Die beste Droge (…)

Meine Generation ist nicht nur völlig verloren zwischen den (Geschlechter-)Rollenbildern und kann alles und nichts haben, nein meine Generation ist auch ziemlich krank.

Wie ich die Tage lesen durfte, haben in meiner Generation über 70 Prozent mindestens einmal in ihren Leben eine Angst-Störung. Das ist neu, einen so hohen Prozentsatz gab es noch nie, das gehört uns, uns der Generation Psycho.

Doch wie kommt es dazu? Früher gab es auch überall Dinge die einen Angst machen konnten, aber deutlich weniger Leute entwickelten dadurch eine Angst-Störung. Es liegt an unseren Lebenswandel. Wir sind zu oft Kind von Familien, die nur noch aus einer Person bestehen und wir wurden vernachlässigt, wegen wirtschaftlicher Zwänge.

Und weil das noch nicht reicht, vernachlässigen wir uns als Erwachsene selbst. Wir arbeiten gar nicht oder zu viel, haben wenig oder zu viel Freizeit und wenn wir mal Freizeit haben sitzen wir wahrscheinlich trotzdem alleine da.

Damit kommen wir zu Kern des Problems: Zu viel Einsamkeit und Isolation. Der Mensch verwahrlost ohne andere Menschen. Der Mensch entwickelt Angst-Störungen, denn es fehlt das beruhigende und sichere „Wir“.

Die Ellbogen-Gesellschaft hat das Vertrauen in andere Menschen zerstört und selbst wenn nicht, wann findet man die Zeit und Energie für andere? Und so bleiben wir allein – und damit verzichten wir auf die beste Droge die es gibt und die uns heilt: andere Menschen!

http://www.dailymotion.com/swf/video/xl072r
Samy Deluxe – Zurück zu wir (Video) von EMI_Music

4 Gedanken zu „Die beste Droge (…)

  1. Sehr schöne Analyse. Jetzt haben wir sogar noch das Internet, um scheinbar doch nicht so isoliert zu sein. Die Isolation kommt auch daher, da wir nicht mehr an Kirchen, Politik, Vereine…glauben und nicht mehr dorthin gehen. Aber früher trafen sich die Menschen am Sonntag in der Kirche. Das entfällt heute bei vielen.

  2. Generation Psycho Das stimmt wahrscheinlich alles, aber dennoch denke ich, dass die Entwicklung statistisch überschätzt wird, weil auch viel mehr als früher solche Probleme an die Ärzteschaft herangetragen werden.

    • Stimmt auch wieder, früher hatte man eine Freunde/Familie, denen man berichtete und wenn nicht gab es noch den Pfarrer. Heute hat jeder einen statistisch, auswertbaren Therapeuten.

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