Retraumatisierung, Krankenhäuser, Arm und Reich und schlechte Romanze

Guten Morgen, nicht so toll gerade, schlecht und zu wenig geschlafen und Angst vor dem Gespräch heute. Über ein Trauma zu sprechen ist retraumatisierten, ich verstehe nicht, warum trotzdem jeder immer und immer wieder darauf besteht, dass ich es erzähle. Sogar der Telefonservice des Krankenhauses bestand darauf, weil ich ja sonst wahrscheinlich falsch bei ihnen bin. Mit dem Abwimmeln sind sie gerade schnell in der Stadt, bei Trauma also Hilfe zu bekommen, eine weitere schmerzhafte Hürde. Kann aber nicht sein, dass ich Hinz und Kunz immer und immer wieder alles erzählen muss, ohne sicher zu sein, ob diese temporärer Verschlechterung meiner Lage, dann auch Hilfe und damit eine Verbesserung bringen kann.

Formulare sind noch auszufüllen, sehr viele Formulare, denn es muss der Kostenträger ermittelt werden, Überraschung: Es ist auf gar keinen Fall die Krankenkasse, denn die bietet gar nichts an. Aber vielleicht auch ganz gut so, denn die Hilfen der Krankenkassen sind derzeit nur für Selbstmordgefährdete da, die müssen dann im Krankenhaus aufgenommen werden, teilen sich ihr Zimmer mit anderen Verrückten, kriegen schlechtes Essen und so viele Medikamente bis sie ruhig sind. Das ist nicht wirklich eine Hilfe, das ist für mich Knast. Da bleibe ich lieber zu Hause, habe mein eigenes Zimmer, gutes Essen und nehme keine Pillen, die mich zum Zombie machen und zahlreiche gesundheitsschädliche Nebenwirkungen haben. Das ist zumindest meine Erfahrung mit der Einweisung in eine Psychiatrie, und seit Corona ist es eher schlimmer als besser geworden.

Lebensmittel-Bestellung gestern nur halb erfolgreich und dem Mann seinen Anteil in die Wohnung gebracht, er versteht immer noch nicht, was ein Notvorrat ist, vielleicht weil er Not einfach nicht kennt, er kommt aus einer ehemals reichen Familie und so sind auch seine Ansprüche. Wer also denkt, ich sei die reiche Deutsche und er der arme Afrikaner, der irrt gewaltig. Mein Kopf ist von Armut und Not geprägt, seiner von Reichtum und Wohlstand. Das gibt immer wieder Streit, weil ich seine Allüren nicht nachvollziehen kann. Ansonsten werde ich die letzten Tage von diesem Song gestresst, der Ohrwurm will einfach nicht mehr weggehen:

Spät, Hausfrau, Klinik, Essen und Kontrolle

Guten Morgen, wieder spät ins Bett und früh wach. Es wird halt erst spät in der Nacht kühl genug, sodass ich einschlafen kann. Aktuell bin ich wohl die Hausfrau des Monats, Tiefkühlsachen neu verpackt und organisiert, Küchenschränke aufgeräumt, Vorräte neu sortiert, Nüsse in Gläser einsortiert, Joghurt selbst gemacht, Brot gebacken und Erbsensuppe gekocht. Nebenbei viel telefoniert, aber nur zum Müll herausbringen draußen gewesen. Heute kommen Lebensmittellieferungen, für mich, aber auch für den Mann. Alles zu teuer, aber ich ahne das wird so bleiben oder noch schlimmer, je nachdem was Putin vorhat. Abgesehen von einer besser sortierten Küche gibt es noch eine weitere gute Nachricht, ich darf morgen in einer Klinik vorsprechen und hoffe dort Unterstützung zu erhalten, mein Psychiater ist nämlich weiterhin im Urlaub. Psychiatrische Versorgung, die nur auf der Aufopferung der Angestellten beruht, funktioniert halt nur eine Weile, irgendwann sind alle urlaubsreif und/oder krank. In meinem Umfeld sind viele krank, ich bin also nicht allein, aber tröstlich ist das trotzdem nicht.

