Gekocht, alt und neu, Parfüm und Wohnungsprojekte

Guten Morgen, Morgenkippe schmeckt nicht, dann halt nicht. Müde bin ich, gestern nicht ins Bett gekommen, also heute früh erst ins Bett. Gekocht vegetarischen Curry-Gemüsereis, und mit dem Mann gegessen, war nicht so toll und danach kam Hunger auf Burger auf. Zum Glück heute frei, aber ich muss zum Psychiater um elf, keine Ahnung was ich dem erzähle, aber so oder so, ich brauche ein Rezept. Ein grauer Tag grüßt, der Sonnenschein war gestern so schön und ich habe Fenster geputzt, schlecht wie ich später sah, aber sie sind sauberer als vorher. Nicht mit dem Mann über Probleme gesprochen, mir war nicht danach, alles zu viel gerade, um auch noch Streit mit dem Egoisten anzufangen. Der Kaffee schmeckt und die Straße rauscht. Im Lager der Mutter ein Poster vom Bild „Der arme Poet“ gefunden und mit nach Hause genommen, der Mann sprach nur von einem seltsamen Bild, was ich angeschleppt habe. Ich ahne schon, er wird nicht begeistert sein, dass ich das Bild hier auch aufhängen möchte. Aber ich liebe dieses Bild seit der Grundschule, der Mann weiß halt mit alter Kunst nichts anzufangen, er findet auch meine Leonardo da Vinci Poster seltsam. Ich vermute, für ihn ist das alles Müll, weil alt. Er meinte mal zu mir: „Neu ist immer besser“. Ein Glaubensatz den ich wiederum nicht teilen kann, im Gegenteil, neu ist oft Schrott. Ich bin mit Liebe und Wertschätzung für alte Dinge groß geworden, sie haben mich mein ganzes Leben begleitet, während neue Dinge oft nur ein paar Jahre halten. Egal, ich werde den Mann nicht bekehren können, soll er weiter bei IKEA kaufen und ich auf dem Flohmarkt. Das ist nicht unser Altersunterschied, das ist kulturelle Erziehung.

Bin ich froh, wenn ich den Arztbesuch heute hinter mir habe und wieder zu Hause bin. Vielleicht noch mein Glück bei Netto versuchen, es sei denn die Heuschrecken aus der Nachbarschaft waren wieder da. Habe immer noch kein neues Parfüm für mich gefunden, gefällt mir alles nicht richtig, ich bin bei Düften wählerisch und empfindlich, aber die Neue vom Vater soll nicht so riechen wie ich, ich vermute jedoch, die findet schneller einen neuen Duft als ich. Blutdruck ok und wegen Burger in der Nacht keinen Hunger, Frauenschmerzen vorbei, schon besser, schlimmer als die Schmerzen ist der Hormonwahnsinn mit Stimmungsschwankungen dazu. Aber besser als künstlich durch Medikamenteneinnahme schon in den Wechseljahren zu sein. Dass Neuroleptika viele unfruchtbar und asexuell machen, finde ich schon verdächtig und erinnert mich an Zwangssterilisation, aber natürlich, das ist nur eine zufällige Nebenwirkung.^^ Wo kommen wir da hin, wenn seelisch kranke Menschen Spaß am Sex haben?

Anderes Thema, zurück zur Wohnung, ich habe hier so viele Projekte vor, jetzt wo es so richtig meine Wohnung ist. Ich möchte Bodenbelag verlegen, streichen, lackieren, Möbel rücken und Möbel tauschen, gestern recherchiert wie ich mir einen schönen Couchtisch nach meinen Wünschen selber bauen kann, das, was ich will, gibt es nicht und wenn, dann sehr, sehr teuer. Auf in den Tag und das frei genossen, zugehört wird erst wieder morgen. Bis dahin geschmeidig bleiben:

9 Gedanken zu „Gekocht, alt und neu, Parfüm und Wohnungsprojekte

  1. Immer wieder fasziniert von den Berichten über den Mann – hier habe ich anthropologisch dazuzulernen.

    Ich kenne es bisher nur so, daß man einen Partner hat, der ausreichend kulturell und sozial kompatibel ist, daß man mit ihm auch zusammenleben kann.

