Nacht, Bauchschmerzen, Techno, Modeindustrie und Krähen

Guten Morgen oder besser gute Nacht? Wach in der Nacht mit Bauchschmerzen, schlafen wäre besser, aber die Nachbarin ist wach und läuft durch die Wohnung. Ich schlafe später weiter. Gestern noch fleißig gewesen im Haushalt, habe in der Küche aufgeräumt und jetzt wieder einen sortierten Überblick über meine Vorräte. Im „neuen“ Netto gewesen und gar nicht erfreut gewesen, alles wurde umgestellt, nichts mehr ist da wo es war und ich habe nur mühsam ein paar Sachen gefunden, die ich kaufen wollte und vieles auch nicht. Da nützen dann auch schicke neue Tiefkühltruhen nichts, wenn ich orientierungslos durch den Laden irre. Gegessen Rippchen mit grünen Bohnen und Kartoffeln, mir war nach Fleisch und die Bohnen mussten weg. Heute vielleicht das hier. Heute muss ich ins Lager der Mutter, nachdem gestern früh der Mann noch da war, dazu nicht die Kurve gekriegt. Vielleicht habe ich auch deswegen Bauchschmerzen, aktuell fühlt sich mein Bauch an, wie zu ihrer Beerdigung oder es sind doch nur die Bohnen oder beides.

Der Vater hat wieder abgesagt, keine Ahnung warum, also steht hier immer noch ein Fernseher wackelig auf einem zu kleinen Tisch. Stille hier in der Dunkelheit, nach alter Zeit 7:30, nach neuer Zeit erst 6:30 Uhr. Viel zu früh für einen Sonntag. Gestern wieder laute Technozeit bei den Nachbarn, als ich genug davon hatte angefangen zu staubsaugen, dass erfreut die auch und der Boden war wirklich dreckig. Danach war dann Ruhe und der Boden sauberer. Die neuen Nachbarn stressen, ständig rennen die lautstark durch den Hausflur, sehr spät, aber dafür auch sehr früh. Eine neue Hose gefunden, Hosen sind bei mir wirklich ein Problem, ich finde kaum welche, die passen und wenn, gefallen sie mir nicht. Die Modeindustrie will mir wohl sagen, dass man ab einem gewissen Gewicht am besten nackt zu Hause bleibt. Aber sollte die Modeindustrie nicht mir dienen und nicht andersrum? Die wollen mir doch was verkaufen und nicht ich ihnen!? Gleiches gilt für die Kosmetikbranche, die reden einem auch ständig ein wie hässlich man ist und man deswegen ihre Produkte braucht. Durch Kosmetikwerbung habe ich Probleme, die mir vorher gar nicht bewusst waren. Wie können sich Kundinnen so verarschen lassen? Wir zahlen also Geld, um uns schlecht zu fühlen?

Krähen kreisen über dem Haus und verjagen wieder andere Singvögel, das sind Scheißviecher! Die sollen sich ihr Frühstück woanders suchen. Nachts kreisten wieder Helikopter über dem Haus, keine Ahnung warum meine Gegend überwacht werden muss, mir sind keine Gangster in der Gegend bekannt und Nachtleben gibt es hier auch keines, abgesehen von Autoverkehr. Der Tag grüßt rosa in aller Stille:

Kino, Nachtschreck, frei, gekocht und Zeitsprung

Guten Morgen, ganz passabel, aber zu kurz geschlafen. Als ersten Kinofilm nach 2 Jahren einen Film mit Überlänge zu nehmen, war nicht so schlau. Über drei Stunden im Kino verbracht, mit einem Film der in Mitte dann doch sehr langatmig war. Aber durchgehalten, James Bond hat mal wieder die Welt gerettet. Heute frei, das brauche ich auch, irgendwie reichen mir derzeit 4 Tage Arbeit die Woche, ich bin auch dann schon fertig. Der Mann ist noch da, heute Nacht war ich glaube ich der Nachtschreck. Heißt, ich möchte sehr viel Platz im Bett und die Nase war halb verstopft. Blutdruck unten, vor den Tabletten, ich bin mir immer noch nicht sicher, ob ich panisch war und deswegen hohen Blutdruck hatte, oder ob ich hohen Blutdruck hatte und deswegen panisch wurde. Oder beides?

