Gar nicht mal so lecker

Nach 3 Tagen Erprobungszeit habe ich den Bio Soja-Reis-Drink auf die Blacklist gesetzt, es musste was Neues her, reine Soyamilch oder so was Ähnliches, ungesüßt. Etwas was weniger nach Plörre aussieht und schmeckt und mehr Weiß in den Kaffee gibt.

Nach der Arbeit noch in den Supermarkt, Soyamilch gefunden und den stolzen Preis von 1,89 Euro pro Liter bewundert, da sag einer noch mal was über den Milchpreis. Dann noch pflanzliche Margarine, denn in Lätta ist leider Buttermilch drin, mir fällt der Soya-Pudding ins Auge, ja ich will Pudding! Unbedingt!

4 Puddings für knapp 2 Euro, man lebt nur einmal, und ich will Pudding! Zu Hause angekommen schnappe ich mir gleich einen und bin entzückt vom süßen Schokogeruch und Geschmack. Gar nicht so schlecht denke ich und lege den Löffel zur Seite. Sekunden vergehen, da war doch was, ach der Pudding! Ich esse weiter, süß, sehr süß, wässrig, aber Schokolade.

Lege den Löffel zur Seite. Später sehe ich den Becher und ich nehme ihn und werfe ihn in den Müll. Stopp. War der leer? Ich hole ihn nochmal aus der Tonne, nein, da waren noch einige Löffeln drin. Ich muss lachen, da hat mein Unterbewusstsein ja mal ein Machtwort gesprochen: „Soya-Pudding ist gar nicht mal so lecker.“

Der Anfang

Montag, zu früh wach gewesen, denn der Nachbar steht vor mir auf. Grau ist es plötzlich wieder, dabei war gestern Frühlingswetter. Trinke meinen Kaffee mit Soja statt Milch: Eine akzeptable aber nicht wirklich gute Alternative, den Rest des Tages gibt es wieder Tee. Es ist der Anfang, für den Moment nur der Anfang der Woche.

Feuchte Träume

Mir geht es langsam wieder besser, die Körperlichkeit kehrt zurück. Ganz großes Kopfkino, Fantasien die unter den Jugendschutz fallen, vielleicht resultierend aus der Langeweile die beim Gesundwerden aufkommt, vielleicht aber auch nicht. Feuchte Träume. 😉

Freudentränen

Heulen ist verboten, heulen ist was für Schwächlinge.
Lasse dich nicht erwischen wenn sie rollen, die Tränen.
Besser du gehst dafür in den Keller.

Keiner möchte schluchzende Frauen sehen oder hören.
Es sei denn, es sei denn es handelt sich dabei um Freudentränen.
Doch aus Freude heulen, warum sollte man das tun?

So was kam in meinem Leben bisher nicht vor.
Zu viel Leid, zu viel Last, zu viel Trauer.
Freude wurde immer niedergedrückt, sie kam nie zu meinen Augenlidern.

Vor ein paar Tagen passierte es das erste mal und gerade wieder:
Ich weine, doch ich bin nicht wirklich traurig, ich freue mich.
Spüre wie der Schmerz von mir geht, ich ausatme, verstehe wie gut es mir geht.

Atme, weine, lächle, angekommen. Angekommen in meinem Körper,
angekommen in meinem Leben. Ich kann es nicht fassen, so viele Jahre liegen hinter mir, so viele Kämpfe. Habe endlich die Kraft mich auch um mich zu kümmern.
Mein Wohlergehen, meine Gesundheit. Freudentränen.

Loslassen

Man kann nicht immer alles wissen, man kann nich immer alles kontrollieren. Man kann es zwar versuchen, aber es wird nicht gelingen, egal wie klein man die eigene Welt definiert, um noch Kontrolle ausüben zu können.

Lasse los, stelle dich der chaotischen Welt, den schlechten und guten Absichten von Mitmenschen. Ja die haben auch gute Absichten und ihre schlechten haben sie nicht, weil sie von dir wussten, sondern einfach so.

