Die Maske

Guten Morgen, ich bin traurig, weil er traurig ist. Irgendwie kommt bei so vielen Problemen keine gute Laune auf. Heute Abend Geburtstag meiner nicht genetischen Cousinen, ich habe keine Lust, aber werde wohl trotzdem hinfahren. Ich brauche meinen Urlaub, ich brauche Lösungen. Für mich, für ihn. Wenig geschlafen, aber die Sonne scheint. Heute Arbeit und zwei Beratungen, mir geht es gut, auch wenn sie weg ist. Besser als ihm. Der Kaffee schmeckt und ich fühle mich schlecht, weil ich so verdammt privilegiert bin, einfach nur, weil ich hier geboren wurde. Einfach so, nicht mein Verdienst. Ich würde gern zaubern können, kann ich aber nicht. Vieles ist bezahlt und das Konto ist schon wieder rot, der Dispo wird mich durch den Monat bringen. Schweigen, versuchen so Probleme zu töten, aber so funktioniert das nicht. Ich bin verschwitzt durch die Nacht, stinke, die Haare verwirrt und aus meinen Augen tropft es. Scheiße alles, aber selber schuld, ich mag es doch kompliziert, aber das hier ist mir gerade etwas zu viel. Weine ich ihretwegen oder seinetwegen oder beides? Oder doch ganz egoistisch meinetwegen? Ich muss mich selber aus dem Spiel nehmen, Zeit für meine Trauer, Zeit um nachzudenken, doch bis dahin die Maske mit dem Lächeln aufgesetzt….

12 Gedanken zu „Die Maske

  1. Meine liebe Nadine, wir sind doch die Hoffenden! Es wird sich entzwirbeln, vielleicht nicht gleich, aber es wird. Bis dahin ist es aber schon okay, paar Tränchen zu vergießen. Warum, ist nicht so wichtig, es muss eben raus. Bei Frauen wirkt das oft entkrampfend oder erleichternd, ich wünsche dir diesen Effekt!
    Wenn dann erstmal Urlaub ist, wirst du auch mehr Zeit für dich selbst haben.

    • Liebe Hoffende, danke für deinen Optimismus! Ja genau betrachtet ist es sogar ein Privileg für mich wieder weinen zu können, das konnte ich viele Jahre nicht. Richtig, Zeit für mich und keiner der erwartet, dass ich stark bin.

  2. Okay, ich hatte die eh schon nur gering dosiert genommen… Jetzt darf ich eh nicht mehr, Wechselwirkungen mit Immunsuppressiva.
    Schön, dass dein Gefühlsleben soweit zurückgekehrt ist und du hoffentlich trotzdem klar kommst!

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