Umzug, IKEA, Pflanzen, Stress und Eingeborene

Guten Morgen, war das gestern aufregend. Wohnung besichtigt, der Mann sagt zu und anschließend eine lange Liste gemacht von Dingen die zu tun sind oder bei IKEA zu organisieren. So richtig nett waren die Mieter zu der Wohnung nicht, seitdem ich dort lebte. Putzen kann man von einem männlichen Vormieter wohl auch nicht erwarten. Also heute da wieder hin. Mit einem kleinen IKEA Einkauf, Leiter, Putzzeug und Nahrung. Eine dreckige Wohnung, ohne Bett, ohne Gardinen und leeren Kühlschrank geht nämlich gar nicht, finde ich. Der Vater wird noch helfen, da müssen wir uns noch was überlegen, um irgendwie Danke zu sagen. Vermute, der Mann hat genauso wenig wie ich geschlafen, er musste gestern noch alle seine Sachen packen, während seine Frau Internetrecherchen machte, wo man alles fehlende möglichst günstig herkriegt. Also heute Mittag dann für mich zu IKEA und dann in seine neue Wohnung.

Arbeit war gestern ganz ok, im Büro gewesen, der Briefkasten war voll, aber die Bude steht noch. Werde wohl heute mehrfach mit dem Bus hin und her fahren müssen, um die Sache in die Wohnung zu kriegen. Aber gut, sonst nutze ich mein Monatsabo seit Corona ja eher wenig. Interessanterweise kennt die BVG Routenplanung die Adresse von IKEA nicht und schlägt seltsame Wege zur falschen Postleitzahl vor. Meine Vögel schreien und ich schaue zerknirscht in den Tag. Irgendwie stressig gerade, aber gut, habe noch nie was von einem entspannten Umzug gehört. Aber gut, es geht um die Familie und ich hatte meistens auch Helfer bei Umzügen. Beschlossen die Pflanzen doch zur Kollegin zu geben, sie und ihre Wohnung sind einfach besser für die Pflanzen, bei mir gehen die doch nur ein. Etwas behalten, um es dann sterben zu lassen, ist nämlich keine Heldentat. Körperlich geht es mir gerade nicht so klasse, wieder Beschwerden, Stress denke ich, aber ich kann ja morgen noch ruhen.

Duschen, frühstücken und auf nach Lichtenberg, ich hoffe, der Mann freut sich, aktuell bin ich erstaunt wie kooperativ er ist, gar keine Prinzenallüren, sondern eine realistische Einschätzung der Lage. Endlich, glaubt er an die Familie und baut auf die Familie. Man sollte immer den Eingeborenen glauben, wenn man wo neu ist und nicht denken, dass man als Neuling mit Googlemaps schon alleine klarkommt. Alles spannend gerade und der Mann auch schon wach, vielleicht nehme ich später doch ein Taxi von mir zu ihm, das sollte nicht teuer sein. Auf in den Tag, das wird alles aufregend, aber ich denke, es lohnt sich. Los geht es mit dem Lieblingssong des Mannes, ich vermute heute denkt er anders über die Songaussage:

Müde, Lebensmittel, Büro, äthiopische Kämpfer und Stress

Guten Morgen, noch nicht ganz wach und nicht so gute Nacht. Gestern ist nicht so viel passiert bei mir, total müde gewesen und vollständige Lebensmittel-Lieferung bekommen von einem Mann der nach Alkohol roch. Heute ein sehr früher Termin im Büro, keine Ahnung, warum ich diesen Termin vereinbart habe. Gekocht die Spinat-Gorgonzola-Soße und dazu dann Nudeln und Huhn. Heute Nacht hustend erwacht, das verdirbt sogar mir gerade die Lust auf das Rauchen. Zum nächsten ehemaligen Treffen eingeladen worden, dieses Mal von meiner Uni, darauf habe ich aber spontan so gar keine Lust. Heute Abend Wohnungsbesichtigung, es bleibt spannend, wobei sich meine Spannung eher auf den Zustand der Wohnung bezieht. Kaffee schmeckt gerade auch nicht so richtig, ich sollte es endlich sein lassen, bei meinem seltsamen Blutdruck. Jemand anderes will unbedingt die aktuelle Wohnung des Mannes haben, damit sollten sich dann doppelte Mieten vermeiden lassen.

