Nichts zu verlieren

Mit dem Schreiben ist es bei mir oft genau so wie mit dem Reden, – ich tippe/rede oft schneller als ich denken kann. Da hier aber alles im Blog jederzeit wieder lesbar ist, schaffe ich es Distanz zu meinen Texten zu bekommen und einen Querschnitt von Aussagen zu ziehen.

Erkenntnis, Aussagen wie: „Wäre es leicht, wäre es nicht meins“, „Das Leben ist so fies zu mir (…)“ etc. bekommen mit genügend Abstand eine ganz neue Bedeutung. Ich mache es mir schwer. Ich glaube ich hätte Dieses oder Jenes nicht verdient. Warum, – das spielt keine Rolle, wichtig ist, dass ich es bin, die mir mein Leben erschwert.

Fehlendes Ego oder der tief verwurzelte Glaube, dass ich es nicht anders verdient habe. Vielleicht auch Angst vor Neidern und deren Kritik. Vielleicht auch die Angst das Glück oder den Erfolg zu verlieren.

Dabei ist es das Gleiche wie mit der Liebe, es kommt aus dem Nichts und verschwindet ins Nichts, was hat man also verloren: NICHTS!

Well, you come from nothing and you go back to nothing, What you have lost? NOTHING! Nothing will come from Nothing (…)

2 Gedanken zu „Nichts zu verlieren

  1. Aber sieh mal, diese Aussagen von Dir – sie erfüllen ja noch weitere Funktionen,
    sie machen Dir nicht nur „das Leben schwer“:

    a) In dem Moment, da Du sie äußerst, gehst Du ja mit einer gewissen sarkastischen Selbsterkenntnis an den Sachverhalt heran. Das schärft den Sinn für die eigene Lage, ohne zu pessimistisch zu sein. Manche Psychologen empfehlen sogar, sich diese Methode anzugewöhnen, wenn man Schwierigkeiten hat mit Optimismus.

    b) Im Nachhinein betrachtet liest Du ja immer wieder mal, was Dir „damals“ in welcher Formulierung so durch den Kopf gegangen ist – über Manches sinniert man noch nach, über Manches schüttelt man grinsend den Kopf.
    Aber es gibt fast keine bessere Methode, um zu lernen – über sich, über die eigene Art, mit Problemen umzugehen, über die Position, die man sich in der Welt eben so zugesteht.

    Dieser Umstand, dass man da eben seine eigenen Worte nochmal lesen muss, dass man zu dem eben nicht nur GESAGTEN, sondern sogar GESCHRIEBENEN stehen können und hinterher vielleicht sogar ganz anders reflektieren können muss –
    das trainiert die Hirn-Finger-Schnittstelle und auch die Geschwindigkeit, in der
    man Erlebtes/Widerfahrenes verarbeitet.

    So sollte es quasi ein Lebensziel sein, Neider und Kritiker im Leben zu haben,
    da durch nichts der eigene Erfolg so gut und dauerhaft dokumentiert wird ;-)).

    Die Rechnung mit der Liebe, die Du gemacht hast, geht allerdings leider nicht auf:
    Millionen von Herzen sind schon zum gegenteiligen Ergebnis gekommen.

    • Danke dir für den Kommentar, er hat mir Kraft gegeben und zeigt mir, dass ich ohne Psychologie-Studium auf dem richtigen Weg bin. Dazu zu stehen ist manchmal schwierig, wie oft habe ich mich schon dabei erwischt, wie ich im nach hinein löschen wollte. 😉

      Stimmt, schon Neid muss man sich verdienen, Mitleid gibt es geschenkt, – aber ist trotzdem schwierig damit umzugehen und das mit der Liebe hast du gründlich falsch verstanden, es war ein Appell an mehr Mut, -denn Liebe entsteht aus dem Nichts und geht ins Nichts, – wenn es nicht klappt, – also was hat man verloren? Man kann eigentlich nur gewinnen. ;;-)

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