Der Tag dämmert, zum Glück freigenommen, genug erlebt mit der Arbeit die Woche, mir reicht es dann und ein Privatleben habe ich ja auch noch. Gekocht Gnocchi mit Bacon und Tomaten-Walnuss-Pesto, Pesto selber machen ist immer noch neu für mich, aber dieses war lecker. Vielleicht heute noch zum neu eröffneten Netto gehen, die Pfandflaschen türmen sich. Ich ahne schon, dass der Mann sich wieder Rührei zum Frühstück wünscht, finde ich gerade auch gut. Rührei sind die neuen Brötchen, das gibt es meist nur am Wochenende. Ich hoffe der Mann hat bald den neuen Vertrag in der Tasche, bisher gibt es nur Vertragsentwürfe. Der Kaffee schmeckt und ich kann das Rauchen immer noch nicht lassen, gestern nach dem Kino konnte ich kurz riechen, wie eklig Rauch eigentlich riecht. Der Vater hat wieder abgesagt, irgendwie wird seine neue Familie immer mehr Prio für ihn, keine Ahnung wie ich das aufhalten soll, besonders wenn es bald keine Elternwohnung mehr gibt, wo wir uns treffen können. Der Herbst war die letzten Tage wunderbar, gelbes, oranges und braunes Laub leuchtete im Sonnenschein, einfach herrlich anzusehen. Heute Nacht wieder der Zeitsprung und ich bin dabei:

Verkrampft, Master, Pizza, alte Musik und Polizei

Guten Morgen, zu wenig geschlafen, nachts um fünf weckten mich Autoscheinwerfer. Neue Wasserpistole mit weiterer Reichweite besorgt, der Vogel hält sofort den Schnabel. Vielleicht kann er doch bleiben. Die Massage gestern war gut, wusste nicht wie verkrampft mein Gesicht auch ist, dachte das wären nur meine Schultern und der Rücken. Aber nein, auch mein Gesicht hat sehr viele Muskeln, die verkrampfen können und es auch tun. Mein Körper scheint ein einziger Krampf zu sein. Die Schulter- und Rückenschmerzen könnten allerdings auch von meiner Oberweite und falschen BHs kommen, steckte mir die Masseurin, die Anschaffung von mehr entlastenden BHs wäre ein Versuch wert, wenn ich dann weniger Schmerzen habe. Die Gesichtskrämpfe könnten noch vom alten Neuroleptika kommen, da waren die Krämpfe so schlimm, dass ich dagegen sogar ein Parkinson Mittel brauchte. Gelockert wurde das Gesicht seitdem nie und jetzt tut mir mein Gesicht weh, es sieht aber gleichzeitig viel entspannter und jünger aus. Sie hat mir auch erklärt wie ich das selber lockern und massieren kann, ich würde sagen, das steht jetzt öfter auf dem Wochenplan, keine Schmerzen und besser aussehen, sind doch erstrebenswerte Ziele.

Der Mann hat seinen Master in Nigeria bestanden, ich freue mich für ihn! Das war so ein langer Kampf, überhaupt zur Prüfung zu dürfen. Jetzt habe ich also einen Ehemann mit zwei Mastern und bald auch einen ordentlichen Job? Das wäre wirklich eine starke Verbesserung unserer Lage. Ich mag nicht ständig alle Verantwortung tragen und mit meinen für zwei dann doch zu kleinen Gehalt im Zweifelsfall zahlen. Es wäre so schön, wenn das endlich aufhört. Die neuen, noch lieferbaren und von der Krankenkasse empfohlenen Tropfen meines Medikaments schmecken wirklich eklig. Wer billig kriegt, hat halt dann keinen guten Geschmack? Ich hoffe, es wirkt wenigstens wie die alten Tropfen. Die Pizza gestern war gut, ich habe endlich einen wirklich guten Pizza-Fertigteig gefunden, schmeckt wirklich fast wie Pizzeria. Leider immer noch keine Bohrungen wegen dem Fernseher, wäre schön, wenn das dieses Jahr noch passiert. Über Weihnachten gesprochen, unklar, ob die ehemalige Elternwohnung zur Verfügung steht, also im Zweifelsfall bei mir?

