Grau, Berlinpass, Hund, Tänzer und Er

Grauer Morgen, was sonst. Gestern Morgen nicht geschafft zum Bürgeramt zu gehen, also heute, denn heute läuft mein Berlinpass ab. Hätte gerne länger geschlafen, aber 80 Euro für ein BVG Monatsticket zahlen ist mir einfach zu viel. Gestern im Laden war es kalt und öde, nur zum Feierabend wurde es noch interessant, denn ein hübscher Tänzer kam vorbei. Danach noch ins Lager Winterjacken und Mäntel holen. Zu Hause danach nur Fertigfraß und Fernsehen. Mache mir immer noch Sorgen um den Hund und leider war meine Annahme zum Verhalten des Bruders richtig. Ich bin so wütend auf ihn, habe es mir aber bisher verkniffen ihn per Handy zu beschimpfen. Ich hoffe der Hund kann sein Bein behalten, falls nicht, bin ich bald Besitzerin eines alten, halb tauben, halb blinden und dreibeinigen Hundes. Ist mir eigentlich zu viel Verantwortung, aber für unseren Hund mache ich das, solange er leben kann und will. Meine Mutter würde es freuen, denn sie hat mich zu Lebzeiten schon voll gequatscht, was mit dem Hund ist, wenn sie nicht mehr ist. Der Tänzer möchte heute wieder kommen, würde mich freuen, denn ich mochte ihn sehr. Er hat mich an meine Tänzerinnen Zeiten erinnert. Was waren das noch für Zeiten, wo ich jeden Muskel in meinen Körper kontrollieren konnte und ernsthaft glaubte, dass Tanzen mal mein Beruf sein könnte. Er postet Fotos auf Facebook, er meinte, er hat zugenommen, weil Mama für ihn gekocht hat, das Foto bestätigt diese Aussage. Ich vermute plus 10 Kilo. Bei mir minus 4 Kilo, aber egal wir sind beide Dickerchen. Ich muss auf Arbeit meinen Platz finden, jetzt wo ich mehr Stunden kriegen soll, reagieren die Kolleginnen bestürzt. Auf in den Tag, es wird schon alles irgendwie werden.

Unfall und Hund

Heute Nacht gegen 3 eine Nachricht bekommen, wach geworden, aber weiter geschlafen. Doch irgendwie blieb das Gefühl dass es wichtig sein könnte. Richtig, unser Familienhund wurde angefahren und vielleicht muss ein Bein amputiert werden. Ich bin so wütend auf meinen Bruder, was macht der nachts mit dem Hund, wahrscheinlich betrunken ohne Leine? Muss er alles schöne zerstören? Der Hund war von ihr, der Hund war von uns und er wohnt im 5. Stock, wie soll er da die Treppen hoch kommen? Ich bin so besorgt, traurig und wütend, am Sonntag habe ich ihm noch die Beine gestreichelt. Der Morgen ist gelaufen ich weiß nicht, was ich zuerst machen soll auf meinen Bruder schimpfen oder heulen.

Gestern war ok, Supervision, ein bisschen Arbeit und dann der Termin in Rudow, anschließend nach Kreuzberg, zum Essen und Lager räumen, aber mein Vater erschien nicht. Also wieder nach Hause und ab in die Badewanne. Eigentlich hatte ich heute früh vor der Arbeit viel vor, aber jetzt ist mir nach gar nichts. Ich will den Hund sehen, will ihn streicheln und beistehen und sonst gar nichts. Vielleicht hatte meine Mutter doch recht den Hund nur im Notfall zu meinem Bruder zu geben. Alles kacke, ich liebe den Hund.

