Müde, Sonnenblumen, Schmerzen und Berlin

Guten Morgen, noch sehr müde, aber Tageslicht und lärmende Nachbarn, also aufgewacht und Kaffee gekocht. Wie war es? Die Zugfahrt hin erschien zuerst spannend, aber über drei Stunden mit Maske und ohne Rauchen wurden mir dann doch etwas lang. Vorort dann mieses Wetter und Verwirrung über die Busverbindung, also erstmal vor Ort ein Restaurant gesucht und erstmal nichts jenseits des Döners gefunden. Als Berliner fährt man nicht nach Greifswald, um Döner zu essen. Irgendwie alles geschlossen, ach stimmt ja da war was Pandemie, viele sind wohl pleite gegangen. Im Endeffekt in einem Einkaufscenter gelandet, wo das Restaurant immerhin zur Mittagszeit für ein paar Stunden geöffnet hatte. Das war dann teuer und gar nicht mal so lecker, entschuldige aber Tagliatelle mit Spinat und Lachs koche ich besser und deutlich günstiger. Danach doch noch den Bus gefunden und Richtung Meer, ja, „Richtung“ Meer, denn wir hatten keine Ahnung wo aussteigen. Also stiegen wir falsch aus und standen in der Pampa, ganz ohne Meer. Die Zeit rannte und so rannten auch wir, eine Rollstuhlfahrerin nannte uns den richtigen Weg, aber dieser erschien unendlich lang. Für mich besonders lang, weil mein Bein wieder schmerzte und durch die Massage auch meine Schultern und der Rücken, keine Situation wo frau lange, vielleicht aussichtslos durch die Pampa rennen möchte und kann. Auf dem Weg dorthin gab es dann aber ein Highlight, ein Sonnenblumenfeld. Ich wollte eigentlich eine Sonnenblume mitbringen, aber hatte es nicht geschafft, aber wie es schien hat Greifswald wohl schon genug Sonnenblumen. Die Sonnenblume war ihre Lieblingsblume. Einen Schrei- und Heulkrampf von mir später doch noch zum Meer geschafft, einen Biber gesichtet, zahlreiche geschlossene Restaurants und sehr viele Kinder im Alter bis zwölf. Ans Meer gesetzt Möwen beobachtet, ich wartete, dass mir eine auf den Kopf scheißt, aber das passierte zum Glück nicht.

Kopfhörer aufgesetzt gegen das Geschrei von zwei kleinen Jungs, sofort kamen die Tränen. So konnte ich kein Gespräch mit ihr führen, aber vielleicht hatte ich das am Morgen schon erledigt, in die graue Aussicht geschaut, Wasser Sportler beobachtet. August 2021 am Meer, das hatte ich mir anders vorgestellt. Aber Spanien ist Risikogebiet, Spanien ist einen 5-6 Stunden Flug mit Test und Maske entfernt. Ich bin sicher, sie war auch in Greifswald, für ihre behinderte Tochter. Danach wieder aufgebrochen in der Angst den Zug zu verpassen, also zurück zum Bahnhof und doch noch beim Döner gelandet, die boten griechischen Salat an, ein Zeichen, dass das niemals Türken waren. Wie der Mann dann rausfand, waren das auch eher Afghanen. Der Bahnhof hatte aber noch einen Vorteil: Andere schwarze Menschen. Mein Mann wurde teilweise sehr schräg angeschaut von den Greifswaldern, keiner war wirklich unfreundlich, aber die Blicke waren schon merkbar. So waren wir wohl eher eine Attraktion für die Greifswalder als umgekehrt. Gut nach Hause gekommen, aber nochmal 3 Stunden mit Maskenpflicht und ohne rauchen. Mir taten dann abends auch die Ohren weh, von dem Masken-Gummi an den Ohren. Berlin dann wiederzusehen war dann erstmal eine große Freude, der Ort mit Infrastruktur, der Ort mit Straßenschildern überall verfügbaren Nahverkehr, aber, ja aber auch der Ort der Durchgeknallten. Eine sturzbesoffene Frau quatsche uns am Bahnhof voll, in der S-Bahn redete eine, wie ich vermute türkische Frau, laut über Depressionen und ein alter Mann führte angeregt Selbstgespräche. Ah ja Berlin, der Ort der Irren. Diesen Teil hatte ich nicht so vermisst, das erinnerte mich gleich wieder an Arbeit. Zu Hause angekommen dann herrlich, keine Irren außer mir und den Terrorvogel. Schuhe aus, Maske aus, aufs Sofa. Öffentliche Verkehrsmittel fahren erst Ende der Woche wieder, wer weiß, wer mir dann gegenüber sitzt:

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