Ohne Melodie

Tik, Tak, Tik, Tak, der Alltag ruft. Jeden Tag die gleiche Zeit, jeden Tag das gleiche Gefühl zum Morgen: Bin ich zu spät? Zu früh? Habe ich an alles gedacht? Ist die Waschmaschine wirklich aus, was ist mit der Mülltonne, ist sie entbrannt durch Zigarettenreste? Alles gut, alles wie es sein sollte.

Die Stadt laut und dreckig, die S-Bahn müffelnd und voll, das Großraumbüro voll, laut und stickig. Der Kaffee, gar nicht mal so lecker^^ und die Gemeinschaftstoilette mal wieder zugepisst. Fragende Menschen in Minutentakt, niemand versteht dass ich nicht nur für ihn/sie da bin.

Raus hier! Zeit, Zeit für mich, ohne Rahmenplan. Keine Fragen, keine Wenn und Abers. Tag oder Nacht, egal, mache oder mache nicht wonach dir ist. Sonnenschein ohne Verpflichtung oder Wehmut. Nachts wach sein aus Protest, tags pennen, weil man so müde ist. Fenster putzen, damit man besser raus gucken kann.

Körperpflege betreiben, auch wenn es keiner sieht, der Sonne entgegen blinzeln, nichts vor haben, noch nicht mal Tauben beobachten. Einatmen, ausatmen, hören wie der Rücken kracht und sehen wie die Haut sich beruhigt. Keine Sehnsucht verspüren, der Sommer ist da mit oder ohne Melodie.

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Turntable Rockers – No Melody von GOO-KAN

Frustrierte Perfektionistin

Und wenn mein Herz für eine Sache oder einen Menschen zu schlagen beginnt, ist die Perfektionistin nicht weit.

Das Problem dabei, es gibt selten perfekte Menschen und Dinge. Heißt, ich werde sehr schnell sehr enttäuscht drein blicken und aus einem schlagenden Herz wird ein trauriges Herz.

Die Perfektionistin geht dann über Grenzen und nicht nur über die eigenen, um das zu erschaffen, was das Herz ursprünglich zum Schlagen brachte. Was danach bleibt ist eine frustrierte Perfektionistin.

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Jessie J – Nobody's Perfect von universalmusicsuisse

Die Berliner Schnauze: Pronto erlaubt

Die Berliner Schnauze ist herrlich erhrlich. Charmant ist jedoch etwas anderes.
Bewohnern oder auch nur Besuchern von Berlin, sei also geraten ihr Gesicht nicht zu nah an den Ausgang einer Berliner Schnauze zu positionieren.

Das könnte unverschämt werden, dass könnte weh tun. So eine Berliner Schnauze arbeitet im Billig-Discounter um die Ecke. Sie ist mir schon durch Revierverhalten an der Tiefkühltruhe und diskriminierende Sprüche an der Kasse mehrfach aufgefallen.

Doch neulich meinte sie mich anmachen zu müssen, als ich einen Betrag von 5 Euro und ein Bisschen mit drei zwei Euro Stücken bezahlte. Na toll pöbelte sie, ohne mich anzuschauen, dass ist ja nicht zu fassen, immer ich.

Sprachlos stand ich erst vor ihr. „Ist das ihr Ernst?“ fragte ich. Sie schaute mich nicht an sagte nicht Tschüß, und grummelte weiter in ihr Kassenfach. Die darauf folgenden Wochen, hatte ich keine Lust mehr dort einzukaufen, auch wenn ich gar kein Kleingeld dabei hatte.

Heute jedoch war ich mal wieder da und wurde Zeuge wie sie wieder einem Kunden einen Spruch reindrückte. „Wie bitte?“ antwortet er. Sie reagierte wieder nicht und schrie ihm dann im Gehen hinter her: „War ein Scherz!“. Er zwinkerte mich mit einem breiten Grinsen an. Die Berliner Schnauze: Pronto erlaubt. 😉

Glück: Mithilfe erbeten.

In letzter Zeit schaut das Glück ziemlich oft vorbei. Bin mir nicht sicher ob ich eine Einladung ausgesprochen habe, deswegen erst mal nett grüßen und die Höflichkeit wahren.

Während die Liebesdinge eine einzige Rutschpartie in Bauchlage sind, funktionieren andere Dinge plötzlich hervorragend. Das stützt die These, dass mein allgemeines Glück proportional zum Liebesunglück wächst. Ausgleich, verdienter Ausgleich.

Das Gute daran, wenn das Glück jetzt grüßt und Angebote unterbreitet, schaue ich auf das emotionale Unglück und nehme sofort an. So ist das halt mit dem Glück: Mithilfe erbeten.

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Basement Jaxx – Good Luck von aquanote

Stadtaffe

Berlin ist groß, Berlin ist anonym und Berlin ist ignorant.
Zuviele Gesichter passieren jeden Tag das eigene Gesichtsfeld.
Gerade in der S-Bahn hat man oft das Geruchs-Gefühl im Affenkäfig zu sitzen.

Promis stehen in Berlin fast an jeder Ecke: Beim Imbiss trifft man zum Beispiel Andreas Elsholz, am Flughafen steht Annett Louisan rum, am Herrmannplatz versperrt einem Claudia Roth den Fußweg und beim Live 8 Konzert steht Herr Ströbele in der ersten Reihe.

Alles nicht so beeindruckend für mich, da ich ziemlich befreit vom Promi-Wahn bin.
Jedoch manchmal sitzt man im Affenkäfig und plötzlich betritt ein Gesicht die S-Bahn, dass man schon immer mal näher sehen wollte: Peter Fox mit Fahrrad und Tochter.
Endlich mal ein gern gesehener Stadtaffe. 🙂

Spuren

Sie entstehen, ob gewollt oder nicht.
Jeder, alles verändert und bewegt.
Der Atemzug in der S-Bahn, der berühmte Sack Reis in China, hinterlässt seine Spuren.

Der Körper, der Geist, eine formbare Masse.
Geformt von den Spuren der Umwelt.
Wir verschmelzen, ungewollt.

Das Licht, die Erde, das Wasser und das Feuer, alles eins.
Nichts ist ohne das andere, nichts ist autonom.
Nichts existiert, ohne Spuren.

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Louis Armstrong > When You're Smiling (HQ-Audio) von beepbeep44