Morgen, Schlaf, Dezember und lächeln

Guten Morgen. Ne eigentlich kack Morgen. Bin müde, habe zu wenig geschlafen und verstehe nicht wie man eine Supervision auf 9:30 legen kann. Für mein Seelenheil wäre es heute wichtiger zu schlafen. Aber da muss ich jetzt durch. Kalt ist es und dunkel, der Kaffee heiß. Die Arbeit gestern war ok, wenn auch wenig spektakulär. Heute habe ich einen extra Termin in Rudow, mal sehen wie es wird. Kinder lärmen im Hausflur, ja als Kind fand ich aufstehen vor 8 auch ok, doch spätestens seit der Pubertät war das anders. Gestern nicht in der Badewanne gewesen, war erst gegen 20 Uhr zu Hause und musste theoretisch gegen 23 Uhr schon schlafen. Immerhin die nächsten Tage ausschlafen. Auch heute bisher alles gut mit den körperlichen Schmerzen, Dankeschön an wen auch immer. Der Dezember steht vor der Tür, Endspurt für dieses Jahr. Ich muss nur den Dezember überleben, dann wird alles gut. Mein Gesicht, entfaltet sich nach dem zweiten Kaffee, auf in den Tag und lächeln nicht vergessen.

Ohne Schmerzen, mittelfleißig, Arbeit, Vertretung und Festnetztelefon

Danke für diesen ausgeschlafenen Morgen ohne Schmerzen. Wunderbar, gestern gegessen, und zwar schon deutlich mehr als in den letzten Wochen und alles gut. Keine Bauchschmerzen, keine Verdauungsprobleme. Auch der Arm ist voll intakt, wunderbar, wenn man leben darf ohne Schmerzen. Gestern mittelfleißg, einkaufen, Postbesuch, Wäsche wegräumen, Wäsche waschen, Spülmaschine laufen lassen, Staubsaugen, Wischen, Bad putzen, Bett und Sofa frisch beziehen und abends sogar noch Haare färben. Beim Bürgeramt war ich nicht, aber ich hoffe das schaffe ich Donnerstag oder Freitag. Endlich keine grauen Haare mehr in einem Schlampenhaushalt. Heute spät arbeiten, aber nur ein paar Stunden, morgen wird aufregender. Ich erwarte ein Paket, aber bei DHL steht zwar Zustellung heute, aber gleichzeitig, dass das Paket noch im Zielpaketzentrum hängt. Ich vermute dafür muss ich wieder zum Paketshop rennen. Kerzen brennen hier jeden Abend, ich hoffe, meine Mutter sieht das. Meine Vögel sind still, genug Futter vorhanden und Dunkelheit. Brötchen sind im Ofen, ein ruhiger Morgen, ich hoffe, etwas von dieser Ruhe wird mich die Woche begleiten. Am Samstag habe ich eine Vertretung im Laden für mich organisiert, ich hoffe, das geht gut. Aber ich habe eingesehen, das ich Hilfe und Entlastung brauche. Keiner ruft auf meinem Festnetz an, auf diesem Telefon haben immer nur meine Mutter und die beste Freundin angerufen, meine Mutter kann nicht mehr und meine beste Freundin will derzeit nicht. Keine Ahnung für was ich das Telefon brauche. Alle anderen Anrufe landen auf dem Handy. Auf in den Tag, weitermachen, ohne Sie.