    Ein Mindestmaß an Übereinstimmung müsste doch wohl gegeben sein.

    Mich würde auch echt interessieren, wie in dessen Innerem die ehrliche Sichtweise des Mannes auf diese Partnerschaft sind. Was sind für ihn die benefits… worin besteht für ihn der Sinn einer Beziehung…usw.

    Jedenfalls, hier lerne ich immer dazu.

    • Vielleicht ist das Zusammenleben gar nicht meine Priorität. Ich wohne gern allein, ohne dabei wirklich allein zu sein. Ich denke als wir uns das erste Mal sahen, haben sich zwei sehr unterschiedliche, aber einsame Seelen erkannt, die beide nicht mehr allein sein wollten, aus welchen Gründen auch immer. Dass das alles so schwierig wird, konnte ja keiner wissen, am Anfang hat man noch Optimismus, der mir aktuell leider ausgeht.

  2. Mir sind deine Posts über deinen Mann auch wichtig. Ich unterrichte in einer Schule wo es auch „Sprachanfängerklassen“ mit jungen Flüchtlingen gibt. Zwar werden diese Klassen zunehmend wieder mit Osteuropäern gefüllt, wie vor 2015, aber ich hatte in den letzten 5 Jahren sehr viele junge Syrer, Afghaner und viele aus Afrika kennen gelernt und denke oft darüber nach wie sie wohl nach der Schule zurechtkommen, wie ihr Leben in Deutschland verläuft. Ich weiß von einem, der eine deutsche Frau geheiratet und 2 Kinder bekommen hat. Einer hat schon an meiner Tür geklingelt als Amazon Postbote. Für die meisten mache ich mir schon etwas Sorgen, ehrlich gesagt.

    • Mein Mann ist kein Flüchtling, er ist mit dem Flugzeug als Student hergekommen. Wenn dann ist er ein Wirtschaftsflüchtling, denn als er beschloss herzukommen ging gerade die Firma, für die er leitent arbeitete pleite. Aber die kulturellen Unterschiede zwischen Afrika und Deutschland sind sicher die Gleichen. Er hatte z.B. ein völig schräges Frauenbild, und war ziemlich überrascht von der emanzipierten deutschen Frau, aber auch von vielen anderen hier. Ich sage nur Pfandflaschen sammeln und zurückbringen, eine Sache auf die er nie gekommen wäre. Auch das in Deutschland alle wie irre arbeiten, damit hätte er nicht gerechnet und mit noch so vielen anderen. Für Amazon hat er auch schon gearbeitet und für alle Essens-Lieferdienste der Stadt, das sind die einzigen Arbeitgeber die Neuankömmlinge einstellen. Ich hoffe das mit seinem neuen Bürojob klappt jetzt endlich, ich will nicht, dass er beruflich Fahrrad fährt in der Stadt, nachdem ihn ein LKW beim rechts abbiegen, fast umgenietet hat und er sich letzten Winter auf Glatteis mehrfach überschlagen hat.

  3. Ich mag Deine neuen Absätze in den Texten und das Bild „der Poet“ auch. Ich hatte als Jugendliche eine Mona Lisa in meinem Zimmer, später mal ein Jugendstil-Bild und ne sixtinische Madonna, und jetzt haben wir „die Lesende“ von Fragonard im Wohnzimmer hängen. Wir haben es auch auf einem Flohmarkt gekauft und lange mit den Leuten dort geredet. Etwas Altes an den Wänden zu haben, gehört für mich dazu. Gut, wir haben auch viel modernes Zeug. Aber auch Altes, es gibt wirklich schöne Gemälde und der Poet ist ein wirklich ausdrucksstarkes Bild!

    • Die Absätze mache ich neuerdings nur wegen deiner Anmerkung, dass meine Texte sonst lange Blöcke sind, hast ja Recht und ich gelobe Besserung. 😉 Ich mag einen Mix aus alt und neu, während der Mann alles neu haben will. Kann er ja haben, aber dann halt bei sich. Danke ich liebe dieses Bild einfach, es wird wohl über der Garderobe hängen, der Garderobe die mindestens 100 Jahre alt ist und immer noch funktioniert.

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