Die Sonne dreht heute anscheinend wieder auf, schon jetzt 27 Grad in der Bude, aktuell ist es nur nachts angenehm, wenn alle Fenster geöffnet sind und ein leichter Wind weht. Die Stadt dreht derzeit Scheibe, zu viele sind verzweifelt und/oder drehen durch. Ich hörte von vielen Freunden, die sonst teuer essen, dass sie dann halt auf die Discounter wechseln, um das Ausgabenlevel nicht zu sehr zu erhöhen, aber was machen die Leute, die vorher schon beim Discounter gekauft haben? Für die gibt es keine günstigere Alternative. Was machen die ganzen Ukrainer in der Stadt, wenn Essen nicht mehr erschwinglich ist? Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral!“, sagte Brecht, also kein Wunder, dass die Leute durchdrehen oder sogar kriminell werden. Kaum (bezahlbarer) Wohnraum, nichts zu futtern und eine unzureichende ärztliche Versorgung und da wundert sich irgendwer, dass die Leute schlecht darauf kommen? Ich sitze dann verdattert in der Wohnung und sortiere Konserven, irgendwas was ich kontrollieren kann, irgendwas was scheinbare Sicherheit gibt.

Regen, leere Regale und mach es dir selbst

Guten Morgen, mitten in der Nacht ins Bett, jetzt schon wieder wach. Aber es gibt Regen! Alle Fenster auf und zusehen, wie die Temperatur fällt. Gestern noch viel gekocht und gebacken, mein Seelenberuhigungsprogramm. Es gibt hier jetzt Kartoffelsuppe, Bolognesesoße und Brownies mit Kirschen und einem Schuss Amaretto. Einkaufen im Supermarkt um die Ecke gestern, eine sehr enttäuschende Geschichte, denn fast alles, was ich wollte, war ausverkauft. Neben mir neue Gesichter aus der Ukraine, die genau wie ich auf die leeren Regale schauten. Was es noch gab, war halt teuer, heute bleibt es herauszufinden, ob das nur in meiner Ecke so ist, oder auch anderswo. An so einem heißen Tag wie gestern keine Getränke kriegen, war auf jeden Fall bitter.

Gestern versucht Hilfen für mich zu organisieren, niemanden erreicht oder Warteliste. Warten, bis man vergessen hat, was man wollte. Graue Aussichten finde ich gerade herrlich, da draußen konnte ich mich gestern wegen der Hitze kaum bewegen. Wieder angefangen Müsli zu essen, mein Magen dankt es mir. Heute ein Therapiegespräch, aber ich ahne schon, sie wird mir bestätigen, da ist Therapiebedarf, aber gleichzeitig verkünden, da gibt es keinen Platz für mich. Das hatten wir schon mal letztes Jahr, zurückgelassen worden, mit einer Therapeutenliste, bei der keiner ans Telefon geht und/oder kein Platz da ist, oft auch keine Warteliste. Da kann man schon mal wütend werden, wenn das vorwiegende Gefühl nicht gerade schwere Depression ist. Das Motto unseres Gesundheitssystems ist wohl: „Mach es dir selbst!“

Heiß, Blutdruck, Therapie und das Geschäft Gesundheit

Guten Morgen, des Zauber des Bloggens scheint vorerst vorbei für mich zu sein. Zu heiß zum Schlafen hier, lediglich ein paar Stunden in der Nacht, bis die Vögel grüßten. Gestern beim Mann gewesen, geschlafen, nach Hause, geweint, wieder sehr viel geweint. Ich will meine Vergangenheit nicht, ich denke, niemand will die. Auch meine Gegenwart ist nicht der Hit, aber immerhin gibt es die. Lebensmittel bestellen wollen, aber jedes Mal bei 100 Euro und mehr gelandet, zu viel Geld für Ende des Monats. Zu viel Geld für eine Frau, die gerade eh nur bedingt isst. Also doch zum Supermarkt, wenn ich auf der Straße in der Hitze nicht wie ein Käfer verbrenne. Kochbox für nächste Woche wieder reaktiviert, mit Gutschein sind die gerade günstiger als der Supermarkt. Vielleicht heute das hier gekocht, obwohl ich den Eindruck habe, Kartoffelsuppe wäre besser für den Magen-Darmtrakt.

Der Ventilator, mein Freund, Schatten Notwendigkeit, Blutdrucksenker bei diesem Wetter unnötig, aber die Ärztin sprach von einem zu haltenden Blutlevel, kurzum ich bin abhängig von den Pillen. Plötzliches Absetzten könnte zum Tod führen, auch wenn ich gerade bei der Hitze eher Werte von 110 zu 70 habe. Scheiß abhängig machende Pillen, für mich nichts anderes als legale Drogenabhängigkeit. Für mich ist die Pharmaindustrie leider zu oft der staatlich legitimierte Drogendealer. Ein Geschäft, an dem beide verdienen. Die Krankenkassen sind auch dabei, denn wirkliche Heilung ist teuer, also Pille rein und Deckel drauf, solange es gut geht. In meinem Fall bedeutet das, keine Therapie für Seele oder Körper, sondern Pille darauf. Psychotherapie oder ein überdachtes Sportprogramm, viel zu langfristig und teuer, lieber Pillen darauf, keine Heilung, aber scheinbare Linderung, starke Nebenwirkungen und sehen wie lange ich das überlebe. Ein toter Patient ist halt der günstige Patient für die Kasse.

