Über nberlin

Nadine in Berlin, ein Tagebuch seit 2005. https://nberlin.wordpress.com

Grauer Regen, Büro und geräuchert

Guten Morgen, nicht so tolle Nacht, aber Regen zum Morgen. Ja graue Aussichten bei 17 Grad und Regen sind immer noch ein Grund zum Freuen, nächste Woche sollen es 42 Grad werden. Heute ein wichtiger Team-Termin auf Arbeit. Wieder stundenlang Videokonferenz, gestern waren es 5 Stunden, zu lange, um es noch gut zu finden. Nachmittags dann ein ausgedehntes Mittagsschläfchen. Eines der wenigen guten Dinge im Corona Homeoffice, Mittagsschlaf ist meistens möglich. Allerdings brauche ich den auch seit Corona und nicht erst seit der Hitze mit schlaflosen Nächten. Der Blutdruck ist normal, der Kaffee schmeckt und ich habe etwas Bauchschmerzen, ist immer so, Stress gleich Bauschmerzen. Immerhin gestern einer Ratsuchenden aus der Patsche geholfen, ich dachte erst es sei aussichtslos zeitnah Hilfen zu erhalten. Ich hoffe, es geht ihr bald besser. Heute ins Büro, ich freue mich ein wenig, auch für mich, jetzt zu lange zu Hause und isoliert. Dieser ganze Internetkram ist halt kein Ersatz dafür echte Menschen irgendwo in der Stadt zu treffen. Die Zahlen in Berlin sind unten, jetzt lasse bloß nicht die Delta-Variante kommen, es reicht langsam, allein sein macht mehr Spaß, wenn man es nicht muss und wenn es nicht alle anderen auch machen. Neulich im Keller roch es nach Räucherstäbchen, keine Ahnung welcher Nachbar meinte, unser Keller muss geräuchert werden, ich tippe aber auf die Psychofamilie. Gegessen gestern Salat und Leberkäse, ja kein Bock zu kochen, dafür später auf Eiscreme. HelloFresh hat wieder Gutscheine geschickt, aber ich glaube trotz Gutschein werde ich die Boxen nicht bestellen, für mich allein zu teuer. Ich allein esse auch nur Nudeln mit Pesto. Heute also noch nicht die neuen Sandalen ausführen, es empfiehlt sich geschlossenes Schuhwerk. Feststellen dürfen, dass mein Tetesept Magnesium Präparat zu hoch dosiert für mich ist, also erstmal nicht mehr oder nur die Hälfte nehmen. Auf in das Grau des Tages:

Früh, Termine, Stau und das Rad

Guten Morgen, zu kurze Nacht, aber die Chefin wartet. Gestern sehr langer Arbeitstag und sehr viel los. Blutdruck zum Morgen sehr gering. Auch heute ein sehr voller Terminplan und wahrscheinlich wieder Überstunden. Aber gut dafür die nächsten Tage vielleicht weniger Stunden. Die Sonne scheint, ein frischer Wind weht und der Vogel hält leider nicht den Schnabel. Meine neuen Sandalen sind da und sie wurden für gut befunden, endlich wieder mein Geschmack. Der Vater ist auf der Insel, ich wünschte ich könnte mich auch dort hin beamen. Die Nachbarn haben wieder vergessen was Rücksicht ist, laute Technomusik und ab 21 Uhr die Kinder anschreien. Nach den Graswolken, die hier ab mittags hochziehen, könnte man leider vermuten, dass die Überforderung mit den Kindern daher kommt. Ich würde bekifft auch lieber meine Ruhe wollen und nicht auf zwei kleine wilde Jungs aufpassen, die nicht pennen wollen. Leider musste ich feststellen, dass die psychiatrische Versorgung in meinen Bezirk unter aller Sau ist, also beten hier niemals krank zu werden und sollte ich krank werden, schnell in einen anderen Bezirk anmelden. Irgendwas ist auf der Straße los, Stau und Polizei, die gegen die Fahrtrichtung fährt. Mit dem Schatz gestern nur kurz gesprochen, er war abgelenkt, keinen Bock das Zweit- oder Drittgespräch zu sein. Hätte ich heute nicht den Acht Uhr Termin, wäre ich heute lieber im Büro, war wieder zu lange zu Hause. Aber um acht bereits im Büro sein, eher unrealistisch für mich. Bin wieder wie früher im Nachtmodus, heißt kann ich frei wählen, gehe ich nicht vor Mitternacht ins Bett. Angeblich für Menschen mit seelischer Krankheit normal, sie lieben die Ruhe in der Nacht. Nur in der Nacht bin ich frei von Anrufen, Nachrichten und ich kann in Ruhe ungestört nichts tun. Der Kaffee schmeckt und treibt meinen Blutdruck hoffentlich etwas hoch, ich glaube bin ich entspannt, sind die Pillen zu viel, aber arbeite ich, sind die gerade richtig. Ich muss lernen mich besser abzugrenzen, nicht jeder Anruf muss gleich beantwortet werden, nicht jedes Schicksal mitgefühlt werden. Obwohl es gestern vergleichsweise kühl war, heute früh schon 25 Grad in der Bude. Ventilator Wetter, wäre der Ventilator nicht so laut. Heute viele und stundenlange Videokonferenzen, eigentlich keinen Bock zu, besonders mich selbst dabei die ganze Zeit zu sehen. Auf in den Tag, im drehenden Rad….