Gesund, Gottesdienst, Badewanne, Alkohol und Erbe

Guten Morgen! Wieder grüßt ein grauer kalter Tag, aber ich durfte ausschlafen. Aufräumen muss ich, einkaufen und zur Post, aber erstmal einen Kaffee. Die linke Schulter tut weniger weh und der Magen ist auch ruhig. Alles besser derzeit, ich fühle mich fast wie eine gesunde Frau. Es gibt soviel zu tun, aber vorerst langsam. Die Vögel singen. Gestern der Gottesdienst war grenzwertig für mich, ich weiß nicht, warum mich Kirchen so emotional machen. Es wurde viel gesungen, aber ich kannte fast keins der Lieder und Kerzen entzündet. Ich habe eine Kerze für meine Mutter entzündet und eine weitere für meine verstorbenen Klienten. Ganz schön viele Tode in diesem Jahr. Vielleicht ganz gut, wenn 2018 endet, es sind genug Tote dieses Jahr. Ich habe mir gestern ihre Geburtsurkunde kopiert, aber auch ich kann ihren Vater nicht finden. Vielleicht ist er auch schon tot. Ansonsten gestern den Hund gekrault und geschlafen, abends gab es Burger und mein Magen hat mitgemacht. Die Badewanne zum Abend ist derzeit Pflicht, ich habe das Gefühl sie bringt mir große Linderung. Zum Glück habe ich eine Badewanne. Alkohol sollte ich mit dem neuen Medikament nur mit großer Vorsicht genießen, denn wie ich die letzte Woche feststellen durfte reicht derzeit ein Bier und ich bin angetrunken. Mein Geburtstagsblumenstrauß ist vergammelt, mit über 40 redet man wohl besser nicht mehr über das Alter. Gestern hat es mein Stiefvater wieder gebracht mich Gabriele zu nennen, aber ich bin Nadine, Gabriele ist in Gran Canaria. Wir haben gestern ihre Scheidungsurkunde gefunden, ein fehlendes Dokument für den Erbschein, erst habe ich mich gefreut, dann wieder nicht, denn das heißt, dass mein Stiefvater und ich uns bald mit dem Erbe auseinandersetzten müssen. Davor habe ich Angst. Auf in den Tag, auf das gesundheitlich alles so beschwerdefrei wie jetzt bleibt.

Trauergottesdienst, Arm, Stammkneipe, Lager und Bude

Guten Morgen. Wieder grau und kalt und viel zu früh für einen Sonntag. Aber heute ist ein Trauergottesdienst in der Kirche und mein Vater und ich wollen hingehen. Heute wird allen gedacht, die dieses Jahr im 36er Kiez gestorben sind. Mein Bauch tut nicht weh, dafür mein Arm, keine Ahnung was ich gemacht habe, ich vermute, es könnte beim Ständer schleppen für den Laden passiert sein. Die Woche im Laden war enttäuschend, aber trotzdem den Mindestumsatz geschafft. Auf der eigentlichen Arbeit alles sehr erfreulich derzeit: Harmonie im Team, ein Chef der mir neue Aufgaben zutraut und die Perspektive ab Januar. Gestern das Feierabendbier war kürzer als gedacht, denn leider wurde gestern in unserer Stammkneipe ein Konzert veranstaltet. Deswegen war der Laden rammelvoll und laut, eine normale Unterhaltung war kaum möglich. So tranken wir nur ein Bier und zogen weiter, wurden aber nicht fündig und so verabschiedeten wir uns schon nach 1,5 Stunden. Gut ich war eh im Arsch und ich wusste, heute klingelt der Wecker um 9. Vielleicht heute noch ins Lager, mir fehlen Sachen im Laden und ich vermute, im Lager gibt es noch reichlich. Mein Bruder ist doch in eine WG gezogen, verstehe ich nicht, dass man eine saugünstige Einzimmerwohnung in Kreuzberg gegen ein WG-Zimmer tauscht. Meine Bude sieht wild aus, keine Zeit zum Putzen und auch morgen, am freien Tag habe ich viel zu regeln und bin mir nicht sicher, ob ich zum Aufräumen komme. Auf in den Tag, heute fühle ich mich behindert.

Nebel, Bauchschmerzen, 1 Euro und Sanierung

Moin, nicht mein Morgen. Ich hätte weiterschlafen können, bin aber trotzdem aufgestanden und schaue jetzt in den nebligen Tag. Ich fühle mich derzeit etwas eingesperrt in meiner Arbeitswoche, ich komme zu nichts, außer Arbeit. Ich hätte aber gern ein Leben, außer Arbeit. Gestern den ganzen Tag keine Bauchschmerzen und auch heute früh nichts. Ich hoffe es bleibt so, die Schmerzen rauben mir sonst wertvolle Kraft. Heute Abend noch ein Bier oder Essen mit einem Freund, erscheint mir gerade anstrengend, aber es wird mir schon guttun. Kann ja nicht sein, dass ich nur virtuell Privatleben habe. Im Laden lief es nicht so gut, nervige Kundinnen, die 1-Euro-Sachen kaufen möchten, aber alles vorher anprobieren. Die Investition von 1 Euro muss ja auch gut überlegt sein.^^Interessenten für den Laden kommen vorbei und würden den Laden gern übernehmen, allerdings zu jetzigen Bedingungen, doch der Vermieter plant eine Sanierung und damit sicher auch eine Mieterhöhung. Noch ein Laden weniger im 36er-Kiez. Weitermachen, lächeln, tapfer durch den Tag, ich kann nicht mehr ist eine Aussage, die derzeit keiner hören will.

