Möbelrücken

Immer noch nicht angekommen. Seit Monaten hause ich hier und es stellt sich kein „Zuhause-Gefühl“ ein. Die Nachbarn sind einfach zu nah, akustisch wie geruchlich. Dabei sind die weder laut noch kochen sie Tag und Nacht, man bekommt halt nur alles mit.

Das hemmt mich, denn ich weiß, dass auch sie alles von mir mitbekommen, das macht unfrei, denn ich möchte natürlich Niemanden belästigen. Also blieb Vieles da stehen wo ich es beim Einzug hingestellt hatte, sogar die Umzugskartons, nur für den Fall das ich bald fliehen will.

Sogar die Musik blieb eingepackt, dabei brauche ich diese zum Leben wie Luft und Wasser. Gestern gab es neuen Versuch, die Möbel „nachbaroptimal“ aufzustellen. Ich erinnerte mich an die Tipps der Vormieterin und von Freundinnen, wie man hier am besten Möbel aufstellen sollte.

Obwohl ich mein Werk noch nicht ganz vollendet habe, muss ich sagen die neue Aufstellung ist klasse! Es ist nämlich so: Der Erbauer dieser Wohnung hat nur einen Platz für das Sofa vorgesehen. Dieser Platz liegt exakt parallel zum Fenster auf der anderen Wand. Dieser Platz ist von der Straße nicht einsehbar, dieser Platz liegt unter einem schönen Deckenlicht, dieser Platz belästigt akustisch keinen Nachbarn und nur dieser Platz bietet einen Panoramablick „über“ die Dächer der Häuser auf der anderen Straßenseite.

Jeder andere Platz, ist einsehbar, jeder andere Platz bietet keinen Panoramablick über die Dächer, jeder anderer Platz bietet viel Geräuschdurchlässigkeit für Nachbarn. Ich finde dass hätte man mir mal gleich sagen sollen oder als „Beipackzettel zur richtigen Aufstellung von Möbeln“ zum Mietvertrag mitgeben können.

Musik tönt endlich aus meinen Boxen, ich liege hier im lichtdurchfluteten Raum, schaue in ein breites Wolkenfeld und weiß keiner kann mich sehen oder hören, so wie ich es gern habe. Es geht weiter mit dem Möbelrücken. 🙂

Edit: Zur weiteren Entfaltung von Wohlgefühlen im eigenen Wohnraum gerade ein paar Funkkopfhörer bestellt. Ich habe nichts gegen Kopfhörer, aber was gegen einen kabelgebundenen Bewegungsradius.

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Die Silvester-Kasse

Einkaufen an einem Samstag? Muss das sein? Ja heute musste es sein und kaum war ich an der Einkaufsstraße angelangt bereute ich es auch schon. Es war knackevoll und nach ein paar Minuten hatte ich schon 5 Anrempler kassiert.

Auf Schleichwegen dann zu Mäc Geiz gekrochen und ein paar Dinge eingeholt. An der Kasse schaute ich dann aber nicht schlecht: 2 Kassen geöffnet, an einer eine ellenlange Schlange, an der anderen eine gelangweilte, bedrückt wirkende Verkäuferin.

Ich versuchte es bei der gelangweilten Verkäuferin, die mir dann erklärte, dass das hier die Silvester-Kasse sei und hier nur Silvester-Artikel kassiert werden. What the Fuck? Ja kein Scherz, während über 10 Leute gestresst an der anderen Kasse anstanden und die Kassierer-Kollegin in Höchstform kassierte, stand Kassiererin 2 alleine an ihrer Kasse und musste sich dafür in Sekundentakt anschnauzen lassen.

Also dafür gibt es jetzt mal eine 6 für das Management von Mäc Geiz, wie kann man sich so einen Schwachsinn ausdenken? Mehr Umsatz und zufriedenere Kunden/Angestellte gibt es mit der Silvester-Kasse sicher nicht!

