Lichtblick: Nicht mehr arbeitslos

Heute Mittag einen Anruf erhalten. Ab morgen bin ich offiziell nicht mehr arbeitslos! Ich freue mich so sehr und ab Januar kriege ich vielleicht noch mehr Stunden, dann sollte ich endlich wegkommen vom Arbeitsamt und Jobcenter. Damit endet ein 2 jähriger Kampf mich mit meinen Ex-IN Genesungsbegleiter endlich zu etablieren und zwar so, dass ich auch davon leben kann, ohne wieder Vollzeit zu arbeiten. Ich freue mich, ich freue mich so sehr, endlich ein Lichtblick, ein Geschenk, dass ich hoffentlich nicht nur aus Mitleid bekomme.

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Zu Hause, Kirche, Entlassung, Lohnsteuerberaterin, Ausverkauf und weiter machen

Guten Morgen, endlich eine Nacht zu Hause verbracht und aufstehen und der Laptop wartet. Meine Beiträge morgens auf dem Handy zu tippen ist doch sehr mühsam. Ihre Urne ist endlich in Berlin und die Trauerfeier in der Kirche steht. Ich denke, sie hätte es so gewollt, denn in ihren frühen Jahren war sie religiös, trug ein Kreuz und betete jeden Abend mit mir. Der Laden ist jetzt zu, denn wir lassen uns nicht von der Dame im Laden noch tief in der Trauerzeit erpressen. Ich glaube, das hat mir mehr weh getan als ihr, dass ich sie gestern gebeten habe ihre Sachen zu packen. Ich musste danach heulen, denn das der Laden zu ist, macht für mich nochmal deutlich, dass meine Mutter weg ist. Wir werden den Laden wieder eröffnen, aber wohl nur mit Familie und Freunde. Abends mit einem Freund getroffen und noch viel geredet und auf dem Heimweg ein Makali in Brot gegessen. Eigentlich habe ich heute einen Flug nach Gran Canaria, aber uneigentlich bleibe ich hier. Heute zur Lohnsteuerberaterin klären, inwieweit wir einen Ausverkauf machen dürfen. Abends ein Treffen mit einem Freund zum Essen. Die nächsten Nächte darf ich zu Hause schlafen, welch eine Erleichterung. Hier sieht es wüst aus, seit Wochen nicht das Bad geputzt, trockene Wäsche hängt auf dem Ständer und der Couchtisch ist dreckig. Das Wetter ist mies, es regnet immer wieder bei knapp über 20 Grad. Gleich zum Frühstück nach Kreuzberg und dann mal weiter sehen. Auf in den Tag stark sein und weitermachen.

Schlafen, Regen, Bestatter und Pizza

Irgendwie nicht so optimal bei meinen Vater zu schlafen. Wieder maximal 2 Stunden am Stück gepennt und jetzt müde und viel zu früh wach. Es regnet, was das Rauchen auf Balkonien ungemütlich macht. Der Kaffee schmeckt, der Hund liegt neben mir. Gestern in der Kirche gewesen, die Trauerfeier steht. Heute zum Bestatter. Ich bin froh, wenn ich wieder zu Hause bin. Gestern Pizza gemacht, die lecker aber etwas matschig war. Sie ist weg, kommt nicht wieder, das zu raffen fällt schwer. Immerhin Geld ist da und eine Stundenerhöhung winkt. Mein Team, ist wohl das Beste was ich mir wünschen kann. Auf in den Tag, heute Abend einen Freund treffen und zu Hause schlafen.

Arbeit, kochen, entlassen, Freundin und Trauer

Heute Nacht zu Hause gepennt, weil heute früh Arbeit wartet. Leider nicht viel besser geschlafen, obwohl ich mein Bett hatte. Gestern Arbeit und danach für meinen Vater kochen. Eigentlich koche ich nicht täglich. Momentan verfolgt mich die Übelkeit, gestern fast 2 mal übergeben. Arbeit war nett gestern, endlich mal wieder über andere Themen sprechen und nachdenken. Heute noch mehr davon und dann Freizeit für 2 Tage. Wobei ich derzeit keine Freizeit habe, denn gestern Abend kam heraus, dass sie Frau die derzeit noch als Urlaubsvertretung den Laden macht, jetzt plötzlich Geld von uns erpressen will. Diese Frau muss ich heute sprechen und sie eventuell entlassen. Ich finde es ziemlich schlimm, dass sie einer trauernden Familie Druck macht. Heute wahrscheinlich wieder bei ihm pennen, ich weiß nicht wie lange ich das durchhalte. Da ich leider immer noch auf Medis angewiesen bin und damit latent krank bin, ist es schwierig für mich mein zu Hause zu tauschen. Die beste Freundin ist überfordert mit meinem Trauerfall und möchte mich nur in Gedanken begleiten, ich bin enttäuscht, dass sie in meinen härtesten Zeiten nicht für mich da ist. Auf in den Tag, sogar die Zeit zum Trauern scheint man mir/uns nicht zu gönnen.

Das Leben geht weiter

Guten Morgen, eine kurze beschissene Nacht liegt hinter mir, denn ich habe auf dem Sofa meiner Eltern geschlafen. Gestern ein Panikanfall, weil mein Vater wortlos verschwand und nicht wieder kam. Als ich gerade eine Suchaktion mit Hund starten wollte, tauchte er wieder auf und ich weinte vor Erleichterung. Abends für uns gekocht und Fernsehen gesehen. Die Verbliebenen unter sich. Heute wieder arbeiten, ich freue mich. Geld ist auch da, es kann also weiter gehen. Morgen in die Kirche, Trauerfeier besprechen. Vielleicht gleich mit dem Hund gehen, das Leben geht weiter.

Ich bin nicht sie

Seitdem sie tot ist verwechseln mich die mittrauernden Menschen. Meine Oma, mein Vater, der Familienhund, alle denken wohl ich bin sie. Wir sehen uns ähnlich, wir haben ähnliche Stimmen. Und auch unsere Wortwahl ist ähnlich, wie mein Bruder sagte. Das ist grausam, ich bin nicht sie, auch wenn ich den anderen den Trost gönne. Ich wollte immer ich sein, nicht wie sie. Doch aktuell sind meine Bemühungen vergeblich. Ich hoffe ich bekomme mein Leben zurück.  Sie soll weiter leben, aber in unseren Herzen und Erinnerungen und nicht durch mich.