Weinen, zerstört, Opfer, Schwanz ab

Guten Morgen, weniger weinen, weil in Gesellschaft. Aber immer noch weinen. Wie konnte mir das nur passieren? Wie konnte man mir das antun? Mein Leben zerstören? Ich hatte niemanden angegriffen oder etwas Böses getan. Ich war ein körperlich frühreifes Kind. Hass, er kommt noch nicht, ich verweile noch in Selbstmitleid. Plötzlich macht alles Sinn, vieles erklärt sich, was danach passierte. Ich dachte, es wäre meine Schuld, dass alles danach schiefgelaufen ist. Ich dachte, sowas passiert nur im Krieg, nicht in Deutschland. Ich wollte nicht aufwachen, es nicht wissen, es war zu viel für mich. Wollte eine Heldin, kein Opfer sein. 30 Jahre, wurden mir geklaut, 30 junge Jahre. Dafür gibt es keine Wiedergutmachung. Auch jetzt versuche ich stärker zu sein als ich bin, schneller zu sein als ich bin. Es ist Zeit, sich meine Wunden anzuschauen und in einem guten Moment diesen Song zu trällern:

Es ist ein Wunder, dass ich danach überhaupt jemals wieder einen Mann angefasst habe.

Gesellschaft, Glück im Unglück und Beruhigendes

Guten Morgen, schon etwas besser, der Mann ist da, mit Gesellschaft, weniger schlimme Gedanken, mit ihm dringende Umarmungen für mich. Vorher mega gestritten, auch für ihn hart meine Geschichte zu hören und zu wissen. Ruhig, aber zu wenig geschlafen, Magen-Darm-Trakt ist wieder durchgedreht, aber die Hausapotheke kennt das schon. Eigentlich möchte ich mich krankschreiben lassen, uneigentlich ist da ein Arbeitstermin, denn ich gerade nicht mehr absagen kann. Mein Glück im Unglück, ich habe den richtigen Beruf für meine jetzige Situation und Freunde und Kollegen mit den richtigen Berufen, so weiß ich wie ich vielleicht an Hilfe komme. Telefoniert wie die Weltmeisterin, die Hilfehotlines, ich kenne sie jetzt alle persönlich, nicht nur in der Theorie. Hoffe auf Geld für therapeutische Maßnahmen, die Krankenkasse kann man in diesem Fall vergessen.

Gestern Comics geschaut, harmlos, harmloser, muss es gerade für mich sein. Den Film Oben geschaut und festgestellt, dass es nicht nur die süßen Charaktere sind, sondern auch die Musik, die mich bei diesem Film immer wieder zu Tränen rührt:

Etwas Schönes zerstören

Tränen, Gespräche, Tränen, Gespräche und noch mehr Tränen. Es ist unfassbar und erklärt so vieles. Trauma, mein Hirn hat 30 Jahre gemauert, wahrscheinlich um zu überleben. Da bin ich nun die Überlebende und könnte nur schreien. Wie konnte man mir das antun, wie konnte ich mich nicht wehren? Warum haben Zeugen geschwiegen? Warum hat keiner geholfen? Wie konnte man mir einreden, ich wäre Täterin und nicht Opfer? Die Einsamkeit danach, der apathische Blick, das Scheitern jeglicher schulischer Aktivität, alles logisch heute. Einfach etwas Schönes zerstören…

Es ist nicht Ihre Schuld!

