Schafe treten

Irgendwie ist es passiert, sie ist zu einer Schäferin geworden. Eines morgens wurde sie wach und da stand ein Schaf in ihren Garten. Das wollte dann auch nicht mehr weggehen, egal was sie machte. Also freundete sie sich mit dem Schaf an und dankte ihm für seine Rasenmäher-Dienste.

Irgendwann stand da ein zweites Schaf, dann ein Drittes, upps, eine Schafherde. Das war jetzt eigentlich nicht so gedacht, gut sie hatte angefangen sie zu füttern und zu beschützen, aber da war kein Zaun, sie konnten jederzeit gehen.

Sie gingen aber nicht und vermehrten sich, irgendwann sahen sie aus wie Wollknäuels, sie fing an sie zu scheren und im Winter warm unterzubringen. Trotzdem waren das nicht ihre Schafe und sie keine Schäferin, denn sie hatte sich nie dafür entschieden.

Schäferin sein heißt Schafe als Handelsobjekt und Geldquelle zu sehen. Das wollten sie den Schafen im Garten nicht antun, sie sollten frei sein. Sie waren auch sehr frei und liefen irgendwann Richtung Gleise, sie sah den Zug, rannte los und mit einem kräftigen Tritt in letzter Sekunde konnte sie das Schaf vor den sicheren Tod retten.

Doch eine Schäferin, die Wolle hatte sie auch verkauft und für den Winter schon Futtervorräte angelegt. Genau das wollte sie nicht: Schafe treten.

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