Angst, Ärzte, sterben und lieber allein

Guten Morgen, keine so tolle Nacht, aber solange wieder hingelegt bis fast 8 Stunden voll waren. Heute Arzttermin Nummer zwei die Woche, nachdem ich gestern meine Ärztin zu einer Blutuntersuchung bringen konnte, wird heute mein Herz untersucht und ein Langzeit EKG gemacht. Ich habe Angst, aber das ändert gar nichts, außer vielleicht die Werte. Nichts machen und einfach sterben ist auch keine Lösung, dann bin ich halt mal teuer für die Krankenkasse. Meine Mutter meinte immer, wir brauchen nicht zum Arzt. Im Nachhinein denke ich, weil sie neben der Arbeit keine Zeit dafür hatte? Ich erinnere mich wie ich als Kind mit Masern fast an Fieber gestorben bin, weil meine Mutter mich tagelang im Bett liegen ließ und nicht zum Arzt mit mir ist, bis das Fieber dauerhaft bei 42 Grad war. Der Arzt hat dann ziemlich geschimpft und sprach von Lebensgefahr. Vielleicht der Grund warum ich mich heute genauso dämlich verhalte und die Arbeit wichtiger finde als die Arztbesuche. Aber nicht diese Woche, diese Woche habe ich mich krankschreiben lassen, um zu allen Ärzten zu rennen. Ein Blutbild wurde, glaube ich noch nie bei mir gemacht und mein Herz auch noch nie untersucht. Der Herzarzt war ziemlich überrascht als ich das mitteilte, aber es gibt keine Pflicht zum Arzt zu rennen. Immerhin kein Durchfall heute, das ist doch mal was und esse ich eine warme Mahlzeit während des Tages, gibt es auch keine Bauchkrämpfe. Dieses morgens minimal Frühstücken und dann erst abends wieder essen, findet mein Bauch gerade nicht lustig. Die Vögel stressen gewaltig, vielleicht weil die Sonne endlich mal wieder scheint. Der Kaffee schmeckt und ich versuche ruhig zu bleiben, wenn ich krank bin, dann bin ich halt krank, wenn ich sterben muss, dann muss ich halt sterben. Mein ganzes Leben lang wollte ich immer wieder sterben, diese Welt erschien mir zu oft nicht lebenswert. Früher wollte ich durch einen vermeidlichen Tod meine Mutter bestrafen, habe es aber dann doch nie gemacht und heute ist sie tot und ich denke, sie ruft nach mir. Es gibt aber auch Menschen auf Erden, die nach mir rufen, die mich noch brauchen, also ab zu den Ärzten und hoffentlich weitergelebt. Die Frauen in meiner Familie sind eigentlich alle sehr alt geworden, außer meine Mutter. Der genetische Vater scheint auch noch zu leben, bisher keine Post vom Anwalt bekommen. Hier allein zu sein, ist immer noch seltsam, einerseits herrlich, dann auch wieder gruselig. 18 Jahre musste ich warten, bis ich endlich allein leben durfte, ohne Fremdbestimmung, ohne ständig umgesetzt zu werden und auf die Launen der Erwachsenen ständig Rücksicht zu nehmen. Vielleicht der Grund warum ich auch heute noch lieber allein lebe. Ich will keine Gefangene sein, von niemanden. Auf in den Tag, genug therapeutisch geschrieben heute und den passenden Song zum Leben und sterben:

9 Gedanken zu „Angst, Ärzte, sterben und lieber allein

    • Danke dir liebe Hoffende, auch danke für das Lesen dieses doch sehr selbst therapeutischen Textes. Ich denke Wissen um die Gesundheit oder nicht Gesundheit ist besser als sich unwissend zu fürchten.

      • Liebe Nadine, ich lese alle deine Beiträge, ob therapeutisch oder nicht – wenn auch manchmal etwas später. 😉
        Ich gebe dir absolut recht – selbst wenn sich irgendwas rausstellen sollte bei deinen Untersuchungen, kann man das behandeln oder links liegen lassen, wenn es nicht schlimm ist. Auf jeden Fall besser, als diese Ungewissheit, die einen auffrisst! 👍
        Ist denn bei deiner Untersuchung heute auch ein Belastungs-EKG dabei?

