Haben und Sollte

Mir ist schlecht und die Nebenhöhlen haben auch wieder angefangen sich zu verengen.
Nein, das ist jetzt keine neue virale oder bakterielle Infektion, dass ist die Bafög-Reaktion.

Gerade kurz vor Fristablauf hingesetzt und einen Stundungs- /Ratenantrag aufgesetzt. Lange habe ich mich gedrückt, denn es geht dabei nicht nur um das Geld das zu zahlen ist, sondern auch um langjährige Familienstreitigkeiten und um Jahre voller finanzieller Nöte als Studentin.

Da endlich aufzuräumen, ist ein schwieriger Akt für mich, mich damit zu beschäftigen und zu begreifen, dass es sich dabei um die Vergangenheit handelt.

Seit Jahren habe ich es nie gewagt mal eine Aufstellung von meinen Einnahmen und Ausgaben zu machen, das hätte mir jeden Mut zum Weitermachen genommen und mir noch mehr schlaflose Nächte bereitet.

Mittlerweile sieht die finanzielle Lage nicht mehr ganz so finster aus, aber meine seelische Lage zu diesem Thema ist immer noch tiefschwarz und voller Vorwürfe. Aber es geht aufwärts mit dem Haben und Sollte.

Weitermachen

Rückschläge, kein Grund den Plan zu verwerfen. Erkenntnisse die alles anders beleuchten.
Riechen können, atmen können, die Welt rückt näher, halte es aus, sei dankbar, es nicht zu können ist auch keine Lösung, nur eine prima Ausrede nicht teilzunehmen.

Dein Sensibelchen muss das jetzt aushalten, den Geruch der anderen, den Geruch der Stadt, den Geruch deiner Wohnung. So ist es, so riecht es. Den Arsch in der Hose hast du nicht nur zum sitzen. Ergreife sie, die Chance, begreife sie, die Welt. Es gibt auch eine Menge Glück da draußen, es gibt sie, die guten Gerüche.

Sei glücklich, für alles was du hast und haben kannst. Scheitern ist auch ein Beweis für den Versuch. Sei nicht so schüchtern, sei nicht so streng mit dir, das können andere übernehmen. Aber sei auch nicht so streng zu den anderen, verzeihe, vergesse, so wie dir verziehen wurde. Weitermachen.

Zeit für den Duke

Gut es ist Freitag, ein Wochentag an dem ich statistisch gesehen in den letzten Jahren zu Empfindlichkeiten neige. Aber ich bin nicht total überempfindlich und paranoid wie sonst am Freitag.

Ich bin wütend. Sehr wütend. Es hat ein paar Tage gedauert, bis ich dieses Gefühl zuordnen konnte, bis es hochstieg und nicht mehr herunterzuschlucken war. Es gibt da so einige Menschen denen ich gerade gern mitten ins Gesicht schlagen würde.

Gibt mir einen Sandsack, einen Berg auf dem ich mir die Seele aus dem Körper schreien kann! Meine Höflichkeit, Diplomatie und Professionalität hat gerade ihr Belastbarkeitsgrenze erreicht, normalerweise ist es eher die körperliche oder psychische Belastbarkeitsgrenze.

Mir ist übel wenn ich darüber nachdenke, Erkenntnisse sortiere und Absichten ganz klar sehe. Wie können Menschen nur so parasitär handeln? Haben die alle keinen Stolz? Nicht mehr auf den Kasten? Oder sind sie einfach nur faul und/oder böse? Es bleibt die Wut, auch wenn sie die gar nicht verdient haben. Es wird Zeit für den Duke.

Arschloch

Ja ich habe es verstanden, du kannst nicht nur fürsorglich und nett sein. Du kannst auch ein verdammtes Arschloch sein. Erstmal ewig nicht melden, komische Spiele veranlassen, die nicht zu deiner Zufriedenheit ausfallen und dann einfach mal dafür sorgen, dass ich Post vom Anwalt bekommen an der ein kostspieliger Rechtsstreit dran hängt. Weißt du was? Einst hießt du Johnny für mich, jetzt nur noch Arschloch.

Altenativ-Vertonung

Bald

Bald ist es soweit, bald bist du nicht mehr allein, vielleicht für immer. Keine Angst, du und die Angst seid doch ganz dicke Freunde. Es gibt nichts zu befürchten, es bleibt wie es ist oder wird besser. Und selbst wenn nicht, du hast ein lebenslanges Überlebenstraining hinter dir, wer hat das schon? Nehme sie als Geschenk, die Veränderung, das ist alles für dich und für die mit denen du teilen magst. Mach den nächsten Schritt, es geht weiter, wenn du magst, wenn du es aushälst, ja dann wird alles gut, bald (…).

http://www.dailymotion.com/swf/video/x10qc7
Jennifer hudson – I Am Changing von Candy31

Kaffee und?

