Letzter Tag, Besuch, Kreuzberg, Nachbar und Schlafrhythmus

Moin, letzter Tag im Jahr und ich schaue ausgeschlafen in das Grau. Ein Freund wird mich nachher besuchen kommen und abends geht es dann nach Kreuzberg, ich hoffe, es wird nicht so öde für mich. Auf den Freund freue ich mich, ich quatsche gern mit ihm, nur muss ich vorher den Haushalt noch etwas putzen. Kaum bin ich wach, singen auch die Vögel ein Lied, danke liebe Mitbewohner, dass ihr wartet bis ich wach bin. Gestern war ganz nett, frühstücken mit dem Vater, Hund kraulen und rum tragen und dabei lange Gespräche über Gott und die Welt. Abends dann doch nur Nudeln mit Soße, aber immerhin Soße die mit Schinken und Zwiebel aufgepeppt war. Habe ein bisschen schlechtes Gewissen, weil der Geld-Leih-Nachbar vorgestern geklingelt hat und ich nicht aufgemacht habe. Eigentlich bin ich ein wirklich hilfsbereiter Mensch, aber zu Hause will ich meine Ruhe und nicht dass er täglich zu beliebigen Zeiten vor meiner Tür steht und irgendwas will. Ich weiß er ist krank, ich weiß er ist allein und lebt am Existenzminimum, aber muss das mein Job sein immer für ihn da zu sein? Ich suche mir die Menschen, für die ich immer da bin eigentlich aus. Er wohnt schon lange hier, wieso hilft kein anderer Nachbar? Gestern habe ich den Nachbarn kurz gesehen, aber ich mag noch nicht mal grüßen. Ich fühle mich bedrängt und belästigt durch sein Klingeln. Ich selber habe auch Probleme und lebe unterhalb der Armutsgrenze und ich brauche einen sicheren Rückzugsort. Der Janosch Kalender hängt bereits und ich freue mich über den Anblick, richtig investierte 4,99 Euro. Muss heute noch eine Monatsmarke kaufen, möchte nicht heute Nacht ohne Fahrschein nicht nach Hause kommen. Muss meinen Nachtrhythmus bis Mittwoch wieder loswerden, aktuell schlafe ich zwischen 2 und 3 Uhr nachts, kein Rhythmus wo man dann morgens im Büro steht. Aber es ist schön mal ein paar Tage so zu leben und zu schlafen wie es mir passt. Auf in den Tag, will den Besuch nicht in Schlafkleidung die Tür öffnen.

Träume, Prioritäten, Silvester, kleine Zimmer, Hund und 2018

Guten Morgen, wild geträumt, sodass ich weiter schlafen wollte, um zu sehen, wie es weiter geht. Doch heute Frühstück mit dem Vater also aufstehen und Sekunden später schon den ganzen spannenden Traum vergessen. Gewischt habe ich hier immer noch nicht, dafür täglich gebadet, es müssen Prioritäten gesetzt werden. Der Silvesterplan der Nachbarn meines Vaters klingt anstrengend, ein 3-Gänge-Menü mit 5 Kindern. Aber die Alternativpläne sind auch nichts: Club in Mitte, Party in Tegel oder Technoparty mit Bruder. Ich mag den Club nicht, Tegel ist mir zu weit und Techno mag ich nicht, auch nicht betrunken. Silvester allein sein, im Kriegsgebiet Treptow ist aber auch nicht der Hit. Die Vögel zwitschern und ansonsten ist es ruhig. Nach über 3 Jahren gewöhne ich mich immer noch an meine Wohnung mit den vielen kleinen Zimmern, schwierig, wenn man von klein auf immer an große Zimmer gewöhnt war. Immerhin gestern etwas Staub gewischt, ist nämlich eine ganz neue Perspektive, wenn man in der Wanne liegt, zur Baddecke starrt und Spinnweben an der Decke erkennt. Jetzt ist der Blick wieder Spinnweben frei. Eine englischsprachige Kundin fragt nach den Öffnungszeiten des Ladens, nein ich werde den geschlossenen Laden nicht wieder für sie eröffnen. Ich freue mich auf den stinkenden, dürren Hund, sein Fell ist immer noch unvergleichlich weich. Keine Ahnung was wir heute nach dem Frühstück essen, ich werde wohl kreativ sein müssen. Ich hatte die letzten 3 Tage, Kartoffel-Brokkoli-Auflauf mit Hühnchen. Auf in den Tag, wird Zeit das 2018 verschwindet.

Gar nichts, Symbiose, Waren, Jobcenter, Janosch und Zukunft

Ausschlafen und gar nichts. Der Plan für heute: Nicht das Haus verlassen. Ich habe genug zu essen und Tabak hier und das Wetter grüßt in nicht enden wollenden Grau. Gestern noch kurz einkaufen gewesen, Müll weggebracht, Vogelkäfige sauber gemacht und Wäsche gewaschen. Ansonsten versucht eine Symbiose mit dem Sofa einzugehen. Ich muss das Sortiment im Laden noch nach Warengruppen sortieren, bevor alles im Lager oder im Altkleidercontainer landet. Dem Hund geht es gemischt, er steht öfter allein auf, aber seine Hinterbeine scheinen zu schwach um sich selber auf den Beinen zu halten. Gestern den gefürchteten Brief vom Jobcenter bekommen, sie wollen nicht mein Weihnachtsgeld zurück, dafür Geld für andere Monate, denn da hat sich anscheinend jemand ordentlich verrechnet, lag aber sicher nicht an mir, denn ich habe zu jederzeit alle verfügbaren Unterlagen zu meinen Einkommen eingereicht. Zusammengekommen sind damit 250 Euro, die sie von meinen künftigen Bezügen abziehen wollen. Das Problem, es wird keine künftigen Bezüge geben. Zumindest nicht in den nächsten 2 Jahren. Mal sehen, ob ich ihnen mit dem neuen Gehalt das Geld schnell zurückgeben kann. Ich mag es nicht Schulden zu haben, es reicht schon, dass ich noch ewig an meinen Studienkrediten zahlen werde. Heute also nichts, außer putzen, wenn ich mag. Musik ertönt und der Kaffee schmeckt, ich erwarte ein Paket mit einem Janosch Kalender, meine Mutter hat mir als Kind immer Janosch vorgelesen oder ich durfte Janosch im Fernsehen sehen. Nächstes Jahr werde ich einen Janosch Kalender brauchen, damit ich täglich lächeln und an sie denken kann. Er hat sich zu Weihnachten gemeldet, damit hätte ich nicht gerechnet, ich dachte nicht daran ihn zu grüßen. Er ist Vergangenheit, eine kranke unerfüllte Vergangenheit. Meine Zukunft fängt jetzt an, ohne ihn, ohne sie, ich hoffe, es wird schön, auch wenn ich sie vermisse.

Gestern und Danke!

Guten Morgen, irgendwie ist mir heute mein Schlafmonster abhandengekommen. Aufwachen in der Nacht, aufwachen um 9 und aufgeben um 11. Heute wirklich fast nichts zu tun, nur der Haushalt ruft, putze mich. Die schöne Decke bedeckt meine Beine und der Kaffee schmeckt. Gestern bei der Post überrascht worden, ein hübsches kleines Paket aus Österreich wartete auf mich und die Dame aus der Postfiliale meinte, nach 3 Jahren regelmäßigen Besuch der Postfiliale, dass sie meinen Ausweis nicht sehen will, weil wir uns kennen. Zum Glück kennen wir uns wirklich, denn wie sich zu Hause raus stellte war das Paket sehr wertvoll. Das Paket steckte voller liebevoller Kleinigkeiten und außer dem Bargeld. Dachte das mit dem Geld wäre ein Irrtum, aber eine Nachfrage hat ergeben, nein das war für mich. DANKESCHÖN! Ist ein komisches Gefühl, dass ein Mensch, der mich nur vom Blog kennt, mir mein größtes Weihnachtsgeschenk macht. Danach einen Großeinkauf beim Discounter gestartet und viel Geld da gelassen, endlich mal einkaufen ohne rechnen und Budgetlimit. Zu Hause dann Wäsche wegräumen und Wäsche waschen, baden und später noch einen Auflauf machen. Dieses Jahr habe ich sehr viel Liebe und Aufmerksamkeit erhalten, besonders nach ihrem Tod, gab es so viele Menschen, die für mich da waren. Danke an all diese Menschen, die mir zugehört haben, die mich umarmt haben und im Laden zum Teil sinnlos gekauft haben, um mir und meiner Familie zu helfen. Ich hätte nie gedacht, dass es so viele helfende Hände und Herzen gibt. Ich bin dankbar, dass mir in einer Arschlochwelt so viele Menschen Liebe gezeigt haben. Das gibt mir Mut, das gibt mir das Gefühl nicht allein zu sein und allein zu kämpfen. Danke!

Schlafmonster, Post, Geld, Gulasch, Süßes und Freiheit

Mahlzeit oder eher guten Morgen für mich. Das Schlafmonster hat gesiegt und ich habe fast 11 Stunden geschlafen. Es gibt einiges zu tun, aber ich gehe es langsam an. Ich muss einen Brief schreiben, ausdrucken und eintüten, auf zur Postfiliale, den Brief verschicken und ein Paket abholen. Einkaufen müsste ich auch und der Haushalt bietet auch genug Möglichkeiten sich noch zu beschäftigen. Geld ist endlich da, laut meines Kontoauszuges, sollte das Geld eigentlich am 24.12. ankommen, wurde aber nicht gut geschrieben. Ich war schon fast versucht die Kollegin, die die Überweisungen macht, anzuschreiben und zu fragen, wo mein Geld bleibt. Gestern der Tag wurde irgendwie zerstört durch das frühe Aufstehen, ich wollte nach dem Familienfrühstück und der Abreise der externen Familie eigentlich schlafen, aber ich konnte es nicht. So wurde es langweilig. Viel den Hund gestreichelt und Gulasch aus den Resten des Raclettes gekocht. Abends nach dem Essen dann den Bus verpasst und spät zu Hause gewesen. Weihnachten war ok, nächstes Jahr wohl bei Ihnen und nicht in Berlin. Habe eine schöne Decke von meiner Mutter mitnehmen dürfen, ich freue mich, auf diese Decke war ich neidisch. Viel zu viel Süßes die Tage gegessen, aber es war Weihnachten, da haben die Kalorienzähler Pause. Ich fühle mich gut mit der Freiheit heute, kein Wecker, keine Hetze und dem Jobcenter endlich mitteilen, dass ich sie bald nicht mehr brauche. Auf in den Tag, das Grau ist heute nicht so relevant.

Ätzend, Hunger, Kürbisgemüse und Zeiteinteilung

Moin, ätzend im Winter an einem Feiertag so früh wach zu sein, aber die Familie ruft. Die früh aufstehende Sippschaft hat einen Frühstücks-Termin um 9 angesetzt. Ist echt nicht ihr Ernst. Ich denke ich werde zu spät kommen, ich denke ich werde keinen Hunger haben. Eigentlich macht so ein Termin keinen Sinn für mich. Für alle Berliner Familienmitglieder macht das keinen Sinn. Gestern Kürbis-Kohl-Gemüse meiner Mutter gegessen, ein tiefgefrorenes Menü, was sie mal gekocht hat. Ich werde nie wieder etwas Gekochtes von ihr essen. Ich gebe zu, so lecker war es nicht und außerdem habe ich davon Blähungen, optimal um danach unter Menschen zu sein. Auf in den Tag, ab morgen wieder freie Zeiteinteilung.

Tag, Handy, Wunschliste, Raclette, Party und Chaos

Frohe Weihnachten für mich, endlich ausschlafen, endlich ein Tag für mich. Bin müde, weil ich gestern nach dem Familienfest noch bis nach 3 Uhr morgens wach war, um mit meinem neuen Handy zu spielen und Lebkuchen zu essen. Das neue Handy ist nicht so breit wie ich es gern gehabt hätte, aber sehr dünn und leicht und mit deutlich besseren Funktionen als mein altes Handy. Wir werden uns schon anfreunden. Ansonsten wurde sich an meine Wunschliste gehalten, es gab Druckerpatronen und eine Sammlung von Nivea-Produkten mit Kerze. Meine Geschenke kamen auch ganz gut an, besonders der Cousin war sehr glücklich, dass er seine gewünschte Lötstation bekommen hat, allerdings mit finanzieller Hilfe von Bruder und Vater. Beim Raclette haben wir übertrieben, es blieb viel übrig, also heißt es jetzt nochmal Raclette oder Gulasch. Die zugereiste Familie ist heute im Tropical Island und die Berliner Familie bleibt heute im Bett. Die beste Freundin hat sich ne Erkältung zu gezogen und kann leider kein Partyweihnachten machen. Ruhig ist es hier, kein Laut von den Nachbarn, die unter mir haben wohl ihre Kinder nicht da. Ich bin froh erst wieder im nächsten Jahr arbeiten zu müssen, ich brauche die Ruhe. Grau grüßt der Tag und der Haushalt wartet, aber ich habe selten Besuch, also muss nur ich mit dem Chaos klar kommen.