Liebe

Liebe überfällt einen.
Liebe aktiviert den Turbo-Booster.

Doch Liebe wird zerstört durch unschöne Ereignisse.
Liebe vergeht, durch Zeiten ohne Änderungen.

Sie kann entschlafen, die Liebe.
Doch sie kann auch wieder erwachen.

Dornröschen hatte extra in die Spindel gegriffen.
Sie wollte das alles nicht mehr sehen.

Sie schlief Wochen, Monate, Jahre.
Bis sie wieder spürte, die Liebe.

Der Zombie und der Käfer

Die Müdigkeit stand ihr ins Gesicht geschrieben: Heute war Zombietag. Sie war sich nicht sicher ob sie wach war oder träumte. Alles war so anders, so unwirklich. Das musste ein Traum sein, vielleicht ein Albtraum. Die Realität war anders, harmloser, trockener, aber auch langweiliger. Sie fühlte sich wie ein Käfer in Seitenlage, die Situation war nicht aussichtslos, aber voran ging es auch nicht. Der Zombie und der Käfer.

Schmerz

Wer voller Schmerz ist, weiß irgendwann nicht mehr was ihn eigentlich schmerzt.
Der Schmerz ist überall und man ahnt nur hier und da seine Ursachen. So kann es sein, dass man eins wird mit dem Schmerz, nicht mehr nach seinen Ursachen sucht und sich mit ihm anfreundet.

„Der Schmerz wurde zwar nie als Lebensbegleiter geladen, aber immerhin auf ihn ist Verlass, besser als ganz allein durchs Leben zu gehen.“ So was in der Art muss sie sich wohl gedacht haben, als sie ihm die Hälfte ihres Schrankes überließ. Jahre ohne Frühjahrsputz vergingen. „Was mir gehört, gehört mir, auch dieser Schrank voller Schmerz, alles meines“, behauptete sie. Es gab auch keinen Grund den Schrank mal auszumisten, sie kaufte sich nichts Neues und es gab auch keine Geschenke.

Doch eines Tages gab es doch ein Geschenk, es musste Platz im Schrank geschaffen werden. Sie griff in die Glassplitter und Dornen, räumte ein Stück aus, um Platz zu schaffen und ihr Geschenk gut unterzubringen. Ihr Hände bluteten und schmerzten danach. Da waren nicht nur Glassplitter im Schrank, da war ein Rosenstrauch voller Dornen gewachsen. Sie hatte sich schon lange nicht mehr um den Schrank gekümmert, was ist wenn es noch ein Geschenk gibt? Sie starrte in den Schrank, wollte die Tür sofort wieder schließen.

Doch sie ließ die Tür offen und setzte sich vor den Schrank und betrachtete die vielen Scherben und den Rosenstrauch. Wollte sie das wirklich so? Sollte es so bleiben? Tränen. „Das ist doch alles was ich habe, ja es ist schrecklich, aber es ist meines und meine Hände bluten doch schon“, sagte sie.

Sie entdeckte die Schönheit des Rosenstrauches, ging einen Schritt näher, ihre Tränen perlten an den Blättern hinab zum Dickicht. Stunden, Tage und Wochen vergingen, eine Knospe bildete sich am Strauch, er lebte, er blühte, rot, wie die Farbe der Liebe. Sie blickte auf ihre Hände, sie waren wieder verheilt, sie musste den Rosenstrauch retten, sie begann zu buddeln, holte einen Topf voll Erde und pflanzte den Rosenstrauch um. Schön sah er aus am Fenster, doch da war noch der jetzt halbleere Schrank mit Blutflecken. Sie fühlte sich so leer, so frei und bekam Angst. Was jetzt?

Aufräumen! Stück für Stück erkannte sie die Schmerzfaktoren, umarmte jeden und entließ sie. Irgendwann stand sie vor dem fast leeren Schrank, Platz für Neues, Hilfe! Was sollte sie ohne den Schmerz machen? Wer war sie ohne Schmerz?

Sie blickte zum Rosenstrauch, ihm ging es gut, er hatte weitere Knospen gebildete, so schön kann er sein, der Schmerz.

Nicht El Cattivo

Ein harter Ritt lag hinter ihr. Wochen und Monate war sie in der Wüste unterwegs, die Sonne war ohne Erbarmen und der Wind blies ihr unermüdliche heiße Sandkörner in die Augen. Sie stieg trotzdem nicht vom Pferd oder kehrte um.

Der Hinter tat ihr weh, zu lange war sie eine Einheit mit dem Pferd. Schlitzaugen im verkniffenen Gesicht, der Mund trocken und voller Sand. Irgendwo hier muss jetzt die Oase sein von der man ihr erzählt hatte. Die anderen warten vielleicht schon, je nachdem wie hart ihr Weg durch die Wüste war.

Sie blickte um sich, schob sich den Hut aus dem Gesicht, da hinten war ein blaues Licht und Wasserdampf zu erkennen. Noch ein letztes Mal aufs Pferd, heiße Luft strömte ihr entgegen. Kilometer später, tatsächlich, die Oase, Palmen, Wasser, Früchte, Musik und ausgelassenes Feiervolk.

Sie band ihr Pferd an eine Palme, gab im Wasser, riss sich die Kleider vom Leib und sprang kopfüber ins Wasser. Als sie wieder auftauchte, sah sie die lachenden Gesichter, ließ sich treiben, trank Wein, tanzte, vögelte bis zum Morgengrauen und schlief ein. Denn sie war nicht El Cattivo.

Dünner

Seitdem es keine Milch mehr in meinem Leben gibt, werde ich immer dünner. Der erste Schub nach dem Absetzen jederart von Milchprodukte war so heftig, dass von man von einer Zauberdiät sprechen könnte, denn in weniger als 2 Wochen waren 7-8 Kilo weg.

Zwischendurch gab es immer wieder Rückfälle in meiner Ernährung, weil ich die Milch halt so vermisse und mir das mit dem Abnehmen einfach zu schnell ging. Wegen der Haut verteidigte ich mich, die brauchte Zeit um hinterher zu kommen. Deswegen musste ich Fettgebäck, Schmalz und Nüsse essen als ob es kein Morgen gibt.

Es ist aber gar nicht primär die Haut die die Zeit brauchte, mein Kopf brauchte die Zeit, um mit den neuen Dimensionen und der damit veränderten Reaktion meiner Mitmenschen zurecht zu kommen. Mittlerweile freue ich mich, begreife mich und achte mehr auf meine Gesundheit.

Da ist es auch gar nicht schlimm, dass ein Versandhaus mir 3 Wochen zu spät Kleidung liefert. Kleidung von der ich dachte, dass sie vielleicht zu klein sein könnte. Eine Anprobe hat gerade jedoch ergeben, dass die Kleidung etwas zu weit ist, denn ich bin schon wieder dünner geworden. 😉

Kraft

Ob man Kraft hat oder nicht, hat nicht nur mit dem Grad der Belastung zu tun, sondern mit der Stimmung dabei. Ein fröhliches Lasttier rennt halt noch ein paar Kilometer mehr als eines das traurig ist.

Freude multipliziert sich nämlich um ein Vielfaches mehr als Trauer, Wut und Hass. Das ist keine Mathematik, das ist Menschlichkeit. Ein gutes Wort, ein Witz, setzt soviel mehr Energien frei als tausend Vorwürfe und Tadel. Der Hass ist einsam, das Glück ist gemeinsam und in ihm liegt die Kraft.