Schön (…)

wenn der Schmerz nach lässt. Die letzten Tage waren die Hölle, mein Kopf schmerzte fast ununterbrochen und meine gedankliche Mordrate lag bei circa 12 Personen am Tag.

Es ist doch unheimlich beruhigend, wenn man den gleichen oder ähnlichen Menschen, ohne Schmerzen wieder begegnet und sie plötzlich wieder ganz sympathisch findet.

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Freudiges Spießertum

Wie du ziehst nach Schöneberg? So richtig spießig? Fragte mich ein Kollege lachend.
Spießig? Nein Schöneberg ist doch nich spießig erwiderte ich. Es ist doch spießig, wie ich feststellen musste, erfreulich spießig und es färbt schon ab.

Da habe ich letztens doch Müll von anderen im Hausflur entfernt und mir nach der dritten Runde im Gebrauchtladen für Kühlschränke und Co. gedacht: Scheiß drauf, ich kaufe mir jetzt nen Neuen, ohne Gammelspuren vom Vorgänger, auch wenn der 20 Euro mehr kostet.

Morgen kommt der Neue und Nadine freut sich seit Tagen. Der erste neue Kühlschrank in meinem Leben, so richtig neu und bis zur Haustür geliefert, nur für mich. Das nennt man wohl freudiges Spießertum. 🙂

Sie lauern überall (…)

Frau kann nicht vor ihrer Vergangenheit weglaufen, keine Chance, aber Verstecken, verstecken hat all die Jahre hervorragend funktioniert. Jetzt habe ich aber aufgehört mich zu verstecken und plötzlich lauern sie an jeder Ecke: meine Ex-Freunde.

Wie kann es sein, dass ich nach 10 Jahren oder mehr plötzlich überall meinen Ex-Freunden begegne? Männer von denen ich dachte ich hätte sie vergessen. Doch ich habe rein gar nichts vergessen.

Was ist los mit dir?, habe ich mich schon oft gefragt, wenn mal wieder eine Liebschaft den Bach runter ging. Ach das Leben, die Wunden, all das. Irgendwann wurde mir klar, nein du bist nicht Dauersingle mit Unterbrechungen, du bist noch immer mit all deinen Ex-Freunden zusammen.

Also im Kopf oder besser im Herzen, denn ich habe nie abgeschlossen. All die Jahre quälten mich die Niederlagen, die Verluste, die scheinbar nicht erwiderte Liebe. Doch jetzt sind sie alle wieder da und lassen mich klar sehen.

Du hast nicht verloren was du halten wolltest, es war nicht die Zeit, nicht die richtige Konstellation oder was auch immer. Die Erinnerung hat geschönt, was niemals war. Du kannst los lassen, jetzt wo du die Gesichter zu den Erinnerungen siehst.

Alte Wunden endlich heilen lassen und vielleicht mal wirklich Single sein. Ich denke ich bin jetzt durch mit den alten Wunden, es sei denn ich habe noch einen vergessen, der eigentlich tief in meinem Herzen wohnt, denn sie lauern überall… 😉

I never loved nobody fully
Always one foot on the ground
And by protecting my heart truly

Der Autsch-Lurch

Der Autsch-Lurch hat gestern abend das Steuern übernommen. Wobei noch nicht klar ist wer die Nase vorn hat, das Autsch oder der Lurch. Während der Lurch gern den ganzen Tag geschlafen hätte, meinte das Autsch: Ich bin wach, beachte mich!
Ich bin ganz gewaltig am machen und alles ab Bauchnabel gehört heute mir.

Findet der Lurch nicht gut, der wollte schlafen und dann vielleicht auch noch ganz viel Eiscreme essen. Doch da macht schon Autsch rum, wo das Eis hätte Bauchschmerzen verursachen sollen. Der Lurch hat schlechte Karten und muss jetzt raus, wegen dem Autsch, aber danach geht es dann auf die Couch.

Nicht erwachte kuschelige Taubenflüsterin

Heute morgen wieder keine Stulle gemacht, also doch ein grenzwertiges Brötchen am S-Schöneberg gekauft und los gemampft. Plötzlich hatte ich massenhaft Tauben zu meinen Füßen.

Sie kamen immer näher, denn ich krümmelte mit meinem trockenen Brötchen mit dem verwelkten Salat. Irgendwann war ich umzingelt und eine stand sogar auf meinem Fuß. Ich aß schneller, nicht dass die mir auf die Brust springen, dort landen nämlich immer die meisten Krümmel.

Endlich die Bahn, kuschelig voll. Nasenlänge voll. Warum muss man zur Stoßzeit um 8:45 einen Kurzzug einsetzen? Ein Waggon mehr und die Leute wären nicht so aggressiv und ich müsste morgens nicht Gerüche unbekannter Art atmen und dabei als Stoßdämpfer für einen Anzugträger herhalten.

Zielbahnhof, ich laufe zum Ausgang und sehe eine Frau vor dem Eingang stehen. „Erwachet!“ steht auf den Zeitungen in ihrem Arm. Erwachtet, denke ich schmunzelnd und renne über die Straße. Autsch, es war rot, fast überfahren worden.

„Erwachet!“, war wohl eine Warnung, wie schön, dass ich wie immer nicht hören kann und es auf die harte Tour lernen muss. Was sollen denn die Tauben morgen früh machen, wenn ich überfahren worden wäre, was machen die Anzugträger dann und wer beachtet die Frau mit den Zeitungen?

Nicht, die nicht erwachte kuschelige Taubenflüsterin. 😉

Das verdammte Licht

Da ist das Licht, die Kirschbäume blühen, die Putzteufelin in mir tobt sich aus und bringt Freundinnen dazu verschämt am Eingang stehen zu bleiben, – weil es ist ja so sauber hier.

Aber es bringt auch andere Erkenntnis, wer ich bin zum Beispiel und wie mich andere sehen. Das hatte ich bisher ausgeblendet oder nein, ich hatte mir ein eigenes Bild von dem zusammgebastelt was die anderen wohl so denken.

Stimmt natürlich alles nicht, erfreulich und erschütternd zu gleich. Jetzt gilt es zu definieren wer ich sein möchte und diese Rolle zu verteidigen. Neben der Sauberkeit ist der nächste Schritt die Ernährung, wer nicht mehr im Dreck sitzt, muss auch nicht ständig Dreck in sich reinstopfen.

Ach scheiße, wo ist meine Höhle des Selbstmitleids? Ich bin geblendet und versuche mir keine Selbstvorwürfe zu machen, bringt eh nichts und macht nichts rückgängig. Ich versuche dann mal die Augen auf zu halten, auch wenn das Licht verdammt blendet.

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blinded by the light
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