Ring, Corona, Freundin und Diskriminierung

Guten Morgen, die Nacht war nicht so gut, aber insgesamt geht es mir viel besser. Der Blutdruck ist ok, nichts kribbelt, der linke Fuß tut nicht weh, nur die Hand ist mir im Schlaf wieder eingeschlafen. Erstmal aufwachen, mit dem ungewohnten Ring an meinem Finger. Eine verheiratete Frau, das war für mich nie Lebensziel, ich bin da im Denken wohl eher männlich, heiraten heißt aufgeben oder müde sein, ständig Dates zu haben. Ich habe keine Lust mehr ständig zu daten, ich habe keine Lust mehr ständig allein zu sein, ich will einen Partner und Ruhe im Karton. Meine Hochzeitsblumen, rosa Lilien, sind wunderschön, aber riechen etwas aufdringlich. Gestern der Tag war davon geprägt die Ausländerbehörde zu erreichen, man kann derzeit wegen Corona nicht vorbeigehen, man kann nichts online buchen, man kann telefonisch niemanden erreichen, nur eine E-Mail ist möglich. Ich frage mich was die da den ganzen Tag machen, wenn die Kontaktaufnahme nur per Mail möglich ist. Viele haben gratuliert und erwartet hätte das von mir keiner. Ich frage mich ja warum keiner das erwartet hätte, ich habe nie ein „Heiraten ist scheiße“ Schild vor mir hergetragen. Im Nachhinein mega über die Freundin vom Vater aufgeregt, sie hat sich zwischen uns gestellt und mich in der Wohnung meiner Eltern wie einen Gast behandelt, außerdem möchte sie uns Vorschriften machen, wann und wie oft wir uns sehen dürfen. Geht es noch? Wer ist diese Frau? Sollte das im Sinne meines Vaters sein, werde ich mich zurückziehen. Es tut weh, aber ich lasse mich nicht in meinem Elternhaus von einer Fremden wie einen Gast behandeln und ich will auch keine Genehmigung brauchen, um meinen Vater zu sehen. Heute früh kein Kaffee, sondern Chai-Tee. Das Büro und der Dienst wartet, mal sehen, wie es wird, ich sehe immerhin versetzt zwei Kolleginnen. Heute Abend dann Pizza beim Vater, vielleicht das letzte Mal, denn so kann seine neue nicht mir umgehen, die sind noch nicht mal ein Jahr zusammen und sie tut so, als wären sie bereits seit Jahren ein Ehepaar. Mein Onkel hat angerufen, wegen dem Todesfall, aber auch wegen einer Feier, mein Schatz ist auch eingeladen, da muss er jetzt durch, er gehört jetzt auch zur Familie und wird zu Familienfesten erwartet. Ich habe jetzt einen neuen Nachnamen, einen Namen, mit dem ich sicher öfter diskriminiert werde, aber alter Schuh für mich, ich wurde mein Leben lang diskriminiert, das werde ich jetzt auch noch überleben. Im Gegenteil, so erkenne ich schneller die guten und schlechten Menschen. Die Auszeit von der Arbeit hat gutgetan, brauchte ich auch, war alles viel zu aufregend. Noch habe ich keine Fotos, aber der Vater wollte seine schicken. Auf in den Tag, so beringt, ich bin nicht mehr allein und das ist gut so.

4 Gedanken zu „Ring, Corona, Freundin und Diskriminierung

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