Passabel, Diskriminierung und irgendwann

Guten Morgen, kann passable Nacht. Mit ihm gestern noch viel über die Jobs gesprochen, wie und wo jetzt weitermachen. Auf Arbeit hat es gestern gekracht und ich hatte ein langes Gespräch danach. Ich hoffe, es hilft weiter. Ich will endlich wieder Friede im Team und ich will einen arbeitenden Mann. Dieser wurde von einem Arbeitgeber die Tage stark diskriminiert, ich musste gestern fast weinen deswegen. Da nimmt er allen seinen Mut, all sein Deutsch in die Hand, um nach einem ordentlichen Vertrag zu fragen und beantwortet wird diese Frage mit Ausflüchten und Lügen. Wie kann man nur einen guten, zuverlässigen Arbeiter, der schon fast 2 Jahre dabei ist, so behandeln? Gestern Abend, dann stundenlang Blaulicht im Wohnzimmer, irgendwas ist bei den Nachbarn los gewesen. Ruhe bewahren, zuhören, beruhigen und vermitteln, das scheint gerade meine Aufgabe zu sein, in allen Bereichen. Der Vogel meint, dass wenn ich morgens das Wohnzimmer betrete, dass Zeit ist mich lautstark zu begrüßen, sehr unangenehm, laut und störend, wenn ich noch halb und er eigentlich ganz schläft. Der Blutdruck und Herzschlag sind ok, der Kaffee schmeckt und ich muss heute ins Büro, weil Trennwände geliefert werden. Ein grauer Tag grüßt und er hat wieder Brötchen verbrannt, weitermachen, alles wird gut, irgendwann.

11 Gedanken zu „Passabel, Diskriminierung und irgendwann

  1. Man könnte meinen, auch die Deutschen würden sich weiterentwickeln. In gewissen Hinsichten ist davon nichts zu spüren, im Gegenteil. Es tut mir sehr leid für euch! Über allen strahlt die Sonne… – welch schöne Vorstellung. Und wie weit weg.

    • Nein die Vorurteile und Berührungsängste gegenüber Afrikaner sind weiterhin gegeben. Viele denken sie seien auf Grund ihrer Hautfarbe überlegen. Das ist einfach nur mies. Aber gut wir haben hier in Berlin sehr viele dunkelhäutige Flüchtlinge, das schafft Vorurteile.

          • Das ist wohl altes Denken aus der Kolonialzeit, das man auch noch wissenschaftlich untermauern wollte. Ich verstehe nur nicht, warum das aus manchen Köpfen nicht wieder rausgeht.

          • Ich verstehe es auch nicht und suche nach Gründen. Ich kann mich z.B. erinnern, dass ich im Kindergarten „Wer hat Angst vorm schwarzen Mann“ gespielt habe.

          • Das habe ich auch, aber in meiner Fantasie handelte es sich um einen schwarz angezogenen Mann mit langem Mantel, hochgeschlagenen Kragen und breitkrempigen Hut. 😉
            Wir hatten auch ein „N“ -Püppchen, das war immer ganz besonders, weil es von weit weg kam. Wir haben es als Abwechslung gesehen.
            Mit diesem ganzen Rassismus-Mist habe ich früher gar nichts zu tun gehabt und auch der ein oder andere falsche Begriff war einfach Dummheit, aber keine Abfälligkeit. Zumindest nicht bei mir. Ist doch schön, wenn Menschen unterschiedlich aussehen.

          • So eine genaue Vorstellung hatte ich nie, für mich war es immer nur ein Mann un der Dunkelheit. N Püppchen? Was ist das? Ich war sicher auch schon diskriminierend, aber nie vorsätzlich.

          • N ist das Wort für dunkelhäutig. 😉 Wir hatten ein Püppchen mit dunkler Haut. Was die Sprache betrifft: Man wächst ja nicht im luftleeren Raum auf und übernimmt viel, ohne groß drüber nachzudenken. Ich denke, dass bei Diskriminierung die Absicht dahinter das wirklich Verletzende ist, aber da kann dein Mann sicher mehr zu sagen.

          • Oh das böse word, aber du meintest wahrscheinlich Negro für schwarz. Also ihn verletzt es auch wenn es unabsichtlich passiert, aber er erkennt den Unterschied zwischen Absicht oder nicht.

          • Wir haben das früher schon so ausgesprochen, nicht nur Negro. Aber wie gesagt, die Ahnungslosigkeit war bei allen groß und die wirkliche negative Bedeutung erfuhr ich erst nach der Wende. Es tut mir leid, dass es so war, denn dadurch gibt es viele Leute, die das als harmlos sehen und trotzdem verwenden.

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