Tränen, Gespräche, Tränen, Gespräche, es gibt sie noch, die Engel der Telefonhotline, aber auch Menschen, die es mit einem Telefonat noch schlimmer machen. Stotternd, zitternd und schwitzend bei der Post gewesen, Magenkrämpfe, Durchfall, Pizza bestellt, gebadet, versteckt. Der beste Ratschlag gestern: „Bleiben Sie im Jetzt!“. Der beste Satz gestern: „Es ist nicht Ihre Schuld!“

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Ein Gruß aus der Nacht. Eigentlich gibt es gerade gar nichts mehr zu sagen, weil alles, was ich sagen möchte, nicht in einen Blog passt. Meine Trauma-Aufarbeitung geht voran und neben meiner vielen schlechten schon vorhandenen Erinnerungen, sind jetzt neue dazu gekommen. Etwas ziemlich schlimmes, was mir als Minderjährige während meiner Schulzeit in Berlin passiert ist. Ich bin kein Anwalt, aber es ist wohl zu lange her, aber es gab Zeugen dazu, ziemlich viele Zeugen, die wahrscheinlich mehr wissen als ich selber derzeit.

Zum Glück habe ich heute frei, ich werde mir Hilfe suchen, vielleicht krankschreiben lassen. Jetzt ergibt sehr vieles in meinem Leben Sinn, z.B. dass ich diese Schule niemals beenden konnte und ein Jahr Schule geschwänzt habe nach dem Vorfall. Es ist unfassbar, dass offensichtlich schwer traumatische Erlebnisse, die mein Hirn einfach verdrängen musste, um überleben zu können, jetzt verjährt scheinen, wo ich mich endlich erinnern kann. Zum Glück war der Mann da, zum Umarmen und nicht allein sein.

Ich weiß gar nicht, ob ich mich weiter erinnern möchte, wenn die Täter eh davon kommen.

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Scheißtag, EMDR, EC-Karten, Essen und Musik

Guten Morgen, was für ein Scheißtag gestern. Auf der Arbeit Tränen und Streit bei den Kunden und danach abgehetzt zum klassischen Konzert und die Musiker haben sich ständig verspielt. Enttäuschend und irgendwie auch stressig. Gut ein Tag, um früh ins Bett zu gehen. Das habe ich dann auch gemacht. Von der Kollegin EMDR vorgeschlagen bekommen, ein Verfahren von denen die Amis überzeugt sind, was aber in Deutschland großteils nicht von den Kassen getragen wird. Ein Versuch wäre es wert, ich kann nur Geld und Zeit verlieren, aber mehr Zeit als ich bereits verloren habe, geht eigentlich nicht. Es ist schon bezeichnend, dass ich wirklich sehr viele Erinnerungen lange verloren hatte, die erst in letzter Zeit teilweise wieder aufgetaucht sind. War einfach ein bisschen viel in meinem Leben und nein, ich mag mich nicht immer und immer wieder auffordern lassen, ich möge mir eine Gesprächstherapie suchen, wenn die aus Erfahrung einfach nicht funktioniert, ja sogar schädlich war. Für mich ist diese Aufforderung von Mitmenschen einfach nur ein verzweifelter Versuch helfen zu wollen, ohne Kenntnis von Heilverfahren bei Trauma. Für mich hat das was von einem hungrigen Menschen mit Glutenallergie, immer wieder aufzufordern er/sie möge doch Brot essen. Aber gut, auch ich stehe am Anfang mit meinem Wissen zu Behandlungsmethoden bei Trauma, ich wusste bisher nur, was bei mir nicht geht, ohne überhaupt zu wissen, dass ich Traumas habe.

Seit ich erwachsen bin, habe ich mich nach jedem Trauma in Arbeit gestürzt, so viel und so lange gearbeitet, bis ich mich selbst vergessen habe. Ein Weglaufen, dass aber nur zeitlich begrenzt funktioniert und in mindestens einem Burnout oder Schlimmeren endete. Themenwechsel, überrascht von dieser Nachricht, Störungen bei der EC-Kartenzahlung, eine Nachricht, die alle Freunde von Bargeld freuen wird und die Rentner unseres Landes bestätigen wird, dass am Anfang des Monats die ganze Rente abholen und unters Kissen legen, eine gute Methode ist. Ist halt nur nicht so gut, wenn Einbrecher oder Trickbetrüger kommen, aber ansonsten scheint es Sicherheit zu geben. Die Bude sieht aktuell schlimm aus, vielleicht mache ich heute die dringendsten Arbeiten. Der Mann wollte vorbeikommen, das ist doch mal etwas Motivation. Gekocht gestern nur ein paar Champignons und dann schlafen gegangen. Für den Mann heute dann Pute oder Ente. Was Essen angeht, kennt er keiner Bescheidenheit, allerdings auch, ohne die Preise und Verfügbarkeit dazu zu kennen. Was ich dafür gerannt bin und bezahlt habe, ist ihm einfach unbekannt. Er hat da die Logik, Essen findet man in der Küche, ähnlich schlau, wie der Strom kommt aus der Steckdose.

