Willkommen zu Hause

Es kann auch besser gehen. Es kann, aber muss nicht.
Es wird Zeit dass ich endlich einsehe, dass sie mich mit dieser Wohnung ordentlich verarscht und ausgenommen haben.

Wusste ich eigentlich schon bei der Schlüsselübergabe, als erste unschöne Details zu Tage kamen. Wusste ich auch schon als ich die Nachbarn meckern hörte. Wollte ich aber nicht wahr haben. War vielleicht auch die bessere Strategie, denn warum sollte ich um etwas kämpfen, was eh der letzte Dreck ist. Die Wohnung ist aber der letzte Dreck.

Neben der Badkatastrophe, Schimmel, undichten Fenstern, Ratten, dem fehlenden Briefkasten und einem extrem hellhörigen Innenhof, ist diese Wohnung auch einiges teurer als versprochen. Vattenfall macht es möglich, oder eine Stromheizung und ein Durchlauferhitzer.

Damit habe ich eine Wohnung mit schimmeligen Wannenbad, indem ich wegen nicht ausreichenden Warmwassermengen nicht baden kann und selbst wenn ich es mit stundenlanger Vorbereitung hinkriege, kostet jedes Bad um die 10 Euro extra.

Macht ja nix, wenn es in der ganzen Wohnung nur einen Heizkörper gibt und sonst nur unzureichende, teure Elektrolüfter. Ist ja warm genug, mach dir warme Gedanken, z.B. wie du die nächsten Rechnungen bezahlen willst.

Ja, das hier war ein Griff ins Klo und zwar nicht in meines, sondern in das Außenklo im EG, das den ganzen Hausflur wunderbar nach Pisse riechen lässt. Willkommen zu Hause.

http://www.dailymotion.com/swf/video/x2v3xf
Metallica – Welcome Home (Sanitarium) von ziksoft

Nicht genug

Das ist nicht genug für dich. Hörte ich schon mehr als einmal.
Egal ob es um Kerle, Job, Studium, Wohnung oder Freunde ging.
Jemand wie du verdient Besseres.

Das kann ich doch am besten beurteilen! Oder vielleicht doch nicht?
Schon mal in den Spiegel geschaut?
Was machen dann die hängenden Mundwinkel da, mitten in deinem Gesicht?

Du bist zufrieden? Wie schaust du dann wenn du glücklich bist?
Erwischt, du Tiefstaplerin. Das ist jetzt irgendwie widersprüchlich.
Dabei habe ich ständig die Angst nicht genug zu sein.

100.000 Euro: Warten!

Was würde ich mit 100.000 Euro anstellen?

  1. Erste Antwort: Schulden bezahlen.
  2. Zweite Antwort: Umziehen und mich schön ausstatten.
  3. Dritte Antwort: Spaß haben, heißt: Shoppen, Reisen, Wellness und eine riesige Party schmeißen!
  4. Vierte Antwort: Nie wieder einen Job machen der mir keinen Spaß macht.

Doch bis dahin heißt es wohl: Warten!

8 Minuten

Eine Minute, eine Stunde, ein Tag, was ist das schon?
Mal ist sie schnell, mal ist sie langsam die Zeit.
Nein eigentlich ist sie das nicht.

Die Zeit hat immer die gleiche Geschwindigkeit.
Aber die eigene Wahrnehmung, tickt mal langsamer und mal schneller.
Schneller, schneller, langsamer, langsamer.

Roadrunner und Schnecke.
5 Tage rennen, 2 Tage kriechen.
Ereignisse geben sich die Hand, und die Hände suchen Schutz in den Hosentaschen.

Edit: Alternative Vertonung „Ayo – Slow, Slow (Run Run)“

Mit Kusshand verpissen…

Es gibt Tage die beginnen mit extremen Tiefschlägen in die Weichteile. Jetzt kann es ja nur besser werden, denkt man sich. Und es wird auch besser, der nächste Tiefschlag landet in etwas höher angeordneten Körperteilen. Schon etwas blass stellt man sich trotzdem weiter der Alltäglichkeit und der Buschfunk kündigt weitere Tiefschläge an. Es gibt Tage, die sich mit Kusshand verpissen können.

Thank you, fuck you!

http://www.dailymotion.com/swf/video/xengzl
Cee Lo Green – Fuck You von Warner-Music

Wohnzimmer-Disco

Endlich, meine Jahreszeit hat begonnen! Die Nächte werden immer länger und in ihnen findet sich viel Platz für die Dinge die ich am liebsten habe: Gute Musik, Nachdenken und Schreiben, Filme und Serien gucken, ausgedehnte Bettzeiten, Kochen und Backen, lange Telefonate und Chats und nicht zuletzt: Die Wohnzimmer-Disco. 🙂

http://www.dailymotion.com/swf/video/x2ai8a
Womack & Womack – Teardrops von Brownsugar18

PS: Wenn sich die Videos hier schon wiederholen, dann aber bitte auch die, die ich schon geschätzte 3000 mal gehört habe. 😉

Kleider machen Mitmenschen

Es gibt ja den guten alten Spruch: Kleider machen Leute. Stimmt soweit, stimmt aber irgendwie auch nicht, denn nur weil man sich mal „besser“ kleidet bleibt man doch der gleiche Mensch.

Was anders dabei ist, sind die Reaktionen der Mitmenschen. Neulich hatte ich mal meinen Künstler-Lady-Tag und abgesehen davon dass ich mich wohl fühlte, bereiteten meine Mitmenschen mir noch mehr Wohlgefühle. Denn ich wurde nicht nur wahr, sondern auch ernst genommen.

Alle Worte, alles Wissen der Welt, können also weniger bewirken als das richtige Outfit! Ernüchternd und gleichzeitig beeindruckend. Es ist also wichtiger schlau/wichtig auszusehen, statt es tatsächlich zu sein.

Das merke ich mir, wer nach Vorne will, der braucht nicht mehr Wissen, sondern bessere Kleidung. Hauptsächlich für die Reaktionen der Mitmenschen, denn Kleider machen Mitmenschen.

Siehe auch: Der Anzugskauf. 😉

Ab an den Herd

Wenn man mal wieder ordentlich pleite ist, gibt es nicht jeden Tag Schokolade und Eiscreme. Das Gefühl nicht jederzeit sündigen zu können erweckt jedoch das Gefühl „Ich habe nichts zu essen!“.

Totaler Blödsinn, denn es gibt genug zu essen: Nudeln, Kartoffeln, Gemüse, Konserven und einiges mehr. Aber halt nichts Schnelles und Sündiges. Hast du Hunger, dann koche doch was! Noe, dafür bin ich zu faul nicht hungrig genug.

Erwischt! Du hast keinen Hunger und angeblich nichts zu essen im Haus? Wo ist das Problem? Das Problem ist, dass ich mir Fast-Food oder Süßigkeiten wünsche, nicht dass ich Hunger habe. Also gibt es kein Problem!

So ertappt, analysiere ich mein Essverhalten und merke dass ich ganz schön viel minderwertigen Mist zu mir nehme. Teures Zeug, das niemals richtig befriedigt und immer den Nachgeschmack nach mehr hinterlässt. Dabei kann ich sogar kochen!

Ein Tag später stehe ich im Supermarkt und packe massig gesunden Kram in meinen Einkaufswagen. Auf halben Weg staune ich, da fehlen die blitzenden Verpackungen. An der Kasse staune ich noch mehr, 20 Euro für einen vollen Wanderrucksack mit Nahrung.

Jedes mal wenn ich jetzt angeblich Hunger habe, frage ich mich was ich jetzt essen möchte. Ist die Antwort Kuchen oder Eis, winke ich ab und frage mich nach den wirklichen Gründen. Ist die Antwort ein Schwein, Kohl oder von mir aus auch die Tür da drüben, – ab an den Herd. 🙂

Gratis-Körper-TÜV

Das Telefon klingelt. Ein mir unbekannter Mann mit schmeichelnder Stimme erkundigt sich nach der richtigen Aussprache meines Nachnamens. Geduldig mache ich Sprachübungen mit ihm, um dann zu erfahren dass er sich Gedanken über meine Gesundheit macht.

„Frau B., sie wurden gestern X Jahre alt, äh, äh, jung, deswegen möchten wir sie, im Namen ihrer Krankenkasse, zu einem kostenlosen Gesundheitscheck einladen. Sie wissen schon, Bluthochdruck, Diabetes u.s.w. (…), sie können alles völlig kostenlose checken lassen, sogar die Praxisgebühr entfällt! Wie nennen es den Gratis-Körper-TÜV.

Ich schweige und denke: Was für ein tolles Angebot!^^ Und was ist wenn ich durchfalle, schmeißen sie mich dann aus der Krankenkasse? Ist ja ein ganz schön großes Risiko, so alte Menschen wie mich zu versichern.

Ich atme und sage Nein Danke. Ob er mich jetzt öfter anrufen dürfe? Ja mach doch, ich gehe eh nicht ran. Er versichert, dass nur er, ein- bis zweimal im Jahr bei mir anrufen wird. Welche Ehre, ich habe jetzt meinen persönlichen Betreuer bei der Krankenkasse, Jahrzehnte vor der Rente!

So sehr ich die plötzliche Großzügigkeit und Besorgnis der Kasse zu schätzen weiß, die Herangehensweise ist etwas schräg. Ich bin kein Auto, noch finde ich medizinische Untersuchungen so klasse, dass mich der Erlass sämtlicher Kosten locken könnte.

Ich bin Mensch und zahle jedes Jahr X-Tausend-Euro-Krankenkassengebühren, für gefühlt Nichts. Denn jedes mal wenn ich wirklich medizinische Hilfe brauche, ist das garantiert nicht erstattungsfähig. Für mich schaut es so aus, es geht hier um Gewinnoptimierung und nicht um einen Gratis-Körper-TÜV.

Dankeschön!

Das Dankeschön ist weithin unterschätzt. Während das „Ich will noch“ , „Ich habe nicht“ und weitere Äußerungen zur Unzufriedenheit, sich immer in die erste Reihe drängen.

Ja es gibt immer was zu meckern, in Deutschland dem Meckerland. Aber es gibt auch ne Menge alltägliche Dinge über die man dankbar sein kann. Fließendes Wasser zum Beispiel, Strom, eine Obdach, Freunde und Gesundheit.

Wird oft vergessen, weil es so selbstverständlich erscheint. Prinzessinnen und Prinzen bedanken sich halt nicht dafür dass sie Prinzessin/Prinz sind. Doch genau das sollten sie tun! Und zwar nicht nur für alles was sie schon haben, sondern auch für die Dinge die sie sich noch wünschen!

Die Unzufriedenheit feiern? Nein, die Zufriedenheit feiern und zuversichtlich sein, dass alles was scheinbar noch fehlt, von alleine kommen wird, wenn man nur dankbar ist. Also liebe Welt und Mitmenschen: Dankeschön!

http://www.dailymotion.com/swf/video/xo1lz
Boyz II Men – Thank You von trapux