Müde, beobachtet, geklaut, Samstagsarbeit und Hunger

Guten Morgen, ne eigentlich nichts gut, denn ich war zu lange wach. Erst weil der Vater hier war und ich danach aufgekratzt, dann weil die Spülmaschine noch lief und letztendlich, weil ich beim Warten dann zwei vermummte Männer sah, die um ein geparktes Auto herum schlichen und glaube ich Benzin geklaut haben. Schöne Zeiten, aber so eine Tankfüllung ist aktuell halt gern mal 100 Euro oder mehr wert. Danach hatte ich dann irgendwie Angst, die kommen jetzt zu mir, weil ich sie gesehen habe, aber sie rannten einfach davon. Ich glaube, aktuell könnten verschließbare Tankdeckel ein Verkaufsschlager werden. Müde bin ich, aber müde ist gerade der Normalzustand, ich bin froh, wenn ich tagsüber noch 1-2 Stunden schlafen kann. Heute Büro, keine große Lust, aber es kommen Kunden vorbei, darauf habe ich generell dann schon Bock. Corona getestet, da ich einen indirekten Corona-Kontakt hatte, aber weiterhin nichts bei mir. Ab nächste Woche arbeite ich von Montag bis Freitag, keine Lust mehr mich mit der Wochenendarbeit ohne irgendeinen Dank aufzuopfern und zu benachteiligen, dieses Jahr fallen nämlich vier Feiertage auf einen Montag. Vier lange Wochenenden, auf die ich sonst verzichte. Es gab private Gründe, die Samstagsarbeit anzubieten, aber diese Gründe sind schon lange erloschen.

Der Flammkuchen war gut und weil ich dachte, ich habe heute keine Zeit, nachts noch asiatische Nudeln mit Kohl für heute vorgekocht. Heute Abend will der Mann vorbeikommen, mal sehen, ob das Worte sind auf die Taten folgen. Einen neuen Betriebsverbandkasten besorgt, ich bin nämlich Ersthelfer des Betriebs und unser Kasten ist abgelaufen, ab heute dann nicht mehr. Bisher gab es bei uns zwar noch nie einen Unfall, abgesehen von den seelischen, aber gut, Vorschrift ist Vorschrift und vorbereitet ist vorbereitet. Die Sonne scheint gerade, es ist kühl, aber sonnig. Gestern wieder Müsli gegessen, aber es erzeugte Übelkeit, keine Ahnung, ob ich mich wieder an Müsli gewöhne. Geld ist da, immerhin, wieder der Vorsatz, jetzt wird kein Geld mehr ausgegeben, aber dann kommt doch wieder irgendwas, was nicht aufgeschoben werden kann. Definitiv nicht aufschieben lassen sich die Erhöhungen bei den Lebensmittelpreisen, wo ich früher 30 Euro zahlte, zahle ich jetzt 50 Euro. Aber ein Luxusproblem für die dicke Frau in Berlin, während woanders wirklich Hunger herrscht. Aufgewacht und los gerannt…

Genug, zu viel, neutrale Schwester, Abilify und schwimmen

Guten Morgen, endlich mal wieder eine ordentliche Nacht mit sieben Stunden Schlaf am Stück. Gestern war anstrengend, fünf Beratungen gemacht, das war zu viel, merke, nicht mehr so viel für einen Tag planen. Am Briefkasten gestern erst erschreckt, ein gelber Brief vom Gericht, erster Gedanke: „Was habe ich angestellt?“. In der Vergangenheit gab es solche Briefe wegen unbezahlter Rechnungen. Aber keiner wollte Geld, es geht um eine Anhörung wegen der Adoption. Das ging aber flott, erst kürzlich meine Gesundheitsbescheinigung eingeschickt. Heute auch einige Termine und abends der Vater für eine Pizza, die aber heute eher ein spanischer Flammkuchen sein wird. Gestern endlich mal beruhigende Nachrichten im Fernsehen: Verhandlungen zwischen der Ukraine und Russland, na endlich. Jetzt muss nur noch Putin mitspielen, wird er eine neutrale Ukraine immer noch platt machen wollen? Muss das Morden von Brüdern und Schwestern fortgesetzt werden, wegen verletzter Eitelkeiten? Ich bete für eine friedliche Lösung, denn nicht nur die Ukraine und Russland sind eng verwandt, auch Russland und Deutschland sind geschichtlich eigentlich eng verbunden. Für mich ist die Ukraine die kleine Schwester, die sich zwischen den großen Brüdern USA und Russland entscheiden soll, dabei sind das beide ihre Brüder.