Der Ex aus Italien hat sich gemeldet und ist wohl bald wieder in der Stadt, aktuell keine Meinung zu einem möglichen Treffen. Von einer guten Zeit mit ihm würde ich nicht sprechen, aber ich mag ihn weiterhin. Ein paar Spatzen sind zu hören und der Kaffee schmeckt, irgendwie ist gerade selbstgewählt nur die Stille richtig, Fernsehen nervt, Musik schnell auch, also bin ich von Stille umzingelt und schweige dazu. Aber der eine Song am Morgen wird weiterhin gespielt, versuchen wir es doch mit Hans Zimmer:

Stille, Klugscheißer-Mädchen, Narzissten und Beethoven

Guten Morgen, seltsame Nacht, wieder früh ins Bett und noch früher wach. Der Tag grau und noch Stille hier. Irgendwer schreit hier jetzt ständig herum, es sind nicht die Ätzenden, ich glaube da gibt es neue Mitbewohner im Haus. Heute voller Tag, viele Arbeitstermine und danach ein Klassikkonzert. Das wird knapp werden, weil ich den letzten Termin nicht verlegen oder absagen konnte, es bleibt nur die Hoffnung, dass der letzte Termin gar nicht auftaucht, was auch vorkommt. Gegessen Hühnerfrikassee, Schonkost für den Magen. Immerhin letzter Arbeitstag die Woche, das ist auch nötig, wenn ich mich in der Bude umschaue, gar nichts auf die Reihe gekriegt, wieder so eine untätige, fast depressive Grundstimmung. Gibt ja auch gerade nicht viel Positives, an dem ich mich hochziehen könnte. Arbeit doof, Beziehung doof, Wohnung doof, es bleibt wohl nur meine Vorratshaltung, als befriedigend zu bewerten. Manchmal kann ich es immer noch nicht fassen, dass ich eine erwachsene Frau mit eigener Wohnung bin, das kommt mir so unrealistisch vor, war ich nicht erst gestern Kind?

Dieses muskelbepackte Klugscheißer-Mädchen? Dass ich damals extra hart beim Ballett trainiert wurde, macht heute Sinn, nachdem sie mir den Rücken zerstört hatten. Sie wollten sicher gehen, dass ich eine Weile ohne Schmerzen bleibe. Hat auch ein paar Jahre gehalten, aber mit 20 gab es dann die ersten Bandscheibenvorfälle. Meine Mutter war wie immer damals mit sich selbst beschäftigt und fand es zu mühsam für mich und meine Rechte zu kämpfen, ein böser Fehler, der lebenslange Schmerzen für mich bedeutete. Keine Ahnung, warum meine Mutter dachte oder besser nicht dachte, dass einem Kind ein Zimmer bereitstellen und ab und zu essen geben reicht, um es groß zu kriegen. So viel Egoismus, so viel Selbstverliebtheit, ich weiß, warum ich bis heute auf Leute, die solche Allüren haben, ziemlich negativ reagiere. Sie zerstören Leben mit ihrem Verhalten, andere Leben. Eigentlich sollte man Narzissten die Reproduktion verbieten, dann bleibt ihnen genug Zeit, um sich um das Wichtigste in ihrem Leben zu kümmern, sich selbst.