Das Büro findet es sicher gut, wenn es mal wieder besucht wird, aktuell ist da wohl lange niemand gewesen, ich hoffe, der Briefkasten quellt nicht über. Keine Ahnung, warum ich mir immer die anstrengenden Dinge im Leben aussuche, bei uns in der Familie hieß es immer: „Einfach kann jeder!“. Aber ob das wirklich ein so schlauer Satz war? Sich ständig beweisen, dass man mehr als „einfach“ kann? Für mich klingt der Satz heute nach jugendlichen Größenwahnsinn. Heute denke ich: „Es darf auch mal einfach für mich sein.“ Ich habe oft genug im Leben bewiesen, dass ich mehr als einfach kann. Grau grüßt der Tag, die Straße rauscht, der Wellensittich singt, mein Hals rebelliert gegen das Rauchen. Der Mann fand es dann doch nicht so lustig, dass ich vielleicht wieder seinen Namen ablege. Lassen wir uns dazu nochmal beraten. Das Putin jetzt in Äthiopien rekrutiert, gar nicht witzig. Das erinnert mich doch sehr an Squid Game oder an den älteren Film: „Get rich or die tryin„. Aber wer ist wohl verantwortlich, dass die Äthiopier ihr Leben verkaufen für ein bisschen Geld? Wer hat sie in die Situation gebracht, dass sie dieses russische Angebot interessiert? Für mich ist die einzige Lösung ihnen ein besseres Angebot zu machen, z.B. eines wo die Überlebenschancen besser sind.

Zurück mit den Gedanken nach Berlin, keine Ahnung wer unsere Regierung zum Handeln bringen kann, wenn ich da morgens auf meinem Sofa drüber nachdenken kann, warum nicht die während ihrer Arbeitszeit? Meine Arbeitszeit beginnt dann auch bald, hoffentlich finde ich meine Freude an der Arbeit wieder, gerade bin ich immer noch sauer auf eine Kundin und abgeschreckt von anderen, aber ich erinnere mich, dass es da auch viele sehr nette Leute gab. Hoffen wir heute auf nette Leute und wenig Stress….

Gericht, Begegnungen, Badewanne, Altern, Lager, Vorräte und Leben

Guten Morgen, besser, als gestern, aber auch mehr geschlafen. Gestern war doch alles sehr aufregend und ich total müde. Das bei Gericht lief gut, nur dass noch Dokumente fehlen und ich eventuell schon wieder meinen Namen ändern werde. Also demnächst ein neuer Termin bei der Notarin unseres Vertrauens. Heute Homeoffice, aber ich fühle mich auch bereit, gestern ging nur Teamsitzung und E-Mails lesen. Außerdem kam eine Freundin der Mutter vorbei und hat eine Pflanze abgeholt. Lustig war auch, dass ich auf dem Weg zum Gericht den Mann traf und eine ehemalige Kundin der Mutter. Die Welt ist klein, besonders an der Möckernbrücke, wie es scheint. Diese Woche keine Pizza mit dem Vater, er ist zu beschäftigt und müde für eine Pizza und wir sehen uns ja am Freitag. Auch gut, so kann ich die eingefrorenen Pizzareste endlich essen. Gestern eine Schupfnudel-Pfanne mit Brokkoli und Möhren gemacht und sie anbrennen lassen. Ja, kochen braucht nicht nur Feingefühl, sondern auch volle Aufmerksamkeit, gestern dann weniger von beiden.

Der Kaffee schmeckt und etwas Sonne ist zu sehen, Bett oder Badewanne, die besten Plätze gerade. Die Kollegin bietet an große Pflanzen aufzunehmen, ich überlege noch, aber werde notfalls darauf zurückkommen, sie hat wirklich den Platz und die Sonne dazu, im Gegensatz zu mir. Den knappen Wohnraum mit riesigen Pflanzen teilen, für viele Berliner nicht denkbar. Still ist es im Haus, sogar die Vögel halten den Schnabel. Der Vater hat einen grauen Bart bekommen, das ist seltsam, ich habe den Eindruck seit dem Tod der Mutter ist er schneller gealtert, ich aber auch. Gutscheine für einen Lebensmittellieferanten bekommen und noch mal mein Glück in der Speiseöl-Lotterie versucht. Sollte es Öl geben, hat der Mann auch einen Vorrat. Ungewöhnlich viele neue Leute in die Bude gelassen, diese Woche gleich zwei, das passiert normalerweise deutlich seltener. Der Husten ist endlich weg und auch die Nase wird besser, wenn ich nicht zu viel Birke schnüffle. Im Kopf schon angefangen, die Wohnung des Mannes einzurichten, aber erstmal abwarten, ob er sie überhaupt will. Es gibt halt so einiges in unserem Lager-Fundus, was er erstmal kostenlos nutzen könnte. Neue Möbel kann man ja immer noch schrittweise anschaffen.

