „Alles“. Ich will eigentlich noch viel mehr, kann mir auch ein Leben als exzentrische Künstlerin vorstellen oder als Auswanderin in Indien, die am Strand lebt.

Vielleicht möchte ich aber auch ein Kochbuch schreiben und ein Heim für obdachlose Kinder eröffnen. Allerdings ist das wieder zu weit weg, von der weltreisenden Managerin die ich auch manchmal gern wäre.

Als Tropfen auf die Unentschlossenheit oben drauf, gibt es dann noch die Wirtschaftskrise, die es einen auch nicht einfacher macht, falls man sich für Karriere entschieden hat.

Ich sehe ein, unsere Generation ist im Arsch und auch wenn es für die nächste Generation leichter wird, die übernächste Generation fällt wahrscheinlich aus, weil sich meine Generation nicht entscheiden konnte.

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Die Fantastischen Vier – Jede Generation – MyVideo

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