Passwörter für Mitleser

Es gibt Menschen die haben ihre Neugier oder Paranoia nicht unter Kontrolle.
Sie gieren immer nach mehr Informationen und so kann es passieren, dass genau dieser Personenschlag, völlig unauffällig^^, versucht die eigene Passwort-Eingabe zu beobachten.

Da es leider nicht in jeder Situation möglich ist diese Mitleser wegzuschicken oder diesen offensichtlichen Neugierde-Überschuss offen anzusprechen, habe ich mir selber angewöhnt paranoid damit umzugehen.

Accounts die von solchen Mitlesen eventuell betroffen sind, werden möglichst informationsfrei gehalten oder mit so viel Spam ausgestattet, dass dem Neugierigen schnell die Lust vergeht zu schnüffeln. Zusätzlich kann man sich noch einen weiteren Spaß erlauben: Sage mit deinem Passwort was du dem Mitleser sagen willst! Es wird ihn/sie vielleicht heilen!

Neulich war es mal wieder soweit: Jemand stand hinter mir während ich mein Passwort eingegeben habe. Ich merkte wie die Augen jeden Tastenschlag genau beobachteten, wie der Kopf die einzelnen Buchstaben in Worte verwandelte, und wie ihm dann die Gesichtszüge entglitten, als er die Worte verstanden hatte.

Das Passwort lautete „Fick Dich“ und war nur für ihn und seine Neugierde bestimmt gewesen. Ein weiteres Passwort, welches für diesen Zweck wunderbar funktioniert hat war: „Das geht dich gar nichts an“. Lasst es euch gesagt sein, das ist besser als täglich die Passwörter zu ändern, denn spionieren macht doch nur Spaß, wenn man sich unerkannt wähnt. 😉

Die Faulheit

Die Faulheit ist gar nicht mal so schlecht. Manchmal muss man sich ihr einfach hingeben, weil es der Körper und/oder die Seele verlangt. Mache dir dabei keine Vorwürfe, Faulheit braucht seine Zeit um zu heilen. Es ist keine Schwäche zuzugeben, dass die Akkus leer sind und die Gesundheit nur bei 80 Prozent ist. Es ist Stärke sich nicht treiben zu lassen, es nicht jedem Recht machen zu wollen, sondern nur sich selber. Sei stark und geduldig, sei gut zu dir. Du wirst es schon merken wenn die Faulheit fertig ist, denn dann werden die Füße ihr weglaufen.

Keine Ahnung aber im Endeffekt immer Recht

Es gibt Menschen die glauben Dinge erst, wenn man sie mit Zahlen ausschmückt. Alle Worte und Argumente der Welt werden nicht gehört, wenn man diese nicht mit Zahlen ausdrückt oder veranschaulicht.

Kompetenz wird dabei an der Komplexität von mathematische Formel, nicht an der Zielgenauigkeit gemessen. Es ist dabei völlig egal, ob alle Zahlen wahr sind oder wahr werden, Hauptsache man hat den richtigen Kommunikationsweg gewählt, um die eigenen Prognosen und Ansichten zu verkaufen. Gleiches gilt für Präsentationen: Es zählt nicht der Inhalt, sondern die Form in PowerPoint oder Excel, zuhören wird eh keiner.

Liebe Männer: Ihr seid Idioten. Ich verstehe ja dass für die meisten unter euch die gesprochene Sprache ein Graus ist, das Zahlen eure Geheimsprache sind, aber das erhöht nicht den Wahrheitsgehalt der Aussage, es macht es für euch nur leichter verständlich.

Wir Frauen sind da anders, wir kommunizieren mit Worten und Bauchgefühl, das heißt aber nicht, dass wir keine Zahlen kennen und sie in unseren scheinbar nicht endenden wollenden Wortfluss einbauen.

Ihr hört das leider nur nicht, ihr denkt wir reden Kauderwelsch, da es für euch keine erkennbare Formel gibt, mit der die Aussagen einer Frau bewiesen werden können. Also schaltet ihr ab und denkt sie hat keine Ahnung oder ihre Tage.