Gehalt ist da, wunderbar, wieder der Vorsatz, diesen Monat wird weniger ausgegeben. Der Kleiderschrank ist voll, der Badezimmerschrank ebenfalls und der Lebensmittelvorrat auch, das könnte diesen Monat klappen, selbst wenn ich alles mit dem Mann teile. Der Körper meldet wieder Verspannung, aber wie sagt man so schön: „Wenn du aufwachst und nichts tut weh, bist du tot.“ dazu der passende Song:

Adoption, Telefon-Marathon, Wohnung und wegrennen

Guten Morgen, alles gut so weit. Heute ist der große Tag, es geht zu Gericht wegen der Adoption. Ich hoffe, alles geht gut und wie geplant. Danach wieder Arbeit, aber aktuell keine Termine, aber greife ich zum Telefonhörer ändert sich das schnell. Gestern sehr viel telefoniert, die beste Freundin ist zurück und wir haben 5 Stunden oder mehr telefoniert. Der Mieter hat sich endlich gemeldet und es gibt einen Übergabetermin. Endlich auch die Haare gefärbt, endlich keine grauen Schläfen mehr. Vor lauter telefonieren zu nichts gekommen, aber telefonieren war interessanter. Der Kaffee schmeckt, erste Sonnenstrahlen sind zu sehen und die Nase ist noch frei. Gestern tatsächlich Öl gekriegt, aber keinen Ziegenkäse, das mit dem Käse verkrafte ich aber. Die Palmen grüßen im Wohnzimmer, meine kleine Karibik in Berlin. Kinder über mir machen Krach, leider antwortet der Vogel darauf. Endlich wieder einen Termin zum Schwimmen gefunden. Bin gespannt, ob das mit dem Mann und der Wohnung klappt, es wäre auch gut für mich ihn mehr in der Nähe zu haben.

Ich weiß schwierig mit mir, ich will ihn nicht in der Wohnung, aber zu weit weg dann auch wieder nicht. Der Punkt Wohnung mit einem Mann teilen, hat bei mir halt nie geklappt, ich habe es versucht, am längsten mit dem Mann, aber ich kriege irgendwann eine Macke dabei, auch schon vor Corona. Ich finde ja, dass Männer und Frauen nicht dazu gemacht sind dauerhaft zusammen in einem Gebäude zu leben, sie sind zu verschieden. Wenn Frauen und Männer zusammenleben passiert es einfach viel zu oft, dass frau dann die Dienstmagd ist. Aber das ist halt das traditionelle Modell, eines, mit dem ich nichts anfangen kann. Nichts gegen Männer, die können verdammt toll sein, aber nicht, wenn man täglich ihre dreckigen Socken wegräumt und den Klodeckel reinigen muss. Leben, ich weiß gerade so gar nicht wo es hingehen soll, aufgewacht und losgerannt ist gerade nicht. Wohin soll ich rennen? Erstmal Kaffee holen und Tag/Welt beäugen. Verstecken ist leider dauerhaft keine Option, die Feigheit will das, aber die Träumerin will mehr. Ach, lassen wir Pharcyde dazu singen:

Müde, Öl, backen, Karma, alte, weiße Männer und Gorgonzola

Guten Morgen, viel zu spät ins Bett, viel zu früh wach, kurzum: Ich bin gerade im Arsch. Aber letzter Tag der Krankschreibung, ich darf also auch wieder ins Bett später. Die Tage der Erholung haben mir gutgetan, nicht nur der Körper brauchte Ruhe. Ansonsten freue ich mich, dass gleich Öl geliefert wird, im Supermarkt um die Ecke gibt es seit Wochen keines, keiner Art. Ist schon eine seltsame Reaktion von mir, da sinkt die Verfügbarkeit von allen Backzutaten und ich backe erstmal einen Kuchen, frei nach dem Motto: „Die Party ist vorbei, also jetzt Party.“ Solange alle Backzutaten jederzeit zu günstigen Preisen zu haben waren, habe ich kaum gebacken, aber jetzt unbedingt und dauernd. Vielleicht auch die Logik: „Wer weiß, wie lange das noch für mich möglich sein wird?“ Offiziell ist natürlich die Version: „Fertige Backwaren sind so teuer geworden, da backe ich lieber selber.“ Aber ich weiß, das ist nicht die ganze Wahrheit. Neben Torschlusspanik, ist backen aber auch sehr beruhigend für die Seele, vielleicht sogar eine kleine Reise in Kindertage.

Gestern der Tag war ganz schön, eine Freundin kam vorbei für einen Pflanzenabholung und ich habe das Curry gekocht und wir haben es zusammen auf dem Balkon gegessen und viel geredet. Eine andere Freundin rief dann auch noch an, ist klar, tagelang kommt keiner vorbei und ruft an, aber wenn man dann versorgt ist, gibt es gleich was obendrauf. Irgendwie ist Karma eine Bitch, die, die haben bekommen mehr und die, die nichts haben, die kriegen auch weiterhin nichts. Ein Grundkurs in Gerechtigkeit wäre mal eine Maßnahme für die Bitch. Mir persönlich reicht eine Freundin gleichzeitig, der zusätzliche Anruf hätte an eine einsame Seele gehen sollen, nicht an mich. Aber das sind nur meine Ansichten, später in der Nacht noch angestrengte Diskussionen zum Krieg mit dem Internetfreund, wer hier lügt, wer hier manipuliert und warum. Für mich ist der ganze Krieg ein Spiel von alten, weißen Männern, die ihr Spielzeug (Kriegsgerät) mal wieder ausprobieren wollen, um dann vielleicht neues zu kaufen. Noch deutlicher ausgedrückt, ein Schwanzvergleich, wer ist hier der Größte? Russland, Europa oder die USA? Oder vielleicht doch ein ganz anderes Land? Dabei gibt es doch so viele andere Möglichkeiten Kräfte zu messen, modernere, friedlichere, aber das wäre natürlich schlecht für die Geschäfte der Waffenindustrie.

Meine Forderung dazu: „Neue Männer braucht das Land!“ Oder besser die Welt. Männer, die Konflikte und Macht nicht durch Panzer oder Atomwaffen untermalen müssen. Männer, die nicht zum Militär müssen, sondern besser einen Rhetorik- und Diplomatiekurs belegen. Männer, die wissen, dass nicht ein Geschlechtsteil das Beste an ihnen ist, sondern ihr Herz und Verstand. Wir Frauen sind doch auch nicht übertrieben stolz auf unsere Geschlechtsorgane und das, obwohl da Kinder rauskommen können. Aber gut, den alten Männern wird man das nicht mehr beibringen können, ich hoffe auf die jüngeren Männer und die aktuellen Eltern, die ihre Jungs hoffentlich anders erziehen. Was für Gedanken zum Morgen bleiben wir doch lieber in Berlin für den Moment. Die Sonne scheint, der Vogel schreit. Heute keine Kochbox mehr für mich, ich plane Nudeln mit Spinat-Gorgonzolasoße. Schinkenwürfel sind dabei optional. Vielleicht heute noch nach Kreuzberg Möbel im Lager fotografieren, Möbel, die vielleicht als Ersteinrichtung für den Mann taugen. Dann heute ein Song für den weißen Mann:

