Digitale Dummheit

Manchmal wünschte ich mir kein Geek zu sein. Ein Mensch der das Internet besser kennt, als die eigene Hosentasche.

Eigentlich ist das ja ein Vorteil, denn gibt es eine Information im Internet, finde ich sie, wenn ich sie denn suche.

Das Problem dabei, meine Mitspieler sind keine Geeks. Ich erhalte Informationen die nicht für mich bestimmt waren und die ich auch sehr gerne nicht erhalten hätte.

Dabei sind das sonst durchaus schlaue Menschen, nur im Netz muss dann wohl zum Ausgleich geballte digitale Dummheit gelebt werden.

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Konsequenz

Die Konsequenz meines Handelns war mir bewusst, ich wollte es so, bis die Konsequenz kam. Jede Entscheidung zieht eine Konsequenz nach sich, es ist besser sie bei Zeiten zu haben als gar nicht oder zu spät.

Doch was wenn Zweifel aufkommen, ob die Entscheidung richtig war? Wenn die Konsequenz zu einem geladenen, aber doch sehr unangenehmen Gast wird?

Ist es der Stolz der rebelliert? Oder nur die Abrechnungsstelle, die ein Soll ausruft und einen Ausgleich fordert? Gehe schreit die Konsequenz, ich habe gesprochen, lieber auf einem kleinen Soll sitzen bleiben, als auf totaler Leere.

Ich mag die Konsequenz nicht, sie ist wie das Finanzamt das einen verfolgt und eine Abrechnung fordert, auch wenn keine zu ihrem Gunsten nötig ist. Entscheidungen mag ich auch nicht, auch wenn wir immer enger zusammenarbeiten.

Es ist doch zu deinem Guten, flüstert die Konsequenz mir ins Ohr, da haben sich der Verstand und ich genau abgesprochen. Halte durch, es ist der bessere Weg, es ist dein Weg.

Für mich bleibt die Konsequenz eine blöde fordernde Schlampe, die sich immer hinter ihrer Schwester Entscheidung versteckt. Konsequenz.

Scheiß Brillen

Sie brauchen keine Brille sagte der Optiker. Sie sind zwar ein wenig weitsichtig, aber das liegt alles noch im grünem Bereich.

Trotzdem beschloss ich irgendwann eine zu tragen. Eine Schwarze, keine rosafarbene, das wäre mir auch viel zu peinlich gewesen als Teenager. Das war auch eine praktische Tarnung, so konnte mir nicht jeder gleich in die Seele sehen, solange ich es schaffte den Mund zu halten, was leider selten gelang.

Irgendwann vergaß ich dass ich sie trug, sie gehörte zu mir und trotzdem entging mir kein Detail. Nur wenige Freunde durften mich begleiten, die meisten längeren Freundschaften beruhten auf Distanz.

Irgendwann beschloss ich das Schluss sein muss mit Distanz, das ist kein Zustand, sie sollten näher kommen, gerne auch mal ein paar neue Gesichter. Mir wurde es schnell zu nah, irgendwie nervten sie mich, bei aller Liebe.

Was mich da nervte, waren nicht unbedingt die Macken die einen aus der Ferne nicht auffallen, die fielen mir zwar auf, aber das war es nicht. Es war die Spiegelung. Die Spiegelung auf meine Realität.

Sie machten die gleichen Fehler wie ich und ich ertrug es nicht, wenn ich daneben stand. Wie kann sie nur? Wie konntest du? schallt es zurück. Aber es ist doch ganz klar was sie jetzt machen muss, sie soll endlich handeln! Warum hast du damals nicht gehandelt, wenn du doch so gut Bescheid weißt wie es geht?

Ich wurde wütend. Wütend auf mich, wütend auf sie. So will ich nicht sein, das Spiegelbild war grässlich und ich begann mich zu ändern, jedes Mal wenn ich wie sie wurde erinnerte ich mich an sie und meine Wut auf ihr Verhalten.

Doch es gibt auch die andere Seite, die sonnige Seite. Da läuft man seit Ewigkeiten durch einen dunklen Wald und erzählt von den Grausamkeiten die einen wieder fahren sind und bekommt immer ein interessiertes Ohr dafür.

Irgendwann kommt das Ohr aber mit in den Wald und hat auch seine Augen nicht vergessen. Ich schaue in ihre Augen und erschrecke. Wie kann sie so was sehen? Hier?Verrat! Sie weiß doch was ich sehe, warum sieht sie so anders? Werde wütend, suche das Weite. Allein, allein möchte ich sein im dunklem Wald.

Es raschelt, es knarrt. Hilfe! Scheiß Wald ich muss hier raus. Sofort. Plötzlich sehe ich eine noch nie gesehen Lichtung, die Spiegelung steht da und lächelt. Mein Waldbild vermischt sich mit der Spiegelung, plötzlich wachsen Blumen am Wegesrand im dunklem Wald.

Ich hasse die Brillen andere denke ich und grummele vor mich hin. Warum stehen die alle auf so farbige Motive? Wer gibt ihnen das Recht damit durch meinen Wald zu laufen? Ach ja, das war ich.
Woher sollte ich ahnen, dass die so drauf sind?

Bist du tolerant? flüstert es in meinen Kopf`. Es ist dir doch sonst egal wie ein Mensch daher kommt, wenn der Kern stimmt, was stören dich jetzt die Brillen? Weil sie mir widersprechen, weil sie mich vielleicht zu einer Korrektur zwingen.

Der Korrektur das ich vielleicht falsch lag und dass auch im dunkelsten Wald irgendwo eine Blume blüht. Vielleicht hatte ich nur die falsche Brille. Ich nehme die Brille ab und sehe, dass die Gläser jetzt in einem fröhlichen Braun strahlen.

Scheiß Spiegelungen. Scheiß Freunde. Scheiß Brillen. 😉

Zu diesem Thema absolut sehenswert: Der Film „What The Bleep Do We Know „:
http://www.dailymotion.com/swf/video/x3s8oh?width=&theme=none&foreground=%23F7FFFD&highlight=%23FFC300&background=%23171D1B&start=&animatedTitle=&iframe=0&additionalInfos=0&autoPlay=0&hideInfos=0
What the bleep do we (k)now ?! von HORIZONFILM.de
Hochgeladen von Horizonfilm. – Sieh weitere Film & TV Videos.

Heldenhaft gefroren ohne Orden

Heute morgen aufgewacht aus dem sonntäglichen Zwischen-Winterschlaf. Alles tut weh, die Fenster sind bis zur halben Höhe zu geschneit. Heldenhaft trotzdem aufgestanden, obwohl sich alles wehrte.

Noch heldenhafter sehr früh zur S-Bahn gewatschelt. Bahn kommt nicht, nächste Bahn kommt auch nicht. Keinerlei Hinweise durch die Lautsprecher. 30 Minuten heldenhaft im Schnee und Schneewind gestanden, dann kam doch eine Bahn.

Kuschelklima in der Bahn, an der nächsten Station gesellt sich eine alternde Prinzessin dazu. Prinzessinnen haben kein Verständnis dafür, dass die S-Bahn voll ist und andere Menschen auch ihren Raum fordern.

Sie rammt mir ihren Rollwagen gegen das Schienbein. Kommt mir zu nah, drückt mich mit ihren raumgreifenden Gesten in die Ecke. Sie riecht nach einem süßen Duft von Gabriela Sabatini aus den Achtzigern. Sie kommt noch näher und lächelt, schicke ihr einen Töterblick und versuche die Nase zu bedecken.

Potsdamer Platz, endlich ein Sitzplatz. Setze mich neben eine alte Lady. Meine Nase blutet und ich rieche wie ein Spürhund. Plötzlich steigt so ein Geruch von Damenhygiene und Pisse neben mir auf. Keine Frage, die Dame erledigt gerade ihre Morgentoilette in einer Windel.

Die nächste Station steigt sie aus, ich sehe wie sich die Umrisse der Windel auf ihrer Rückseite durch die Hose drücken. Was für ein feucht, fröhlicher morgen. ^^ Deutlich später als gedacht auf Arbeit aufgeschlagen.

Zum Glück nur mäßig viel zu tun. Der Tag gestaltet sich zäh, fast keine Musik gehört, weil sonst Wasser über das Gesicht läuft. Auf dem Heimweg nur ein S-Bahn Ausfall, mein Kopf dröhnt, meine Füße gefroren. Das nenne ich mal heldenhaft gefroren ohne Orden.

Schwäche und Stärke

Schwäche und Stärke gehören zusammen wie Ying und Yang, Tag und Nacht oder Böse und Gut.

Es gibt kein Wesen auf dieser Erde, dass nur eine Seite in sich trägt. Das eine kann nicht ohne das andere sein.

Sicher, im Alltag, in der Fremde, behält man seine schwache Seite lieber für sich. Man versucht es zu überspielen, hat vielleicht mal Kopfschmerzen oder plötzlichen Durchfall.

Aber trotzdem sind beide Seite immer präsent. Kein Lachen ohne eine Träne.

Habe viel gelacht in letzter Zeit, deswegen erwartet auch keiner meine Tränen. Nein, die will Niemand sehen.

Wie gut, dass Sonntag ist. Ich atme ein, ich atme aus und ab morgen wird, wie immer, keiner was merken. Schwäche und Stärke.

Die leise Nicht-Entschuldigung von H&M

Gestern Nacht nach Hause gekommen und Post gehabt.
Ein Brief von H&M war dabei, der aussah wie eine Mahnung.

Ich habe doch Wort gehalten und nichts mehr bei denen bestellt, was wollen die von mir? Öffne den Brief, der immer noch aussieht wie eine Rechnung und an dem auch ein Überweisungsträger hängt.

„H&M Teilzahlungen“ steht oben auf dem Blatt. Darunter eine Auflistung ihrer Forderungen:

  • Vorheriger Saldo: „0 Euro“.
  • Zurück vom Inkasso: „- 106,01 Euro“.
  • Ihr Saldo: „0 Euro“
  • bewilligter Rahmen für Teilzahlungskauf: „250 Euro“

Ach! Soll mir das jetzt also sagen, dass das alles ein Irrtum von H&M war? Das sie ihren Fehler eingesehen haben?

Wer kümmert sich jetzt um die Austragung dieses Vorfalles aus der Schufa? Ach ja ich, die immer noch schwer glückliche Nicht-Mehr-Kundin von H&M.^^ Das nenne ich mal eine leise Nicht-Entschuldigung von H&M.