Gestern Abend noch in den 80er und 90er Musikvideos versunken und längst vergessene Musik entdeckt. Der beste Internetfreund konnte gar nicht glauben, dass Whitney Houston früher keine Balladen sang. Wie habe ich zu Whitney in der Grundschule die Turnhalle gerockt. Die 80er eine Zeit der unmöglichen Frisuren und seltsamer Kleidung. Gestern war sehr viel Polizei in der Stadt unterwegs, ein Blick auf die Polizeimeldungen erklärte vieles. Die Polizei als meinen Freund und Helfer zu sehen, davon bin ich auch 2021 weit entfernt, für mich bleiben Sie nur die Söldner zur Durchsetzung von sinnigen und oft leider auch unsinnigen Gesetzen:

Schlaf, Massage, das Huhn und Gebet

Guten Morgen, wieder annähernd genug geschlafen. Das kann gerne so bleiben. Für meine Stabilität ist Schlafen immens wichtig. Verstehen Gesunde vielleicht nicht, aber nach meiner Krankheit braucht man geregelte und ausreichende Schlafverhältnisse, um selber als gesund durchzugehen. Gestern die Supervision hat gut getan, habe auch Feedback vom Team bekommen, alle zufrieden für den Moment. Das freut mich, bisher also das Meiste richtig gemacht. Später tatsächlich das Huhn in Erdnusssoße gemacht, was lecker, aber irgendwie auch Diät. Heute Büro und später Massage, ich freue mich darauf. Die letzte Massage ist zu lange her und heute probiere ich auch eine Gesichtsmassage und bin gespannt. Danach dann Pizza für den Vater machen und hoffentlich auch endlich Löcher in die Wand bohren, um den Fernseher zu befestigen. Heute hat mein Schatz Prüfung, ich hoffe es gelingt, auf dass er den Master, auf den er jetzt 3 Jahre wartet, endlich kriegen kann. Morgen vielleicht ins Kino mit ihm, der neue James Bond in Originalton, eigentlich nicht ganz mein Fall, aber tragbar in der Begleitung eines Mannes. War jetzt 2 Jahre nicht im Kino? Ich freue mich sehr endlich wieder ins Kino zu dürfen.

Es gab ja eine Zeit in meinem Leben, in der ich regelmäßig allein im Kino war. Vielleicht mache ich das jetzt wieder, das Kino ist nicht weit und meistens nicht gut besucht. Heute zwei Beratungen, da zwischen Zeit für den Azubi, dem schulde ich Zeit. Ich muss meine Arbeit und mein Arbeitstempo noch optimieren, damit es für alle besser wird. Aktuell bin ich noch viel zu oft das gehetzte Huhn. Der Kaffee schmeckt, die Verdauung macht mal keine Probleme und der Blutdruck ist unten. Spricht für etwas Entspannung. Wäre ja schön, wenn dieses „Durchhalten“ endlich mal ein Ende hat. Ich bete dafür…

Rucola, Zeitumstellung, Brot und Avocado und Emanzipation

Guten Morgen, endlich mal lange genug geschlafen. Brauchte ich auch. Verdauung ok dank Rucola, sollte ich wohl öfter essen, mag ich sogar im Gegensatz zu Chicorée. Der Tag dämmert und ich bin müde, heute weniger Termine und dafür Supervision. Brauche ich auch, denn gestern mein letztes Telefonat hatte es in sich. Hätte ich da mal nicht mehr angerufen. Gestern viel telefoniert und mehrfach den Müll weggebracht, irgendwie musste ich doch raus hier. Lebensmittel-Lieferungen erhalten, vollständig, muss ja auch mal sein. Feststellen müssen, dass mein Humor derzeit so schwarz ist, dass ich aufpassen muss, wo ich welche Witze verbreite. Gegessen Reste, keinen Bock zu kochen. Heute Abend vielleicht wieder. Hähnchen mit Erdnusssoße wäre eine Maßnahme. Haare gefärbt, gründlich, fies ist, dass sich am Hinterkopf eine graue Strähne versteckt hat. Jetzt auch noch Zeitumstellung am Wochenende, wann hört dieser Scheiß endlich auf, dadurch wird kein Strom gespart, nur Millionen von Bürgern sind in ihrem Tag-Nacht-Rhythmus verwirrt, zweimal im Jahr, für gar nichts. Heute ins Büro mal sehen, wie es wird. Für den Moment entspannt auf dem Sofa mit Kaffee und Kippe.

