Tränen

Rollen abwärts, die Wimpern halten nicht stand.
Das Wasser läuft und läuft.
Destruktive Gedanken begleiten sie.
Kein Horizont, nur gestern, nur jetzt.

Kein Morgen. Tränen.
Lösen die Mascara auf.
Machen Flecken auf Textil.
Atmen, das Gesicht verzerrt sich zu einem Krater.

Tränen rollen herab, küssen den Asphalt.
Eine Pfütze voller alten Bier und Pisse nimmt sich der Tränen an.
Tränen in der Öffentlichkeit erzählen von Verzweiflung.
Erzählen kraftvoll von der Kraftlosigkeit: Tränen.

Männer über 40

Man(n) sagt Frauen über 30 so einiges nach. Es wird gewarnt vor diesen Frauen, die mit einer erhöhten Wahrscheinlichkeit in einer Alterskrise stecken. Diese Frauen, die plötzlich alles oder nichts wollen. Anstrengend sind sie, diese Frauen über 30, weil sie es noch mal allen beweisen möchten und/oder weil sie sich binden wollen.

Liebe Männer ihr habt ja so recht, aber wisst ihr was? All das trifft auch auf einen Mann ab 40 zu. Spreche da aus Erfahrung, Männer ab 40 werden seltsam. Plötzlich tragen sie Frisuren und Klamotten wie 20 Jährige, kaufen sich einen Porsche oder was anderes mit viel PS, um den eigenen Energie-Verfall zu kompensieren, und mieten sich dazu junge Freunde.

Liebe Männer, macht ruhig eure Witze, wir können warten, denn die besten Witze macht frau über Männer über 40.

Nie wieder Lebkuchen!

Bittere Erkenntnis. Pläne die aus dem Irrenhaus kommen müssen. Hätte ich sie doch nicht erkannt, oder früher erkannt. Passiert ist passiert, wer Drama bestellt, bekommt seine Lieferung, auch wenn man es sich zwischendurch anders überlegt hat.

Es ist wie eine Lebkuchen-Lieferung im Hochsommer, die man trotz monatelanger Verspätung quittieren und bezahlen soll. Da sitze ich nun mit meinem trockenen und überteuerten Lebkuchen und darf keine Milch dazu reichen.

Ich kaue dann mal, und kaue, die Erkenntnis wird nur langsam weicher, aber nicht genießbar. Hat jemand Verwendung für steinharten Lebkuchen? Ich hätte den Boten damit den Schädel einschlagen sollen. Ich werde nie wieder Lebkuchen bestellen!

Rache.

Ich hasse dich, weil ich dich mal wollte. Ich hasse mich, weil ich auf deine Spiele reingefallen bin. Erniedrigung ist keine Anerkennung. Erniedrigung ist Rache, keine liebevolle Geste. Darum hatte ich dich nicht gebeten, damit tust du weder mir noch dir einen Gefallen.

Für ein Spiel braucht es mindestens zwei, nicht nur einen Durchgeknallten und ein nichtsahnendes Opfer. Aber vielleicht war das ja dein Motiv: Rache. Ein dummer Schachzug, ein sehr dummer Schachzug, denn du solltest wissen das Frauen zwar leidensfähig und geduldig sind, aber in ihrer Rache sanft, aber alles zerstörend daher kommen.

Ich erinnere mich wieder an alles, habe das Puzzle gelöst, bin angewidert, habe die Hinweise verstanden, erst jetzt, zu spät, aber früh genug um Schlimmeres abzuwenden und die richtige Waffe für den Gegenschlag auszuwählen und zu polieren. Denn ich erinnere mich an alles. Rache.

Jetzt ist gleich vergangen

Enttäuschung, zu viel Monat im Verhältnis zur Liquidität, schlaflos, Magenschmerzen, durchhalten. Schnee, Kühle, die Gegenwart ist im wahrsten Sinne scheiße. Male an Bildern für die Zukunft, um mein Lächeln zu finden.

Es wird alles besser, nur noch ein paar Tage, ein paar Wochen, ein paar Monate. Zum Glück bin ich kein Teenager mehr und bin geduldiger geworden. Zuversicht, zwischen den Toilettengängen, finden. Jetzt ist gleich vergangen.

Die Fantasie

Durchatmen, entspannen, Unruhe, nicht nur die der Nachbarn, meine eigene.
Bin müde, doch kann nicht mehr schlafen. Erkenntnisse die mich das Gruseln lehren, wie krank ist das alles, Seifenblasen zerplatzten, ist wahrscheinlich besser so, denn Wahnsinn habe ich schon genug.

Räume auf in meiner kleinen Welt, Schneeflocken fliegen am Fenster vorbei. Nicht immer alles und jetzt, jetzt und gar nichts ist auch eine Option. Keiner wird dich der Faulheit bezichtigen, denn du hast die Schublade voller Fleiß-Nachweisen. Ich bin frei und auf meinem Weg. Was ich denken kann, kann auch wahr werden, die Fantasie.

Die Maske

Wut, Aggression, Enttäuschung, Mitleid. Alles im Emo-Programm heute. Mein Leben wandelt sich gerade sehr stark, doch manche Dinge bleiben halt doch gleich.

Jeden Tag werden die Maske und ich mehr eins, das ist gut denn sie ersetzt die Mauer, das ist aber auch nicht so gut, weil ich mich selbst nicht mehr erkenne. Die Maske.

Jetzt zu sein

Aufwachen, der Puls liegt nicht mehr bei 180, der Terminkalender möchte heute nichts von dir. Die Sonne scheint und offenbart eine Staubwisch-Notwendigkeit, die aber spätestens um 16 Uhr mit dem Sonnenschein verschwindet.

Keine Hektik, atmen, genießen, das sind deine Sekunden, Minuten und Stunden. Vögel durchkreuzen den Panoramablick, das Bett wartet mit offenen Armen. Ruhe, nur das Rauschen der Autos und die Füße der Nachbarn durchbrechen die Stille. Bin bereit jetzt zu sein.