Oh, die lauten Kinder im Hausflur sind zurück, die habe ich nicht vermisst. Blutdruck abends zu niedrig, ich denke, die Reduktion vom Blutdrucksenker ist angemessen. Kann nicht sein, dass ich abends nur einen Blutdruck von 110 zu 60 habe. Ich bin mir ziemlich sicher, dass mein Bluthochdruck vom Stress, Angst- und Panik und der Neuroleptikareduktion kam und nicht ein generelles Problem ist. Der Stress ist aber jetzt weniger, Angst- und Panik scheinbar vorbei und das Neuroleptika jetzt sehr gering eingestellt. Erst seit Abilify ging das los mit dem Bluthochdruck und Herzrasen, am Anfang fühlte ich mich wie einem nicht enden wollenden Speed- oder Kokaintrip. Kein Schlaf mehr, Hyperaktivität und Bluthochdruck- und Herzwerte, die erschreckend hoch waren. Ganz sicher nicht mein Medikament, die Anfangsdosis hätte mich fast umgebracht. Der Kaffee schmeckt, der erste Termin um 10:30 Uhr, ich habe noch Zeit. Gestern nochmal Sonnenschein, heute nur graue Aussichten auf laute Straße. Zweimal die Woche schwimmen geplant, damit wenigstens einmal klappt. Schwimmen ist gerade der einzige mögliche Sport für mich und spüre ich meinen Rücken, ist Sport zur Schmerzvermeidung dringend nötig. Aufgewacht, mit diesem Song im Kopf, für die streitenden Brüder:

Lieferung, gekocht, Luft, Pakete und aufstehen

Guten Morgen, nein gar nicht gut, viel zu spät schlafen gegangen und gerade vom Lieferdienst wach geklingelt worden. Immerhin, Lieferung komplett, es hat sich gelohnt. Jetzt gibt es hier wieder Wasser, Milch, Vogelsand, kurzum all die schweren Sachen, die ich in den Mengen nicht tragen kann. Der Kaffee schmeckt und ich bin sehr müde, erster Termin erst gegen elf, bis dahin lege ich mich wieder hin. Zeitumstellung ist großer Mist, ich bin immer noch nicht im neuen Rhythmus. Gestern gar nichts passiert, alle Termine abgesagt und geschlafen. Die wunderbare Sonne genossen, gekocht und auf dem Balkon gegessen. Heute keine Frühlingsaussichten mehr, grau grüßt der Tag. Angefangen die Sachen der Mutter zu verstauen, das wird Zeit dauern hier wieder Luft in die Bude zu kriegen. Heute Homeoffice mit sehr vielen Beratungen, mal sehen, wie es wird, der Tag wird auf jeden Fall lang und spät. Fühle mich gerade gerädert, aber dafür habe ich jetzt volle Vorräte. Heute Lasagne, die ich gestern Nacht noch vorbereitet habe, Reste Lasagne mit Aubergine und anderen Kram der weg musste.

Blutdruck die letzten Tage normal, obwohl ich auch mit dem Blutdrucksenker leicht runter bin, selbstverständlich in Absprache mit der Ärztin. Weitere Pakete sollten heute folgen, hoffentlich nicht mitten in meinen Beratungen. Osterhasen warten in der Küche auf Ostern, es wird wohl ein letztes Ostern in der Elternwohnung geben, weil die Mieter doch erst einen Monat später kommen. Gestern telefoniert und gechattet, keine Lust auf echte Kontakte. Einfach nur in der Bude sitzen und rausgucken. Zu viel geraucht, zu viel gegessen, wenn schon Rückschlag, dann auf allen Ebenen. Aber immerhin fettarme Milch bestellt, mal sehen, ob ich mich wieder ans Müsli ran traue. Ich warte auf Frieden in der Ukraine, bald, vielleicht ohne Putin gleich zu ermorden, obwohl vielerorts dazu aufgerufen wird. Der Mann schreibt zum morgen und es ist ruhig im Haus, keine Nachbarn zu hören, auch schon gestern nicht. Aufgewacht und die obere Körperhälfte hergerichtet, es wartet eine Videoberatung. Versuchen wir das erneut mit dem Aufstehen..

Nacht, Träumerblick, wildes Mädchen, Amulett und verhext

Ein Gruß aus der Nacht, keine Ahnung, warum ich wach bin, ausgeschlafen bin ich sicher nicht. Dann mal sehen, was die Nacht so schreiben will. Gestern ein irgendwie hektischer Tag, der Vater wollte weiterhin räumen und sortieren und darüber wurde es dann zu spät, um es mit Spaziergang danach zum Restaurant zu schaffen. Also wurde danach nicht spaziert und zum Bus gerannt. Essen war sehr gut, aber zu viel, danach nach Hause und alte Fotos geguckt. Einige Fotos waren wohl nicht für mich, aber manche definitiv. Alte Schulfotos grüßten, aber auch eine Fotoserie aus Kindergartenzeiten. Die Fotoserie galt jahrzehntelang als vermisst, jetzt ist sie endlich mein. Was war ich doch für ein süßes Kind, viele Jahrzehnte zuvor, aber auch damals schon der Träumerblick, ich war irgendwie nie richtig da. Immer etwas abwesend, in Gedanken woanders, den Blick ins Nirgendwo gerichtet.

Ich dachte, diesen Blick hätte ich erst als leidender Teenager entwickelt, aber nein, bereits mit 3-4 Jahren war ich ständig nicht anwesend. Ich muss die Bilder dringend digitalisieren, bevor die Zeit die Fotos ganz zerstört, Negative haben wir dazu nicht. Eines ist aber klar, ich war ein wildes Mädchen, mit Latzhose und Hut rannte ich durch die Gegend und hatte immer etwas Dreck an den Händen. Vielleicht war ich verhext, Hexe war auch mein Name seitdem ich sechs war. Bei diesem Leben jedoch von Magie zu sprechen, wohl etwas zu optimistisch. Wie schön meine Mutter als junge Frau war, wie schön ich war, aber Schönheit vergeht, was bleibt ist Erinnerung. Aber immerhin lebe ich noch, eine Version meiner selbst, die ich so nie erwartet hätte und die sicher nicht auf meiner Wunschliste stand, wer sich auch immer das gewünscht hat, ist nicht mein Freund. Vielleicht hätte ich mein Auge mehr tragen müssen. Schon früh warnten mich Leute und schenkten mir dieses Amulett. Geholfen hat es leider nicht viel. Irgendwo habe ich noch eins aus Griechenland, aber ich trage schon jahrelang keinen Schmuck mehr.

Es dämmert, ich höre vereinzelt Vogelstimmen, vielleicht war es die Verdauung, die mich geweckt hat, kein Müsli essen ist auch keine Lösung. Eigentlich viel vor heute, uneigentlich hab ich schon jetzt keine Lust, ich mag gerade nicht viel, vielleicht doch zu viel gearbeitet und dazu die Erinnerungen durch die Dinge der Mutter. Versuchen wir es mit sanften Klängen zum Morgen und dann mal sehen, ob mein Bett mich wieder haben will…

Zeitumstellung, Corona Notlagen, kein Müsli und Lil Nas X

Guten Morgen, die Nacht mit der Zeitumstellung liegt hinter mir, nein ich fühle mich nicht motiviert jetzt eine Stunde früher aufzustehen. Ich finde dieses ganze Zeitumstellen Schwachsinn. Gestern fünf Stunden Techno von den Nachbarn nicht so geil. Gearbeitet und sonst geschlafen, fast den ganzen Tag. Keine Ahnung, woher die große Müdigkeit kommt. Gut, die Woche war sehr arbeitsreich und anstrengend. Draußen Nebel und kein Sonnenschein und der abgelaufene Kaffee schmeckt. Beschlossen den Ex nicht mehr zu antworten, versuchen wir diesen Alptraum zu vergessen. Festgestellt, dass der Mann keine Zeit hat, weil er jetzt neue Filme auf Disney Plus schauen muss. Ja, einem Filmfreak sehr viele neue Filme bereitstellen und dann erwarten, er hat Zeit für andere Dinge, ziemlich naiv.