Leider ist unsere ganze Gesellschaft heute tendenziell narzisstisch, ein Opfer, wer es nicht ist, das ist eine Welt, in die ich bis heute nicht passe und auch nicht passen möchte. So wurde ich Außenseiterin, weil ich lieber keine Gesellschaft habe als schlechte. Genug Weltschmerz für heute, es gibt jetzt Thymian hier und auch Petersilie und Chaos obendrauf, die freien Tage brauche ich dringend, um klar Schiff zu machen. Mal sehen, wie heute wird und meine Gespräche verlaufen, danach Beethoven, ein Ohrwurm meiner Kindheit dazu:

Früh, Kräuter, Englisch, Hanfmilch, Kohlrabi und egal

Guten Morgen, früh ins Bett, früh wieder raus. Gerade graue Aussichten mit Regen und Autolärm. Willkommen in meinen wundervollen Leben. Die Paprika mit dem Vater war eine ganz blöde Idee für meinen Magen, warum auch immer, Paprika geht gerade nicht, also gestern zur Beruhigung Erbsensuppe. Nicht bei der Zahnärztin gewesen, ich fühlte mich zu schlecht und die Vorstellung einen weiten Weg mit den Öffentlichen zurückzulegen erschien Horror. Heute Büro, mit netter Kollegin und später ein Telefonat mit dem Chef, hoffe, das wird gut. Immerhin die Tage die Füße Sandalen tauglich gepflegt, doch jetzt sind wohl eher Gummistiefel das Accessoire des Tages. Die Kräuterhexe hat beschlossen, nicht nur die Petersilie noch in die Kräutersammlung aufzunehmen, sondern auch Thymian. Mit den Zweien, ist meine Sammlung für den täglichen Bedarf dann komplett. Denkbar wäre noch Salbei und Lavendel, aber mit keiner großen Dringlichkeit. Im Kühlschrank liegt noch Fenchel, den muss ich irgendwie verkochen, aber Fenchel ist wirklich nicht auf meiner Hitliste, sondern eher auf der „Kann man essen, muss man aber nicht“ Liste.

Mein Englisch ist besser geworden, das hat frau davon, wenn sie jetzt fast drei Jahre täglich Englisch schreiben und sprechen muss. Mittlerweile kann ich auch immer öfter gesprochenen Inhalten folgen. Wobei ich davon ausgehe, dass ich an der Aussprache von Woody Allen weiterhin scheitere. Immerhin, so Jahrzehnte später, denn in der Schule war Englisch schnell der Horror für mich. Gestern meine Hanfmilch Lieferung erhalten, ich freue mich, finde sie nur etwas teuer, warum ist pflanzlicher Milchersatz immer teurer als Kuhmilch? Eigentlich sollte das doch anders sein?! Der Vater sollte im Urlaub sein, freue mich für ihn, ich könnte jetzt auch eine Woche Meer vertragen. Freue mich auf das 9-Euro-Ticket, finde ich fair, wird dann nur zur Arbeitslosigkeit der Kontrolettis führen. Keine Ahnung, was ich heute koche, mich reizt diese Kartoffel-Kohlrabi-Suppe, aber vielleicht wird es auch nur ein Döner. Einer der Kochboxen-Anbieter hat mir ein Angebot gemacht, dass ich nicht ablehnen kann, ab Juni also auch wieder Kochbox bei mir.