Kühler, Alptraum, Füße und Neuroleptika

Guten Morgen, wirklich ganz gut, denn es ist kühler geworden und ich konnte deutlich besser schlafen. Gerade bei grauem Ambiente alle Fenster auf und die frische Kühle genossen. Herrlich! Gestern Morgen nochmal hingelegt und weiter geschlafen und es sehr bereut, denn ich hatte einen sehr realistischen Entführungstraum, der mir die Laune vermieste. War ich froh als ich davon aufwachte, aber abschütteln war dann nicht so leicht. Noch Stunden später fühlte ich mich seltsam. War dann einkaufen, um vor der Wohnung und den Traum wegzurennen und dabei sehr ins Schwitzen geraten. Gegessen dann restliche Gemüsesuppe und später noch Huhn mit Salat und Süßkartoffeln. Kalt baden gewesen und mich endlich darum gekümmert die Füße Sommer-tauglich zu machen. Macht frau einfach nicht, wenn Mann daneben sitzt, gleichzeitig ist Mann dann aber enttäuscht, weil die Füße kacke aussehen. Problem also erstmal beseitigt und die Sandalen können kommen. Heute wieder Homeoffice in der Spätschicht, zum Glück ist es nicht mehr so heiß, geduldig zuhören, nachdenken und beraten ist bei über 30 Grad ziemlich schwierig. Hinter dem Haus feiern die Vögel den Morgen, ein Rotkehlchen schreit voller Inbrunst und eine Krähe sitzt auf den offenen Mülltonnen und frühstückt. Gestern einen jungen Mann gesehen der alle Mülltonnen aufriss und durchsuchte, ich glaube er suchte Pfandflaschen oder Nahrung, er fand nichts, aber dafür heute früh die Krähe. Unserer Quelle für gratis Lebensmittel scheint versiebt, der Supermarkt hat seine Lagermengen korrigiert, schade also wieder bezahlen für kein Bio vom Discounter. Aber er wollte eh Diät machen und ich sollte das auch mal versuchen. Es wird nämlich immer schwieriger für mich Kleidung zu finden, in der ich mich wohlfühle und passabel aussehe. Er hat bereits abgenommen und sieht toll aus, aber gut mit wochenlangen Zahnschmerzen und täglichen Fahrrad fahren auch etwas einfacher als für mich. Ich hatte ganz andere Schmerzen und Probleme und konnte mich deswegen wochenlang kaum bewegen. Mit den Pillen und dem Wetter ist mein Blutdruck aber wieder top und auch mein Herz schlägt keinen Marathon mehr, auch fast keine Muskelkrämpfe mehr. Herumlaufen ist also wieder eine echte Option. Vorerst keine Neuroleptika Reduktion mehr und wenn dann wirklich nur 10 % in 4 Wochen, das letzte Schritt lag über 10 % und ich habe es sehr bereut. Ich muss erstmal alle neuen alten Gefühle und Erinnerungen sortieren, keine Ahnung wie lange das dauert, aber vorerst ist es nicht so weit. Es gibt noch andere Kämpfe zu führen, auf Arbeit, in der Ehe, da kann ich nicht die ganze Zeit mit einem streikenden Körper und einer aufgewühlten Seele da sitzen. Laut den Ärzten bringt meine jetzige geringe Dosis eh nichts, laut meiner Selbsthilfegruppe sehr wohl. Ich glaube dann eher den Erfahrungsexperten als den Ärzten, die Ärzte haben die Medikamente nämlich selber noch nie genommen und versucht zu reduzieren oder auszuschleichen. Manchmal wünsche ich mir als Rache oder Fortbildung, dass die Ärzte die mir die falschen und/oder zu hoch dosierten Medikamente verschrieben haben den Kram mit allen Nebenwirkungen mal eine Weile selber nehmen. Ich glaube, das würde viel in den Köpfen ändern, Erfahrungen statt Infobroschüren der Pharmaindustrie. Es ist nämlich ein schmaler Grat bei Neuroleptika zwischen Leben erhalten und Leben zerstören. Ich will jetzt nicht behaupten, dass Neuroleptika bei schweren Erkrankungen unnötig sind, aber sie werden halt viel zu oft viel zu hoch dosiert und zu lange gegeben. Leben ist mehr, als biologisch am Leben zu sein. Die Wohnung kühlt langsam ab 26 Grad gerade, obwohl es draußen angeblich nur 17 Grad sind. Diese Woche soll es jetzt kühler sein, aber nächste Woche geht es wieder los mit Hitze. Genug gekotzt über Neuroleptika und weiterhin das kühlende Wetter genossen, wer hätte gedacht, dass ich mich mal so über einen grauen, kühlen Tag im Sommer freue. Blauer Himmel, total überbewertet:

Beschissene Nacht, Kuchen, sensibel und Abschied

Guten Morgen, was für eine beschissene Nacht! Wie eine Weltmeisterin geschwitzt und ständig wach gewesen. Aber gut 30 Grad Schlaftemperatur ist ja auch alles andere als ideal. Heute früh besser, gerade nur 22 Grad, also alle Fenster aufgerissen und genossen. Er war gestern da, ohne Wäsche, und es war schön. Das afrikanische Essen war lecker, aber auf dem Balkon war es zu heiß, sogar für ihn. Schön gerade das Thermometer fallen zu sehen, ich bin ja für sonnige Tage, aber abends/nachts sollte es dann regnen und abkühlen. Heute Lieferung, aber ich werde auch zum Supermarkt gehen und hoffentlich keine Rentner erschrecken. Gestern Nacht noch einen einfachen Kuchen gebacken, denn Margarine und Eier mussten weg, werde ich einfrieren und später essen. Für den Moment schön einen Teilzeit-Mann zu haben, wir hatten gestern eine schöne Zeit und abends dann aber auch unsere Ruhe voneinander. Abends noch gechattet und minimal aufgeräumt, gerade zu heiß für Aktivität. Der Kaffee schmeckt und ich denke leider an Arbeit, eine unzufriedene Ratsuchende am Wochenende, soll vorkommen, kommt bei mir aber eigentlich selten vor. Allerdings war sie schon mal so unfreundlich und hat sich dann doch wieder gemeldet, vielleicht schlage ich einen Beraterwechsel vor. Die Sommer-Schuhe meiner Mutter sind Mist, sie bereiten mir Fußprobleme, ich sollte sie wohl einfach wegwerfen und nicht klammern und meine Füße ruinieren. Gestern neue Sandalen für mich bestellt, nach meinem Geschmack, wenn die da sind, können ihre billigen Birkenstock-Kopien von Lidl gehen. Er hat heute Frühschicht, ich einen freien Tag, ungewohnt für mich zwei freie Tage am Stück zu haben, seit dem Tod meiner Mutter gibt es sowas für mich nicht mehr oder nur selten. Ich brauche das aber eigentlich, auch mal 2 Tage allein sein, damit ich mich wieder auf Mitmenschen freue. Ich glaube in diesem Leben werde ich nicht mehr zum Gruppentier. Die Vögel sind ruhig, was für ein Segen und aktuell ist es wolkig, ebenfalls gut. Bin wieder sensibler, um nicht zu sagen, übersensibel. Ich sehe jedes Detail, rieche und schmecke scharf und fühle jede Schwingung. Willkommen alte Nadine, so war ich mal vor Neuroleptika und scheine es wieder zu werden. Ist nur verdammt anstrengend so zu sein. Aber Pillen um vor der eigenen Hypersensibilität wegzulaufen? Keine Lösung für mich. Ich mag keine Pillen nehmen, um massenkompatibler zu sein. Vielleicht zurück ins Bett jetzt wo es etwas kühler ist, Hunger gerade keinen, das Nichts an einen freien Tag zu ertragen ist gerade was Neues für mich, versuchen es zu genießen, ohne mich gleich nutzlos zu fühlen. Musikalisch stecke ich gerade mitten in den Achtzigern, so viele Erinnerungen an die Zeit mit meiner Mutter, Erinnerungen an das kleine Mädchen was ich mal war. Es ist Zeit Abschied zu nehmen:

Spät, niedrig, Suppe, Delta und Frühstück

Guten Morgen, viel zu lange wach gewesen, jetzt spät wach bei immer noch 30 Grad. Regen gab es nämlich keinen für Berlin, hoffen wir auf heute. Es ist mir zu heiß und ich schwitze, mein Körper scheint das aber gut zu finden, sehr niedriger Blutdruck, niedriger Herzschlag und die Muskelkrämpfe und damit Schmerzen sind fast verschwunden. Alles, was ich wohl brauchte, ist Wärme. Heute bewölkt und Unwetterwarnung, ich hoffe mit Regen. Gestern die Arbeit war anstrengend, vielleicht weil ich was falsch gemacht habe. Jetzt aber frei, zwei Tage für mich. Er wird heute vorbeikommen und wir wollen zusammen essen, ich vermute jedoch Wäsche wird es dazu auch geben. Für mich gestern wieder Gemüse Suppe mit Nudeln gekocht, warum auch immer Suppe erscheint mir gerade die richtige Ernährung. Gestern nicht eingekauft, die Luft beim Müll rausbringen, machte meinen Atem schwer, also keine Lust auf Draußen. Stattdessen vor dem Ventilator gesessen. Der Kaffee schmeckt und erstaunlicherweise gar keine Angstzustände mehr seit der Hitze, vielleicht ist es doch was Körperliches? Das, wenn Blutdruck und Puls hoch sind, ich in Panik gerade und nicht andersrum? Wäre es die Seele, könnte heißes Wetter diese Zustände nicht heilen. Die Corona-Zahlen in Berlin sind einstellig, müssen wir jetzt Angst vor Delta haben? Aktuell internationale Fußballspiele stattfinden zu lassen halte ich für eine ziemlich dämliche Entscheidung, aber Millionäre stehen über der Delta-Variante? Versucht das Fußballspiel gestern zu verschlafen, aber ging nicht, denn bei jedem Tor schrie der Nachbar sehr laut rum. Der Vogel stresst gewaltig, er scheint in Paarungsstimmung, aber niemand will sich mit ihm paaren. Getränke vom Balkon in Sicherheit gebracht, im Winter war das eine gute Idee, aber bei 34 Grad werden kohlensäurehaltige Getränke sicher nicht besser. Vielleicht heute noch etwas aufräumen, kochen werde ich nicht, ich habe entdeckt, dass man in meiner Gegend jetzt afrikanisches Essen bestellen kann, mal sehen wie er das dann findet. Dank der Hoffenden weiß ich jetzt, dass ich zu wenig trinke, das könnte auch ein Grund für diverse körperlichen Beschwerden sein. Versuche ich also mal mehr zu trinken und hoffe auf Besserung. Aufbackbrötchen warten und die Eier müssen weg, ich würde sagen, das Frühstück steht dann fest. Meine Gärtnerinnen Ambitionen in der Wohnung und auf dem Balkon bringen erste Früchte, ich habe eine Erdbeere und eine Tomate, ich glaube Gäste brauche ich für die Vernichtung dieser „zahlreichen“ Früchte nicht einzuladen. Beschallen wir den Morgen mit einer Hymne aus meiner Kindheit, damals habe ich wirklich so getanzt:

Der Morgen, Mutter, Regen und kein Teenager

Guten Morgen, der Vogel stresst, da ist mein geringer Blutdruck doch gleich dahin, wenn man noch vor dem ersten Kaffee mit 120 Dezibel angeschrien wird. Nicht so gute Nacht, zu kurz und geschwitzt. Gestern nicht das Haus verlassen, außer zum Müll wegbringen. Das der Vater vorbeikommen wollte, hat dann doch noch dazu geführt, dass ich den Boden und den Vogelkäfig gereinigt habe. Der Vater kam spät und ging noch später, ich brauchte dann noch meine Zeit und bin dabei bei Negah Amiri hängen geblieben. Sehr amüsiert, mein Mann fände das sicher nicht witzig, er staunte neulich erst, dass es in Deutschland weibliche Komiker gibt. Die Pizza gestern ist ganz gut geworden und die Gespräche mit dem Vater ebenfalls. Heute eine Beratung und mal sehen, ob es was mit der Kollegin zu bereden gibt, keine Ahnung, ob ich die Wochenstunden noch voll mache oder besser nächste Woche mehr reinhaue, wenn ich mich noch mehr stabilisiert habe. Schaue ich den Kalender nächste Woche, sollte es kein Problem sein, nächste Woche ein paar Stunden mehr zu machen. Die Sonne scheint und ich bin scharf auf den angesagten Regen, gestern viel zu warm, trotz Ventilator. Die Pfingstrosen sind dahin, mal sehen, ob ich heute im Supermarkt neue kriege. Er hat wieder Spätschicht, mehr Ruhe für mich, gerade vermisse ich ihn nicht. Ich bin gerade dabei meine Seele zu sortieren und meinen Körper zu retten, da interessieren mich seine Probleme weniger. Mittlerweile denke ich, dass meine Mutter ihren Tod provoziert hat, indem sie letzten 2 Jahre nicht mehr ihre Blutdrucksenker genommen hat und auch keine Herztabletten, obwohl der Arzt sie verschrieben hatte. Das ist allerdings eine These, die mein Vater gar nicht hören wollte. Aber sie wollte nie ein Pflegefall sein, sie wollte nie behindert sein, doch am Ende war sie es. Sie war immer stolz, sie war immer Hanussen. Besonders im letzten halben Jahr vor ihren Tod hatte sie es nach 10 Jahren plötzlich eilig Erbangelegenheiten zu klären, eine Vorsorgevollmacht auszustellen und eine Patientenverfügung aufzusetzen. Die Patientenverfügung war erst wenige Wochen alt, als sie in der Klinik lag und es darum ging die Geräte abzuschalten oder nicht. Alles Zufall? Wie mein Vater es sehen will? Ich glaube nicht daran, gerade weil sie in den letzten Monaten mit mir so oft über ihren Tod gesprochen hat, mit ihrem Ehemann aber nicht. Wie nach ihrem Tod rauskam hat sie mir immer mehr anvertraut als ihm, ich wusste so viele Dinge, die er nicht wusste. Aber was hilft das Nachdenken, sie wird uns diese Frage nicht mehr beantworten können. Der Kaffee schmeckt, die Sonne scheint und die Bude sieht annehmbar aus. Keine Kaffeespuren auf den Boden mehr und ist er nicht da, laufen Spülmaschine und Waschmaschine weniger als halb so oft. Für den Moment kein Hunger und Sehnsucht nach einem schönen, erlösenden Sommerregen. Es wird Zeit, dass ich wieder ok bin, ein bisschen Teenagermusik dazu, wie gut das Youtube keinen Ausweis kontrolliert und mir erzählt ich bin zu alt dazu:

Ausgeschlafen, vergesslich und heiß

Guten Morgen, endlich mal ausgeschlafen und nur einmal erwacht in der Nacht. Gestern der Tag im Büro hat mir gutgetan, obwohl viel Arbeit wartete. Ins Büro gehen und mit einer Kollegin arbeiten stabilisiert mich. Leider im Laufe des Tages dann ganz vergessen, dass ich mit dem Vater auf eine Pizza verabredet war. Zu Hause dann einen Salat mit Huhn gemacht und später noch eine Gemüsesuppe gekocht. Dem Vater dann noch abgesagt, bevor der vor der Tür stand. Dafür kommt er dann heute Abend vorbei. Die Kollegin etwas angelernt und mit ihr gelacht. Immer noch Bauchschmerzen, so schlimm wie bei ihrer Beerdigung auf der Insel. Es ist so als würde gerade eine zweite Beerdigung stattfinden. Mit ihm nur abends gesprochen, aber es gab nicht viel zu erzählen, nur von hohen Kosten beim Zahnarzt. Ich glaube jetzt bekomme ich langsam die ersehnte Ruhe. Heiß ist es n der Stadt, gestern 35 Grad im Schatten, ich muss heute dringend in den Keller den Ventilator holen. Aktuell lieber Fenster zu draußen ist es wärmer als drinnen. Die Sonne scheint und der Puls ist sehr ok, der Blutdruck etwas hoch, aber ich habe meine Pille noch nicht genommen. Heute nur Dienst mit einer netten Kollegin und keine Termine, mal sehen wie lange ich mache, vielleicht gehe ich auch wieder schlafen, habe schon reichlich Stunden für die Woche. Ist auch schön, wenn mal keiner was will. Gestern hat mich mein Internetanbieter gestalkt, morgens um acht ein Anruf auf dem Festnetz und weitere Anrufe auf dem Handy im Laufe es Tages, abends dann mit einer netten Dame gesprochen und meinen gekündigten Vertrag zu besseren Konditionen verlängert. Schon nervig, dass man kündigen muss, um gute Konditionen zu behalten. Aber solange wir Corona haben, ist eine gute, stabile Internetverbindung nun mal Grundlage zum Arbeiten und auch zur Pflege der sozialen Kontakte. Ruhig hier, keine Nachbarn zu hören und die Bude könnte besser aussehen, der Fußboden erzählt von meinen Kaffee-Wegen am Morgen. Die Vögel schreien den Morgen an, aber der Tag geht davon nicht weg. Rauchen, rauchen, ich sollte aufhören zu rauchen, gefühlt hat der gesellschaftliche Druck dazu zugenommen seit Corona. Alle wollen jetzt gesund leben und werden sogar Vegetarier oder Veganer. Er ist gerade auch unfreiwillig Vegetarier, weil er mit seinen Zahnproblemen kein Fleisch essen kann. Auf in den Tag, eine kalte statt warme Dusche wäre jetzt gut, das wird ein heißer Sommer, ein bisschen Mutti Musik dazu:

Etappennacht, Überstunden, Techno und Schrulle

Guten Morgen, wieder eine Etappennacht, aber solange dran geblieben bis 7,5 Stunden voll waren. Gestern habe ich mich elend gefühlt, aber vielleicht normal, wenn man zwei Nächte kaum geschlafen hat, Überstunden macht und dabei dann noch im Team kämpfen muss. So kann es nicht weitergehen, auch wenn ich meine Arbeit liebe, es muss sich was ändern. Die Sonne scheint und ich habe Bauchschmerzen, ich glaube nicht, dass das am Essen liegt. Heute Büro, vielleicht ganz gut für mich hier mal raus zu kommen und mit einer Kollegin zu arbeiten. Abends dann Pizza mit dem Vater. Der Kaffee schmeckt, aber es bleibt wohl bei einem, wenn ich meinen Blutdruck anschaue, zu hoch, aber noch nicht gefährlich, Puls ok. Ich bin im Arsch, diese ganze Welt ist im Arsch, aber ich weigere mich die Medikamente hochzusetzen, damit ich ruhig im Job bleibe, kann doch nicht sein, dass man das nur sediert ertragen kann. Ich bin viel leistungsfähiger mit weniger Medikamenten, aber ungerechte/unsoziale Dinge regen mich halt auch mehr auf. Im Haushalt nichts gemacht, das ist gerade nicht meine Prio, aber die Tortellini mit Champignons, Zwiebeln und Schinkenwürfeln gemacht. Ihn gestern als ich mich nach der Arbeit sterbenselend gefühlt habe angerufen, das hat etwas beruhigt und dann ab in die Wanne, was richtig gut war. Weder Nachbarn noch Vögel stressen gerade, nur gestern gab es eine stundenlange Technoeinlage von unten. Es wird Zeit für nach Corona, ich will ins Büro zurück oder freihaben. Dieses ständige allein zu Hause sein und arbeiten tut mir nicht gut. Ich brauche Auslauf, Struktur und echte Interaktion mit anderen Menschen. Gestern massive Ausfälle mit dem Handy, ein Tag wo ich glücklich war doch noch ein Festnetztelefon zu haben, auch wenn ich es normalerweise nicht mehr nutze. Mal sehen, was unsere Chefs noch entscheiden werden, es gibt sehr unterschiedliche Wünsche zur personellen Entwicklung. Vermisse ihn gerade nicht, ich vermisse nur mein Bett und das süße Nichts. Gewöhne mich wieder dran nachts allein zu sein, es gibt viele Gründe warum ich manchmal Angst habe nachts tut mir jemand was an. Aber ich bin kein kleines Mädchen mehr, dass nachts allein zu Hause ist und auch keine junge attraktive Frau mehr, die irgendwer vergewaltigen möchte. In diesem Fall gut eine alte Schrulle zu sein. Schließen wir den Eintrag heute mit einem Song meines Bruders: „Keiner fickt mich außer das Leben…“

Gesundheit, Arbeit, spät und früh

Guten Morgen, heute früh schon besser, denn kein Etappenschlaf. Gestern der Tag war anstrengend für mich, diskutieren und kämpfen, obwohl man eigentlich total müde ist, aber neben Gesundheit, brauche ich halt auch die Arbeit. Früher hat mir die Arbeit auch Gesundheit gegeben, aktuell eher weniger. Vielleicht auch einfach zu viel gemacht, nachdem es mir wieder besser gegangen war, ich hätte es langsamer angehen sollen. Die Sonne scheint bereits jetzt, ich vermute heute wird es heiß und ich gehe dann besser nicht raus, muss ich auch nicht, der Kühlschrank ist voll und reichlich Wasser und Getränke sind vorhanden. Ich glaube, jetzt brauche ich erstmal 2 Wochen nicht einzukaufen. Der Kaffee schmeckt und der Acht Uhr Termin wartet, heute werde ich die „geliebte“ Kollegin nicht allein lassen mit den Chefs. Ist zwar kacke für mich Spätdienst und am nächsten Tag extrem früh, aber so ist es halt. Er war gestern kurz da zwischen seinen Zahnarztbesuchen, er hat jetzt einen Backenzahn weniger. Mein Arbeitskalender hat sich gestern dann doch noch gefüllt, zu wenig zu tun gibt es bei uns auf jeden Fall nicht. Aber dabei auch die Vorteile des Homeoffice genutzt, was bei mir Mittagsschlaf heißt. Auch heute werde ich das machen, denn sonst habe ich einen 8 Stunden Tag, aktuell zu viel für mich. Gestern eine pinke Pfingstrose gekauft, sie ist so wunderschön und ich freue mich über den Anblick. Gekocht wieder nicht, ich habe andere Probleme und bin allein, also gab es fertigen Partysalat und Würstchen. Heute vielleicht frische Käsetortellini mit Brokkoli, die er mitgebracht hat. Blutdruck etwas zu hoch, Herzschlag ok, ich weiß, dass das Treffen gleich meine Werte wieder steigen lassen wird, also erstmal Pille genommen. Gestern Abend noch gechattet, aber nicht viel, der Mitteilungsdrang der letzten Wochen hat nachgelassen und wurde gegen Erschöpfung getauscht. Der Vater ist durchgeimpft und bald im Urlaub, ich bin neidisch und gleichzeitig aber auch erleichtert weniger Termine zu haben. Da geht er mit seiner Tempelhofer Tante. Nochmal eine Frau wie meine Mutter zu finden ist halt auch unrealistisch. Sie war eine Königin, jetzt hat er eine Zofe. Fast alle Wochenangebote vom Supermarkt um die Ecke waren gestern schon ausverkauft, ich frage mich, wer da am Montag immer alles aufkauft und allen anderen nichts übrig lässt. Gut ich kann bestellen, ich denke andere aber vielleicht nicht. Mein Termin ruft, ich muss mich zumindest obenrum einigermaßen herstellen, damit das Innere nicht auch Äußerlich zu sehen ist.