        • Danke dir liebe Hoffende. Warten wir ab, eigentlich möchte ich nicht behandelt werden, aber wenn es nötig ist, werde ich es versuchen. Ich glaube nicht, heute werden zwei andere Untersuchungen gemacht. Ich hoffe, ich kriege nicht wieder ne Angstattacke.

          • Oh, ich hoffe, dass du an so nette Leute gerätst, dass kein Grund zu Angst besteht! Mit Behandlung meine ich z.B. Blutdrucktabletten oder sowas. Ich bin gespannt, was du zu erzählen hast!

          • Blutdrucksenker nehme ich schon und es scheint zu helfen. Letztes Mal waren sie sehr nett, jetzt warte ich.

  1. Liebe Nadine,

    vielleicht verstehe ich nicht alles richtig. Soweit ich mich erinnern kann, warst Du doch länger als einen Tag im Spital. Und da haben die dort nie ein Blutbild gemacht? Und wieso musst Du deine Ärztin überzeugen, dass sie dir ein Blutbild verschreibt.

    Also bei uns in Österreich ist das Standard. Nicht nur bei den Greisen wie meiner Frau und mir, sondern auch z.B. bei meiner Sängerin, die erst 35 Jahre alt ist. Egal, welche Beschwerden oder Symptome gemeldet werden, ein Blutbild ist das erste, was eine Ärztin anfordert. In Serbien kostet mich das 10 €, in Österreich ist es gratis. Du brauchst doch ein Blutbild schon allein, wenn ein Verdacht auf Zucker oder Triglyceride besteht, selbst nur ein „leiser“. Und da Du schwer bist, ist es nahe liegend, hier auf bestimmte Ergebnisse zu testen.
    Nicht jeder Arzt oder Ärztin ist vielleicht das Gelbe vom Ei. Doch wenn ich Zweifel hätte, würde ich den Arzt wechseln. Eine Internistin hat mir hier in Österreich ein Blutdruck senkendes Mittel verschrieben. Auf meine Rückfrage meinte sie, dass dieses Medikament „der Goldstandard“ sei. Als ich dann wenige Jahre in Serbien einen Internisten konsultierte, stellte er fest, dass dieses Medikament absolut kontra-indiziert ist. Nach ganz wenigen Jahren hätte ich aufgrund der Einnahme mit einer Herzoperation zu rechnen gehabt.

    Als ich noch 135 kg wog, war es unerlässlich, ein Blutdruck senkendes Mittel zu nehmen. Anekdote: als ich in Wien meiner Schwester, einer Lungenfachärztin davon erzählte, (neues Medikament Co-Diovan) meinte sie, ja das nehmen wir ja beide (ihr Mann und sie).
    Heute wiege ich nur (?) mehr 120. Der Blutdruck ist bei 120/80, aber natürlich muss ich trotzdem noch Gewicht reduzieren. Wenigstens auf 104 möchte ich kommen. (Aber wahrscheinlich habe ich vorher noch eine Hüft-OP.) Meine Hausärztin, der ich sehr vertraue, ich habe sie seit 25 Jahren, hat mich gefragt, warum ich mich in Serbien untersuchen lasse. Das hat sich ursprünglich ergeben, als ich einmal einen -bis heute unerklärlichen – Schwindelanfall hatte. Ich wurde von Professor zu Professor geschleppt, bis ich auch bei dem Internisten landete, zu dem ich jetzt einmal jährlich fahre, auch wenn es nur zur Kontrolle ist.
    Ich erzählte ihr vom Unterschied. Meine Erstuntersuchung hat damals eine Stunde gedauert. EKG, Ultraschall, Abtasten, Abhören, etc. Ich hatte und habe es immer noch, dass der Arzt alles ausschließen möchte, was es allenfalls zu übersehen gibt.