Grau, Seilschaften, die Vorsorge einer Mutter, Curry und Vergebung

Guten Morgen, noch nicht wach, aber bereit an der Tastatur. Grau ist es und es gibt Kaffee im rosa Becher. Beim Vater gestern war irgendwie melancholisch und noch eine Pflanze mitgenommen. Allerdings auch eine weitere Abnehmerin für eine Pflanze gefunden. Ebenfalls bald hier ein Vakuumierer für Lebensmittel. Aktuell gibt es nämlich nur Großpackungen günstig, mit dem Vakuumierer kann ich Portionen einfrieren, die dann für 1-2 Personen reichen. Der Mieter der günstigen Wohnung ist nicht erreichbar, ich ahne leider nicht so gute Dinge, im besten Fall hat der weiter vermietet und im nicht so guten Fall ist die Wohnung im schlechten Zustand? Wie auch immer, es wird Zeit, diesen Mieter loszuwerden. Ausgezogen ist er ja schon, jetzt brauchen wir nur die Schlüssel. Das kommt davon, wenn der Bruder rum lügt, um irgendwelche entfernten Bekannten in die Wohnung zu bekommen, die sich jetzt aufführen wie total unbekannte. Ja, ja bestimmte Geschäfte macht man in Berlin nur im Familien- und Freundeskreis, Seilschaften sind halt wichtig.

Voll vergessen, dass ich heute einen Termin beim Psychiater habe, ich glaube aber ich will da heute nicht hin, nicht nur wegen der Erkältung/Allergie. Es gibt nichts zu besprechen und Medikamente habe ich auch noch. Soll doch irgendwer heute den Termin kriegen, der/die ein Gespräch dringender braucht. Ich fühle mich aktuell erschöpft, aber nicht kriselig. Bei manchen Dingen, die meine Mutter gehortet hatte, denke ich, sie ahnte, was da kommt, denn jetzt brauche ich sie und habe sie auch dank ihr. Andere Töchter kriegen Aussteuer, ich kriege z.B. eine sichere bezahlbare Wohnung, Kleidung in der richtigen (Über-)Größe, Fitness-Equipment, Kerzen, Küchenkram und einen Vakuumierer. Danke Mama, du bist nicht mehr da, aber sorgst trotzdem für mich. Sie wusste wohl, dass die Preise für Mieten und Lebensmittel explodieren, ihre Tochter dick wird und sich in der Isolation der Pandemie auf ein neues Level kocht. A pro pro kochen, gestern nur Nudeln mit Walnusspesto, heute vielleicht ein Curry.

Neben putzen und Pflanzenübergabe an gute Hände, heute vorgenommen zu lesen. Die Birke ist derzeit wirklich mein Feind, gehe ich aus dem Haus dauert es keine 5 Minuten bis es nur noch aus der Nase fließt und die Stirnhöhle schnell dicht ist. Aktuell kann ich aber riechen und schmecken, versuchen wir die Birke zu meiden. Sortieren von Erinnerungen, es werden nicht weniger, aber die Bewertung der Erinnerungen fällt milder aus als früher, vielleicht auch ein Schritt mit der Logik: Vergeben, um vergessen zu können. Vergeben, um sich nicht total zu isolieren, denn auch die Sünder haben gute Seiten. Nichts ist nur schwarz oder weiß, das Meiste im Leben hat Graustufen oder wenigstens eine gute Erklärung. Diese Woche Termin mit der Adoption, ich hoffe, das klappt, 34 Jahre ist mein Vater jetzt an meiner Seite, ich hoffe, es werden weitere 34 Jahre. Der Kaffee schmeckt und der Kopf sucht Musik, ach deuten wir diesen Michael Jackson Song mal anders:

Gebacken, Freundinnen, Techno, verrückt, Wohnungen und Planungssicherheit

Ein Gruß aus der Nacht, vergessen das Fenster im Wohnzimmer richtig zu schließen und wie ich denke, vom Straßenlärm geweckt worden. Gestern sehr viel gebacken und gekocht. Ein großer Rhabarberkuchen steht jetzt im Kühlschrank und die Aubergine wurde doch noch vernichtet. Ansonsten nochmal beim Supermarkt gewesen und Wäsche gewaschen. Es dämmert, während eine Kerze mit Sandelholzgeruch mir leuchtet. Gestern einen Anruf von den Treffen bekommen, zudem ich nicht konnte, eine alte Freundin meldet sich und wir haben Nummern getauscht. Haben wir herzlich über Männer gelästert und gelacht. Sie gehört auch zu den Frauen wie ich, die Männer lieber nur ambulant und nicht stationär aufnimmt. Na mal sehen, was der Sommer bringt, und ob wir uns in echt im Park treffen werden, mir hat das Gespräch auf jeden Fall gutgetan. Überhaupt scheint man auf die Mütter im Freundeskreis wohl einfach 6 Jahre plus warten zu müssen, bis die Kinder auch mal ohne Mutti können und die Muttis damit wieder brauchbares Freundinenmaterial sind.