Etappennacht, traurig, Psychosen und Bienen-Buffet

Guten Morgen, noch etwas gerädert, denn Etappennacht. Gestern war wunderbares Wetter nur nach meinem Geschmack etwas zu heiß für die Stadt. War einkaufen und habe ein bisschen Haushalt gemacht. Die Freundin hat sich tatsächlich gemeldet und wir haben lange telefoniert, leider war das alles sehr traurig. Muss ich erstmal verdauen. Gegessen Lauchtorte von Lidl und später Würstchen von ihm, keinen Bock zu kochen. Für den Moment fühle ich mich nicht so glänzend, aber auch nicht schlecht. Warum ist das Leben so oft so ein Arschloch? Blutdruck und Puls wieder etwas höher, aber weit entfernt von gefährlich, das kommt davon, wenn man aufregende Sachen macht und schlecht schläft. Der Kaffee schmeckt und ich bin noch nicht ganz wach. Grau grüßt der Tag, aber ich weiß der Tag wird noch sonnig und heiß. Heute Termine auf Arbeit mal sehen was da auf mich wartet, aktuell aber keine Psychotiker in meinem Terminplan, worüber ich dankbar bin. Erst gestern einen Mann ohne Maske im Bus gesichtet, der die ganze Zeit laut Selbstgespräche führte, war ich froh als ich aussteigen durfte. Offiziell sind Depression und Angst- und Panikstörungen seit Corona im Vormarsch, aber mein persönlicher Eindruck ist, dass auch Psychosen vermehrt auftreten. Aber wen wundert es, Corona und die Lockdown-Maßnahmen sind wie eine einzige Psychose. Er kommt heute vorbei, aber wahrscheinlich nur für die Wäsche und für eine Tüte Gratis-Lebensmittel. Ist mir aber recht, mir ist immer noch nicht nach gemeinsamer Zeit, im Beruf ist genug los und danach muss ich mich erholen. Brötchen warten und auch Käse ist wieder im Haus, in den Supermärkten werden vermehrt Großpackungen angeboten, weil wohl nicht nur ich, sondern auch andere Leute seltener einkaufen gehen und dabei versuchen Geld zu sparen. Lebensmittel sind auf jeden Fall teurer geworden, gestern kaum was gekauft und trotzdem über 30 Euro hingelegt. Ruhig ist es hier und etwas aufgeräumter als gestern. Konto sieht noch ok aus und ich kriege noch Geld von drei Seiten, ohne naiv das Finanzamt mitzuzählen. Lange nichts vom Psycho-Nachbarn gehört. Das Letzte, was ich hörte, war wie er den neuen Nachbarn sehr laut anschrie, dummerweise hat er damit wieder einen Eigentümer erwischt, während er hier selber gar keinen Mietvertrag hat. Freue mich über meinen Balkon, die Blumen, die ich gesät habe, sind jetzt ein richtiges Bienen-Buffet geworden, ich freue mich, wenn sie zahlreich kommen. Montags gibt es hier schon eine Weile keine Post mehr, ohne offizielle Ankündigung, aber so scharf bin ich auf Post eh nicht. Er muss heute zum Zahnarzt, zu meiner Familien-Zahnärztin, sie ist ein Arschloch, aber fachlich unschlagbar. Auf in den Tag, vielleicht nochmal hinlegen, denn heute warten nicht nur Termine, sondern auch Diskussionen auf Arbeit. Versuchen wir es trotzdem mit guter Laune, hoch und runter, mein Leben: