Schafe treten

Irgendwie ist es passiert, sie ist zu einer Schäferin geworden. Eines morgens wurde sie wach und da stand ein Schaf in ihren Garten. Das wollte dann auch nicht mehr weggehen, egal was sie machte. Also freundete sie sich mit dem Schaf an und dankte ihm für seine Rasenmäher-Dienste.

Irgendwann stand da ein zweites Schaf, dann ein Drittes, upps, eine Schafherde. Das war jetzt eigentlich nicht so gedacht, gut sie hatte angefangen sie zu füttern und zu beschützen, aber da war kein Zaun, sie konnten jederzeit gehen.

Sie gingen aber nicht und vermehrten sich, irgendwann sahen sie aus wie Wollknäuels, sie fing an sie zu scheren und im Winter warm unterzubringen. Trotzdem waren das nicht ihre Schafe und sie keine Schäferin, denn sie hatte sich nie dafür entschieden.

Schäferin sein heißt Schafe als Handelsobjekt und Geldquelle zu sehen. Das wollten sie den Schafen im Garten nicht antun, sie sollten frei sein. Sie waren auch sehr frei und liefen irgendwann Richtung Gleise, sie sah den Zug, rannte los und mit einem kräftigen Tritt in letzter Sekunde konnte sie das Schaf vor den sicheren Tod retten.

Doch eine Schäferin, die Wolle hatte sie auch verkauft und für den Winter schon Futtervorräte angelegt. Genau das wollte sie nicht: Schafe treten.

Advertisements

Die Ausländerin in Friedenau

Nachdem ich über ein Jahrzehnt in Neukölln und Kreuzberg unterwegs war, kam mir nie die Idee, dass mich irgendwer als Ausländerin titulieren könnte. Ich war trotz orientalischer Gene immer deutsch, deutscher als alle anderen um mich herum.

Hier ist das jedoch etwas anders, hier sind sie alle sehr deutsch und ich steche mit meinem Aussehen und meinen Verhalten hervor. Ich werde nach meiner Herkunft gefragt, ungläubig beäugt wenn ich behaupte deutsch zu sein, und an der Poststelle wird mir unaufgefordert erklärt, dass hier Auslandsüberweisungen nicht möglich sind.

Stets ruhig und mit perfekten Deutsch (was sonst es ist meine Muttersprache) habe ich die Fragen und die provozierenden Andeutungen höflich beantwortet oder ignoriert. Genau betrachtet leiden hier einige Männer unter extremen Haarausfall und tragen deswegen wohl Glatze, genau betrachtet sind die Deutschlandfahnen, jenseits der Fußballsaison, auch ein Wink mit dem Zaunpfahl.

Das ist ein totales Novum für mich, noch nie habe ich mich als Ausländerin gefühlt, weil ich noch nie woanders als in Deutschland gelebt habe und sogar mit der deutschen Sprache mein Geld verdiene. Ich will nicht behaupten, dass sie aller hier so sind, aber für den Moment fühle ich mich wie die Ausländerin in Friedenau.

Die allerschürfste Frustrierte

Nein ich bin nicht frustriert, wer nicht übt der bekommt halt schlechte Noten.
Korb erhalten, dabei hatte ich den gar nicht bestellt.^^
Da kämpfe ich mit mir selber, mit meinen Mut, meiner Überwindung und ich pralle einfach ab wie ein Wassertropfen auf einem hochglanzpolierten Auto.
Scheiß drauf, ich bin trotzdem die allerschürfste Frustrierte!

Wie macht ihr Kerle das nur? So was einfach wegzustecken?

Nimm so viel du kannst!

Sonne! Blauer Himmel mit weißer Umrandung. Zu früh wach, Mitternachts-Eierkuchendebakel betrachten, war lecker, sieht man. Eierkuchen besetzen die neue Top-Position auf der Liste der noch erlaubten Sünden. Zeitumstellung, aber Traditionen müssen sein, auch wenn es energietechnisch keinen Sinn machen. Kolbenhirse gegen frühe sonntägliche Ruhestörung verteilen, wer putzt jetzt den Fußboden? Was gibt es zum Frühstück? Es angerichtet, nimm so viel kannst!

Schweige

Kalte Luft küsst die Stadt, graue Wolken umhüllen sie.
Dick eingepackte trübe Aussichten.
Bald ist Weihnachten, dann auch schon wieder Silvester.

Staub umringt meine Füße, gelbe Blätter werden von der Straße gefegt.
Der Wind macht eine Pause, die Heizung klackert.
Frische Wäsche duftet nach Frühling.

Stille. Kühle Einsamkeit. Leere.
Ruhe, nur ein leises Lüfterrauschen.
Sehne mich, nach was auch immer.
Schweige.

Denn ich mag sie

Müde bin ich, die Woche war anstrengend, mein Körper ist anstrengend. Der sieht jetzt an manchen Stellen aus wie ein Luftballon aus dem die Luft entwichen ist. Hoffe Frau Haut kommt noch hinterher, ging ja jetzt auch verdammt schnell. Aber ich vertraue ihr da jetzt mal ganz, bisher hat sie es immer geschafft wieder in die alte Form zu kommen.

Alles ist gerade so neu und anders, der Job, die Wohnung, mein Körper und vorallem mein Kopf, kann sich gerade nicht über eine fehlende Auslastung beschweren. Wiedergeburt, eine neue Nadine, eine durchsetzungsstarke Nadine, ich hoffe ich kann bei ihr bleiben, denn ich mag sie. 😉

Bereit?

Der Milchentzug steht mir gut, die letzten 2 Wochen habe ich mindestens 5 kg abgenommen. Erst fiel der Blähbauch weg und die Hosen rutschten, aber jetzt sehe ich es auch im Gesicht. Es fühlt sich jedoch an wie 10 kg leichter, meine Speiseröhre drückt jetzt nicht mehr ständig aufs Schulterblatt und damit fallen auch die Schmerzen im unteren Rückenbereich und die Taubheit im Bein weg.

Das ist jetzt ein wenig seltsam, ich freue und fürchte mich zugleich. Bleibe ich bei der Milchabstinenz ist es absehbar dass ich noch mehr Kilos verliere, ist ja auch kein Problem, ich habe ja ordentlich Reserven am ganzen Körper. Aber es macht mir Angst, ich bin nicht nur zu dick weil ich ständig Trost in Süßigkeiten suche und fast keinen Sport mache, nein ich bin dick weil ich es brauche.

Das Fett ist mein Schutzwall, mein Schutzwall vor der Welt und nicht nur vor den oberflächlichen Männern. Ich weiß wie das mit dem Abnehmen geht, ich wusste es immer, schließlich war ich mal Leistungssportlerin, aber es ist eine Entscheidung im Kopf oder besser im Herzen, wie man aussehen möchte.

Ich fühle mich so befreit, und nicht nur weil ich aktuell wieder durch die Nase atmen kann, und das macht mir Angst. Bin ich bereit zurück zu mir zu kommen?

Songtext