Jeder Moment ist neu

Neulich schlug die Stimmung bei mir mal wieder um. Jemand hatte mich verärgert und mein Kopf fing an sich reinzusteigern. Doch bevor die Nadine-Hulk-Mutation so richtig durchstarten konnte, sagte mein Ärgernis: „Nadine, jeder Moment ist neu und kann neu gestaltet werden, du muss dich jetzt nicht über Vergangenes ärgern.“

Tolle Ablenkstrategie? Eine Strategie um keine Abreibung zu bekommen? Vielleicht. Aber trotzdem war ich erstaunt und hielt inne. Der Gedanke gefiel mir. Jeder Moment ist neu, die Vergangenheit verpflichtet zu nichts, ich kann jetzt auch einfach lächeln, statt die Axt zu holen. Das war irgendwie befreiend, denn jeder Moment ist neu.

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Gang_Starr_-_Moment_Of_Truth von plb12

It’s best to step back, and observe with couth
For we all must meet our moment of truth

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Von gefleckten Libellen und Bussarden

Obwohl der städtische Lebensraum schon so manchen Menschen nicht gut tut, scheinen die Tiere anderer Meinung zu sein und erobern Berlin Schritt für Schritt für sich zurück.

Nein ich rede nicht von Ratten und Tauben, die gehören wie der Autobahnring zu den Geschwulsten der Stadt. Sondern von Füchsen, Fledermäusen, Bussarden und Libellen.

Vor ein paar Tagen sah ich wieder einen jungen Bussard, und gestern saß ich im Park und plötzlich setze sich eine Libelle erst auf meine Schulter und anschließend auf mein Buch.

Libelle
Via

Still und regungslos saß ich da und schaute der Libelle in die Augen. Keine 20 cm lagen zwischen meinem Gesicht und der Libelle. Sie krallte sich an meinem Buch fest und schaute mich mit ihrem seltsamen Kopf an und ich sie.

Was für eine schöne rote Libelle dachte ich, ich habe schon lange keine Libelle mehr gesehen und noch nie so eine Schöne. Wie gut dass sie auf meinem Buch sitzt und nicht auf einem Buch von Jemanden mit Insektenphobie.

Irgendwann flog sie davon und ich ging nach Hause um eine Recherche zu starten. Wer war sie, die rote Libelle? Es war eine männliche, gefleckte Heidelibelle, die unter strengen Naturschutz steht.

Problem mit dem Naturschutz, wir sind hier nicht in einem Naturschutzgebiet, sondern mitten in der Stadt. Aber von mir aus kann es gern weiter gehen mit dem Ausbau der Population von gefleckte Libellen und Bussarden. 😉

Steif

Ich fühle mich so steif an diesem Morgen. Gestern Abend, beim Sonnenuntergang auf dem Kreuzberg, schon schlechte Laune bekommen und mich zu Hause gefragt was denn jetzt wieder los ist.

Los ist mein Nacken, nein eher nicht los. Er zeigt sich spektakulär geradlinig. Mal schauen ob ich das heute noch lockern kann, sonst rennt mir, wie gestern im Park, wieder ein Typ hinterher der mich zum Lächeln auffordert. 😉

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Adele – Rolling In The Deep (Official Video) [HD] von Henrietta-Aime-Fumer_Tv

Die beste Droge (…)

Meine Generation ist nicht nur völlig verloren zwischen den (Geschlechter-)Rollenbildern und kann alles und nichts haben, nein meine Generation ist auch ziemlich krank.

Wie ich die Tage lesen durfte, haben in meiner Generation über 70 Prozent mindestens einmal in ihren Leben eine Angst-Störung. Das ist neu, einen so hohen Prozentsatz gab es noch nie, das gehört uns, uns der Generation Psycho.

Doch wie kommt es dazu? Früher gab es auch überall Dinge die einen Angst machen konnten, aber deutlich weniger Leute entwickelten dadurch eine Angst-Störung. Es liegt an unseren Lebenswandel. Wir sind zu oft Kind von Familien, die nur noch aus einer Person bestehen und wir wurden vernachlässigt, wegen wirtschaftlicher Zwänge.