Durch die fehlende Psychotherapie, Pillen genommen, die die erst meinen Geist, dann meine Gefühle und letztendlich meinen Körper zerstört haben. Da wieder durch erpresste Reduktion herausgekommen, aber mit starkem Übergewicht und Angst- und Panik. Bluthochdruck, der wieder mit appetitsteigernden Pillen behandelt wird. Weiter zu genommen, doch mit jedem Kilo mehr, brauche ich mehr von den Blutdrucksenkern, immer noch keine Therapieangebote der Krankenkasse, weder für Seele oder Körper. Dabei die Schuld immer wieder dem Patienten geben, ja warum haben sie denn nur 10 Therapeuten und nicht 20 angerufen? Beim 20ten Therapeuten hätte sie sicher einen Platz erhalten!? Ja, warum ernähren sie sich nicht richtig und machen Sport? Ja, dann wären die Blutdrucksenker nur halb so schlimm! Zuzahlungen dazu? Äh, nein, Medikamentennebenwirkungen sind ihr Problem.

Ein Teufelskreis, aus dem man selber wieder rauskommen soll. So wird an Therapien gespart und gleichzeitig durch die Gabe von Medikamenten verdient. Ein optimales Geschäft, außer für den Patienten. Wie soll ein krankes System gesund machen? Stimmt, gar nicht. Es ist ein Sterben auf Raten, mit immer mehr Pillen, die aber nicht heilen. Genug gekotzt, meine Mutter ist durch die Kombination starke Schmerzmittel und Blutdrucksenker schon tot, ich kämpfe dann mal weiter, allein, obwohl ich jeden Monat hunderte Euro an die Krankenkasse zahle. Was ist ein Glück wert, dass nur den Pharmazeuten ehrt?:

Heiß, Kartoffeln, Geldanlage, Hunger und Denken

Guten Morgen, zu früh, aber auch zu heiß in der Nacht. 27 Grad um 5:55 Uhr, die Nachttemperatur muss höher gewesen sein und ich habe geschwitzt wie Sau. Leider kein Regen gestern und heute wohl auch nicht. Der Ventilator ist seit gestern wieder mein Freund. Der Kaffee schmeckt und ich schweige in den Tag. Meine Trueman Show geht weiter, aber ich bin wieder etwas ruhiger. Sonnenschein ist zu sehen, Regen wäre mir lieber. Beim Mann gewesen, das hat ganz gutgetan, sein afrikanisches Essen nur bedingt, also später lieber mit Kartoffelsuppe weitergemacht. Die Preise für Essen sind gerade echt der Hammer, da wo ich früher 60-70 Euro zahlte, werden jetzt über 100 Euro fällig. Essen als Luxusgut, grausame Gegenwart. Langsam kann man wirklich davon sprechen, dass angelegte Vorräte eine Geldanlage sind.

Leider ist davon auszugehen, dass das so bleibt, wenn sogar die Baerbock von Hungerkrise spricht. Ich teile, was ich habe, mit dem Mann, der aufgehört hat über meine Vorratshaltung zu lachen. Im Gegenteil, wenn der freiwillig Kartoffeln isst, dann ist da mehr als ein Groschen gefallen. Immerhin mein Stromabschlag hat sich verringert, langsam kommen wir auch an den Punkt wo eine Kerze anzünden günstiger ist, als eine Glühbirne brennen lassen. Kerzen habe ich noch reichlich, die nächste Investition, die Mann und Vater erst lächerlich fanden. Wie sagte Juliane Werding? Denn am Ende lache ich über dich…

Krähengeschrei, Risotto, Englisch, Buch und Träume

Ein Gruß aus der Nacht, aufgewacht bei Krähengeschrei, ist ja auch viel melodischer als der Wecker. Aktuell ist es so als würde ich die Welt neu entdecken, nicht nur Erinnerungen sind zurück, sondern unsere gesamte Gesellschaft erscheint mir viel realer. Vorher war ich irgendwie wie geistig, intellektuell in Watte gepackt. Vielleicht das Trauma, vielleicht Nachwirkungen der starken Medikamente. Ich habe so viele Jahre verloren, ich habe so viele Chancen vertan. Komme mir vor wie Schneewittchen oder Dornröschen nach einem ewigen Schlaf. Ist toll, ist furchtbar, je nachdem wie man darauf blickt.