Ein Kaffee schmeckt, die Kippe nicht, heute geht es ein letztes Mal zum Vater. Eine Ära geht zu Ende, nie wieder werde ich die Elternwohnung besuchen, um mit dem Vater zu frühstücken. Bald wohnen da andere Menschen, die Möbel sind eh schon fast alle weg. Der Mann ist jetzt doch wieder interessiert an der günstigen Wohnung in der Nähe, wusste ich es doch, also nächste Woche zusammen besichtigt, ich habe die Wohnung Ewigkeiten nicht gesehen und es bleibt eine Überraschung was da wartet. Die Nachbarn haben gerade Techno aufgedreht, what the fuck? Es ist 5:40 Uhr am Sonntagmorgen. Das Sofa ist endlich weg, in manchen Bezirken von Berlin klappt das ja, Sachen auf die Straße stellen und die verschwinden dann von allein, aber nicht ein vergammeltes Sofa in meiner Gegend, das will dann auch keiner geschenkt haben. Der Bass der Nachbarn dröhnt, deren Drogen hätte ich gern, ganz Berlin scheint ein Irrenhaus zu sein, seit Corona noch mehr als sonst schon immer.

Berlin gehört den Verrückten und wer herkommt und es noch nicht ist, wird es, im Guten wie im Schlechten. Besser man gehört zu den Verrückten der Stadt, die keine Betreuung brauchen, kann ich nach Jahren der Beratung von Verrückten und ihren Angehörigen sagen. Besonders seit Corona braucht man besser keine Betreuung, denn wer sie brauchte war und ist einfach im Arsch. Die Sozialarbeiter der Stadt sind nämlich einfach mal müde nach über 2 Jahren Pandemie, wenn nicht schon selbst ein Fall für das Krankenhaus. Auch ich sollte mich in Anbetracht meines auslaufenden Vertrages umsehen, gesünder wäre es, sicherer auch, immer diese zeitlich limitierten Projekte. Bloß niemanden unbefristet einstellen, Planungssicherheit, Kreditwürdigkeit, wer braucht das schon?^^ Keine Überraschung, dass der öffentliche Dienst in Berlin als Arbeitgeber mittlerweile wieder hoch im Kurs steht, ist vielleicht langweilig, aber krisensicher. Für den Moment bleibt aber die Erkenntnis: Es ist, was es ist!

Sonnenschein, Nase, Supermarkt, Jobs und Sorgen

Guten Morgen, wow, Sonnenschein! Der Kaffee schmeckt und ich hatte leider Etappenschlaf. Die Nase halb blockiert, die Vögel laut, das sind die nicht so erfreulichen Fakten zum Morgen. Gestern relativ aktiv gewesen, erfolgreich einkaufen gewesen, aber geschwitzt dabei wie Sau, war dann doch zu anstrengend und gekocht, aber keine Aubergine, sondern Quesadillas, irgendwie war mir danach. Das mit dem Treffen heute wird wohl nichts, bin immer noch krank und zusätzlich habe ich Pickel im Gesicht bekommen. Aktuell strahlend blauer Himmel und nicht mehr so schläfrig. Nicht in die Arbeitsmail geschaut, diese Zeit gehört mir. Telefoniert und viele E-Mails geschrieben, Pflege sozialer Kontakte auf Distanz. Keine Ahnung was ich heute anstelle, neben schlafen, vielleicht gehe ich nochmal in den Supermarkt, denn ich habe Backpapier vergessen. Im Supermarkt gab es zwar kein Öl, kein Reis und kaum Nudeln und Milch, aber alles andere war deutlich günstiger als online zu haben. Medikament weiter reduziert, macht derzeit keinen Unterschied und keine Nebenwirkungen der Reduktion.