Kartoffelbrot ist da, ich liebe Kartoffelbrot, es müssen ja nicht immer Brötchen sein. Früher war Brot für mich eine Strafe, ich wollte eigentlich immer Brötchen haben, aber die gab es nur zu besonderen Anlässen. Dass Brötchen jeden Tag möglich sind, darauf kam ich erst später, als mich mein Ex mal fragte: „Wenn du Brötchen lieber magst, warum dann nicht jeden Tag?“ Klingt lapidar, aber für mich kam diese Frage wirklich überraschend. Ich hatte so verinnerlicht, dass es Brötchen nur am Wochenende und/oder bei Gästen gibt. Das zu den programmierten Glaubensssätzen als Kind, schön, dass es irgendwann mal aufgefallen ist, dass das eine völlig hinfällige Programmierung ist. Wenn ich Brötchen will, will ich Brötchen! Ich bin alt genug und zahle selber. In letzter Zeit fallen mir viele solche Programmierungen ein, die ich als Kind gehört und verinnerlicht habe.

So haben mir meine Kinderhort-Betreuerinnen z.B. irgendwann erzählt, wie lecker Avocado ist und dass ich als Erwachsene Avocado lieben werde. What the fuck? Ich esse heute wirklich gern Avocado. Ich dachte jahrelang, das wäre meine Idee gewesen. War es aber wohl nicht. Gut Brot und Avocado essen schadet mir wohl nicht, ich bin aber erschrocken, wie man mir dermaßen ins Gehirn scheißen konnte und ich Jahrzehnte brauchte, um es zu erkennen und mich davon frei zu fühlen. Ich denke Eltern sollten wirklich gut aufpassen, wer ihrem Kind was erzählen darf, es könnte lebenslange Auswirkungen haben. Leider erinnere ich mich auch an Glaubenssätze, besonders von der Kirche, die wirklich schädlich waren, aber die behalte ich hier dann mal für mich. Es gilt wohl herauszufinden, was davon Fremd- und Eigenbotschaften sind und mich dazu neu und frei zu entscheiden. Kartoffelbrot ab und zu darf ruhig bleiben, auch eine Avocado ist in Ordnung, aber nicht mehr in dem Glauben das wären meine Lieblingssachen. Es gilt sich zu emanzipieren und selbst zu finden…

Ohne Wecker, Master in Nigeria, Vorratshaltung und das kleine Mädchen

Guten Morgen, wieder ohne Wecker wach, das ist mein Luxus seit Corona, schlafen gehen ohne gestellten Wecker. So ein Morgen oder sogar Tag sind nämlich im Arsch, wenn man von einem lauten Wecker aus den Träumen geweckt wird. Irgendwie schaffe ich es jetzt auch so immer rechtzeitig wach zu sein. Warte auf eine Lieferung, eine aus Faulheit, weil der Tabak leer ist und es hier in Laufweite halt keinen Tabak zu kaufen gibt. Gestern ein verpennter Tag, fast gar nichts auf die Reihe gekriegt, aber gekocht und geputzt neben dem Schlafen. Die Heldentat des gestrigen Tages ist dabei: Boden wischen. Still hier in der Dunkelheit, Trinkgeld aus der Trinkgeld-Socke des Mannes stibitzt. Er versucht diese Woche seinen zweiten Master in Nigeria online zu verteidigen, nachdem das jahrelang nicht gegangen war, weil die Uni einfach geschlossen hatte. Kann man sich in Deutschland wohl nicht vorstellen, man studiert und besteht alle Prüfungen in Regelstudienzeit, man reicht seine Thesis ein und dann, ja dann gar nichts mehr, weil die Uni auf nicht absehbare Zeit geschlossen ist.

Die Nachbarn hatten gestern Technozeit, über drei Stunden am Stück, aber immerhin besser als bohren. Meine Revanche ist jetzt wohl die frühe Lieferung, ich weiß, die hören meine Klingel und alles im Hausflur, genauso gut wie ich. Lieferung erfolgt und scheint vollständig, nicht nur Tabak, sondern auch das schwere Wasser und Obst- und Gemüse. Diese Woche eine Massage, die brauche ich auch dringend, es tut wieder alles weh. Gestern auch Vorräte sortiert, die Schränke sind immer noch voll, aber ich kann gar nicht so viel horten wie ich brauchen würde, um lebenslang den Preissteigerungen zu entgehen, aber es reicht für ein paar Wochen oder Monate. Zum Glück habe ich Vorratshaltung gelernt in meinem Leben, einkaufen, wenn es günstig ist, und zwar soviel, dass es bis zum nächsten Sonderangebot reicht. Nur selten, wird dann zu regulären Preisen gekauft. Dazu dann noch Gutscheine und Treuepunkte sammeln und willkommen in den 50ern, die Zeit in der Treuepunkte erfunden wurden. Einzig das Rabattmarkenheft ist heute digital.

Die Corona-Zahlen in Berlin sind weiterhin hoch und steigend, aber keine Sau interessiert es mehr, es scheint das Motto zu herrschen: „Rette deinen eigenen Arsch zuerst!“. Der Kaffee schmeckt, Termine warten auf mich und wahrscheinlich werde ich auch heute nicht das Haus verlassen. Aktuell aber nicht schlimm, ich habe genug von Menschen. Im Gegenteil, ich genieße es, allein in friedlicher Ruhe zu sein. Frühstück wäre gut, habe noch genügend Eier da und auch Schinken und Zwiebel, Rührei wäre eine Option. Der Mann beschwerte sich die Tage über Gestank im Kühlschrank, das ist kein Gestank, das ist Käse, leckerer Käse. Das ist eine Sache, die ich seit meinen Auszug mit 18 Jahren von zu Hause zelebriere: Käse und auch mal Fisch, wenn ich mag. Durfte ich zu Hause nicht essen, bzw. durfte ich schon, wenn ich es von meinem eigen Geld gekauft und selbst gekocht habe. Keine Ahnung, was diese Erziehungsmethode sollte, dem Kind Lebensmittel zu verweigern, die man selber nicht mag.

Zurück zur Gegenwart, eine Zeit, in der ich selbst entscheide, was ich esse, leider viel zu viel, das dürre Kind in mir hat immer noch Angst zu kurz zu kommen. Deswegen stopfe ich sie in mich herein, die „verbotenen“ Lebensmittel. Leider gehörten Süßigkeiten auch zu den verbotenen Lebensmitteln, die gab es bei uns eigentlich nur zum Geburtstag oder zu Weihnachten. Heute steht da also ein kleines Mädchen mit der Geldbörse einer Erwachsenen im Supermarkt und kann ihr Glück nicht fassen, einfach alles jederzeit haben zu können. Eigentlich sollte ich mit Ü40 mal drüber hinweg sein, bin ich aber anscheinend nicht und damit die dicke Frau.

Langsam wird es hell, ein Brötchen ist im Ofen und ich habe Hunger. Medizin genommen und das saubere Bad genossen, alles wird gut, irgendwann….

Küche, Auswirkungen des Lockdowns, Lebenshaltungskosten und privilegiert

Guten Morgen, zu früh wach, dabei habe ich doch heute frei?! Vielleicht später wieder hinlegen. Wollte den Vater gestern absagen, aber er wollte das nicht und so bin ich doch zu ihm und wir haben gefrühstückt, die Küche ausgeräumt und abgebaut und sind später noch mit dem Hund in den Wald. Der zeitweilige Mieter der Wohnung gefällt mir nicht, aber ich glaube gerade gefällt mir gar kein Mieter. Mieter heißen nur, dass sich alles verändert, dass Erinnerungen verschwinden. Ich denke auch die Küche wird so wie sie war, nie wieder aufgebaut, aber was soll es, meine Mutter mochte diese Küche eh nie? Immerhin dann früher nach Hause und nicht mehr für den Vater gekocht, ich war so müde. Für mich gab es dann noch Maultaschen in einer Gemüsesuppe. Mal ein Gericht, dass keiner der Männer mag. Heute online ein bisschen Politik per Videokonferenz, sonst aber keine Termine. Es scheint so als wollten oder könnten sie keine andere Quotenbehinderte finden, aber ich lasse mich gerne mit dem Gegenteil überraschen. Von der Rentenversicherung nichts gehört, ich vermute nächstes Jahr?

Gestern mit dem Vater über die Corona-Maßnahmen diskutiert, aus meiner Sicht wurden zwar Leben gerettet, aber gleichzeitig auch sehr viele Leben zerstört und ich meine jetzt nicht die überarbeiteten, immer noch zu schlecht bezahlten Pfleger, sondern die ganzen Menschen die durch den Lockdown erkrankt oder sogar gestorben sind. Offiziell gibt es dazu keine Statistik, die das mal vergleicht, aber es gab genügend Berichte über den rapiden Anstieg psychischer Krankheiten bei Erwachsenen und besonders bei den Kindern und Jugendlichen. Aus meinem Beruf weiß ich, dass auch viele Pflegebedürftige, egal ob wegen Alter oder Krankheit keine oder keine ausreichende Pflege mehr erhalten haben wegen dem Lockdown und den damit verschärften Personalmangel. Da saßen aus meiner Sicht gefühlt tausende Menschen mit Unterstützungsbedarf allein und isoliert zu Hause in Berlin und wurden schlichtweg vergessen. Das ist ein Zustand, der immer noch anhält und der einzige Ausweg scheint derzeit zu sein, diesen Leuten Geld zu geben, damit sie sich selbst jemanden zur Unterstützung suchen. Das kann nur nicht jeder, sich selbst Hilfe organisieren und eigentlich ist das auch nur bedingt meine Aufgabe. Ich wäre ja sehr an einer Statistik interessiert, wie viele Leute während des Lockdowns schwer erkrankt sind oder sogar gestorben, nicht an Corona, sondern im weitesten Sinne an Einsamkeit.

Anderes Thema, ich habe eine schöne neue graue Decke, keinen Bock mehr mit dem Mann auf dem Sofa um die Decke zu kämpfen, ich denke, es wird ein kalter Winter und heizen ist nun mal schweineteuer. Die Kosten für alles sind gestiegen: Essen, Strom, Gas, Benzin und Miete. Wobei ich wenigstens kein Benzin brauche, eine sichere Miete habe und durch Stromanbieterwechsel eine Prämie bekam und damit die monatlichen Kosten drücken kann. Nur an den Essenskosten und Heizkosten komme ich nicht vorbei. Aber gut, ich wurde während Corona so fett, da habe ich wärmende Reserven auf den Hüften? Ich ahnte irgendwie, dass es bald kein gutes Essen für traditionell kleines Geld in Deutschland mehr geben wird. Es bleibt nur die Rückbesinnung auf bezahlbar regionale Produkte, aber zum Glück bin ich alt genug, um deutsche Hausmannskost noch zu kennen und zu mögen. Ich komme schon mit Kartoffeln, Möhren und Kohl irgendwie über die Runden. Ob die jüngere Generation das kann, daran habe ich Zweifel. Aber gut, dann müssen sie es lernen.

Wow, das ist jetzt ein langer Text geworden, war nicht geplant, aber irgendwo muss man sich mal auskotzen über die Politik und die Entwicklungen in der Gesellschaft. Mir geht es so weit ganz ok, mein Bein macht wieder Probleme, aber es geht noch, meine Verdauung spielt verrückt und ich schlafe zu wenig. Schöne neue Welt, in der ich immer noch privilegiert bin, dabei geht es mir alles andere als prima. Versuchen wir es mit Musik, etwas, was dank Internet für jeden da ist, vorausgesetzt es gibt eine bezahlte Stromrechnung und einen Internetzugang:

Zwischen wach, Corona, das verrückte Berlin und Mutter

Guten Morgen, zwischen wach, ich lege mich gleich auf jeden Fall wieder hin. Aber der Mann ist gerade in der früh weggeeilt. Keine Ahnung was heute ansteht, der Vater ist krank und es ist unklar, ob wir uns heute sehen oder nicht, gestern hat er schon abgesagt. War aber gut für mich, so hatte ich mal einen Tag zu Hause. Gekocht asiatisch und dazu Entenschenkel, ist gut geworden ohne Kochbox, obwohl ich mich mittlerweile an kein genaues Rezept mehr halte. Im Haushalt nur bedingt was gemacht: Wäsche gewaschen, Kleider im Schrank sortiert und Bad geputzt, mehr war nicht drin. Der neue Küchenmülleimer ist angekommen und wurde für gut befunden, er ist größer als der Alte. Nachts noch unseren Trip nach Stralsund geplant. Corona bedingt fällt leider vieles aus. Vielleicht auch besser, wenn man sich die rote Ampel in Berlin anschaut. Aber klar, hier in Berlin läuft fast alles wie vor Corona: Einkaufsmeilen geöffnet, Bars, Restaurants, Clubs, alles geöffnet und reichlich besucht. Endlich eine Chance sich nicht nur in den öffentlichen Verkehrsmitteln anzustecken. ^^

