Die Nacht, Funk, Erinnerungs-Puzzle, Zucker und Schwäche

Ein Gruß aus der Nacht, ich glaube die Nachbarn haben mich geweckt. Aber gut, es kommt bald jemand wegen der Wasserzähler. Jetzt alles Funk, nicht nur die Heizung und der Feuermelder funken hier, sondern auch bald die Wasserzähler. Wollte ich nie haben, kriege ich aber doch, das total verstrahlte, irgendwo hin funkende zu Hause. Dunkel ist es hier und ich aber nicht müde, immerhin 6 Stunden geschlafen, scheint jetzt normal bei mir zu sein, so wenig Schlaf. Der Kaffee schmeckt und ich hoffe der Typ für die Wasserzähler kommt früh, dann kann ich hier auch früh weg. Blutdruck und Puls unten, vor der Pille, in der Nacht fährt mein Kraftwerk wohl runter. Wird Zeit das Haus zu verlassen, diese langen Wochenenden sind nicht so ideal für mich, andererseits auch wieder nötig, denn mehr arbeiten geht gerade nicht. Ich kann wohl nicht ewig vor dem Puzzle in meinem Kopf weglaufen, so viele Erinnerungen und zwischendurch immer wieder die Angst psychotisch zu sein oder zu werden. Ich las aber, das wer ständig daran denkt und es fürchtet, es nicht sein kann. Eine Psychose bedeutet ja, dass die eigene Wahrnehmung erheblich von der anderer abweicht und man die eigene Wahrnehmung aber für die echte hält und darüber auch nicht berichtet oder sogar diskutiert. Wird meine Erinnerung zu schräg, berichte ich sehr wohl und hoffe, dass wer widerspricht und/oder darüber diskutieren mag. Mittlerweile „weiß“ ich, erinnere ich mich, dass nicht nur der ehemalige Chef von einem Spiel sprach, sondern auch ein Kollege viele Jahre zuvor. Habe die alle ein Rad ab? Warum muss mit mir gespielt werden? Das Dumme ist, ich hatte beide Male auch noch zugestimmt, ich naives Stück. Keine Ahnung was ich dachte was da kommt, eine kostenlose Weltreise? Die Kürung zum Superstar? In meiner Psychose dachte ich tatsächlich ich sei Weltstar, zumindest eine kurze Zeit, bis mein Kopf beschloss doch das Opfer der Welt zu sein. Egal, vorbei, alles vorbei und ich lebe noch, zwar eher schlecht als recht, aber der Reflex Atmen funktioniert noch und das Herz schlägt. Natürlich habe ich keine Zeugen, für beide Gespräche, also glaubt mir oder auch nicht. Aber wie der Vater sagte: Egal, es ist egal, was wer vor Jahren sagte oder tat. Es lässt sich nicht mehr ändern, ich kann nichts beweisen und ändern schon mal gar nichts mehr. Laut Psychiater, Familie und Freunden bin ich aber gerade nicht psychotisch, auch wenn meine Erinnerungen zu schräg sind. Es ist ein Fluch sich so gut erinnern zu können, meine bestätigten Erinnerungen reichen zurück bis zum vierten oder fünften Lebensjahr, ich glaube da ist was schiefgelaufen bei mir, dabei dachte ich immer, dass diese Zeit gut war. Aber zurück zum jetzt, die Sonne durchbricht das Dunkel und der Himmel färbt sich pink, heute ins Büro mit Kollegin, keine Pizza danach, die wurde auf Donnerstag verlegt. Gestern das hier gekocht, langsam habe ich den Eindruck, dass das Geheimnis der asiatischen Küche eigentlich nur aus Ingwer, Knoblauch, vielleicht Chili und ganz viel Zucker besteht. Deswegen mag es der Mann wohl auch, auch wenn er es nicht zugibt, er steht auf Zucker. Aber normal, Urinstinkt des Menschen, alles mit viel Fett und/oder Zucker wird als lecker erachtet, weil Energielieferant. Tja leider hat so ein Sessel- und Sofarfurzer wie ich nur gar keinen so hohen Energiebedarf, was dann zur körperlichen Kugelbildung führte. Eine Kugel wollte ich nie sein, in meinen Herzen bin ich immer noch die kleine gut trainierte Tänzerin von früher, die entsetzt wäre, was mit mir passiert ist. Andererseits, damals fing das auch mit der Essstörung an, denn ich dachte damals ich wäre zu dick und fing mit Diäten an. Stopp! Mein Kopf hängt wieder in der Vergangenheit, das jetzt zählt, die Zukunft will gelebt werden und die beginnt jetzt, so schwach ich bin, keine Tränen für dich:

4 Gedanken zu „Die Nacht, Funk, Erinnerungs-Puzzle, Zucker und Schwäche

  1. Warum wirst du nicht wieder die kleine, gut trainierte Tänzerin? Wie man an mir sieht, ist es nie zu spät. Ok, ich war noch nie eine Kugel, dafür war ich aber selbst als Kind noch nie so sportlich und trainiert wie heute. Ich habe außerdem die Erfahrung gemacht, daß ein gutes Körpergefühl und Gesundheit enormen positiven Einfluß auf die Gedanken und das seelische Gleichgewicht hat. Wenn ich mich krank o.ä. fühle, bekomme ich gleich mehr negative Gedanken und Ängste als wenn ich mich gut fühle. Wenn man in der Selbstfürsorge und Selbstliebe bleibt und sich nicht in irgendeinen Leistungsdruck hineindrängen läßt, dürfte auch keine Eßstörung auftreten, denn die entsteht ja nur, wenn man sich selbst ablehnt. Man kann etwas ändern, um sich selbst besser in seinem Körper zu fühlen und gleichzeitig sich selbst so annehmen wie man ist. Das ist kein Widerspruch, sondern bedeutet volle Verantwortung für sein Wohlbefinden zu übernehmen. Gerade wenn es darum geht, achtsamer mit dem eigenen Körper umzugehen, finde ich Yin-Yoga ideal. Und wenn es nur zwei Minuten am Tag sind, (so wie ich angefangen habe) bringt es auch schon etwas, selbst wenn man so natürlich nicht sofort einen durchtrainierten Körper bekommt. Aber besser anfangen und kleine Schritte machen, als sich selbst aufgeben.

    • Liebe Zucker, danke für deine aufbauenden Worte und deine Tipps. Stimmt, es ist nie zu spät, aber ich bin spät dran. Da mich Musik wieder begeistert kann ich mir vorstellen etwas rum zu hampeln, solange ich Luft kriege. Auch wäre Gymnastik denkbar. Schwimmen wäre besser, aber schwimmen kostet Geld und ist Aufwand. Ich habe wohl schon aufgegeben, aber ich kann meine Entscheidung noch ändern? Das Leben ist in den letzten Jahren halt sehr fordernd für mich, da habe ich mich und besonders meinen Körper halt vergessen. Ich weiß: „In einem gesunden Körper wohnt auch ein gesunder Geist“ Bei mir ist es wohl eher dass die kranke Seele den Körper auch krank gemacht hat. Körper und Seele sind eine Einheit, ich finde das ist nicht zu diskuttieren. Unsere Medizin in Deutschland behandelt aber beides jeweils einzeln ohne Rücksprache und Rücksicht aufeinander. So haben die Neuroleptika vielleicht die seelischen Schmerzen verbessert, aber den Körper sehr, sehr geschadet.

      • Am besten das machen, wozu das innere Kind am meisten Lust hat, was aber auch verfügbar ist und dann einfach tun ohne nachzudenken. Mit „wenn…dann…“ – Argumenten begibt man sich wieder in die Opferrolle und macht sich von äußeren Umständen abhängig. Natürlich weiß ich, daß es gerade bei seelischen Schwierigkeiten nicht immer einfach ist, die Kraft dazu aufzubringen, aber der Clou daran ist ja, je mehr man in Bewegung kommt, etwas für sich selbst tut und Spaß hat, um so mehr Energie bekommt man zurück. Ich könnte mir vorstellen, daß die Neuroleptika da weniger für den Körper an sich ein Problem sind, bzw. ein sekundäres Problem, als vielmehr, daß sie ruhigstellen, als Nebenwirkung dadurch aber auch von den Emotionen abschneiden. Und die Emotionen sind ja unsere Hauptenergiequelle, besonders die Wut ist wichtig, um für sich selbst einzutreten und Opferhaltungen zu überwinden. Wenn man also mit den Medikamenten überhaupt keine Energie hat und depressiv wird, kann das auch nicht das Gelbe vom Ei sein, um gesund zu werden. Vielleicht ist es möglich, da bei der Dosierung oder beim Präparat noch etwas zu justieren. Wenn man aber nur kurzzeitig mal schlapp ist, keine Lust hat usw. ist das völlig normal. Das geht jedem so, weil man unterschiedliche körperliche und psychische Zyklen hat, oder jeder immer wieder in irgendwelche inneren Konflikte oder Blockaden gerät. Kein Grund, sich dafür zu bestrafen. Nach meiner Erfahrung ist Tanzen zu Musik ziemlich gut geeignet, um mit blockierten Emotionen in Kontakt zu kommen, wenn man es schafft, den Kopf dabei abzuschalten.

        • Guten Morgen Zucker, mein inneres Kind will tanzen! Mein Körper hat aber schwere Argumente dagegen. Meine Medikamente habe ich bereits sehr reduziert und seitdem fühle ich endlich wieder, mehr reduzieren geht gerade nicht, im Gegenteil, ich musste wieder leicht hochgehen, weil das Leben gerade einfach zu belastend ist. Wenn ich Musik höre, geht der Kopf meist aus, Gefühle regieren dann, logisch oder unlogisch. Als Opfer wollte ich mich nie sehen, so wurde ich nicht erzogen und das ist wohl auch gut so, denn es ist genug in meinem Leben passiert, dass mich aus objektiver Sicher zum Opfer gemacht hat. Ich weigere mich aber mich in diesen Schmerz fallen zu lassen. Wut bringt einen auf Dauer auch nicht weiter, die macht nur krank, wenn die Person, die die Wut ausgelöst hat nicht (mehr) greifbar ist. Ich versuche es immer wieder mit dem Karma Gedanken, dass die Täter alle früher oder später ihre Abreibung erhalten. In meinem Leben hat das auch schon geklappt, manche sind im Knast gelandet, manche sind tot.

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

This site uses Akismet to reduce spam. Learn how your comment data is processed.