Willkommen in Friedenau

Es ist endlich geschafft, gestern durfte ich meine Schlüssel für die alte Wohnung abgeben. Das war irgendwie seltsam, denn obwohl ich mit der alten Wohnung fast nur Ärger hatte überkam mich Wehmut.

Vorbei sind die Räuberzeiten, vorbei ist die Last die damit zusammenhing und mich immer wieder runterzog. Ja auch an Lasten kann man hängen, sie gehörten zu meinen Alltag wie der tägliche Ärger damit. Es ist seltsam loszulassen, auszuatmen, die Furcht mal Furcht sein zu lassen.

Obwohl ich jetzt nur wenige Kilometer entfernt lebe, ist das hier eine ganz andere Welt. Auf den von Blumen umsäumten Straßen, liegen Herbstblätter und Eicheln und keine Hundescheiße oder Bierflaschen. Die Altbauten die es hier gibt sind königlich saniert, die Menschen sind hier neugierig aufeinander und grüßen sich.

Es hat fast ein wenig Dorfcharakter, obwohl ich hier nicht am Stadtrand lebe. Gerade sah ich eine Frau mittleren Alters, mit dauergewellten Kurzhaarschnitt und rosa Halstuch, die mich neugierig anschaute. Ich musste lachen, willkommen in Friedenau. 🙂

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Ich werde (…)

Veränderungen, Anfeindungen, Angriffe, doch mein Kuchen bleibt mein Kuchen.
Zwischendurch denke ich: Scheiß auf den Kuchen, sollen sie ihn haben.
Sie werden schon sehen, dass Kuchen nicht von allein nachwächst.

Lege meine Flügel über meine Schützlinge, erhebe mich, streite mich, sage ungezählte Male: „Nein!“. Jeden Tag auf ein Neues, verstoße die Undankbaren, verleihe mein Ohr, lächle, atme.

Ich werde, was ich bin.

Unbekannte Schamhaarträger

Wenn man an einen fremden oder noch unbekannten Ort, wie in meiner neuen Wohnung, putzt kann es sein dass man beim Putzen des Bades auf unbekanntes Schamhaar trifft. Eigentlich nicht so schockierend, wenn man früher mal als Putzfrau gearbeitet hat.

Eigentlich sogar besser, als wenn man im Auftrag putzt, weil man dann beim Anblick des Haares nicht an den/die Auftraggeber denken muss und jedes Kopfkino dazu so schnell wie möglich beenden sollte.

Ist nämlich seltsam sich Auszahlen zu lassen, in ein Gesicht zu blicken und dabei an Schamhaare oder andere weggewischte Körperflüssigkeiten zu denken. Ich weiß schon warum ich eine der teuersten Putzfrauen Berlins war, denn so ein Job bedeutet Überwindung und Diskretion.

Falls hier später mal Haare aus verschiedenen Körperregionen herumliegen sollten, weiß ich wenigstens woher die kommen. Auf das bald alle Spuren verschwunden sind, vom unbekannten Schamhaarträger. 😉

Rücksicht

Immer noch nicht angekommen in der neuen Wohnung, bin ich schon etwas genervt von der Hellhörigkeit. Ich höre alles, also wird auch alles gehört was ich so mache, ich korrigiere, meine Vögel machen, denn denen ist es ganz egal dass man sie hören kann.

Nicht nur die Sonne und ich werden jeden Tag begrüßt, sondern auch jede Krähe die am Fenster vorbei fliegt. Da kann ich nicht viel machen, die lassen sich in ihrem Alltag nicht so beschneiden, wie ich es aus Rücksicht mache. Leider gibt es hier sehr viele Krähen, und vor denen muss nun mal gewarnt werden (meinen meine Vögel).

Ich werde ihnen nicht den Schnabel abbinden, es reicht dass ich hier rumrenne wie ein Superagent beim Diamtenraub. Versuche dann mal die Grippenviren aus dem Großraumbüro loszuwerden, es gibt Kollegen die es als Rücksichtsnahme verstehen röchelnd auf der Arbeit zu sitzen.

Sie kotzt mich gerade etwas an, die Rücksicht.

Achtung Schnulzenalarm, nur für starke Ohrnerven….

Der Mörder aus dem Spielzeugland

Bald ist Weihnachten, alles muss raus. In den Regalen muss Platz geschaffen werden für das neue Spielzeug, denn ein Anbau für die Spielzeuge wurde von den Eltern abgelehnt.

Der Lieblingsteddy, der alte Bagger, alles muss weg. Weg für die neuen Spielsachen auf der Wunschliste, die er nach 4 Stunden Kinder-Fernsehen für unbedingt erstrebenswert hielt. Doch was ihm gehört, soll für immer ihm gehören.

Die Spielsachen verschenken kam also nicht in Frage, was wäre wenn ein anderes Kind damit seine Freude hat und er es dann wieder haben will? Nicht auszudenken, das musst verhindert werden und so entsorgte er das alte Spielzeug nicht nur, nein er machte ein Schlachtfest daraus.

Er wollte immer schon mal sehen was sich im Teddy befand, schauen wie der Hebelmechanismus seines Baggers funktioniert. Und so montierte und schlitze er jedes Spielzeug, bis nur noch ein Haufen Plastik und Watte übrig blieb. Stolz war er auf sein Werk, die Vorfreude auf das neue Spielzeug lag in seinen Augen. Neu ist immer besser, neu ist viel cooler.

Mit dem neuen Spielzeug würde er ganz sicher endlich zu den coolen Kindern auf dem Spielplatz gehören. Weihnachten kam, er bekam sein neues Spielzeug, doch der gewünschte Effekt blieb aus, denn das Interesse der coolen Kids verflog schnell.

Da saß er nun, blickte zu seinen alten Freund aus der Bagger-Ecke, sah ein Mädchen einen Teddy umarmen, es gab kein zurück, er war der Mörder aus dem Spielzeugland.

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Jessie J – Price Tag von universalmusicdeutschland

Heimatlos

Wo bin ich hier eigentlich? Und warum? Denke ich beim Erwachen in meinem neuen Schlafzimmer. Meine Seele stellt Fragen, denkt der Kopf. Es kommt mir vor wie in einem Hotelzimmer, nur weniger komfortabel und hellhöriger.

Ich möchte zurück, wohin genau weiß ich jedoch auch nicht. Du bist jetzt hier, weil du das so entschieden hast, es liegt noch ne Menge Arbeit vor dir, keine Panik, dass muss nicht alles heute passieren. Ich fühle mich leer, keine Zeit sich zu kümmern, funktionieren, nicht denken, weitermachen, heimatlos.

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Maria Mena – Homeless (Official Music Video) [HD] von Henrietta-Aime-Fumer_Tv