Ehrlich gesagt hoffe ich fast, dass der Vater absagt, zu Hause bleiben und keine Menschen finde ich gerade auch attraktiv. Ich habe die ganze Woche mit Menschen zu tun, man will ja auch nicht jeden Tag das Gleiche essen und machen. Haare färben wäre auch mal wieder dran, aber das mache ich nur, wenn ich allein bin, wie auch andere Sachen. Die Tage mit Kanye West beschäftigt, er war in Berlin und hat seinen Ruf als Verrückter alle Ehre gemacht. Fällt hier nur nicht so auf, denn Berlin gehört den Verrückten. In seinem Kopf möchte ich gerade nicht wohnen, es muss die Hölle sein. Aber anders als meine Kunden muss er jetzt nicht aus der Verrücktheit heraus, Anträge bei der Krankenkasse, dem Arbeitsamt oder dem Sozialamt stellen, um seinen Arsch finanziell zu retten. Wer reich genug ist, darf so verrückt sein wie er will? Es sei ihm gegönnt.

Die Sonne geht auf, das Schlafzimmer ist jetzt gelüftet mit frischer kalter Luft und ich halte mich an einem Kaffee fest. Der Mann schnarcht auch, ich will nie mehr Gejammer hören, wenn ich schnarche, das kann er auch ganz gut. Mein aktueller Diättipp sind Eier, hatte ich 1-2 Eier zum Frühstück, habe ich sehr lange keinen Hunger mehr. Ich vermisse meine Mama, ich denke das wird nie aufhören, ich hoffe nur, dass die Häufigkeit mit der Zeit weniger wird. Nach Hemden für den Mann geschaut, im Büro, als Zuständiger für Finanzen, vielleicht doch kein Primark T-Shirt und die verbeulte Jogginghose. Auch wenn das natürlich auch ein Zeichen ist, dass er mit den gegebenen Finanzen sparsam und verantwortlich umgeht. ^^

Muss dringend den Keller aufräumen, noch mehr Kram von meiner Mutter steht hier rum und ich ahne schon, wird ihre ehemalige Wohnung vermietet, werde ich noch mehr Kram/Schätze bekommen. Zurück zum Bett, ich höre es rufen, jetzt ist endlich Platz und Ruhe, um mich in die Mitte zu legen und selber Krach zu machen. Vertonen wir das mit einem meiner Lieblingssongs zum Entspannen:

Kaffee, Lager, Geschenke für Erwachsene und goldener Herbst

Guten Morgen, zu wenig geschlafen. Erstmal Kaffee und aufwachen. Heute Lager meine Vorfreude hält sich in Grenzen, aber irgendwann muss es getan werden. Dass der Vater mir allein diese Aufgabe gibt, finde ich immer noch unfair. Aber gut, mein Trostpreis ist wohl, dass dann heute endlich der Fernseher montiert wird. Geärgert gestern wegen Chaos auf Arbeit, das gab nach Feierabend schlechte Gefühle. Aber gut, dafür heute frei davon, genug Tränen die Woche gesehen und auch selbst geweint. Der Mann hat heute noch mal Fahrradschicht, aber ich werde wahrscheinlich nicht hier sein. Ich hoffe alles wird jetzt besser, wenn er bald genügend eigenes Geld verdient. Eine neue Mülltonne für die Küche bestellt und einen Stöpsel für die Badewanne, was man so spannende Dinge als Erwachsene bestellt und sich dann auch noch freut. Schenke mal einem Kind eine Mülltonne und einen Badewannenstöpsel, das freut es sich sicher sehr.^^ Aber die erwachsene Nadine hat dann für ihren Kurzurlaub einen Kosmetiktermin bestätigt und einen Hotelaufenthalt mit Hochzeitsgutschein in Stralsund gebucht. Es geht also nach Stralsund, vielleicht kann ich da auch die ehemalige Kollegin treffen. Bahnticket auch fast geschenkt, denn ich hatte noch Gutscheine von Toffifee. Einmal Stralsund und zurück nur 34 Euro. Wir können das gesparte Geld ja dann vor Ort ausgeben.