    Ich habe jetzt ein sehr gutes Gespür für meinen Blutdruck. Vielleicht messe ich mich einmal in der Woche. Meine Frau misst sich regelmäßig und dafür gibt es gute Gründe, weil Schwankungen bei ihr durchaus medizinisch begründet sind.

    Die Geschichte mit 42° Fieber klingt für mich fürchterlich. Ich habe allerdings eine gute Freundin, deren Mutter, die sogar Krankenschwester war, die Tochter ebenfalls sehr schlecht behandelt hat. (Damit meine ich seelische Verwahrlosung.) Diese Frau ist heute 54 und „kämpft“ mit dem Leben trotz ihrer Intelligenz und durchaus herzeigbaren Ergebnissen.

    Ich glaube, dass man vor Ärzten und Ärztinnen keine Angst haben sollte. Allerdings sollte man bei der Auswahl sehr sorgfältig vorgehen.

    Nur zur Ergänzung: Blutbilder werden vielleicht normalerweise erst im späteren Alter gemacht. Aber auf alle Fälle bei Beschwerden und bei Feststellung des Gesamtzustandes, wenn man in ein Spital kommt. (So ist das zumindest in Österreich.) Allenfalls werden nicht immer alle Werte erfasst, weil einige Untersuchungen teurer sind als andere.

    Es ist ziemlich erschreckend, deine heutige Eintragung zu lesen. Mein Grundgedanke: wie viel wurde da versäumt!

    • Lieber Hans, danke für deinen langen Kommentar. Ich hoffe du verstehst, dass bei Kommentaren die länger sind als mein eigentlicher Beitrag, die Antwortzeit oft sehr lang ausfällt. Als ich 2013 im Krankenhaus war, kann ich mich nicht an einen Bluttest erinnern, was nicht heißt, dass keiner gemacht wurde. Kann sein, seitdem aber nicht mehr. Nicht alle Bluttests werden von der Krankenkasse zu jedem Alter bezahlt, weswegen sie meistens nichts gemacht werden. Meine Ärztin meinte halt, dass Schilddrüsenwerte bestimmen nicht bezahlt wird, ohne Überweisung durch den Kardiologen. Sie meinte dann aber das geht auf sie. Keine Ahnung warum ich Ärzten misstraue, ich sehe sie halt nur als Menschen mit Medizinstudium, nicht als Götter in Weiß. Und leider sind sehr viele Menschen kacke, das ändert kein Studium. Meine alleinerziehende, sehr junge Mutter war halt überfordert davon das Geld heranzuschaffen und eine Mutter zu sein, vieles, ja sehr vieles wurde dadurch versäumt. Aber ich habe es überlebt, wenn auch mit sehr vielen Beulen. Angeblich bin ich auch überdurchschnittlich intelligent und mein EQ ist sehr hoch, trotzdem bleibe ich wohl mein ganzes Leben „Hancock“ (Film).

      • Liebe Nadine,
        ich hatte gar keine Antwort mehr erwartet, nachdem die Tests so gut ausgegangen sind. Ich freue mich für dich. Es ist wohl eindeutig, dass die Krankenversorgung, oder vor allem auch die Gesundenversorgung, in Österreich viel besser als in Deutschland ist. „Götter in Weiß“ ? Nun, meine Schwester ist eine sehr gute Lungefachärztin im bestätigten Diagnose-Resultaten. Aber nicht in allem ist sie so intelligent, nicht so sehr, wie ich es immer angenommen hatte.
        Aber ich glaube auch nicht allen, aber vor allem einem Arzt in Belgrad. Er ist mittlerweile vielleicht auch schon in meinem Alter und hat während des Krieges 1995 als Militärarzt gedient und alles gesehen, was möglich ist, nicht nur die Interna, für die er jetzt zuständig ist.
        Ich habe während meiner Berufstätigkeit bei C.Reichert und Carl Zeiss allerdings Spitzenärzte kennen gelernt, vor allem in Russland. Aber das waren im wesentlichen doch eher Wissenschaftler.
        Aber eigentlich ist nur eines wichtig: deine Werte sind ok. Und darauf kann man schon etwas aufbauen. Alles Gute, Hans

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