Und weil das noch nicht reicht, vernachlässigen wir uns als Erwachsene selbst. Wir arbeiten gar nicht oder zu viel, haben wenig oder zu viel Freizeit und wenn wir mal Freizeit haben sitzen wir wahrscheinlich trotzdem alleine da.

Damit kommen wir zu Kern des Problems: Zu viel Einsamkeit und Isolation. Der Mensch verwahrlost ohne andere Menschen. Der Mensch entwickelt Angst-Störungen, denn es fehlt das beruhigende und sichere „Wir“.

Die Ellbogen-Gesellschaft hat das Vertrauen in andere Menschen zerstört und selbst wenn nicht, wann findet man die Zeit und Energie für andere? Und so bleiben wir allein – und damit verzichten wir auf die beste Droge die es gibt und die uns heilt: andere Menschen!

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Samy Deluxe – Zurück zu wir (Video) von EMI_Music

Monster unter dem Bett

Als Kind gab es bei mir nie Monster unter dem Bett. Es waren eher die Schatten der Möbel in meinem Kinderzimmer, die in meiner Phantasie zu Einbrechern und Monstern mutierten.

Das Bett schien sicher, einfach die Decke über den Kopf ziehen und sich verstecken. Eine Methode die ich auch im späteren Leben für sinnvoll hielt. Wenn die Welt zu viele Monster offenbarte, einfach im Bett verstecken und Decke drüber.

Das Blöde daran, die gefährlichen Monster werden damit nur ausgeblendet und nicht verjagt. So bald man einen Fuß unter der Decke raus steckt, beißt einen vielleicht ein Monster.

Warum hat mir keiner beigebracht, bei Monster-Alarm aufzustehen und das Licht an zu machen? Aufstehen und nach gucken ist nämlich die beste und schnellste Sofort-Maßnahme.

Wie ein Kind, dass gerade das erste Mal das Licht an macht wenn es sich fürchtet, fühle ich mich gerade. Und siehe da, hinter dem gruseligen Schrank ist kein Monster, aber die Schrauben brechen bald aus der Verankerung, was die gruseligen Geräusche erklärt.

Hm, hat jetzt gar nicht weh getan und das mit dem Schrank ist zwar bedrohlich (gerade wenn er direkt neben dem Bett steht), aber wird mich nicht das Leben kosten, sondern wohl eher eine Beule oder besser eine neue Schraube.

So schön meine blühende Phantasie auch ist, manchmal ist es einfach besser aufzustehen, das Licht an zumachen und nach zu schauen. Die Realität offenbart vielleicht auch Schreckliches, aber es sind eigentlich nie Monster unter dem Bett. 🙂

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Young MC – Bust A Move von hushhush112

Alternative Vertonung: Keine Angst mehr.

Geht arbeiten!

Das mit der Baustelle Haus geht in die nächste Runde: Jetzt haben sie das Haus eingerüstet und basteln an vielen Etagen.

Da will ich natürlich nichts verpassen^^ und wache jeden Tag um 8:15 auf, um zu hören und zu sehen, was hier so alles spannendes, Dreck verursachendes Lautes passiert.

Heute war ich jedoch schlecht vorbereitet, als ich um 7 noch an meinem Kissen horchte, ging das Spektakel im Innenhof schon los: Geschrei. Irgendwer tickt gerade aus.

„Ich muss arbeiten, könnt ihr keine Rücksicht nehmen? Ihr Pack, geht arbeiten!“
Ich weiß jetzt nicht mit wem der gesprochen hat, vielleicht mit den viel zu früh und laut arbeitenden Bauarbeitern?

Das Geschrei ging weiter, ich verstand nur Bruchstücke, war wach, obwohl ich schlafen wollte. So sehr ich solche Austicker verstehe, gibt es von mir dazu jedoch zwei Anmerkungen:

1) Die Bauarbeiter arbeiten schon, sinnvoller wäre es ihnen zu zurufen: Schlaft doch mal aus, geht zum Amt oder macht endlich Urlaub!

2) Zu mir: Wer über 10 Monate durcharbeitet, darf auch mal Urlaub machen. Ausschlafen nicht, aber Urlaub haben.

Also ich gehe dann gleich mal wieder ins Bett und damit die Wirtschaft nicht ganz so leidet: Geht arbeiten!