Schuldenfreies warten auf Godot

Es ist heiß und ich bin mit meinen schwarzen Outfit etwas zu warm für den Tag gekleidet. Es passiert wenig und ich langweile mich etwas, sogar die Umfragen sind mir ausgegangen und verkaufen konnte ich auch nichts. Die Sache mit dem bösen Brief hat sich jetzt endgültig erledigt und ich bin jetzt völlig blank, aber abgesehen vom Bildungskredit, schuldenfrei. Noch 2,5 Stunden rumsitzen und auf Godot warten, ich werde es wohl überleben.

Telefonmarathon, Praktika und Urlaub

Gestern gab es noch einen Telefonmarathon, der Fernseher meiner besten Freundin ist hin und so kam sie auf die Idee mich anzurufen. Wenn wir telefonieren dann jedoch immer sehr lange, gestern waren es 4,5 Stunden und so kam ich erst wieder spät ins Bett. Früher haben wir sehr oft solange telefoniert, aber in den letzten Jahren sind wir dazu übergegangen uns eher Emails zu schreiben. Das mit den Emails ist zwar unpersönlicher, aber es hat den Vorteil dass man sich die Zeit frei einteilen kann und nicht zwingend 4,5 Stunden am Stück im Gespräch vertieft ist.

Heute sollte es eigentlich zusätzliche Aufgaben geben, weswegen ich extra früher aufgestanden bin, aber wie es scheint hat sich das erledigt oder wird auf morgen vertagt. Bei meinen Praktikumsbewerbungen habe ich mittlerweile 2 Antworten erhalten, ein „Nein“ wegen fehlenden Betätigungsfeld am Arbeitsplatz und ein „Vielleicht“ auf dessen entgültige Antwort ich noch warten muss. Bin mir nicht sicher ob die anderen Kursteilnehmer sich auch schon beworben haben, aber es macht nicht den Anschein. Ich scheine wohl früh dran zu sein, aber das mache ich alles nur weil ich im August gerne in den Urlaub fahren würde.

Regen

Gerade hat es richtig doll geregnet. Ich fand es wunderbar. Soviel kaltes Wasser von oben. Bin auf den Balkon gegangen und habe mir das Schauspiel hautnah gegeben. Ich liebe Sommerregen! Diese plötzliche Dunkelheit, die Abkühlung, die Pflanzen die sich nach dem Wasser recken. Ein wunderbares Zwischenspiel zum Abend. 🙂

Berlinpass und Schreibgruppe

So habe mir den Berlinpass ausstellen lassen und muss sagen dass es dann doch eine gar nicht so aufwendige Aktion war, die Ausstellung ansich hat keine 5 Minuten gedauert und warten musste ich auch nicht. Dann war ich bei der Post und habe mir mein Paket abgeholt, wobei sagen muss dass ich mit der Brandnooz Balance Box zufrieden bin. Auf dem Rückweg vom Postamt kam dann ein sehr erfreulicher Anruf von meinen Betreuer, ob ich eine Gruppe zum therapeutischen Schreiben mitleiten will? Aber auf jeden Fall! Das passt perfekt zu meiner Ausbildung und könnte vielleicht sogar als Praktikum anerkannt werden. Wenn das klappt bin ich ziemlich glücklich, ich kann beim Schreiben bleiben und mich gleichzeitig als Genesungsbegleiterin und Dozentin erproben. 🙂 Jetzt regnet es leider, weswegen ich meinen Einkauf der Blumenerde wohl noch etwas verschieben werde, Oh man ich wäre so happy wenn das mit der Schreibgruppe klappt! 🙂

Brot, Schlaf und Päckchen

Das Brot von letzter Woche, ist diese Woche nicht mehr der Hit, wie ich gerade feststellen durfte, aber es ist kein anderes Brot da und so kaue ich sorgsam und ausdauernd. Muss heute mal neues Brot besorgen, die nächsten Tage wird es nicht besser werden. Hatte heute mal wieder einen Etappenschlaf, ab 6 Uhr stündlich wach, aber ich fühle mich trotzdem ausgeschlafen, denn ich habe mein 8 Stunden bekommen. Jetzt heißt es zum Bürgeramt fahren und mir meinen Berlinpass holen, sonst wird es wieder teuer im Juni. Dann noch zur Post und Blumenerde besorgen, umtopfen und dann wieder Ruhe im Karton. Vielleicht holt dann meine Päckchen-Nachbarin auch ihre Pakete ab, irgendwie bin ich zu ihrer Poststelle geworden. Aber aktuell komme ich nicht aus dem Arsch, keinen Bock auf Aktion, aber ich muss das alles heute erledigen, morgen helfe ich wieder aus.