Viele zu heiß gestern in der Stadt, 30 Grad im Schatten, da schaltet mein Kreislauf und Körper auf Wasserfall. Also zu Hause bei zugezogenen Gardinen versteckt, Ventilator angeschmissen und Eis gegessen. Ein Risotto gekocht, was auch lecker war, trotz Fenchel. Gerade etwas kühler und es soll heute Regen geben, darauf freue ich mich. Spatzen singen auch ein Lied, die Nachbarschaft schweigt. Gestern Partyleute hinter dem Haus, auch hier wird jetzt vermehrt Englisch gesprochen, wie fast überall im Rest der Stadt. Mein Englisch ist aber mittlerweile wieder so gut, dass ich auch was verstehe und mich flüssig äußern kann.

Vor ein paar Jahren, nach dem Krankenhaus, stand ich auf einer englischsprachigen Party und konnte noch nicht mal Smalltalk führen, obwohl ich jahrelangen Englischunterricht hatte. Leider immer noch am Rauchen, die hohen Temperaturen helfen aber es zu reduzieren, denn so schmecken die Kippen eklig. Kaffee schmeckt, heute den Mann besuchen, der hat Zahnschmerzen und ich hatte wohl Nesselsucht, die aber wieder abgeklungen ist. Eine mitteilungswerte Neuigkeit gibt es wohl, ich bin keine geheime Kleidträgerin mehr, ich weiß jetzt, woher meine Ängste kamen und renne jetzt auch draußen damit herum, denn ehrlich gesagt ist das einer der wenigen Vorteile als Frau geboren zu sein: Bei hohen Temperaturen diskriminierungsfrei mit einem Kleid oder Rock rumrennen zu dürfen, während die Männer schwitzen dürfen.

Ich glaube, ich lasse das mit den passwortgeschützten Artikeln hier, was zu privat ist, gehört einfach nicht ins Internet, mit oder ohne Passwort. Sollte meine Krankheitsphase länger dauern, vielleicht lieber versuchen ein Buch zu schreiben, denn viele Geschichten zu erzählen habe ich auf jeden Fall und ich erinnere mich, dass das mal einer meiner Lebensträume war, ein Buch zu schreiben, ein Traum für den es noch nicht zu spät ist im Gegensatz zu vielen anderen Träumen, die ich hatte. Musik gesucht im Kopf, ich bin immer noch bei den härten Klängen:

Ausschlag, Erinnerungen und keine Öffentlichkeit

Guten Morgen, nein gar nichts gut, mir geht es noch schlechter als vorher. Körperlich und seelisch. Ich habe Ausschlag bekommen, ich habe mehr Erinnerungen bekommen. Wie konnte ich das alles nur vergessen? Blöde Frage, es war wohl lebensnotwendig, das alles zu vergessen. Jetzt sind die Erinnerungen wieder da und ich frage mich, wie ich das überleben konnte und frage mich nicht mehr, warum ich so schwer krank wurde. Vielleicht sollte ich meinen Blog doch auf privat schalten, um freier schreiben zu können, denn alles, was ich gerade schreiben möchte, ist für eine unbekannte Öffentlichkeit einfach nicht geeignet. Keine Ahnung wie ich jetzt weitermachen soll, keine Ahnung wie ich mich jetzt verhalten soll. Ach, lassen wir Musik sprechen in einer Situation, wo Worte nur schaden können:

Erinnerung, kotzen, Trümmer und Schwäche

Guten Morgen, nicht gut drauf, aber lange geschlafen. Nicht arbeiten und allein sein, tut mir nicht so gut. Allein sein, mit meinen Erinnerungen, meinen Problemen, nicht so lustig. Es gibt zwar Freunde und den Mann, aber da kann ich nicht besprechen, was mir durch den Kopf geht. Immerhin, der Magen-Darmtrakt ist gerade nicht am Durchdrehen. Blutdruck ist seit der Erkenntnis auch unten, sogar nach reichlich Kaffee und Zigaretten, höchstens 140, ohne das, deutlich geringer. Ich kann gar nicht so viel essen, wie ich gerade kotzen mag. Erkenntnis, Wissen, nur die Harten kommen in den Garten. Hatte schon seinen Sinn, dass mein Gehirn viele Dinge sehr lange ausgeblendet hat. Ein sonniger Tag grüßt und ich suche mein Lächeln. Fühle mich wie eine Trümmerfrau, doch der Trümmerhaufen bin ich. Wenn es einen Preis für schlechte Erfahrungen gäbe, ich hätte ihn in Deutschland gewonnen.

Jammern, es tut mir leid geneigter Leser, aber genau danach ist mir gerade. Schwäche, es braucht viel Stärke in dieser Gesellschaft schwach zu sein: