Gemeinsam, unanständig und Silvester

Mahlzeit, wieder ein gemeinsamer Morgen ohne Rückzugsmöglichkeiten. Jetzt reicht es aber ich habe gefrühstückt, ich habe geduscht und bevor ich das Haus verlasse, wird gebloggt. Gestern nicht mehr viel passiert, er hat zwar gekocht, aber ich mochte es nicht und so aßen wir separat. Ansonsten im Netflix Fieber, aktuell schaue ich viel und ohne Ende. Er ist erstaunt über die Deutsche Weihnacht, in Afrika ist Weihnachten wohl eine einzige Party, während die Deutschen lieber mit der Familie zusammensitzen, essen und saufen. Beschissenes Wetter heute, da bekommt man auf gar nichts Lust, aber ich habe kaum mehr Tabak und auch kein Bargeld, deswegen sollte ich heute wohl doch das Haus verlassen. Um Mitternacht möchte ich mit ihm mit einer Flasche Sekt auf einer Brücke stehen und das Feuerwerk beobachten, aktuell ist unsere Liebe wunderbar. Gestern nur einen bösen Blick bekommen, eine Frau in der S-Bahn fand es wohl unanständig, dass ein schwarzer Mann mit einer weißen Frau Händchen hält. Warten wir ab, dieses Jahr ist Silvester kein Problem für mich, denn Singles wie ich, die kaum weggehen, haben Silvester schlechte Karten Gesellschaft zu finden, aber ich bin ja nicht mehr Single. Mal sehen wie laut es hier heute Nacht wird, meine Erfahrung ist, die knallen bis 5 Uhr morgens. Komische Welt, ohne sie und auch ohne Vater an Silvester, aber das neue Jahr wird gut, ich habe mein Leben zurück. Ich wünsche allen da draußen einen guten Jahreswechsel, möge Friede und Gesundheit mit euch sein und alles besser werden.

Post, Bank, Krankenkasse und einkaufen

Guten Tag, morgen war einmal, bevor ich bei der Deutschen Post, bei der Sparkasse und bei der Krankenversicherung war. Endlich geschafft Vodafone ihren Elektroschrott zurückzusenden, sein Weihnachtsgeschenk auch und dann noch die Einschreiben an das Bafögamt und die Rentenversicherung. Weiter ging es zur Bank, endlich ein Girokonto für ihn eröffnen, erst fast abgewimmelt worden, weil wir keinen Termin hatten, aber dann doch noch einen englischsprachigen Berater bekommen und erfolgreich das Konto eröffnet. Keine Ahnung, warum das ohne mich nicht möglich war, obwohl er es mehrfach allein versucht hat. Danach zu seiner Krankenkasse, die trotz geringen studentischen Einkommen einen hohen freiberuflichen Beitrag von ihm wollen, was laut deutscher Gesetze und Vertragsdetails auch bis August 2020 zulässig ist. Blöd, dass er auch eine deutlich günstigere private Studentenversicherung hätte haben können, aber niemand hat ihn dazu informiert. Jetzt steht der Vertrag mit der sauteuren Versicherung aber und es liegt an der Kulanz des Chefs, ob er vielleicht doch früher raus darf. Bei mir gestern nicht viel passiert, nicht das Haus verlassen und mich sehr gefreut als er wieder kam, ich scheine ihn wohl doch sehr vermisst zu haben, denn heute Nacht hing ich wie eine Klette an ihn. Einkaufen müsste ich, aber ansonsten heute nichts mehr, genug geschafft für heute und sollte irgendwer meinen Schatz diskriminieren, kriegt er oder sie es mit mir zu tun. Das Wetter ist mies und ich trinke Saft und blinzele in den Tag, genug geschafft für dieses Jahr.

Mitgewirkt, Rente, gekocht und Sonntag

Guten Morgen, Stille die Zweite, aber nicht lange, er ist auf dem Heimweg. Alleine sein ist klasse, doch alleine einschlafen dann doch schon ungewohnt, irgendwie fühle ich mich sicherer, wenn er in der Wohnung ist. Gestern tatsächlich mitgewirkt, dazu brauchte ich alte Lebensläufe und meine Zeugnisse, der Zeitraum 1997 bis 2009 ist jetzt erklärt. Eigentlich eine wichtige Sache, denn soweit ich gehört habe zählen Studienzeiten bei der Rentenberechnung, von einem Studium weiß die Rentenversicherung bisher nichts. Jetzt bleibt es also spannend, ob mein Rentenanspruch steigen wird. Gestern sehr lecker, eigentlich für uns beide, gekocht. Aber er kam nicht, also aß ich allein und nahm meine Verlängerung Alleinsein dankend an. Nicht das Haus verlassen, aber etwas geputzt, dreckig ins neue Jahr starten ist keine Option. Dem Bafögamt ebenfalls nochmal geschrieben, der Eiertanz um meine Kohle. Die Sonne scheint und blauer Himmel mit kleinen weißen Wolken grüßt. Die Vögel piepsen und alles ist gut. Komische Welt, aber alles friedlich für mich, nicht so ein Drama wie die beste Freundin gerade hat. Brötchen warten und ich plane Rührei, aber ich warte auf ihn, der Sonntag gehört uns. Vielleicht in Zukunft öfter mal einen Sonntag frei, denn der Vater flirtet gerade mit einer Frau, ich würde ihm wünschen, dass es was wird, solange die nicht gleich bei ihm einziehen will. Auf in den Tag, die Kaffeevernichtung hat begonnen.

Stille, backen, SMS, mitwirken und Verwandte

Guten Morgen in aller Stille, niemand hier, keiner will was, keiner sieht mich, herrlich. Gestern doch kurz das Haus für Müll und Einkauf verlassen, dann aber schnell zurück in meine Schutzhöhle. Reste von Weihnachten gegessen und einen großen Marmorkuchen gebacken, irgendwie war gestern Zeit zum Backen. Sein Geschenk ist endlich angekommen und liegt jetzt als Geschenk verpackt bereit. Die beste Freundin meint mir um 5 Uhr morgens SMS schreiben zu müssen und hat mich damit geweckt, die Nachbarn schrien sich gegen 10 laut an und machten mich endgültig wach. Der Kaffee schmeckt, die Kippe auch und ich kann es gar nicht fassen, dass ich allein bin und es vorerst auch bleibe. Nichts zu tun, außer vielleicht Backutensilien kaufen, aber eigentlich habe ich gestern genug gebacken für dieses Jahr. Heute wahrscheinlich nur kochen, die Wäsche ist gewaschen, es ist gestaubsaugt und gewischt und ich erwarte keine Pakete. Die Rentenversicherung fragt nach Lücken in meinen Versicherungsverlauf und fordert zum Mitwirken auf, vielleicht mache ich das mal endlich, mitwirken. Der Sekt für Silvester steht auf dem Balkon, aber Silvester lässt auf sich warten. Nächste Woche wieder arbeiten, aber ich vermute es wird ruhig. Der Vater versteckt sich bei meiner Verwandtschaft in Köln, schon seltsam, dass er mehr mit meiner genetischen Familie zu tun hat als ich. Aber ich hatte auch vor ihren Tod kaum mit den Verwandten zu tun. Brötchen warten im Tiefkühler und ich habe leckeren Käse, aber ich habe noch einen Kuchenbauch. Auf in den Tag, mal sehen, ob ich heute bei irgendwas mitwirke oder nicht.

Faul, Weihnachtsessen und 24 Stunden Freiheit

Guten Morgen, eine ausreichende Nacht liegt hinter mir und ich habe beschlossen heute ganz faul zu sein. Ich will da nicht raus, ich will keine Gesellschaft, ich will einfach zu Hause sein und ungestört etwas räumen und wusseln. Er wird bald seinen Cousin abholen und wahrscheinlich den ganzen Tag und die ganze Nacht mit ihm verbringen, passt mir sehr gut. Ich möchte zur Ruhe kommen, ankommen in Berlin und Weihnachten verdauen. Gestern das Essen ist gut geworden, der Rotkohl war ein Gedicht, die Knödel okay, das Brathuhn auch und die braune Soße für die schnelle Zubereitung auch akzeptabel. Er hat sich gefreut, das ich für uns noch ein richtiges Weihnachtsmahl bereitet habe und oh Wunder, er hat alles davon mit Begeisterung gegessen, obwohl es sehr deutsch war. Die Waschmaschine läuft und ich warte immer noch auf sein Weihnachtsgeschenk. DHL hatte zwar angekündigt am 24.12. zu liefern, hat es aber dann doch nicht geschafft, ich hoffe sie schaffen es heute. Freiheit und Privatsphäre sind schon geile Sachen, auch wenn ich gestern mit ihm sehr genossen habe. Immer wenn ich Angst kriege ihn zu verlieren, denke ich, dass ich im Gegenzug Freiheit, Selbstbestimmung und Privatsphäre zurückerhalten würde, auch nicht so schlecht. Der Tag grüßt grau und ich habe 21 Grad in der Bude, eine selbst bestickte Tischdecke erinnert noch an unser Weihnachtsmahl gestern, allerdings auch Flecken auf der Tischdecke von dem Essen. Die beste Freundin will heute nicht mit mir essen gehen, weil ihr Freund eventuell Zeit hat. Wer ist hier die Frau, die die beste Freundin sitzen lässt, wegen einem eventuellen Treffen mit einem Kerl? Duschen müsste ich mal und vielleicht noch Müll wegbringen und einkaufen. Mal sehen, die nächsten 24 Stunden gehören mir, nur mir. 🙂

Empfangskommando, Huhn, zu Hause und Rotkohl

Moin Berlin, in meinem Haus ist gerade wieder Kinderwanderung und ich freue mich zu Hause wach zu werden. Hier ist es zwar nicht so schön wie bei meinem Onkel, aber hier ist alles meins und ich bin nicht Gast. Der Kaffee schmeckt, er schnarcht und eine Schale voller Süßigkeiten erinnert daran das Weihnachten ist. Gestern Abend sehr müde gewesen und bei der Einfahrt nach Berlin fast geheult, weil im Zug (Flixtrain) die Ansage kam, dass nicht in Südkreuz gehalten wird, sondern sie mich Hauptbahnhof herausschmeißen. Mein Empfangskommando in Form meines Freundes stand aber Südkreuz. So war ich zwar in Berlin, aber am verhassten Hauptbahnhof und niemand begrüßte mich. Irgendwie war das dann zu viel nach 2 Tagen mit kaum Schlaf und über 1200 km Reiseweg. Er kam dann aber noch zum Hauptbahnhof und wir aßen noch zusammen, allerdings mit Streit, weil er gebratenes Huhn bestellt hatte, aber gekochtes bekam. Mittlerweile alles wieder gut und harmonisch und dank der Frau meines Onkels, haben wir jetzt teuren Sekt für Silvester und Süßigkeiten. Vielleicht sollte ich meinen Vater endlich sagen, dass er hier lebt, bisher ist die offizielle Version, dass er Schlüssel hat und sehr oft hier ist. Brötchen warten und alles ist friedlich, heute gibt es unser Weihnachtsessen mit einem ganzen Huhn und selbst gemachten Rotkohl. Es ist gut wieder in Berlin zu sein mit meiner Liebe, gerade Weihnachten brauche ich ein paar Kuscheleinheiten mehr. Auf in den Tag, ich denke, ich sollte nach dem Frühstück sofort anfangen den Rotkohl zu machen, damit das bis abends was wird. Ich wünsche einen frohen zweiten Feiertag da draußen!

Laute Weihnachten, Familie, Flixtrain und Friede

Frohe Weihnachten die Zweite. Ein lautes Weihnachtsfest liegt hinter mir: Kindergeschrei, bellende Hunde, freche Katzen, laute Musik und irgendwann auch laute besoffene Menschen. Das Essen war exquist, ich war begeistert, aber zwischendurch halt genervt vom Lärm. Mein Nervengerüst war halt durch zu wenig Schlaf und die weite Reise, stark strapaziert. Später dann ohne Kinder und bellende Hunde noch Personen raten gespielt, das fand ich dann, vielleicht wegen den Vodka, doch ganz witzig. Jetzt sitze ich im Zug zurück nach Berlin, von Köln habe ich wenig gesehen. War trotzdem schön in der alten Heimat gewesen zu sein. Der Flixtrain nutzt sehr alte Züge der DB, ohne alles was man Komfort nennt, dafür billig. Heute zahle ich nur 29 Euro für die Rückfahrt, da kann man auf einen modernen Zug, ein Restaurant und WLAN verzichten, auch über die Urinstein-Toiletten mit starken Geruch kann man drüber weg sehen, die meiste Zeit der Fahrt bin ich ja nicht auf der Toilette. War gut die Familie gesehen zu haben, aber auch anstrengend, ob ich die nächsten Tage das Haus verlasse ist unklar. Ich hoffe keiner meiner Leser fühlt sich Weihnachten allein und ansonsten wünsche ich mir Friede für alle.

Kölner Dom