Emma, Eintopf, Stimmen und überleben

Guten Morgen, ich bin besorgt. Ja gestern wurde meine Fröhlichkeit leider stark gedämpft, denn Emma, die Therapiehündin der Kollegin, hat einen Tumor. Oft habe ich mit Emma gekuschelt und gesehen wie sie die Kollegin emotional aufbaute und manchmal auch mich. Sie sollten jetzt in der Klinik sein, ich hoffe die magischen Worte: „Koste es was es wolle“ bringen noch was, falls nicht, wäre es eine Katastrophe. Ich weiß nicht was mit der Kollegin passiert, wenn Emma stirbt, sie ist glaube ich ihre wichtigste Bezugsperson. Ich habe Hilfe angeboten, aber bisher hat die Kollegin sich nicht erneut gemeldet, ich denke ich höre heute erneut von ihr. Die Sonne scheint, ich habe genug geschlafen und es erscheint ansonsten ein schöner Tag, ich muss all das Erlebte bei den Ärzten noch sacken lassen und gelobe Besserung. Gestern frisch gekocht, meinen Eintopf mit breiten grünen Bohnen, Kartoffeln, Hackfleisch und Tomate. War lecker und ist, denke ich auch gesund. Ich muss mein Leben ändern, für mein Leben, aufhören zu rauchen, Gewicht verlieren, sonst werde ich das Rentenalter auch nicht erreichen. Die guten Befunde gestern waren ein Zeichen von „Noch ist es nicht zu spät“ und sind damit meine Chance noch was zu ändern. Meine Hausärztin war sehr erstaunt über meiner Werte, trotzdem Gewicht. Meine Gedanken zum Abend kreisen jetzt weniger um Herrn X und aktuell mehr, um meine Erinnerung an den Fieberwahn (Nahtod?) mit 11 oder 12. Damals hatte ich angefangen mich mit nicht sichtbar anwesenden Leuten zu unterhalten. Das hatte damals aber geholfen, die Stimmen, die ich damals hörte, waren fürsorglich und wollten, dass ich überlebe. Der Vater meinte dazu, dass er mir das auch glaubt, und das es normal sei, dass wenn man tagelang allein im Fieberwahn liegt, sich mit nicht anwesenden Leuten zu unterhalten. Also damals doch keine Schizophrenie? Ich weiß es nicht, aber ich habe überlebt. Heute keine Pläne, eigentlich wollte ich den Tag verschlafen und vielleicht zum Supermarkt gehen, mich erholen, alles sacken lassen und Pläne schmieden, uneigentlich warte ich jetzt auf Neuigkeiten von Emma. Der Blutdruck und Herzschlag ist normal, mein Magen macht gerade auch keine Probleme, die Vögel sind mit ihrem Gepiepse zurückhaltend. Leben eine einmalige Chance, ein Song meiner Mutter dazu, sie hatte auch gute Seiten, sie hat mich zur Kämpferin gemacht…

5 Gedanken zu „Emma, Eintopf, Stimmen und überleben

  1. Ich kenne mich mit Fieber nicht so aus, und mit Schizophrenie auch nicht wirklich. Trotzdem glaube ich, dass es eher normal ist, sich im Fieberwahn mit guten Geistern zu unterhalten. Glaube nicht, dass das schon die Krankheit ist. Eher, dass Du gekämpft hast und dadurch gute Geister bei Dir waren… Zeigt allerdings auch, dass Du sicher hohes Fieber hattest.

    Ich finde es total klasse, dass Deine Blutwerte so gut sind! Das habe ich schon öfters gehört, dass Übergewicht nicht zwangsläufig krank sein bedeutet und manche überhaupt kein Cholesterin oder Zucker oder so haben, sondern absolut gesund sind! Das mit dem Rauchen kriegst Du auch noch hin! Ich weiß zwar nicht wie, aber du machst das schon! Alles Liebe!

    • Liebe Nell, mit Schizophrenie kenne ich mich nach all den Jahren schon aus, aber von Fieberwahn und Nahtod habe ich bisher keine Ahnung. Ich lese gerade dazu, um vielleicht besser zu verstehen. Ich hatte sehr hohes Fieber, konstant über 40 Grad, über Tage und ja ich wollte leben. Richtig ich habe auch keinerlei Zucker- oder Cholesterin-Problem, warum auch immer. Ich denke aber ich muss jetzt was tun, damit das so bleibt. Heute schon mal gescheitert, dabei schmeckte die Kippe zum morgen wirklich scheiße. Dir auch alles Liebe!

      • Eine Kippe, die scheiße schmeckt, klingt für mich nach einem ersten Schritt zum Aufhören. So hat bei mir damals auch das Aufhören angefangen. Aber ich habe ein paar Tage gebraucht, bis ich wirklich gar keine mehr geraucht habe. Hab noch tagelang halbe Zigaretten geraucht, um davon weg zu kommen.
        Danke Dir! 🙂

        • So ging es mir gestern schon, Kippe angemacht und nach noch nicht mal der Hälfte für scheiße befunden und ausgemacht. Ich versuche es weiter, ich vermute nämlich fast rauchen aufhören könnte schneller gehen also abzunehmen. Danke Dir auch!

  2. Pingback: Psychiater, Tod, Haare und Slim Shady | Nadine in Berlin

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.