Seit knapp einem Monat ist Milch für mich gestrichen. Ein Faktor der den Kaffeegenuß für mich unmöglich machte, also suchte ich nach Alternativen. Hier eine kleine Zusammenfassung des Selbstexperiments:

  • Kaffee mit Soya-Reis-Drink: Pfui, süß, bah, bah.
  • Kaffee mit ungesüßter Soya-Milch: Ok, etwas kalkig.
  • Kaffee mit gesüßter Soya-Milch: Süß, könnte weißer sein.
  • Kaffee mit Vanille-Soya-Milch: Lecker, könnte weißer sein.
  • Kaffee mit Mandelmilch: Lecker, nur Mandelstückchen im Kaffee erinnern optisch an vergorene Milch.
  • Kaffee mit Hafermilch: Seit wann trinke ich so starken Kaffee? Was ist das für ein Geschmack? Ach, Hafer-Kaffee.^^

Bin dazu übergegangen immer noch einen Löffel Kaffeeweißer unterzurühren, für das weißende Erlebnis, das erinnert insgesamt am meisten am meinen gewohnten Kaffeegenuß. Vorschläge sind jedoch erbeten: Kaffee und?

http://www.gospelvideotv.com/nuevo/player.swf

Update 25.12.2012: Derzeitiger Sahne-Ersatz-Gewinner „Alpro Soja Cuisine“ mit einem Schuss Vanille-Soya-Milch.

Verlaufen und fast erstickt

Wenn es einem endlich wieder besser geht, kann es sein, dass man sich eine Augenklappe wünscht. Wie konnte ich mir das alles antun? Wie konnte ich das alles aushalten? Wie kann man sich damit abfinden nicht richtig atmen und riechen zu können? Ständig Kopf- oder Ohrenschmerzen zu haben?

Wie kann man den eigenen Körper und damit das eigene Leben so verkümmern lassen?
Weil man kann, wenn das Leben einen keine Luft dazu lässt, ist die einfach Antwort. Überleben ist das Motto, nicht genießen. Zeit ist kostbar, sie für sich selbst zu nutzen, reiner Egoismus.

Aber Atmen tut so gut und Riechen und Schmecken ist oft ein Genuss. Du sagst es, oft, aber nicht immer, denn das Meiste in dieser Stadt riecht und schmeckt nach Scheiße. Das Meiste, das ist wahr, aber nicht alles. Woher willst du deinen Ausgleich nehmen? Ganz einfach, ich verzichte ganz, dann braucht es auch keinen Ausgleich.

Ich atme, atme tief, fühle wie sich meine Lunge mit Luft füllt, bis tief in die Magengegend, welch ein Genuss, welch eine Entspannung. Keine Geräusche in der Nase, keine Geräusche in der Lunge, nichts hindert dich, ein Stückchen Freiheit.

Monate, nein Jahre ging das jetzt, es war selbstverständlich geworden, Luft nur mit Widerstand atmen zu können, versuche mir keine Vorwürfe zu machen, ich hatte mich halt verlaufen und wäre fast erstickt.

Ätztag

Feuchte Träume der schwitzigen Art, nur mal kurz durch die Gardine luken: Grau und Autsch, die Gardinenstange fällt in mein Bett. Gut, damit habe ich jetzt den vollen Ausblick, auf den Nebel. Fenster öffnen: Sehr kalter Nebel, der gleich über meinem Bett wabert. Fenster zu. Das ist mehr als ich wissen wollte.

Gestern Abend die nackten und steifen Aussichten meines Nachbars Vis-a-vis entdeckt. Aha, und schnell weg geschaut. Der schaut auch immer rüber, vielleicht sollte ich dieses bei meiner Kleiderwahl zu hause mehr beachten oder endlich eine Gardinenlösung finden. Wäre ja noch schöner, ich ziehe mich immer vollständig an und der rennt nackt mit Latte rum.

Ich denke daran die Fensterrahmen zu putzen, ein gutes Zeichen, ich scheine wieder Kraft zu finden mich zu langweilen und zu bemängeln. Habe Hunger, ein weiteres gutes Zeichen, gegessen habe ich die letzten Tage nur wenn mir schlecht wurde. Gut, dann nicht gleich übertreiben mit der Aktivität, genieße es: Du musst nichts tun an diesem Ätztag.