Gegessen, Medis, Mutter, stolz und Berge

Guten Morgen, ganz passabel geschlafen und zu früh wach. Gestern der Kosmetiktermin ist zum Glück ausgefallen, wäre mir gestern auch nichts gewesen, der Termin beim Arzt reichte als tägliches Ausflugsziel. Danach dann Döner und später das hier gekocht. Heute Homeoffice mit Supervision, ich glaube damit könnte ich heute alleine sein, weil sonst keiner da ist. Da ich aber gerade die meiste Arbeit alleine mache, auch angemessen? Viel Musik gehört und nur wenig Fernsehen gesehen und relativ früh schlafen gewesen. Erstmal alles sacken lassen und notfalls mehr Tropfen für mich, der Arzt hat mir gestern ein Rezept gegeben. Es ist noch dunkel, die Straße rauscht und ich mag mein „neues“ Wohnzimmer. Beschlossen eine neue Handtasche zu tragen, ich kann nicht ewig alle Sachen meiner Mutter auftragen, das mochte ich schon zu ihren Lebzeiten nicht und fühlte mich dann verpflichtet nach ihrem Tod? Ich habe den Eindruck, so halte ich sie irgendwie mehr in Erinnerung, aber die Sachen sind und waren nie ich. Die einzige Ausnahme sind ihre Anfertigungen, das sind wenigstens Einzelstücke, nicht ganz mein Geschmack, aber einzigartig wie ich.

Der Kaffee schmeckt und ich bin eine neue Frau in Werdung, vielleicht auch eher die alte Nadine? Überhaupt Nadine? Ich lachte früher schon herzlich über den Witz: „Wer bin ich? Und wenn ja wie viele?“ Meine Mutter und ich waren immer ein Stück eine Person, vielleicht fällt es mir deswegen so schwer sie endlich loszulassen. Mit ihrem Tod bin auch ich ein Stück gestorben. Sie ist immer noch die Hälfte, die ich vermisse. Für mich ist sie immer noch da, auch wenn sie sonst keiner sieht und fühlt. Frau kann schreiben und denken über sie was man will, aber im Zweifelsfall war sie ein kämpfender Schutzengel für mich. Heute spiele ich für viele Schutzengel, aber wer schützt mich? Da fällt mir in Berlin nur mein Stiefvater ein, vielleicht auch mein Bruder, wenn der mal was mitbekommt. Einer meiner Onkel aus er alten Heimat vielleicht auch, während ich meine Oma vergessen kann. Für meine Oma war ich immer das unerwünschte Kind und die Schande der Familie Teil 2 nach meiner Mutter. Wir waren die schwarzen Schafe und irgendwann auch stolz drauf. Das ist eine gute Erinnerung an sie, neben der ganzen Vernachlässigung und Gewalt, sie hat mich gelehrt stolz darauf zu sein, ein Outsider, ein Freak ein Halbblut zu sein. Vielleicht auch ein Grund, dass schwule Männer sie liebten. Dieser Teil von ihr muss unbedingt überleben, der Glaube, dass jeder einzigartig und wertvoll ist und stolz darauf sein kann.

Ich glaube ohne diesen Glauben, wäre ich nie so weit im Leben gekommen, zu viele Hater in meinem Leben. Genug Mutter Gequatsche für heute, das Leben geht weiter und kein Berg wird je zu hoch sein….

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