Das ist jedoch nicht so: Wir Frauen sind mit Kopf, Herz und Bauch fähig viel mehr Faktoren für eine Endprognose zu kombinieren, als ihr es ahnt. Ja es sind sogar Faktoren dabei, die in eurer Berechnung total fehlen. Vielleicht solltet ihr auch mal versuchen uns zu verstehen, denn wie haben zwar keine Ahnung aber im Endeffekt immer Recht. 😉

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No Doubt – Don’t Speak on MUZU.TV.

Hauptsache Myrrhe

Es ist Zeit wieder aufzuerstehen. Es ist zwar nicht Ostern, sondern kurz nach Weihnachten, aber wisst ihr, ob Jesus jetzt geboren oder auferstanden ist, das macht genau betrachtet keinen Unterschied.

Feiern wir dass Maria durchgekommen ist mit ihrer Schwangerschaft die angeblich vom heiligen Geist stammt, (…) als würde der heilige Geist sich für kleine jüdische Schlampen interessieren. ^^ Josef ist dabei wohl eher der wahre Erlöser, aber vielleicht war er auch einfach nur schwul und eine bereits schwangere Frau passte da hervorragend in das von ihm erwartete Lebensbild: Frau und Kind frei Haus, ohne jemals Sex mit der Frau haben zu müssen.

Geschenke gab es dafür auch noch: „Gold, Weihrauch und Myrrhe“ von den 3 heiligen Königen. Vermute jedoch, dass die 3 Heiligen eigentlich völlig zugedröhnt auf der Suche nach der nächsten Swingerparty waren und nicht eine frisch entbundene Frau mit Baby finden wollten.

Am Eingang der Hütte dann zu behaupten, man hätte sich vertan und die Geschenke wären eigentlich als Eintrittsgeld und zur Selbstbeweihräucherung gedacht gewesen, war ihnen dann wohl zu peinlich. Immerhin ein Schlafplatz mit Stroh, erst mal schlafen legen und morgen mit klarer Birne weitersehen, dachten sich die Heilgen wohl da und blieben.

Wahrscheinlich war „König Herodes des Großen“ der Vater von Jesus oder der Geliebte von Josef, oder beides, denn warum sollte ein Mann sonst veranlassen alle Neugeborenen im Umkreis niederzumetzeln? Das klingt nach Rache eines verlassenen Mannes, der noch versucht die Geschichte zu seinem Gunsten zu drehen.

Wie auch immer, aus all diesen menschlichen Vergehen, wurde noch eine schöne, jugendfreie Geschichte gemacht, die man noch heute gern erzählt. Das Wichtigste an dieser Geschichte ist jedoch, dass wir deswegen bis heute noch jedes Jahr zum Jahresende frei haben. Zeit die für das Seelenheil unverzichtbar ist.

Es steht uns frei in dieser Zeit Maria, Josef, Caspar, Melchior, Balthasar oder König zu sein, Hauptsache es findet sich dabei genug Gold, Weihrauch und Myrrhe in der Tasche.

Der Zug ins Nirgendwo

Zwei Tage Lurch extrem. Er hat den Ruhepunkt fast erwischt, aber leider nur fast.
Dem Auge fällt immer noch ein pflegebedürftiger Fußboden auf. Es riecht nach Tomatensoße mit Wein, heute soll die Soße die Lasagne küssen, ohne Milch versteht sich.

Graue Wolken ziehen vorbei, es ist ihnen egal was mit dem Fußboden oder mit der Soße ist. Magisches Weiß durchbricht die Wolken, recke die Nase zur Sonne, die es nicht ganz schafft. Die Wollmäuse tanzen am Fenster im Windzug. Feiner Regen begießt den Tag.

Die Verdauung möchte heute Hauptdarsteller sein und drängelt sich an allen Lasagneplänen vorbei. Die Frau mit den viel zu großen Wollpullover versteht: Langsam, nacheinander, keine Hektik, folge dem Zug ins Nirgendwo…