Heute

Heute ziehe ich meine hässlichste Unterwäsche an.
Heute lasse ich den Lippenstift und den Concealer weg.
Heute blicke ich durch beschlagene Fenster auf die Knospen des Baumes, und es ist mir egal.

Heute brauche ich nicht Lächeln.
Heute brauche und muss ich wenig.
Haltet einfach alle mal die Schnauze, denn es gehört mir, das Heute.

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Die blinde Keksverkäuferin

Backte immer die ganze Nacht um den Tag zu erleben. Jeden Tag stand sie mit ihren Stand auf dem Markt und pries ihre Kekse an: „Kekse, Kekse fünf Kekse nur 1 Taler!“

Hier und da spürte sie die Blicke auf ihre Kekse und hörte Menschen die erst mit Münzen klimperten, um dann doch vorbei zu gehen. Manchmal wurde sie angesprochen: Sind die mit Zimt gebacken? Und sie gab immer gerne Auskunft über die Zutaten.

Zum Abend hin war immer zu wenig in der Tasche, ja oft waren die Taler auch gar keine Taler sondern wertloses Metall. Manchmal jedoch kam sie abends nach Hause, hatte nichts verkauft und musste feststellen, dass ihre Kekse trotzdem alle verschwunden waren.

Ein Komplex weniger in der Kiste

Wer versagt hat, gescheitert ist, der fragt sich warum.
Welche Kriterien führten zum Ausschluss?
Einmal in der Komplex-Kiste ganz oben gekramt und sofort eine plausible Erklärung gefunden, das muss es gewesen sein, das hat dich disqualifiziert.

Im festen Glauben den Grund gefunden zu haben, wächst der Komplex dermaßen, daß er eine eigene Kiste braucht. Dumme Sache, denn das war es gar nicht. Man beobachtet die Nachfolge und stellt fest dass diese dieses Kriterium auch nicht oder noch weniger erfüllt.

Erleichterung breitet sich aus, die zweite Kiste kann wieder weggestellt werden. Die Antwort auf das Warum liegt ganz woanders, sogar im machbaren Bereich. Doch es ist zu spät. Es bleibt aber die Erleichterung und ein Komplex weniger in der Kiste.

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Nirvana – Heart Shaped Box von universalmusicdeutschland

Das dicke Mädchen und der Sommer

Der Sommer steht endlich vor der Tür und während sich die Nasen richtung Sonne recken, steht das dicke Mädchen vor dem Kleiderschrank und befürchtet Schlimmes.

2 Jahre ist der letzte Sommer her, genug Zeit jedes Röllchen unter ausreichend Stoff zu verstecken. Vor circa 2 Jahren hat auch die Waage ihren Dienst eingestellt und wurde ersatzlos entsorgt. Seitdem hat sie Röllchen am Rücken entdeckt, ihre Meinung zu lackierten Fußnägeln geändert und sich nur im Wasserdampf des Bades nackt betrachtet.

Vor der Kleiderschrank gibt es aber keine weichzeichnende Wasserwolke, und nicht nur das, das ganze Frühlings-Licht sorgt für noch mehr Erhellung in der Selbstwahrnehmung:

Der Mädchen-Kopf über den weißen Stampfern ist grau geworden und die Bäuche in der Mitte zahlreich. War, ist das schon länger so? Die schlechte und gute Nachricht: Ja, die alte Kleidung passt noch. Immerhin, das dicke Mädchen hat über die Zeit nicht weiterhin zugelegt.

Ich werde diesen Sommer keinen Tschador tragen, auch wenn mir manchmal danach ist, denn das dicke Mädchen hat keine Zeit noch einen Sommer zu verschlafen.

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PlastiK Movie von plastikprod

Kein guter Tag

Mit links zu früh aus dem Bett gefallen. Alpträume. Schweine die aus Mäusefellen kriechen. Kein Brot im Haus. Viel zu früh dasitzen und trotzdem keine Minute früher an der S-Bahn sein.

Sonnenschein auf meiner Fresse. Herzrasen und nicht aus Verliebtheit.
Wärme geniessen, Freundin vollkotzen. Ständig das Gefühl haben die Zeit ist zu knapp, obwohl man noch reichlich davon in der Tasche hat. Unruhe. Angst, vor was auch immer.

Streicheleinheiten der Sonne heben die Stimmung etwas, möchte den ganzen Tag in der Sonne sein. Rauche Kette. Habe Sprachaussetzer. Ich muss mich entscheiden, mir selber die Plakette geben die ich gerne hätte. Dann kommt auch wieder ein guter Tag.