Vertraue auf das Gleichgewicht von Gut und Schlecht, vertraue dir, vertraue deinen Mitmenschen. Alles wir gut, gemeinsam, nicht allein, ausatmen, loslassen.

http://player.muzu.tv/player/getPlayer/a/2192/vidId=15976&la=n
Whitney Houston – Exhale on MUZU.TV.

Alternative Vertonung: Be strong and leave the past behind!
http://www.dailymotion.com/swf/video/x1srdt
Gladys Knight & Pips – Baby Don't Change von coolfunk

Doktorspiele

Nach einer annehmbar kurzen Wartezeit im Warteraum, kommt Herr Doktor um die Ecke, grinst und läuft rot an. Guten Tag Frau B., bitte kommen sie mit ins Behandlungszimmer. Ich folge ihm schwitzend und es schließt ein Smalltalk zu meinen Beruf und meinen Nachnamen an.

Er will mir die Hand schütteln, doch ich erkläre ihm dass er sich das aktuell bei mir besser sparen sollte, es sei denn er wäscht sich gleich die Hände danach. Er meint kein Problem, reicht mir seine weiche aber männliche Hand und wäscht sich danach die Hände.

Er grinst und grinst, das irritiert mich, ich frage ihn ob wir uns kennen, doch er verneint diese Frage. Das Gespräch geht über zu meinen Beschwerden, danach soll ich mich frei machen. Das mag ich ja nicht so gern bei fremden Männern und meiner aktuellen BH-Auswahl, aber ich habe mich vorbereitet und trage ein Trägertop unterm Pullover.

Er stellt sich hinter mich und plötzlich merke ich wie er versucht mir von hinten den Pullover samt Top über den Kopf zu ziehen. Erschreckt bis verwundert protestiere ich: Langsam, langsam, ich kann mich auch selber ausziehen! Er verteidigt sein Verhalten mit: Die Zeit, die Zeit läuft.

Ich ziehe das Top wieder runter und ziehe meinen Pullover aus. Er steht immer noch hinter mir, mir ist es peinlich dass ich schwitze und das ich in den letzten Tage an meinen Rücken rumgekratzt habe. Ich entschuldige mein Schwitzen und frage ob das mit dem Top frei genug ist. Er bejaht es und weitere ewige 3 Sekunden vergehen während er hinter mir steht.

Es kribbelt, kurz denke ich dass er mir jetzt meine Schultern massieren wird oder meinen Nacken küsst. Stopp, falscher Film liebe Nadine. Er legt mir sanft das Stethoskop auf das linke Schulterblatt, lässt mich atmen und ich bemerke wie er sich dabei einmal zu weit nach vorne beugt und einen Blick in mein Dekolletee wagt.

Ich grinse als ich das bemerke, blöder BH, aber gut jetzt weiß er Bescheid warum ich den nicht zeigen wollte. Danach darf ich mich wieder anziehen und er setzt sich wieder an seinen Tisch. Jetzt grinst er nicht mehr, er lacht über das ganze rote Gesicht, ich lache verwirrt zurück.

Was war das? Alles Einbildung? Betrachte seine schmalen Lippen, die blauen Augen, sein Gesicht, er muss ungefähr in meinem Alter sein, wäre ich nicht so krank und er mein Arzt, würde ich ihn nach seiner Telefonnummer fragen, aber ich schweige. Er erteilt mir Instruktionen zu den Medikamenten, wir verabschieden uns.

Stehe wieder am Empfang um mein Rezept abzuholen, er kommt noch mal kurz aus seinen Besprechungsraum, um sich nach dem nächsten Patienten zu erkundigen, er schaut mich jedoch nicht mehr an, sondern verschämt auf den Boden als ich ihn anschaue. Ich frage die Sprechstundenhilfe nach seinen Namen, falls ich wieder kommen möchte, sie notiert ihn mir.

Verabschiede mich und begebe mich zur nächsten Apotheke. Was war das? Hat er mit mir geflirtet oder bin ich durch die Krankheit total wahrnehmungsgestört? Darf er das überhaupt? Macht Schleim etwa sexy? Schade dass ich immer nur zum Arzt gehe, wenn es mir wirklich dreckig geht, Doktorspiele sind gesund irgendwie spannender. 😉