Heute dann auf jeden Fall Balkonien, die Sonne genießen, ich verstehe seit Corona, warum die Mutter bei der Auswahl der Wohnung auf einen Balkon bestand, den ich gar nicht haben wollte. Danke Mama, ein Balkon ist natürlich wunderbar, was hätte ich während der Corona-Maßnahmen ohne Balkon gemacht, was würde ich jetzt ohne Balkon machen. Mein Balkon ist ein Stück Lebensqualität. Na wenigstens muss ich dank ihr nicht mehr auf die Wohnung mit Balkon warten. Auf viele anderen Dinge leider immer noch, aber mein Wartehaus ist wenigstens nett und komfortabel. Muss mir überlegen, wo die berufliche Reise weitergeht, denn es kann gut sein, dass ich Ende des Jahres keinen Job mehr habe, das Gute dabei ist aber, dass ich wieder so fit bin, dass ich mir sogar meinen alten Job, unter anderen Bedingungen, wieder vorstellen kann. Wie ein Macho-Ausbeuter-Startup aussieht, weiß ich ja jetzt und kann einen großen Bogen machen. Mache mir Sorgen um den Vater, dem geht es gerade nicht so gut, ich hoffe, es ist nur der Stress wegen der Wohnungsauflösung und Mietersuche, das wird beobachtet. Mein innerer Hamster will wieder horten, vielleicht weil die anderen Hamster hier so aktiv sind und ich dadurch irgendwie alarmiert bin, aber habe beschlossen, dass 2 Kilo Mehl und 2 Flaschen Öl dann vorerst doch reichen. Normalerweise komme ich mit dieser Menge wochenlang/monatelang aus.

Die Taschentücher-Haufen neben meinem Sofa werden kleiner, versuchen wir die aktuelle Lage mit Humor zu nehmen:

Draußen, Aubergine, Preis von gestern, Teddy und Schokolade

Guten Morgen, für den Moment wirklich ganz gut. Also im Vergleich zu gestern. Nachdem ich jetzt weiß, dass ich kein Corona habe, überlege ich heute in den Supermarkt zu gehen. Die Pfandflaschen türmen sich und ich war jetzt zu lange nicht draußen. Tatsächlich gestern Staub gewischt, Palmen bewegt und Sauerkraut gemacht. Telefoniert mit einem Freund und kaum tagsüber geschlafen. Meine Nasendusche ist gerade mein dringend nötiger Freund, denke ich habe die Erkältung vom Vater, die Umarmung zur letzten Pizza muss es gewesen sein. Überlege gerade sogar geschmackvoll zu kochen, Auberginengemüse mit Salsiccia aus dem Ofen wäre eine Option. Vorausgesetzt, ich kann zu diesem Zeitpunkt noch schmecken, sonst sind es Perlen vor die Säue. Ruhig hier, ein bisschen Geisterhaus gerade, auch gestern kaum Geräusche im Haus. Der Kaffee schmeckt, es ist immer noch grau und nicht an die Arbeit gedacht. Kalt ist es, sogar für mich, keine Dauer-offenen Fenster gerade.

Die Supermarktangebote der Woche sehen so aus, dass es bestimmte Artikel zum Preis vor der Preiserhöhung gibt. Also Angebot: „Kaufe heute zum Preis von gestern.“ Mal sehen, was sie noch haben, wenn ich heute komme. Zigaretten sind gerade widerlich, aber die Gewohnheit/Abhängigkeit siegt. Schon seltsames Konzept getrocknete Pflanzen, industriell aufgearbeitet zu inhalieren. Warum dann nicht gleich Laubblätter rollen oder Kastanien schniefen? Die ehemalige Sportlerin und Sängerin in mir findet das sehr unlogisch, was ich heute mache. Mein alter Teddy liegt jetzt in meinem Bett, für nicht Kenner sieht es wohl eher aus wie ein weiß-rosa gefüllter Watteball, aber so sah ein Teddy vom Restposten-Laden in 1988 halt aus. Erste Samen sprießen auf dem Balkon, bald sollte sich der Bienenbesuch lohnen. Keine Nachrichten geschaut, eigentlich gar nichts geschaut im Fernsehen, die Kiste lief eine Weile, aber ich weiß nicht was lief. Keine Konzentration für triviale Berieselung gerade, mein Kopf ist voll mit anderen Dingen und ich meine nicht den Schleim.