Nase, Arbeit, Pizza, Rabatte, Patchworkfamilie und Bauch

Guten Morgen. Grau grüßt der Tag und meine derzeit hervorragend funktionierende Nase, hat mir Ekelmomente beschert. Die eine hat das Deo vergessen, die nächste hatte ein großes Zwiebelmahl und ich muss lächeln und so tun als wäre nichts. Gestern war anstrengend von 9:30 bis 19 Uhr arbeiten ist zu viel, vor allem wenn die einzige Pause ist von Arbeit 1 zu Arbeit 2 zu fahren. Der Vater hat Erkältung/Grippe, der Bruder bringt den Hund nicht zurück und die (beste) Freundin ist wieder gesprächig. Bisher schmerztechnisch ein guter Morgen, keine Schmerzen, alles normal und das, obwohl ich gestern Abend eine Pizza hatte. Das mit der Pizza war ein Wagnis, denn derzeit traue ich mich kaum aufregende Lebensmittel zu mir zu nehmen. Der Umsatz gestern war ok, auch wenn ich es unverschämt finde, wenn man schon 50 % Rabatt erhält, weitere Rabatte zu fordern. Aber so sind sie halt die Geier, ich habe aber auch verstanden, dass mir die Zeit davon läuft, ich muss verkaufen und das möglichst viel. Ein Freund bringt mir derzeit Beratungsfälle, schön, dann kann ich in der Statistik etwas aufholen, auch wenn mir klar ist, dass ich trotzdem das Schlusslicht bleibe. Ein Familienessen nächste Woche muss organisiert werden, es werden 6-10 Leute kommen, so ist das halt, wenn den Patchworkambitionen der Familie keine Grenzen gesetzt sind. Der Kaffee schmeckt und macht keine Bauchschmerzen, auf in den Tag.

Selbstbestimmt, frei und über 5 Jahre

Ich darf endlich darüber reden, über mein Glück. Mein Chef hat mir ab Januar mehr Stunden angeboten. Schon nachgerechnet, ich bin dann endlich das Jobcenter los! Über 5 Jahre hat es jetzt gedauert. Erst Jobverlust, schwere Krankheit, Krankengeldbezug, danach Arbeitslosengeld, dann Jobcenter, dann eine selbst bezahlte Umschulung, dann ein Job, dann noch ein Job, aber weiterhin Aufstockerin beim Amt gewesen. Ab Januar bin ich endlich wieder eine freie Frau. Niemand mehr der mir Druck macht, Niemand der mich ständig kontrolliert, Niemand der über mein berufliches Leben entscheiden darf. Nur noch ich! Endlich ein selbst bestimmtes, unabhängiges Leben, trotz schwerer Krankheit und Behinderung. Es war ein weiter Weg und ich musste viel kämpfen, aber ich habe niemals aufgegeben, ich wollte mich nie mit lebenslanger Krankheit und der damit verbunden Bevormundung abfinden. Gut eingefleischte Hartz IV Kandidaten werden vielleicht sagen, dass es zu wenig Geld ist. Wer geht schon 100 Stunden arbeiten, um dann keine 100 Euro mehr zu haben, als als Aufstockerin mit dem Amt. Das ist mir aber scheißegal, es geht hier um Freiheit, um Selbstbestimmung und meinen Stolz. Ich bin stolz darauf meinen Job zu haben, ich bin stolz darauf keine Hilfen mehr zu brauchen und verdammt glücklich.