Sehe etwas Sonnenschein, die Überlegung heute Lager, Lager sein zu lassen liegt nah, ich könnte ja auch noch nächste Woche. Hatte schon ewig keinen freien Tag mehr und morgen noch Küchenarbeiten. Vor meinem Fenster wunderbar gelbe Blätter am Baum mit blauem Hintergrund, Herbstromantik. Schönheit muss beachtet werden, doch etwas goldener Oktober. Dazu ein Lied von Nat King Cole:

Freude, blaues Auge, Abifreund, Mutter und Arbeit

Guten Morgen, ganz passabel geschlafen, vielleicht doch früher ins Büro. Gerade sehr viele Beratungen, aber mein Azubi macht mir langsam Freude. Noch mehr Freude gibt es durch den Mann, der hat anscheinend endlich qualifizierte Arbeit gefunden. Leider bei einem Start-up, ich hoffe, das geht gut, die Konditionen scheinen aber in Ordnung. Jetzt muss er den Job nur noch behalten, ich werde helfen, wo ich kann. Bei einem Hotel in Stralsund angefragt, vielleicht geht es da im November noch hin. Der Vater kam gestern verschnupft ohne Bohrmaschine zur Pizza, kurz gesprochen, aber der hungrige Hund stresste gewaltig mit Kratzen am Boden. Wie es ausschaut werde ich das Wochenende durcharbeiten, obwohl ich morgen einen Urlaubstag nehmen werde, aber immerhin Montag halb frei. Morgen wartet das Lager auf mich, es wird Zeit das endlich zu Ende zu bringen. Ich weiß, dass auch meine Mutter damit kein Problem hätte. Die Frau vom aggro Psychonachbarn gestern gesichtet, sie hat ein blaues Auge. Dieser Mistkerl hat sie geschlagen? Der soll endlich ausziehen! Ich glaube nämlich nicht, dass sie irgendwer anders geschlagen hat. Ruhig ist hier gespenstisch ruhig und der Kaffee schmeckt.

Mit dem Abifreund aus Norddeutschland gechattet, er will nach Berlin, aber ich weiß nicht, ob ich ihn darin unterstützen sollte. Das Berlin, nachdem er sich sehnt existiert nicht mehr, denn er hat hier vor 20 Jahren gewohnt, seitdem ist hier sehr viel passiert und ich meine nicht nur den Mietenwahnsinn. Er ging doch davon aus, man könnte zentral in der Stadt für 400 Euro eine 2-Zimmerwohnung bekommen, ja träume weiter. Eine Einzimmerwohnung am Stadtrand vielleicht. Irgendwer macht hier jetzt abends/nachts im Hausflur Krach, ich meine einen afrikanischen Dialekt gehört zu haben. Bald Geburtstagsurlaub, den werde ich auch brauchen, ein Termin beim Friseur und der Kosmetik sind geplant, sonst aber nicht viel. Ich brauche dann auch mal Zeit für mich und die Wohnung. Am Sonntag geht es wohl weiter mit der Wohnung des Vaters, er will weiter die Küche ausräumen, dass mir das seelisch nah geht, dass ich am Sonntag nicht noch mehr Arbeit brauche, scheint ihm egal zu sein. Es ist schade, wenn Erinnerungen verschwinden. Ich habe manchmal den Eindruck mein Stiefvater hat wenig Respekt vor den Dingen meiner Mutter. Vielleicht versteht er den Wert auch einfach nicht. Aber gut, so habe ich die Chance ein paar Dinge zu retten, die er vielleicht entsorgt? Die ganzen alten Sachen, vor Berlin, kennt er nämlich gar nicht und hat auch keinen Bezug dazu.

Das war schon bei der Beerdigung so, dass er ihre letzten Jahre als wichtig erachtete, während die Tante und ich ihre jungen Jahre wichtiger fanden, also alles vor Berlin. Die Verdauung ist endlich normal, ich hoffe das ist ein gutes Zeichen, dass der Stresslevel in meinen Leben sich wieder normalisiert. Brauche wirklich wieder geregelte Verhältnisse und nicht ständig Ausnahmezustand, weder beruflich noch privat. Mehr auf den Schlaf und die Ernährung zu achten scheint hilfreich. Auch morgen einen Urlaubstag nehmen, ist, denke ich taktisch klug. Ich schaffe die volle Arbeitsleistung auch an 4 Tagen mit weniger Stunden, das sollte bloß nur nicht die Chefin erfahren, ich bin nämlich nicht scharf auf eine Lohnkürzung wegen Effektivität. Weniger Geld bei gleicher Leistung wie andere mit mehr Stunden ist nämlich irgendwie keine Belohnung oder Option. Wenn ich arbeite, bin ich halt ein Arbeitstier, ich finde dabei sollten Ergebnisse und nicht die Stundenzahl auf dem Zettel zählen. Genug herumgetippt, der Tag grüßt grau und kühl, aber nicht so windig wie gestern.

Auf zur Arbeit. Alles wird gut, irgendwann…..