Flohmarkt, Radio und Blumentopf

Nach meinen Überfallkommando ging es heute zum Flohmarkt, wir haben allerlei gekauft nur leider keinen Blumentopf, weil sie angeblich zu teuer waren. So durfte ich dann als Lastenesel hinter meiner Mutter hinterher traben und vermisste mein Frühstück und meine morgendlichen Kippen. Nach zwei Stunden gab es dann ein Sandwich an einem Stand und zum Schluß fanden wir dann doch noch was für mich, ein wunderschönes Nordmende Radio in Türkis aus dem Jahr 1962. Nach dem Flohmarkt gab es dann doch noch Frühstück, allerdings um fast 14 Uhr und Balkonarbeiten folgten. Ich las den Stern und legte mich danach etwas aufs Ohr und schlief dann tatsächlich ganze 2 Stunden. Abends gab es dann Mittagsessen, allerdings Spargel, wo ich nicht so drauf stehe und meine Mutter fand dann doch noch einen riesigen Blumentopf in ihrem Fundus. Jetzt bin ich endlich wieder zu Hause und werde heute wohl keine Blumen mehr umtopfen, es reicht für heute. Zum Glück habe ich morgen nicht viel vor, nur den Berlinpass besorgen und dann noch zur Post, dass ich wieder soviel schlafe ist eigentlich kein gutes Zeichen, ich sollte es ruhiger angehen, wenn ich nicht wieder hochdosieren will.

Überfallkommando

Gerade klingelte es am Telefon, während ich noch in meinen Kissen lag: „Ich komme in 20 Minuten vorbei“. Scheiße, ich bin noch nicht wach, geschweige denn angezogen, sowas liebe ich ja.^^Rückruf um um Gnade zu winseln erfolglos. Mist, ich hasse Überfallkommandos. 😦

Stimmen im Kopf (Teil 16)

Ich weiß nicht wie lange ich schon Stimmen hören kann. Ich denke es begann als kleines Mädchen, als meine Mutter sagte: „Erzähle es der Tapete!“. Da ich mein Redebedürfnis nicht mit ihr stillen konnte begann ich tatsächlich mit der Tapete zu reden. Die Tapete war immer da, war nicht gestresst und hörte stundenlang geduldig zu. So redete ich viel mit mir selbst und die Tapete hörte immer geduldig zu. Damals war es aber nicht psychotisch, es war ein kindliches Geplapper und keine bösen Dämonen verfolgten mich. Später als ich älter wurde pflegte ich weiterhin Selbstgespräche und mein Kopf antwortete mir, aber ich war völlig gesund und hatte keine Wahnvorstellungen. Es wurde intensiver im Jahr 2010, da begann ich mich laut mit mir selbst zu unterhalten wenn ich allein war und eine Unterhaltungsshow für eingebildete Zuhörer zu moderieren. Aber mir ging es gut, ich hatte zwar viel Stress auf der Arbeit aber ich fühlte mich nicht verfolgt oder konnte die Stimmen abschalten wenn ich genug davon hatte.

Im Jahr 2013 wurde es dann krankhaft, in meinen Kopf spukte erst eine männliche Stimme und irgendwann waren es ganz viele Stimmen. Erst waren die Stimmen noch relativ nett zu mir, wir plauderten und die Zeit ging vorbei. Doch auch schon am Anfang waren diese Stimmen schon lästig, denn sie hörten nicht auf zu plappern wenn ich genug hatte. Nach ein paar Tagen oder Wochen musste ich ein Machtwort sprechen und schrie laut in meinen Badezimmer, dass wenn sie mich nicht mal in Ruhe lassen dass ich dann in die Klinik gehe. Dann war Ruhe, für ein paar Stunden oder einen Tag. Doch sie kam wieder die Stimmen und da ich ziemlich alleine in meiner Bude saß ging ich wieder auf die Gespräche ein. Ich unterhielt mich Tage und Wochen mit den Stimmen und bekam von ihnen eine ganz neue Geschichte meiner Kindheit erzählt.

Doch die Geschichten wurden immer grausamer und die Intensität der Gespräche wurde immer stärker. Ich schlief kaum noch, denn die Stimmen hatten soviel zu berichten und ich konnte sie nicht mehr abstellen. Ich betrachtete die Stimmen als meine Freunde die die Wahrheit über mich kannten und sie mir, nach so vielen Jahren, endlich offenbarten. Ich glaubte alles was die Stimmen sagten und war täglich eine neue Frau. Diese Gespräche fanden erst im Stillen statt, doch irgendwann begann ich auch laut zu antworten, allerdings nur in meiner Wohnung, draußen konnte ich mich beherrschen. Doch es wurde schlimmer, irgendwann waren die Stimmen so omnipräsent dass sie mich auch auf dem Weg zum Supermarkt oder in der S-Bahn verfolgten. Ich versuchte in der Öffentlichkeit nicht laut zu antworten, aber es gelang mir nicht immer, so rannte ich also in Selbstgesprächen vertieft durch die Stadt und lauschte immer gruseligener Geschichten. Die Leute um mich herum starrten mich an, doch ich glaubte sie hörten meine Kopf-Gespräche laut und deutlich und wunderten sich nur über den Inhalt.

Die Stimmen wurden immer unfreundlicher und penetranter, beschimpften mich und erzählten von Misshandlungen. Ich weinte viel, wenn ich allein zu Hause war und ich war viel allein. Niemand kam mich retten, aber ich wollte auch nicht gerettet werden, außer von dem Erlöser den mir meine Stimmen versprachen. Doch der Erlöser kam nicht, dafür aber die Paranoia, denn durch die Stimmen hatte ich plötzlich ziemlich Angst wie eine Legehenne ausgenommen zu werden.

Meine ganze Wohnung war plötzlich eine einzige Stimmenzentrale. Zeitweilig dachte ich auch dass die Stimmen von Menschen hinter den Wänden kamen und überlegte die dünnen Wände mit einer Axt einzuschlagen um meine Dämonen auszutreiben. Zum Glück machte ich das nicht, denn die Stimmen kamen nur aus meinen Kopf.

Wenn ich kiffte wurden die Stimmen lauter und deutlicher, doch ich konnte das Kiffen nicht sein lassen und litt unter den lauten Stimmen in meinen Kopf, die mich einfach nicht in Ruhe ließen. Irgendwann konnte ich mich nicht mehr gegen die Stimmen wehren und ich beschloss der Sache ein Ende zu bereiten und vom Dach zu springen, damit sie endlich schweigen, aber komischerweise meldeten die Stimmen sich als ich auf dem Dach stand und redeten auf mich ein dass ein Sprung sinnlos sei, weil ich Superwoman sei und den Sprung unbeschadet überleben würde und so sprang ich nicht, denn so konnte ich die Stimmen auch nicht los werden wie es schien. Dann kam der Nachbar und rettete mich und ich landete im Klinikum wo die Stimmen aber so schnell nicht aufhörten. Es dauerte noch circa 6 Monate bis die Stimmen endlich verstummten und seitdem habe ich sie nicht mehr gehört.

TV-Tipp zum Thema: Stimmen im Kopf


Fortsetzung folgt

Siehe auch:
Teil 1

Teil 2

Teil 3

Teil 4

Teil 5

Teil 6

Teil 7

Teil 8

Teil 9

Teil 10

Teil 11

Teil 12

Teil 13

Teil 14

Teil 15

Teil 17

<a href=“http://nberlin.twoday.net/stories/1022574764„target=“new“>Teil 18

Teil 19

Teil 20

Teil 21

Teil 22

Teil 23

<a href=“http://nberlin.twoday.net/STORIES/1022581070„target=“new“>Teil 24

7

Bisher habe ich 7 Bewerbungen verschickt, wobei es mir schwer fällt sich als offensichtlich psychisch erkrankter Mensch zu bewerben. Was schreibt man da außer dass man die eigene Krise überlebt hat und das es einen wieder besser geht? Ist es falsch die Krise überhaupt zu erwähnen? Gerade wenn in der angehängten Praktikumsordnung eindeutig drin steht dass die Ausbildung für psychisch Erkrankte ist? Ich weiß jetzt nicht ob ich mich schlecht präsentiert habe, weil ich in meinen Anschreiben die überstandene Krise erwähne. Vielleicht hätte ich es weg lassen sollen und es die Angeschriebenen selbst heraus finden lassen, indem sie die Praktikumsordnung lesen. Ich hoffe es ist nicht zu meinen Nachteil dass ich so ehrlich war und dass ich bald eine Antwort erhalte.

Ausgeschlafen, Fleisch und Grün

Früh schlafen gegangen und trotzdem lange geschlafen. Heute fühle ich mich ausgeschlafen, auch wenn ich sehr wirre Sex-Träume hatte. Mein Päckchen von gestern ist leider in der Filiale gelandet, meine Nachbarin war wohl nicht da und ich konnte einfach nicht bis fast 17 Uhr warten bis der DHL-Bote mal vorbei gekommen ist. Keine Ahnung warum die in meiner Gegend immer später liefern. Gestern habe ich mir beim Essen mal was gegönnt, es gab Steak mit Kartoffeln und Salat, denn Steak war im Sonderangebot. Irgendwie wollte ich nach der anstrengenden Woche was Richtiges essen und nicht wieder in der Monatsende-Askese leben. Heute gibt es Spaghetti Bolognese, damit habe ich dann ein völliges Luxuswochenende, denn zweimal Fleisch nacheinander ist eine Seltenheit bei mir geworden.

Ansonsten ist meine Wohnung und mein Balkon mittlerweile ziemlich grün, denn meine Mutter schleppt mir ständig neue Pflanzen an, sodass ich mittlerweile 12 Topfpflanzen in der Wohnung und 17 Balkonpflanzen besitze. Erstaunlicherweise blühen und grünen die alle prächtig, ich scheine wohl meinen grünen Daumen wieder gefunden zu haben. Allerdings steht das Umtopfen an, wofür ich neue Töpfe brauche, dafür wollen wir morgen auf den Flohmarkt und mal nach gebrauchten Töpfen schauen. Heute werde ich wohl meine Wohnung putzen und später dann kochen, irgendwie ist mir nicht nach Aktivität, es reicht wenn ich die nächsten 6 Tage wieder unterwegs bin.