Tiefschlaf, Arbeit, Aufmerksamkeit, Medien und Hoffnung

Guten Morgen, wieder wenig Schlaf, aber dafür sehr tiefer, fühle mich trotz allem erholt. Aufgeregt über die Arbeitslage, es kann so nicht weitergehen, also trete ich auf die Bremse und werde jetzt weniger arbeiten, bevor wieder etwas an mir kaputt geht, wenn es nicht schon zu spät ist. In letzter Zeit bin ich immer wieder überrascht, wie schlecht Leute andere Leute beobachten und zuhören. Da werden Gespräche geführt, da werden Fragen gestellt, die völlig unnötig sind, wäre man nur etwas aufmerksamer für sein Gegenüber. Sind wir alle nur mit uns selbst beschäftigt? Als Außenseiterin habe ich früh gelernt sehr gut zu beobachten und zuzuhören, nicht aus Nächstenliebe, sondern um Gefahren abschätzen und abwenden zu können. Das galt in den ständig wechselnden Schulen, aber auch besonders gegenüber meiner Mutter, besser frau weiß, was der andere vorhat und was jetzt kommt. Bei meiner Mutter ging das so weit, dass ich meinte zu wissen, was sie denkt und damit auch, was sie als Nächstes tun wird. Meistens hatte ich recht. Das war überlebenswichtig. Ihr Temperament war nämlich sehr aufbrausend und ich ihr als kleines Mädchen ausgeliefert. Manchmal denke ich, dass ich dadurch ein wenig wie The Big Lebowski wurde. Ein Menschenversteher, der in der Badewanne Joints raucht, das ist nicht so weit von meinem Leben entfernt.

Genug therapeutische Selbstanalyse zum Morgen, zurück zum Alltag. Gestern im Büro gewesen, das war gut so, mir ist hier die Decke auf den Kopf gefallen. Heute bleibe ich aber hier und morgen wieder ins Büro? Immer hier sein, ist auf jeden Fall keine gute Idee, weder für Körper noch Seele. Rauche leider immer noch, aber habe die Tage deutlich weniger gegessen, immerhin, ich will nicht weiter zunehmen, es ist furchtbar. Die Eitelkeit zwickt es, aber es geht mittlerweile eher um meine Freiheit und Gesundheit, nicht darum besser auszusehen. Von Musik gerade die Nase voll, mir ist etwas klar geworden, das muss ich erstmal sacken lassen. Auch Fernsehen geht mir auf die Nerven, kauf dies, kauf das, verhalte dich so, sehe so aus, die können ihre ganzen Botschaften mal für sich behalten. Stille gerade das einzig Wahre, in meinem Kopf, meinen Herzen ist genug los. Dazu einen Kaffee und die Medizin nicht vergessen, ich hasse es Medizin zu nehmen, es ist nicht natürlich nur mit Pillen überleben zu können, aber ich muss, bis die Zeiten hoffentlich wieder besser werden. Hoffnung, die russische Bedeutung meines Vornamens, vielleicht wusste meine Oma als sie diesen Namen für mich durchsetzte, dass ich verdammt viel Hoffnung brauchen werde, vielleicht auch nicht. Wie auch immer, ich bin noch da und habe die Hoffnung immer noch nicht aufgeben.

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