Willkommen in Berlin und jetzt Schnauze halten…

Heute Mittag: Nur mal kurz zum Bäcker und etwas essen, schön in Ruhe sitzen, Minuten vergehen lassen und den Magen und die Nerven beruhigen.

Doch ich hatte was vergessen: Die Berlinale. Leider ist mein Lieblingsbäcker nicht weit vom Veranstaltungsort der Berlinale und so kam es, dass ich zwar einen fast leeren Bäckerladen betrat, aber kurz darauf die Touris rein stürmten:

Ein Inder, der einen Kaffee bestellte und wegen fehlender Deutschkenntnisse von der Bäckerin mehrfach und immer lauter angeredet wurde, dass sie jetzt 2,80 Euro haben möchte.

Dann setzte er sich zu mir an den Tisch und fing gleich an 20 Minuten am Stück zu telefonieren. Es stürmten weitere Personen in den Laden, die Meisten wollten was zum Mitnehmen.

Soll mir recht sein, dachte ich, wenn ihr alle wieder geht warte ich gern länger auf mein Spiegelei. Leider blieben vier Frauen:

Eine junge Frau, die dann dringend nach Regensburg telefonieren musste und drei ältere Damen, die sich laut über psychologische Befindlichkeiten austauschten.

Links von mir der telefonierende Inder, rechts von mir das Mädchen aus Regensburg und hinter mir die alten, lachenden Weiber.

Willkommen in Berlin und jetzt Schnauze halten…

Stell dir vor (…)

du hättest keine Angst mehr…all deine Fragen, sagten sie bräuchten dich nicht mehr und du könntest gehen…..

Edit: Video mal wieder gelöscht, alternativ hier entlang.

Kein schmaler Grad mehr
kein Unten kein Oben
du hättest während du schliefst
alle Wolken verschoben und
all deine Fragen sagten
sie bräuchten dich nicht mehr
und du könntest gehen

Stell dir vor,
du hättest keine Angst mehr
vor nichts und vor niemand
nie wieder
Allein

Der Wind heulte nachts nicht mehr
vor deinem Fenster
Im Muster der Wand wohnten keine Gespenster
mehr, die dunklen Gestalten
wärmten die kalten
Hände jetzt woanders als an dir

Du hättest keine Angst mehr
vor nichts und vor niemand
nie wieder
Allein

Du könntest jeden so lieben
wie diesen einen
Du könntest alles verlieren
müsstest um niemanden weinen
und all deine Liebe
bliebe für immer
egal, wohin die Leute gehen

Stell dir vor,
du hättest keine Angst mehr
vor nichts und vor niemand
nie wieder
Allein

Du hättest keine Angst mehr
vor nichts und vor niemand
nie wieder
Allein

Songtext via

Ruhende Veränderung

Nichts, einfach nichts ist dieser Tag. Das macht aber nichts. Es ist genug passiert für diese Woche.

Die Steine auf meinen Schultern wurden gestern ordentlich von einer Masseurin bearbeitet und jetzt krächzen die freien Schulterblätter welche Last sie ertragen mussten.

Gestern endlich mal wieder Fern-Pflege zu meinen Freundinnen betrieben und dabei geschätzte 5 Stunden am Telefon verbracht. Es galt viel zu erzählen, Erlebnisse der letzten Wochen und Monate mussten berichtet, bewertet und kommentiert werden.

Dann kam sogar das Thema Mode auf, – kein Top-Thema zwischen mir und meinen Freundinnen, – ich berichtete kurz wie ich in letzter Zeit durch die Gegend rennen und erntet auf einer Leitung ein: Oh, – wirklich? Das hätte ich nicht von dir gedacht.

Eigentlich hat keine totale Umstellung bei mir statt gefunden, – dachte ich. Aber genauer betrachtet und von ihren Fragen geleitet fiel mir auf, – doch da hat sich ne Menge geändert.

Zwar hänge ich immer noch an meinen Turnschuhen, aber ich trage fast nur noch vornehmes Schwarz, Weiß oder mal Grau und als Farbfleck gibt es entweder Rot oder Gelb/Orange dazu.

Zusätzlich trage ich jetzt fast immer Make-up und roten Lippenstift. Mädchenhafte Haarspangen sind auch nur noch die Seltenheit und immer öfter gibt es auch eine Bluse an mir zu sehen.

Wenn ich jetzt shoppe, schaue ich nach anderen Dingen, zum Beispiel nach Röcken, schicker Wäsche oder eleganter Oberbekleidung. Es ist passiert: Ich akzeptiere mein Frautum und zelebriere es sogar schon heimlich.

Heute sehe ich wieder aus wie die Alte: T-Shirt, Jogginghose und ein praktischer Zopf ohne Make-up im Gesicht. Bestes Accessoire dazu: warme Socken. Am Sonntag darf die Veränderung mal ruhen. 😉

PS: Nein ich denke jetzt mal lieber nicht darüber nach, was sich noch alles verändert hat und Äußerlich nicht sichtbar ist….Keep moving on…. 😉

Alternative Vertonung: Save tonight.

Alles bleibt schwierig, aber wird gut

Ja, am Freitag zittern nicht nur die Hände und Beine, auch das Sprachzentrum meint: „Freitag ab eins macht jeder seins.“

Eine Frau kurz vor dem Nervenbruch zu sein, hat aber auch seine Vorteile: Ich wirke harmlos, zugänglicher als sonst, weil ich keine Kraft habe mein Schutzschild hochzuhalten.

Heute morgen, eigentlich noch total verpennt, hatte ich keine Kraft für negativ Gedanken, – die hatten schließlich schon die ganze Nacht ihren großen Auftritt.

S-Bahn verpasst, nächste S-Bahn fiel aus, mal einen anderen Weg versucht, wieder den süßen Typen begegnet, aber dann passierte das Wunder:

Wir haben nach fast 8 monatigen Anglotzen angefangen uns zu unterhalten. Es war lustig und kurzweilig und eigentlich war es verdammt schade, dass er früher als ich aussteigen musste, – aber ich war spät dran.

Später habe ich ihn kurz beim Rauchen gesehen. Ich bin überwältigt, – nicht weil ich jetzt glaube dass wir ein Paar werden, – nein weil ich es seit Jahren das erste mal geschafft habe einen Kerl einfach anzusprechen!

So im echten Leben, offline mit echtem Gegenüber! Hat gar nicht weh getan, ist genau genommen sogar viel unkomplizierter, sich so ein bisschen zu beschnüffeln und zu flirten. Ach ja und die S-Bahnfahrt ist damit auch gar nicht mehr so ätzend.

Ich bin im Arsch, – alles bleibt schwierig, aber wird gut. 😉

Tauben Glück

Du denkst du weißt wer ich bin?

Wenn du es wüsstest, wüsstest du, dass mich Niemand kennt. Noch nicht mal ich selber kenne mich zu 100 Prozent.

Ich bin nicht so und so. Ankacken ist halt einfach, so einfach dass es sogar Tauben können.

Sinnbildlich für den Tag hat mir gerade auf dem Heimweg eine Taube auf den Kopf gekackt, – soll ja Glück bringen, – kann ich gut gebrauchen.

Es bleibt aber dabei, Ankacken bringt nur bei Tauben Glück.

Kampfmüde Kriegerin

Was für ein Tag. Nach gerade mal 4 Stunden Schlaf bin ich in eine Ecke von Berlin gefahren die ich seit 2 Jahren nicht betreten habe. Gruselig und verdammt tapfer wie ich finde, es hat nämlich seine Gründe dass ich da solange nicht war.

Gestern Abend noch bis Mitternacht Unterlagen gesucht, sortiert und ein erklärendes Schriftstück zu dem Papierhaufen aufgesetzt. Nicht schlafen können, Ewigkeiten rum gelegen. Chipstüte weit nach Mitternacht im Bett geleert.

Steuerunterlagen in der gruseligen Gegend abgegeben, zum Glück Niemanden getroffen, morgens um 8 haben auch bunte Hunde ihre Ruhe. Auf Arbeit gefahren, angegriffen worden, Pronto gegeben. Aufgeregt, Verabredung für den Abend gecancelt.

Ich bin so müde, sehe blass aus, alles ächzt an mir, meine Ohren taub, mein Schädel brummt, mein Sprachzentrum setzt aus, die Kriegerin ist kampfmüde.