Gestern, Medikamente und Nebenwirkungen, krankes System

Guten Morgen, nicht so grandiose Nacht, aber immerhin sechs Stunden am Stück geschlafen. Bin noch nicht wach zwischen Kerze und Kaffeebecher. Supervision gestern war gut, wieder das Thema Abgrenzen, schwierig das zu lernen, wenn man es eigentlich nicht will. Aber ohne Selbstschutz rumzurennen, auch keine gute Idee. Der Bruder meldet ebenfalls Corona, obwohl dreifach geimpft. Heute Büro und letzter Tag mit der Ehrenamtlichen, ich werde sie vermissen. Der Kaffee schmeckt, die Kippe nicht, aber ich lasse es trotzdem nicht. Die Straße rauscht und ich sehe verkniffen in den Tag, keine Lust auf die Pizza-Aktion heute, aber der Vater hat meine Ansage es verschieben zu wollen nicht akzeptiert. Wir sehen uns doch auch morgen, zur Hundeübergabe, also warum heute auch? Steuerspiele haben ergeben, dass der Mann kein Geld zurückbekommt, vielleicht mein Fehler bei der Eingabe? Oder auch nicht?! Dieses Jahr also lieber getrennte Steuererklärungen, damit ich wenigstens Geld erhalte. Die Nachbarn machen Krach, wahrscheinlich hat mich das geweckt. Verdauung ok, das ist doch mal was. Der Körper schmerzt jedoch, ich hoffe der Orthopäde nächste Woche kann mir weiterhelfen. Bewusst für einen neuen Arzt entschieden, denn die alte Orthopädin ist unfreundlich und hat meine Mutter bis zum Tod behandelt. Sicher nicht ihre alleinige Entscheidung meiner Mutter viel zu viele starke Schmerzmittel zu geben, aber diese Schmerzmittel über Jahre waren auch Grund für ihren Tod. Bin ich damals ausgerastet als der Bruder nach ihrem Tod die ganzen Pillen an sich nehmen wollte. Hier wird nicht weiter gestorben!

Freue mich auf den Hund, oder auch nicht? Der Hund ist klasse, aber ihn täglich im Treppenhaus tragen wird heftig. Aber gut kein Ticket für das Schwimmen ergattern können, so habe ich dann täglich anderen Sport. Was waren das noch für Zeiten, wo man jederzeit ohne Anmeldung und Nachweis schwimmen konnte. Berufliche Zukunft, vielleicht sollte ich mich einfach bewerben und mir nicht den Arsch abarbeiten. Ich habe wohl Wasser in den Händen, mal mehr mal weniger, ich weiß nicht woher, aber ich merke es am Ehering, einen Tag passt er, am nächsten nicht. Die Kosmetikerin wies mich darauf hin. Noch so eine Rentnerkrankheit für mich. Danke fucking Neuroleptika! Ich hatte damals keine Ahnung, was diese Medikamente bedeuteten und aufgeklärt hat mich niemand dazu zu keinem Zeitpunkt. Nein ich wurde ohne jegliche Aufklärung jeden Tag unter Aufsicht gezwungen die Pillen zu nehmen. Erst als ich andere Patienten kennenlernte, bekam ich eine Ahnung, was diese Pillen bedeuten, aber da war es schon zu spät. Das ist aber nicht mein alleiniges Schicksal, ich habe auch nicht erlebt, dass irgendein anderer Patient oder dessen Angehörigen vorher aufgeklärt wurden. Solche Aufklärung betreibe ich jetzt öfter, auch wenn es anscheinend keine Alternativen in unserem System gibt, weil diese zu personal- und zeitintensiv und damit zu teuer sind. Die ganzen Folgekosten durch die Nebenwirkungen sind aber auch teuer. Vorausgesetzt der Patient ist noch lebendig genug dazu.

Heute Beratung, mal sehen, wie es wird, aber ich glaube ein leichteres Thema als Neuroleptika. Gekocht gestern indischen Spinat und dazu ein Spiegelei, beim Kochen kenne ich keine Landesgrenzen, ich nehme mir aus jedem Land, was schmeckt. Finde es immer noch bedenklich, dass Bürger jetzt Bürger kontrollieren. Auch ich muss bei der Arbeit Impfnachweise kontrollieren, aber wer gibt mir das Recht dazu? Bin ich Arzt? Bin ich Polizist? Vom Ordnungsamt? Wie kann es sein, dass jetzt Hinz und Kunz Exekutive des Staates sind? Klar will ich auch kein Corona, aber was gehen mich die Gesundheitsdaten meiner unbekannten Mitmenschen an? Aus meiner Sicht gar nichts. Merke schon, heute keine Heiterkeit im Schreiben, aber das ist wie ich die Welt gerade erlebe und was ich so denke und fühle. Vielleicht besser frühstücken und duschen und einfach weiter machen als Kranke im kranken System.

2 Gedanken zu „Gestern, Medikamente und Nebenwirkungen, krankes System

  1. Du schreibst, daß du heute zu negativ drauf bist und deine Stimmung den Text prägt…richtig?

    Das Seltsame ist, daß ich NOCH NIE aus deinen Texten deine Stimmung entnehmen konnte…denn für MICH klingen sie irgendwie immer

    – leicht enttäuscht
    – leicht depressiv verstimmt
    – mit wenig Hoffnung
    – mit dem Gefühl, du hättest keine Freude am Leben
    – sarkastisch oder lakonisch.

    Hmmmm…da muss man echt zwischen den Zeilen lesen können bei dir…😊🙃

    • Lieber Stefan, das zeigt, dass du mich trotz der ganzen Texte nicht kennst, aber so ist das halt im Internet: Jeder liest und interpretiert, was er/sie aus Erfahrung möchte. Sarkastisch stimmt, enttäuscht sicher auch, aber würdest du meine Geschichte kennen ist „enttäuscht“ ein sehr milder Folgezustand. Was wohl an meiner Hoffnung, meinen Lebenswillen liegt, so wie ich gerade um mein körperliches Überleben kämpfe, auch wenn alles schmerzt. Ich glaube, du verwechselst Hoffnung mit guter Laune, Hoffnung ist für mich oft eher Kampf gewesen. Hoffnung ist, dass ich noch da bin, Hoffnung ist zu versuchen meinen Körper und meinen Kopf wiederaufzubauen, nachdem alles zerstört wurde. Mit Hoffnung/Kampf geglückt ist, dass ich wieder arbeite und selbstbestimmt leben kann, das hätte 2013 keiner von mir erwartet, alle meinten Rente, viele Pillen und aus. Ich glaube, du verstehst wenig von Hoffnung oder definierst den Begriff ganz anders als ich.

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