Heute zum Vater, ich vermute das letzte Mal, denn im April kommen die Mieter und später ein Essen mit dem besten schwulen Freund. Morgen Arzttermin und später hoffentlich schwimmen, klappt in letzter Zeit in Serie nicht, das mit dem Schwimmen. Immerhin gestern Nacht noch das Bad geputzt und die Haare gefärbt. Ich werde immer grauer, nein ich hatte keinen Stress in den letzten Jahren.^^ War sehr entspannend während Corona die ganzen Verrückten der Stadt in extremen Notlagen zu erleben. Auch das Absetzen, Ersetzen und Reduzieren von Neuroleptika war keine schmerzhafte Geschichte am Rande der geistigen Gesundheit. ^^ Aber ich lebe und sitze in keiner Psychiatrie. Dass ich dabei jetzt grau und dick aussehe, nur ein optischer Beweis, dass ich gekämpft habe.

Ich glaube, mein Bett ruft mich wieder, kein Bock auf Frühstück, oder besser auf Müsli, nachdem ich neulich davon kotzen musste. Keine Ahnung, ob ich so schnell wieder mit Müsli anfange. Heute wartet auch noch türkische Pide auf mich, gestern eine Lieferung vom türkischen Supermarkt erhalten, leider unvollständig und dafür einen Sauerkirschsaft bekommen, denn ich nicht mag. Seit gestern einen Ohrwurm im Ohr, Lil Nas X ist so süß, den würde ich sofort adoptieren:

Arbeitswoche, schlechte Männer-Erinnerung, Wachs und Feuer

Guten Morgen, noch nicht ganz wach, aber ok für den Moment. Arbeitswoche fast geschafft, heute nur noch ein fester Termin. Gegessen gestern nur Mist, schweigen wir dazu. Immerhin zu Hause noch Wäsche gewaschen. Gestern eine Nachricht von einem Mann bekommen, der meinte, er kannte mich vor 10 Jahren. Erst konnte ich mich gar nicht erinnern und dann dämmerte es später, wer das wohl war. Ganz schlechte Erinnerung, ganz, ganz schlecht. Ein Teil meiner Erinnerung, auf den ich gern verzichten würde. Mein Männergeschmack damals, eine Katastrophe. Immer auf der Suche nach Liebe an den falschen Orten kann man es im besten Fall nennen. Ich denke die Geschichte damals mit ihm, war ein Faktor, der mich letztendlich richtig krank gemacht hat. Kein Mann der Welt ist es wert, seinetwegen in der Psychiatrie zu landen. Allein bleiben hat manchmal auch Vorteile. Ich hoffe, ich begegne ihm nie wieder in diesem Leben. Was da damals zwischen uns passierte, unfassbar, genau genommen ein Fall für die Polizei. Aber gut, ich bin nicht die einzige Frau, die zu ganz schlechten Männer gegriffen hat.

Themenwechsel, versuchen wir diese Erinnerung abzuschütteln, ich bin heute eine andere, eine Frau, die sich nicht mehr unterdrücken und schlagen lässt. Habe ich mich irgendwann zu meinem Ehemann beschwert? Also im Verhältnis zu dieser Erinnerung ist er ein Goldstück. Die Sonne scheint, die Vögel sind zu laut und haben mich wahrscheinlich geweckt, der Kaffee schmeckt und ich frage mich, warum ich die letzten Nächte nur noch 5-6 Stunden schlafe, mich dabei aber ganz gut fühle. Frühlingsputz wäre gut, das ganze Licht des Frühlings macht jetzt Staub und Dreck sichtbar. Konto leer, ich warte auf neues Gehalt und auf Ostern. Kerzenreste meiner Mutter stehen überall rum, wenigstens etwas was ich wirklich verbrauchen kann. Vielleicht hätten alle ihre Dinge aus Wachs sein müssen, damit ich sie rituell nach und nach verbrennen kann. Erinnerungen, die lichterloh von einem gehen, für mich nicht möglich, weil ich nicht vergesse, aber diesem Kerl von gestern, dem wünsche ich: Brenne Baby, brenne!

Döner, 300 Euro, Arbeit ohne Deutsch, Regierung und rosa Cadillac

Guten Morgen, ganz passable Nacht, aber zu kurz. Gestern im Büro war ok, viel zu tun gehabt und einen schwer wiegenden technischen Fehler behoben. Was die Technik im Büro angeht, bin ich die Einäugige unter den Blinden. Der Kaffee schmeckt, die Straße rauscht und dazu Sonnenschein. Nach der Arbeit gestern nur ein Döner und nach Hause, versucht erfolglos zu schlafen, telefoniert und wieder zu lange wach. Die Tischdecken stehe hier immer noch rum, keine Ahnung wohin ich jetzt mit 20 Tischdenken der Mutter soll. Die Pläne jetzt jedem arbeitendem Bürger 300 Euro zu schenken, sind ja ganz nett, wird den Fehler die Energieversorgung des Landes privatisiert zu haben aber nicht dauerhaft heilen. Kann ja nicht sein, dass der Staat dauerhaft die Wucherpreise der Energiewirtschaft mit Zuschüssen ans Volk gut macht. Die Energiepreise müssen fallen, dauerhaft für alle, nicht der Staat die teuren Preise weiterhin stützen. Für mich ist das eine indirekte Subvention der sowieso schon reichen und mächtigen Energiekonzerne und ihrer überzogenen Preise. Aber gut, besser als nichts.

Die neuen ukrainischen Mitbürger in Berlin sind mittlerweile überall sichtbar und hörbar. Die Suche nach Arbeit ohne Deutschkenntnisse im vollen Gange. Da ich das alles schon von meinem Mann kenne, weiß ich aber, dass man in Jobs ohne Deutschkenntnisse auch Vollzeit nicht genug verdient, um hier eigenständig überleben zu können. Wieder so ein Versagen des Staates, statt einen ordentlichen Mindestlohn einzuführen, werden lieber aufstockende Leistungen vom Jobcenter oder Sozialhilfe gezahlt. Das läuft dann alles unter dem Motto: Gewinne privatisieren, Verluste der Allgemeinheit aufdrücken. Der Bürger arbeitet also Vollzeit und hat nach Steuern zu wenig zum Überleben, zahlt davon immense Energiepreise und Miete, neuerdings auch teure Lebensmittel und die Lösung ist, man bekommt einen dauerhafte aufstockende Zahlung vom Sozialstaat und eine einmalige Zahlung von 300 Euro? Da stimmt doch was nicht. Wem dient diese Regierung? Dem einfachen Volk sicher nicht.

Genug Politik zum Morgen, die Spatzen singen und auch dieser Tag wird vorbeigehen. Aktuell ist meine Begeisterung im Büro zu sein, nicht gegeben, im Büro gibt es mittags nichts Ordentliches zu Essen und tut der Rücken weh, kann ich mich nicht kurz hinlegen. Verabredet am Sonntagabend essen zu gehen, mal sehen, ob das klappt. Nichts gehört vom Mann, aber keine Lust mich „belästigend“ zu fühlen, es gibt auch andere Menschen in meinem Leben, die gerne Zeit mit mir verbringen. Immer noch kaum Musik in meinen Leben, es bleibt meistens bei einem Lied am Morgen, danach Stille. Sogar Hintergrundmusik im Fernsehen geht mir auf die Eier. Versuchen wir es mit einem rosa Cadillac zum Morgen:

Schlaf, Fotos, telefoniert, Fisch und Lächeln

Guten Morgen, wieder zu wenig geschlafen, hoffentlich ist das jetzt kein schlechtes Zeichen. Aber eigentlich normal, dass wenn der Vater da war, dass ich noch ne Weile wach bin. Gestern hat er Tischdecken und alte Fotos mitgebracht, besonders die alten Fotos haben mich umgehauen. Pizza war ganz gut, wenn auch ungewohnt. Außerdem hat sich danach eine gute, alte Freundin gemeldet und wir haben lange telefoniert. Ja, es gibt genug Gründe, warum ich wieder nicht zeitig schlafen war. Die Sonne scheint, der Kaffee schmeckt und ich sollte es trotz allen rechtzeitig ins Büro schaffen. Seit gestern sortiere ich wieder Vergangenheit, so viele neue/alte Erinnerungen und Interpretationsmöglichkeiten. Der Mann ist irgendwie seltsam drauf, oder bin ich es? Der Bruder reagiert auf alte Fotos seiner genetischen Mutter in voller Arschloch-Tour. Tja, nicht jeder ist bereit für Vergangenheit. Ich erinnere mich noch gut an die Partys der Mutter, die bis früh in den Morgen gingen und bei denen ich immer das einzige, sehr müde, Kind war. Irgendwie war es damals normal, dass ich, mit zehn Jahren, ständig mit (besoffenen) Studenten abhing.

Aber gut, ich vermute, aus dieser Zeit stammt aber auch mein Wissen über Hegel, Karl-Marx und anderen Größen der Geschichte, denn in der Schule wurde das damals nicht gelehrt. Aus dieser Zeit stammt auch die Vorliebe zu Monthy Python und die Bekanntschaft mit Max Headroom, wenn ich nicht gerade auf einer Friedens- oder Anti-Atomkraft-Demo war. Lebe lieber ungewöhnlich, das trifft auf die letzten Jahre meiner Kindheit wohl voll zu. Heute vielleicht später kochen, ich möchte eine Moussaka machen oder Fisch. Viele Beratungen warten heute im Büro auf mich, ich denke danach gehe ich dann aber schnellstmöglich nach Hause, lauschen was die Kissen sagen. Aktuell ignoriere ich das Weltgeschehen, nur einmal am Tag schaue ich Nachrichten und frage mich immer wieder, was in Putins Kopf und Seele vorgeht. Mit Waffengewalt zurück in die Vergangenheit? Ist es kein Zeichen, wenn einem dabei die eigenen Leute wegrennen? Ist ein Anführer noch ein Anführer, wenn es nichts mehr zum Führen gibt? Zurück zum jetzt Müsli wartet zum Frühstück und ich suche dann mal mein Lächeln, aktuell eher dieses Lächeln:

Philosophie um Mitternacht, aus Fehlern lernen und Väter

Guten Morgen, zu spät schlafen gegangen, zu früh wach. Doch gestern noch eine philosophische Diskussion zum Wesen des Menschen gehabt und ob die Zerstörung der Erde durch den Menschen Teil von Mutter Naturs Plan ist oder nicht. In der Evolution gab es immer wieder Dinge, die die Erde fast zerstört haben, also dieses Mal der Mensch? Die Diskussion wurde dann gegen ein Uhr morgens abgebrochen. Mein Gesprächspartner unterstellte mir danach ich würde Hegel lesen, habe ich aber nie.

Die Sonne scheint, die Kinder über mir toben und machen Krach, der Kaffee schmeckt, die Straße rauscht und gestern gab es tatsächlich eine Bolognese mit Bandnudeln. Heute Abend kommt der Vater und es gibt erstmalig eine Kochbox Pizza, ich ahne jetzt schon, das wird ihm vielleicht zu gesund sein. Mein Vorsatz mich gesünder zu ernähren steht nämlich noch und die Tabelle mit den erlaubten und nicht erlaubten Lebensmittel am Kühlschrank wirkt derzeit noch abschreckend. Gestern viel beraten und in der Supervision wieder sauer geworden, es ist wirklich unklar wo meine berufliche Zukunft liegt, wenn bestimmte Mitmenschen immer und immer wieder die gleichen Fehler machen und so gar nichts daraus lernen. Ich finde Fehler ja nicht schlimm, passiert, aber nichts draus lernen macht mich dann irgendwann doch wütend. Da hilft dann auch nicht, dass meine Zündschnur kürzer geworden ist, heißt, dass ich jetzt deutlich schneller sage, wenn mir was nicht passt, wenn mein Gegenüber dann darauf aber scheinbar gar nicht reagiert ist das mehr als frustrierend.

Abends mit dem Mann telefoniert und am Lebenslauf seines Cousins gearbeitet, die afrikanische und deutsche Art sich zu bewerben ist doch ziemlich anders. Stichwort dazu: Selbstlob stinkt, aber bei meinem Mann und auch seinem Cousin musste ich feststellen, dass sie sich in ihren Bewerbungen kreativ, über alle Masse selbst loben, statt mit wichtigen Fakten zu argumentieren. Das in Deutschland eher gute Arbeitszeugnisse zählen, als Selbstdarstellung, ja, das Arbeitszeugnisse überhaupt wichtig sind, ein Novum für die Beiden. Körperliche und seelische Verfassung soweit ganz gut heute. Müsli vorbereitet und Medikamente genommen. Viel an Stiefvater eins gedacht, überhaupt an meine Väter, ich zähle mindestens drei, der Erzeuger, Stiefvater eins und dann Stiefvater zwei, der hoffentlich der letzte bleibt. Keinen Platz mehr für Väter in meinen Leben, Väter und ihren Erwartungen an mich. Gut der Erzeuger hatte keine Pläne für mich, der wollte einfach nur wegrennen, was er auch getan hat. Stiefvater eins ist dann auch gerannt, während Stiefvater zwei immer noch da ist. Passend dazu 80er Jahre Musik aus einem meiner Lieblingsfilme als Mädchen:

Hausärztin, Beerenzeit, Diät, Klamotten, Phantasiewelt und alte Dinge

Guten Morgen, Nacht zu kurz, aber ok. Gestern bei der neuen Hausärztin gewesen und endlich meinen Schrieb für die Adoption bekommen. Juhu, endlich ein Punkt weniger auf meiner Liste, ich muss kein Lager mehr leer räumen, ich muss nicht zu X Ärzten, um meine Gesundheit überprüfen zu lassen, auch keine Kosmetik- oder Massagetermine und die Wohnung der Eltern, mit all ihren Dingen, gibt es auch bald nicht mehr. Schön, endlich nur noch Arbeit und Freizeit. Auch muss ich nicht mehr regelmäßig irgendwen bekochen, ich koche gerade nur für mich selber oder gar nicht. Gestern gar nicht, es gab TK-Hühnerfrikassee mit Reis, nachdem ich einen riesigen Einkauf im Supermarkt gemacht hatte. Öl gab es dort nicht, aber Toilettenpapier wurde nachgelegt, als ich da rumlief. Das scheint die neue Methode zu sein, nicht alles auf einmal anbieten, was man hat, sondern mehrfach am Tag einen Teil der Ware anbieten, damit alle was abbekommen können. Zum Frühstück warten jetzt Beeren, es scheint große Beerenzeit zu sein, denn es gab gestern Heidelbeeren, Himbeeren und Erdbeeren. Sehr gut, so schmeckt das Müsli dann nicht so langweilig.

Der Bluttest bei der neuen Ärztin war nämlich wieder gut, abgesehen vom leicht erhöhten Zuckerwert, der jetzt beobachtet wird, kurzum, höre mit dem Süßen auf Nadine! Es sei denn, du hast Bock auf Diabetes. Erneute Freude, erneute Warnung für mich. Das hat jetzt alles nichts mehr mit Schönheitswahn und Magerwahn zu tun, das hat was mit Gesundheit zu tun. Eine Liste mit den erlaubten und nicht erlaubten Lebensmitteln erhalten, die hängt jetzt am Kühlschrank. Meine Klamottenlieferung ist doch noch angekommen, es gibt gerade nur einen Laden, der akzeptable Hosen für mich hat, aber auch Oberteile, wie ich gestern erfreut feststellen durfte. Beschlossen, mit dem Mann Disney Plus zuzulegen, mit einer Payback-Aktion reduzieren sich die Jahreskosten um 32 Euro und der Rest wird geteilt. Das war gestern genau das richtige Programm für mich, keinen Bock mehr auf Nachrichten und Fernsehen, abtauchen in die Animationswelt von Disney. Gleich zwei Filme geschaut gestern. Eine wunderbare Realitätsflucht. Draußen herrscht Corona und Krieg und ich schaue Phantasiefiguren beim Singen zu. Vielleicht feige, vielleicht aber auch schlau, denn endet der Film muss ich bereit sein für Katastrophen.

Heute Homeoffice und hoffentlich eine neue Kochbox, die letzten Lieferungen waren eine Katastrophe, ich hoffe, es klappt heute wieder. Heute aber wahrscheinlich Bolognese mit Nudeln, ich habe angefangen Corona-Vorräte zu verkochen, u. a., eine riesige Tomatendose. Jetzt habe ich sehr viel Tomatensoße, wovon ich wohl die Hälfte einfrieren werde. Die Dinge der Mutter und des Stiefvaters eins müssen noch sortiert werden, ein wirres Sammelsurium hier gerade. Versteht der Mann nicht, wie man an alten Dingen hängen kann. Dabei bin ich doch sein altes Ding. Als seine Eltern starben, lebte er nicht mit ihnen zusammen und hatte gar nichts mit der Entsorgung der Elterndinge zu tun. Was jetzt besser davon ist, wage ich nicht beurteilen, einerseits bin ich dankbar Erinnerungstücke zu haben, anderseits ist es ein Fluch. Vertonen wir den Tag mit einem Dauerohrwurm von mir, es geht aber nicht nur um eine Nacht, es geht um mein Leben…