Einen Termin vor Ort heute, mit professioneller Begleitung, doch zu einem Thema, zu dem ich auch im Schlaf referieren kann. Wobei ich aber davon ausgehe, dass sich bis zum Termin wach bin, Kaffee sei Dank. Freue mich auf das lange Wochenende, dieses Mal war ich auch mal schlau und rechtzeitig und habe mir den Brückentag gesichert. Das erste Mal nach über vier Jahren in diesem Beruf. Keine Aufopferung mehr für Kunden und Team, die mir eh keiner dankt, im Gegenteil, ich werde dann gefragt, warum ich so unentspannt bin. In der Bude nicht viel passiert, nur Müll weggebracht und dabei den sympathischen Hausmeister getroffen, ich weiß immer noch nicht, woher er mich kennen könnte, aber irgendwie kommt er mir auch vertraut vor. Es gibt diese Momente, wo man eine fremde Person trifft, aber gleich spürt, dass man irgendwas gemeinsam hat. Meistens sehe ich es in den Augen und spüre es im Bauch, wenn ich so eine Person treffe. Die meisten Leute sind mir aber nach über 30 Jahren Berlin egal:

Kaffee, kurz, Erschöpfung, Erinnerung und Arzttermine

Guten Morgen, noch nicht ganz wach und den Kaffeepot neben mir platziert. Eine kurze Nacht, denn wie immer konnte ich nach dem Besuch des Vaters lange nicht schlafen. War ganz schön mit dem Vater im Wald und auf Balkonien, das gekochte Gericht auch lecker. Heute Homeoffice und Zahnarzt, keine Lust auf Zweiteres. Die Zahnärztin ist streng, teuer und am Arsch der Welt von hier aus gesehen. Frühen Termin gemacht, ich Idiotin, wollte mal wieder die Welt von jemanden retten und habe dabei vergessen, dass ich heute auch Spätdienst habe und deswegen eigentlich später anfangen sollte. Eine neue Woche, eine kurze Woche, denn sie geht für mich nur bis Mittwoch, danach frei. Viele Gedanken, viele Gefühle und immer noch Erschöpfung. Blauer Himmel strahlt und der Vogel ist auch schon wach. Immerhin schlafe ich wieder durch und kein Etappenschlaf, das ist doch mal was. Den Mann nicht gesehen, aber gesprochen, weil in der Badewanne sitzen mir wichtiger erschien. Muss wohl anfangen, mir wichtige private Termine in den Arbeitskalender einzutragen, sonst kommt es immer wieder zu Überschneidungen.

Viel an die Mutter, ihr Handeln, ihre Aussagen gedacht, manche Dinge ergeben jetzt Sinn, manche Dinge regen mich immer noch auf. Schöne Trauma-Familie, aus der ich da komme. Immerhin, die Allergie scheint Pause zu machen, Nase frei, Nebenhöhlen auch. Es ist immer noch verwunderlich, wie ein Kind, das immer im Dreck der Natur gespielt hat, später auf diese allergisch reagiert. Nach diversen Theorien sollte ich eigentlich immun sein. Der schöne, feuchte Sommer freut auch die Mücken, mehrfach gestochen worden gestern. Heute keine weltbewegenden Gedanken, heute nicht viel mit mir, versucht, einen Arzttermin zu erhalten, was aber schwer ist. Die Ärzte hier handeln immer mehr nach dem Motto: „Ihnen tut ihr Arm weh, wenn sie ihn bewegen?“ Dann bewegen sie ihn einfach nicht! Wie so eine Pandemie im Express-Tempo die gesundheitliche Versorgung in den Abgrund zieht. Auf in den Tag, da kommen gerade keine wichtigen Gedanken mehr, Kaffee, Frühstück und dann ein Rentenantrag für einen Kunden, die Formulare der Rentenversicherung sind der Horror und nicht nur für die Zielgruppe der Kranken und Alten. Versuchen wir es mit ruhiger Musik, der eigentlich Lauten:

Tee von 2018, Merguez, Panik, eingebildete Kranke und Mutter Natur

Guten Morgen, endlich mal ausgeschlafen. Der Terrorvogel ist leider auch schon wach. Gestern nicht viel passiert und nicht das Haus verlassen. Reste gegessen und als einzige Heldentat die Tee-Ecke in der Küche ausgemistet, sehr viel 2018 und früher abgelaufen, wie bezeichnend. Seit 2018 hatte ich auch andere Probleme als Tee. Wunderbar bei geöffneten Fenster schlafen zu können, ich genieße das. Der Kaffee schmeckt, etwas Sonne ist zu sehen, draußen singen auch Vögel, aber deutlich angenehmer als mein Mitbewohner. Heute Pasta mit Merguez für den Vater geplant. Aktuell ist die Sehnsucht nach dem Mann nicht gegeben, genug Stress mit und wegen ihm. Gerade sehr zufrieden, dass keiner was will und ich nichts muss. Gestern wieder stundenlang Techno, ich habe gemerkt, dass Staubsaugen dagegen hilft. Ruhe und Frieden, im so weit intakten Berlin, wunderbar. Meine Kräuteranpflanzungen zu Hause umfassen mittlerweile: Schnittlauch, Minze, Basilikum, Rosmarin, Oregano, aber es fehlt die Petersilie, das werde ich bald ändern. Das Wetter scheint gerade sehr pflanzen freundlich zu sein, es sprießt und wächst hinter dem Haus wie wild. Auch die Erdbeere vom letzten Jahr ist zurückgekommen und hat bereits eine Blüte.

Panik, mein Thema, die letzten Wochen, erst wegen Krieg, dann wegen Unwetter, deswegen auch vermehrt horten zu Hause, aber sein wir realistisch, wenn eine Atombombe oder ein Tornado kommt, helfen mir meine Vorräte auch nichts. Dann bin ich im Zweifelsfall die Frau, die man unter einem Haufen von Lebensmittelkonserven findet oder halt auch nicht mehr findet. Es ist alles nur ein Versuch irgendwie die Kontrolle zu behalten, sich irgendwie sicher zu fühlen, auch wenn es ein Selbstbeschiss mit zu viel Klopapier ist. Aber was könnte helfen? Putin könnte man vielleicht irgendwie besänftigen, aber Mutter Natur? Mutter Natur denkt und handelt nicht in unseren Zeiteinheiten, die hat Zeitpläne, die gehen über ein Menschenleben hinaus. Corona ist für mich nur eine ihrer Maßnahmen, um sich selber wieder mehr Platz auf der Erde und in Wasser und Luft zu schaffen.

Ein Keks zum Kaffee, keinen Bock auf Frühstück gerade, aber der Magen braucht was. Blutdruck abends jetzt sehr weit unten, 100 zu 60, ist dann wohl sehr entspannt. Ich bin mir immer noch nicht sicher, ob das mit dem Bluthochdruck ein Missverständnis ist, denn jedes Mal als beim Arzt gemessen wurde hatte ich panische Angst wegen meiner Mutter, ein Grund, warum die Werte hoch waren. Die Langzeitbeobachtung von Blutdruck und Herz hatte aber ergeben, dass es da generell kein Problem gibt, weil die Werte in Ruhe wieder schnell fallen. Nehme ich jetzt unbegründet Blutdrucksenker? Nur weil es keinen Arzt gibt, der mich von der Angst wie meine Mutter zu sterben befreien kann? Ist es eine Angststörung, wenn die Angst berechtigt ist? Ist es Depression, wenn es tatsächlich einen Trauerfall gibt? Ist es eine Anpassungsstörung, wenn man länger als ein paar Wochen über einen Todesfall trauert? Für mich eigentlich nicht, wenn externe Faktoren beeinflussend vorhanden sind. Unser Gesundheitssystem hätte es aber drauf, trauernden, ängstlichen und hungernden Leuten im Krieg zu erklären, dass sie und ihre Haltung das Problem sind und sie sich bitte in Gesprächstherapie und medikamentöse Behandlung begeben sollen, um sich und ihre Haltung, nicht die Gesamtsituation, zu ändern.

Wow, das ist heute viel Geschreibe geworden, ich versuche dann mal zu entspannen und hoffe, irgendwer kümmert sich um Putin und dass Mutter Natur noch etwas Geduld mit uns findet.