Tränen

Rollen abwärts, die Wimpern halten nicht stand.
Das Wasser läuft und läuft.
Destruktive Gedanken begleiten sie.
Kein Horizont, nur gestern, nur jetzt.

Kein Morgen. Tränen.
Lösen die Mascara auf.
Machen Flecken auf Textil.
Atmen, das Gesicht verzerrt sich zu einem Krater.

Tränen rollen herab, küssen den Asphalt.
Eine Pfütze voller alten Bier und Pisse nimmt sich der Tränen an.
Tränen in der Öffentlichkeit erzählen von Verzweiflung.
Erzählen kraftvoll von der Kraftlosigkeit: Tränen.

3 Gedanken zu „Tränen

  1. Da ich ja zugegebenermaßen zu dieser Gruppe gehöre (wiewohl ich mich in der sehr binären Beschreibung nicht wiedererkenne ;), weiß ich gar nicht, ob ich noch satisfaktionsfähig bin. Trotzdem macht mich dein Text betroffen – in welchem, obwohl man das von einer selbsterklärten Drama-Queen erwarten darf – zwar sehr viel Drama wohnt, aber eben auch eine Hoffnungslosigkeit mitschwingt, die eine Skorpionin so nicht be-schreiben würde, wenn sie sie nicht schmerzlich fühlte.

    Ich weiß aus eigener Erfahrung, wie man sich fühlt, wenn man solche Gedichte schreibt, aber ich weiß auch, dass man sich darin nicht verlieren darf. Es gibt viele, auf Twoday und anderswo, die sich in ihrem Selbstmitleid und ihrer Verzweiflung an der Welt leidlich einrichten und dies zur Geschichte ihres Lebens machen.

    Wie wäre es hingegen mit einer monatlichen Situationsanalyse, ganz wie James Bond sie in vermeintlich ausweglosen Entwicklungen durchführen würde, um dann gezielt in Aktion zu kommen und die 1-2 Themen anzugehen, die dich am meisten zur Verzweiflung bringen. Dieser Film ist dein Leben – und du hast nur diesen einen. Willst du in diesem Film Regisseur oder Komparse sein? Du hast schon vieles verändert. Und du hast die Kraft, dich selbst noch viel zufriedener zu machen. Go for it, Nadine!

    • Es freut mich sehr, dass du als Mann jenseits der 40 über den Klischees und falscher Eitelkeit stehst und trotzdem die Kommunikation mit mir aufnimmst, aber ehrlich gesagt, das hätte ich auch von dir erwartet. 😉

      Es gibt einfach Punkte wo man nicht mehr kann, man hat hart gearbeitet, man hat 1000 Dinge in unendlich kurzer Zeit herbei geführt/geändert (…), doch trotzdem rennen einen alte Probleme hinterher, trotzdem sitzt man am Monatsende da und zählt Cent-Stücke, während man sich fragt wer das im Spiegel eigentlich ist. Kommt dann noch ein Liebes-Tiefschlag dazu (…), dann ist auch mein Reservoir mal erschöpft. Nicht lustig und da ich keine meiner Freundinnen erreichen konnte, musste halt der Blog dran glauben.

      Zu deiner Frage: Regisseurin! Ganz eindeutig, das wollte ich schon immer und ich denke das ändert sich in diesem Leben auch nicht mehr. Wie stellst du dir so eine Situationsanalyse vor? Einmal im Haufen des Unglücks wühlen und zwei glückliche Gewinner ziehen?

    • Hm, wie stelle ich mir das vor? Sicher nicht als Lotterie mit zufälligem Ergebnis sondern als einen analytischen, wahrhaftigen, nachvollziehbaren Prozess. Es ist nur ein Vorschlag und vielleicht passt er nicht für dich, aber ich glaube an das Prinzip der Kausalität, an Ursache und Wirkung, an Aktion und Reaktion, an Aktivität und Ergebnis, an Initiative und Veränderung. Nimm nichts als gegeben an und handle immer nach dem Prinzip „First things first“! Ich bin sicher, du kannst dein Leben bewerten, das, was gut ist und jenes, das weniger gut ist. Quantifiziere die Dinge, die dich stören, mit Punkten, mit Noten, vielleicht mit Gewichtungen, und es wird dir helfen, zu verstehen, was dir am meisten auf dem Herzen liegt.

      Kann sein, es ist ein großes Problem. Wie löst man große Probleme? Ganz einfach: man zerlegt sie in viele kleine und geht eins nach dem anderen an. Wenn du eine Ursache auslöst, eine Aktion, eine Aktivität, so wirst du eine Wirkung und ein Ergebnis erzielen. Mag sein, es ist nicht perfekt und entspricht (noch) nicht deiner Zielvorstellung. Bewerte neu, ordne neu und iteriere den Prozess bis du dein(e) Ziel(e) erreicht hast.

      Vielleicht ist monatlich zu kurz. Vielleicht reicht es, dies einmal im Quartal oder halbjährlich zu tun. Es hat auch keinen Selbstzweck, sondern allein das Ziel, aktiv etwas an den Dingen zu verbessern, die einem in der eigenen Lebenskonfiguration nicht gefallen. Ohne Aktivität kein Ergebnis. Ohne Ursache keine Wirkung. Ohne Reflektion, Bewertung und Initiative keine Veränderung. Oder (wie Peter Drucker sagte): „You get what you measure“ und „If you can’t measure it, you can’t manage it“.

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