Ausgeschlafen, grummelig, alles doof und die alte Nadine

Guten Morgen, endlich wieder ausgeschlafen, herrlich. Grau grüßt der Tag und ich bin wegen gestern noch etwas grummelig. Ich habe mich über die Kollegen geärgert und auch über ihn, aber heute schon besser. Werde langsam wütend auf den Vater, ich will nicht, dass er die Neue schon überall in der Familie und bei Freunden einführt. Die beiden sind noch keine 3 Monate zusammen, da wartet man doch erstmal ab. Mal sehen was der Bruder zu der Neuigkeit sagt, ich vermute aber er wird auch nicht begeistert sein. Ich würde gern meine Wohnung verändern, aber Geld und Zeit habe ich dazu nicht. Gestern Abend meinen ganzen Frust bei der besten Freundin abgelassen, wir haben über 4 Stunden telefoniert. Heute zum Vater und der Bruder kommt auch, aber ich will gar nicht, ich will gerade gar nichts, denn ich denke mir: „Ihr seid alle doof„. Kollegen doof, Freund doof und Vater doof. Ich hatte mir das alles anders vorgestellt. Was ich so will und was ich mir so vorstelle, scheint aber keine Sau zu interessieren. Immerhin habe ich frei, mein Trostpreis, der mir allerdings auch Zeit gibt, mich so richtig aufzuregen. Irgendwas verändert sich gerade bei mir, es ist so als würde meine jahrelange Gleichgültigkeit meinen Mitmenschen gegenüber plötzlich verschwinden, und was ist? Meine Mitmenschen regen mich auf. Die letzten Jahre hat mich nie irgendwas aufgeregt, es war mir alles egal. Das, was ich jetzt fühle, ist wieder die alte Nadine, die immer mit voller Wucht Gefühle empfindet, das ist sicher gesund, aber ich hatte vergessen wie anstrengend mein Leben vor der Krankheit war. Aber jetzt wieder mehr Pillen fressen, um wieder so gleichgültig zu sein, ist auch keine Lösung. Willkommen im Leben einer sehr empfindlichen und emotionalen Frau. Auf in mein neues altes Leben oder auch mutig gestritten, the future is unwritten.

28 Gedanken zu „Ausgeschlafen, grummelig, alles doof und die alte Nadine

  1. warum soll er sie nicht mit den menschen bekannt machen, die ihm wichtig sind? das ist doch ganz normal. seltsam wäre es, wenn er es nicht machen würde – nach nunmehr drei monaten. solange er sie nicht heiratet…

    • Ich finde das zu früh, bevor ich einen neuen Partner Freunden und Familie vorstelle, warte ich erstmal ab. Aber gut, ich habe in der Vergangenheit vielleicht öfter mal zu lange damit gewartet. Ich finde 3 Monat sind keine Zeit, bei der man sicher davon ausgehen kann, dass die Person für immer bleibt, erst wenn man sich da sicher ist, würde ich vorstellen.

          • hochentwickelte tiere wie dein hund kennen sicher auch schuld, denke ich – und können darum per se auch nicht unschuldig sein.
            na ja, und bei kleinkindern dauert das unschuldigsein auch nicht lange.
            spätestens nach der ersten lüge ist die unschuld futsch. ich kann mich noch gut an meine erste bewusste lüge erinnern…
            ich halte pflanzen im großen und ganzen unschuldig und auch steine und andere formen von toter materie oder energie, die nicht von einer intelligenz gelenkt wird.

          • Ja aber bei Tieren hält sich die Schuld in Grenzen, sie sind nicht wirklich böse, vielleicht klauen sie mal Futter oder kacken auf den Wohnzimmerteppich, das ist aber eine Schuld, die für mich wenig wiegt. Ich denke Kinder auch nur, solange sie nicht anfangen zu denken. Pflanzen sind auch zum Teil schuld, das zum Beispiel andere Pflanzen eingehen. Gegen Steine gibt es tatsächlich nichts auszusetzen, genau drüber nachgedacht, ist es vielleicht nur die tote Materie, die unschuldig ist.

          • je mehr intelligenz, desto böser… würde ich behaupten. zumindest subjektiv. wie soll ein absoluter blödjan z.b. wissen, dass es böse ist, eine frau zu vergewaltigen oder einen typen abzustechen, der ihm blöde kommt?
            ebenso ist es fraglich, ob psychisch kranke über ihre „böse taten“ im sinne der allgemeinen auffassung von gut und böse ansehen können. kein so einfaches thema, obwohl ja jeder denkt, er wisse, was gut und böse ist.

          • Richtig, Intelligenz befähigt erst böse zu sein, weil man ganz genau weiß was böse und gut ist und sich frei entscheiden kann. Wie böse Taten von geistig eingeschränkten oder psychisch kranken zu bewerten sind, ist schwierig. Ich finde solche Tagen sind trotzdem böse, nur dass der Täter es nicht wusste.

          • leider gibt es auch intelligente verrückte, die ihr eigenes wertesystem aufspannen und ihre missetaten aufgrund einer höherer gerechtigkeit wie gott oder anderen abstrusen ideen begründen. genaus deswegen gibt es ja z.b. kriege…

          • Richtig deswegen gibt es Kriege, wenn es eine Ideologie gibt, die schlechtes Verhalten entschuldigt. Für mich ist es aber so, dass jeder, jederzeit für sein eigenes Handeln verantwortlich ist. Ich denke auch die Menschen die ihre schlechten Taten mit Ideologie verteidigen, wissen trotzdem, dass es falsch ist, argumentieren aber mit höheren Zielen um sich zu rechtfertigen.

          • gehirngewaschene menschen glauben wirklich, dass sie im recht sind, wenn sie böses aufgrund einer ideologie oder eines glaubens tun. sie bilden sich ja ein, dass sie damit gegen das böse kämpfen…
            vollkommen absurd freilich. und umso intelligenter die menschen sind, desto einfallsreicher ihre begründungen. natürlich gibt es auch einige, die nur aufgrund von angst und zwang an solchen bösen konstrukten teilnehmen. dieser spagat muss fürchterlich sein. wie lange würdest du es aushalten, z.b. in einem kz als aufseherin zu arbeiten ohne die dazu passende gehirnwäsche?
            das ist ja allgemein die schwierigkeit des menschen in einem totalitären regime. aber auch andere abhängigkeiten wie von arbeitsplatz und familie können uns menschen schon in diese zwickmühle bringen…, dass sie lieber lügen.

          • Ich denke auch die Menschen die auf Grund einer Ideologie böses tun, wissen auch, dass es eigentlich böse ist. Sie habe nur ihre Ausrede und Begründung. Ist aber Schwachsinn, den angeblich böses mit bösen zu bekämpfen macht nur mehr böses. Böses kann nur enden, wenn ihm mit Liebe begegnet wird.

          • dann stellt sich aber die frage: warum soll ein mensch bewusst böses wollen? also nicht hirngewaschen und auch nicht pathologisch?
            und ich meine so richtig böses wie mord, gewalt und betrug und nicht eine doofe alltagsnotlüge.

          • Ich denke, das Böse ist Teil des menschlichen Überlebensprogramms. Ein Tier zu töten, weil man Hunger hat ist auch böse, gehört aber zum Überlebensprogramm. Im Krieg den Gegner umbringen ist auch lebensnotwendig. Aber wir leben in einer zivilisierten Gesellschaft voller Frieden und Wohlstand, da sollte kein Überlebensprogramm aus der Steinzeit laufen.

          • wir leben in einer zivilisierten gesesllschaft voller frieden und wohlstand?
            ich glaube nicht. jedenfalls nicht, wenn ich genau hinschaue und über den tellerrand hinausblicke.
            tiere zu töten, um sie zu essen, ist an sich nicht böse. böse sind aber die massentierhaltung ohne jeglichen respekt vor den anderen kreaturen.
            böse sind selten die urvölker, die noch im einklang mit der natur lebten… erst der moderne mensch ist derart dekadent, pervers und böse, indem er sich als weltherrscher aufspielt.
            okay, der moderne mensch hat freilich bereits eine vorlaufzeit an arschgeigentum. auch im mittelalter sowie in vorherigen hochkulturen war der mensch bereits abgrundtief böse und machtgeil unterwegs. tja. und das nicht aufgrund eines ihm von natur aus aufdoktrinierten überlebensprogramms. nein, zum überleben, müsste der mensch lange nicht so böse agieren.

          • Ich rede von Deutschland oder Europa, nicht von anderen Ländern. Hm ich finde töten immer böse, aber ich esse gerne Fleisch. Richtig die Massentierhaltung ist überhaupt nicht vertretbar. Menschen die do Tiere halten sind für mich Sadisten. Wir sind nicht die Herrscher der Welt, nur Bewohner, wie alle anderen auch.

          • Nein natürlich nicht, ich finde diese Leute sollten aufgenommen und umsorgt werden. Die Grenzen jedoch generell zu öffnen, halte ich auch für einen Fehler.

  2. Meine Therapeutin sagt immer, wenn ich mir über andere zuviele Gedanken mache oder mich aufrege: „Bleiben Sie bei sich!“ Ich glaube, das würde dir auch gut tun. Was andere tun, geht einen im Grunde nichts an… Dein Vater ist für sich selbst verantwortlich. Wenn Kollegen freilich deine Arbeit stören/sabotieren, ist das etwas anderes, da musst du dich wehren. Aber letztlich lebt jeder sein eigenes Leben, das musste ich auch erst lernen.

    • Wenn ich mich aufrege, bin ich sehr bei mir, weil ich mich nur darauf konzentriere, was die anderen mit ihrem Verhalten bei mir auslösen. Wie soll man da mehr bei sich bleiben? Das meine Mutter ersetzt wird, verletzt mich, dass meine Kollegen ihren Streit auf meinen Schultern austragen finde ich belastend und er hat aktuell weniger Zeit, als ich gern hätte.

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