Der Ehemann ist gerade immer nur müde, versuche das mal nicht persönlich zu nehmen, kann ja sein, aber mittlerweile ist er lange genug im Beruf, um sich an die 40-Stunden-Woche gewöhnt zu haben? Ich bin die mit den Schlafstörungen nicht er, zumindest nach der Beobachtung. Selbst gebackenes Mehrkornbrot wartet zum Frühstück, vielleicht ein Ei dazu. Müsli geht gerade immer noch nicht, seitdem kotzen kann ich es wieder essen, aber nicht genießen. Vielleicht heute putzen, nicht der Tag um rauszustürmen und alle zu umarmen, obwohl die, die ich nicht leiden kann vielleicht schon, für die gibt es dann Erkältungssymptome frei Haus. Der Schokoladenentzug funktioniert ganz gut, habe seit Wochen nur noch 70 % Kakao-Schokolade da, da futtert man nicht die ganze Tafel, dafür gestern dann aber über meinen weißen Osterhasen hergemacht. Zum Glück hatte ich nur einen kleinen gekauft und keine Ostereier. Ob ich in diesem Leben noch mal zu tanzenden Oma werde?

Brot, Sandwich, Couch, Sauerkraut, Palmen und Sonnenschein

Guten Morgen, für den Moment riechen und schmecken können, dass finde ich gut, den Rest gerade weniger. Gestern tagsüber viel geschlafen und dann nachts nicht zum Schlafen gekommen, dafür dann ein Brot gebacken, denn die Corona-Backmischungen laufen gerade ab. Gegessen gestern ein vegetarisches Sandwich, aber nicht viel geschmeckt davon, ich denke aber es war lecker. Das mit dem Teledoktor per App ausprobiert, hat geklappt, auch wenn ich finde, dass ein Gynäkologe aus Stolberg per Videochat eigentlich wenig zu sagen hat zu meiner Erkältung. Egal ich habe jetzt eine rechtsgültige Krankschreibung bis nächste Woche, Arzt ist wohl Arzt im Internet. Der Tag ist grau, die Straße rauscht und heute erwarte ich nur eine Lieferung von der Apotheke. Neue Corona-Tests, denn aktuell weiß man bei mir ja nicht so genau was es ist. Meine Nase läuft auf jeden Fall, unzählige vollgerotzte Küchentücher erzählen davon. Ist lange her, dass ich erkältet war, ich denke, das letzte Mal war vor Corona. Nasenspray, Ibuprofen und die Badewanne sind dann gerade meine besten Freunde.

Keine Ahnung, warum ich, wenn ich aus dem Fenster gucke, ständig die ätzenden Nachbarn sehe, während alle anderen Nachbarn hier scheinbar unsichtbar sind. Ich glaube den Ätzenden haben wir jetzt auch zu verdanken, dass vor dem Haus jetzt eine abgewetzte, beige Couch auf der Straße steht. Die anderen Reste des Sofas wurden einfach in den Keller geschmissen. Die Vögel singen ein Lied, zu laut für meinen Geschmack. Überlegt heute Sauerkraut mit Kartoffeln und Kassler zu machen, das gehört zu den Gerichten, die mir normalerweise helfen, bei Erkältung, aber auch bei Magenproblemen. An Arbeit ist gerade nicht zu denken, neben zu wenig Atemluft auch keine Ruhe dazu, Probleme anderer zu lauschen und lösen zu wollen. Alle Verabredungen abgesagt, weder Freunde, Mann, noch Vater werde ich treffen. Lebensmittellieferung gestern mal vollständig, muss ja auch mal sein, dieses ständige Reklamieren geht mir auf die Nerven. Waren bezahlen, die man nie erhalten hat, ist aber auch keine Option. Fieber ist glaube ich gerade weg, aber vielleicht irre ich mich auch, vorsichtshalber weiter Ibuprofen eingeworfen. Ein Hoch auf die gut ausgestattete Hausapotheke, alles da, was ich gerade brauche.

Genug Krankheitsgeschreibe, vielleicht schaffe ich es heute die Palmen in der Wohnung zu verteilen und vielleicht auch mit Maske Staub zu wischen, mehr Missionen sind für heute aber nicht geplant. Warten wir auf bessere Zeiten, warten wir auf den Sonnenschein: