People of Colour

Mein Bruder ist ziemlich links und nennt meinen Mann einen Menschen der Gruppe „People of Colour“ (Menschen mit Farbe). Das scheint der neuste, politisch korrekte Begriff zu sein, um dunkelhäutige Menschen zu beschreiben. Was für ein Bullshit! Menschen mit Farbe! Wie diskriminierend ist das denn? Wer ist hier denn wirklich farbig? Ich zitiere dazu ein altes Gedicht aus meiner Kindheit:

Gedicht eines Farbigen
Wenn ich geboren werde, bin ich schwarz.
Wenn ich aufwache, bin ich schwarz.
Wenn mir schlecht ist, bin ich schwarz.
Wenn ich sterbe, bin ich schwarz.

Aber Du!!!

Wenn du geboren wirst, bist du rosa.
Wenn du aufwachst, bist du weiß.
Wenn dir schlecht ist, bist du grün.
Wenn dir kalt ist, bist du blau.
Wenn du stirbst, bist du violett.

Und du nennst mich einen Farbigen???

Quelle

Alle Menschen haben irgendeine Farbe irgendwann, wenn dann sind alle Menschen „People of Colour“! Hört mit dieser beschissen, separierenden Begriffsfindung auf, nennt sie einfach Menschen!

Erwacht, heulen und Masochismus in der evangelischen Kirche

Guten Morgen, nicht so eine prickelnde Nacht, gestern noch den Blues bekommen. Also mit Bauschmerzen heulend im Bett gelegen. Ja es ist stimmt, meine Mutter ist tot. Ja es stimmt, ich bin Ü40, krank und extrem übergewichtig. Danke Leben! Du hast immer schöne Überraschungen für mich parat.^^ Nein ich will jetzt nicht dankbar sein überhaupt zu leben, wenn Leben immer Verlust und Schmerz bedeutet. Ich bin eine Kämpferin, keine Frage und ich bin stark oder zumindest stärker als viele andere, aber das alles ist ein nicht enden wollender Kampf. Ich bin nicht lebensmüde, aber mal gewaltig selbst mitleidig und ich finde, das darf ich auch mal sein. Ich war mal so ein hübsches, gesundes und fröhliches Mädchen, aber das Leben hat mich gefickt. Wer will da aufwachen und das realisieren? Der evangelische Ansatz: „Und halte ihm auch die andere Backe hin“ führt nur zu eins: ständig und immer auf die Fresse. Wie kann man einem kleinen wehrlosen Mädchen solche Grundsätze fürs Leben lehren? Was soll da passieren? Richtig sie wird gefickt von jeden und allem. Das ist doch alles nur was für Masochisten. Wie soll man da glücklich werden, wenn man sich ständig ausrauben lässt? Wir leben in einer kapitalistischen Wettbewerbsgesellschaft, Jesus hätte hier nie überlebt. Hätte der scheiß Pfarrer mich damals doch einfach nicht getauft, hätte meine Mutter doch Geld gehabt, um mich nicht kirchlich betreuen zu lassen. Aber es ist wie es ist und was immer Jesus mal gesagt haben soll, es sollte mir am Arsch vorbeigehen. Die hätten auch gleich sagen können: „Lege dich hin und sterbe!“

Ich weiß schon, warum ich jahrelang nicht mehr in der Kirche war, predigen, aber keinen Schutz geben und für keine Konsequenzen gerade stehen. Was für ein verlogener Verein! Zum Glück hat es meine Mutter trotzdem teilweise geschafft mich zur Kämpferin zu machen, so richtig erfolgreich war ich damit nicht, aber es hat zum Überleben gereicht.

Soviel zu den religiösen Überlegungen zum Morgen, ich bin sowas von sauer, sowas von enttäuscht, ich dachte diese kirchlichen Menschen damals hätten mir geholfen, aber eher das Gegenteil war der Fall. Ansonsten gestern nicht viel passiert, fast den ganzen Tag verschlafen und nicht gekocht, sondern Reste gegessen. Blutdruck wieder erhöht, aber noch nicht gefährlich, kein Wunder, wenn ich mich so aufrege und schlecht schlafe. Warte auf eine Lieferung, zu Netto gehen, ein zu anstrengendes Suchspiel. Habe den Eindruck, die neue Art der Tropfen (anderer Hersteller) sind stärker als die anderen, bei gleicher Dosis. Vielleicht gerade ganz gut. Immer noch nicht im Lager gewesen zum Aufräumen, keine Ahnung, ob ich das heute schaffe, ich fühle mich mies. Ich danke nicht Gott, sondern mir selber und vielleicht auch meiner Mutter, dass ich noch lebe, weiter machen, aber heulen muss auch mal sein….

Gereiztes Fachwissen, Pinsateig und Urschrei

Guten Morgen, etwas besser, der Besuch vom Vater hat gestern geholfen. Auf Arbeit immer noch alles anstrengend, aber gut vielleicht auch meine Schuld, dass ich dachte, ich könnte den Azubi schnell fit kriegen, nachdem ich selber länger gebraucht habe. Aber der Azubi ist auf dem Papier höher qualifiziert als ich. Stimmung allgemein als gereizt zu bezeichnen, ich bin so sauer und enttäuscht, von vielen Dingen. Der Kaffee schmeckt, die Kippe leider auch, heute wird erstmal nicht gestorben. Später ins Büro vielleicht auch getrennt sitzen vom Azubi. Mich auch an alte Schulfreunde erinnert und sie auf Facebook gefunden, irgendwie war dieses Gymnasium in Lichtenrade mein Untergang. Es gibt schon Gründe, dass ich Lichtenrade seitdem meide, ich denke ich war 20 Jahre nicht mehr da. Versuchen mehr auf die Schlafhygiene zu achten, mehr schlafen, wenn ich dauerhaft nur 5-6 Stunden die Nacht schlafe geht das nicht gut. Gestern das erste Mal Pinsateig für die Pizza verwendet, sehr lecker, werde ich wiederholen. Der Vogel stresst, es ist total ruhig hier, keine Ahnung warum der herumschreien muss. Die Zahnschiene scheint meine Vorderzähne wieder zu richten, das ist wirklich ein großes Geschenk meiner Zahnärztin. Ich habe den Eindruck, sie hat einen alten Zahnabdruck von mir verwendet, um die Schiene zu erstellen. Heute drei Termine, aber keine Präsens, also auch kein Test nötig. Durch den Azubi gemerkt, wie groß mein Fachwissen nach 3 Jahren im Beruf ist, war mir nicht so klar, auch wenn regelmäßig Profis um Rat fragen. Irgendwie hat die Tiefstaplerin ein anderes Bild von mir kreiert. Dieses Wissen mal schnell in einen neuen Menschen hereinzukriegen, klappt also nicht. Die Ungeduld mit dem Azubi, also meine Schuld. Die untreue Freundin schreibt, ob ich noch ihr kostenloser Pressesprecher bin, ich weiß es nicht, sie spricht doch selber viel lieber. Die Musik auf dem iPod nervt, vieles nicht mehr passend, aber kein Wunder, das letzte Mal habe ich die Musik vor Jahren zusammengestellt. Aber keine Zeit, stundenlang Musik zusammenzustellen. Denke viel an die Mutter und ihren Tod, sowas machen Frauen in meiner Familie eigentlich nicht, früh sterben. Der Mann ist emotional gerade weit entfernt, er kümmert sich halt in erster Linie um sich selber, eine gesunde Sache, aber blöd, wenn ich ihn auch brauche. Mich nervt es ständig Leute mit in meine Beratung zu nehmen, ist immer irgendwie eine Prüfungssituation und die Vertraulichkeit mit den Kunden leidet auch darunter, wenn da immer ein Azubi daneben sitzt. Mich nervt gerade so einiges, mir wäre nach einem Urschrei, irgendwo wo mich keiner hört. Genug rumgetippt, das Leben wartet, der Herbst grüßt und ich mache dann mal weiter….

Aufgewacht, schlechter Witz, Azubi und Job

Guten Morgen, aufgewacht, aufgewacht aus einem Alptraum. Geweint um mein verschwendetes Leben, so viele Jahre, nicht nur die mit der Psychiatrie. Wie ein sehr schlechter Witz, wo der Witze-Erzähler keine Ahnung hat, wie wenig witzig er ist. Ein grauer Tag grüßt, der Mann ist fertig mit der Nachtschicht und ich habe meinem Azubi gestern Ansagen gemacht. Hoffe, das läuft jetzt besser. Gestern Chicorée mit Thymian gemacht, für die Verdauung, nicht für den Geschmack. Der Psychiatrie Kongress schreibt mir, dabei habe ich verpasst meinen Vortrag einzureichen, scheint wohl nicht so viele Überlebende einer Psychose zu geben, die fähig und willens sind über ihre Krankheit in anderen Kontext zu berichten. Der Tag grüßt grau, die Straße rauscht, das ist also mein Leben oder eher der Rest meines Lebens. Danke Arschloch. Zeitreisen sind weiterhin nicht möglich, was würde ich alles anders machen, aber dafür müssten auch andere Menschen vieles anders machen. Zu wenig geschlafen, aber immerhin 6 Stunden, nachdem ich früh ins Büro muss, kann ich aber auch früh weg und noch ein Schläfchen machen bevor der Vater auf eine Pizza kommt. Zwei Termine heute, einer sehr früh und mein Azubi, wo ich wohl doch elementarer anfangen muss als ich dachte. Die Ex-Kollegin schickt Fotos vom neuen Wohnort, leider kein Sonnenblumenbild, um das ich sie gebeten hatte. Aber ihr und der Hündin geht es gut, gut zu wissen. Eine Absage für den Job bekommen, den ich eh nicht mehr wollte, halb so schlimm, auch wenn es natürlich schöner ist selber abzusagen. Bin müde, die alte Frau ist erwacht und traurig, wütend, immerhin der Mann grüßt zum Morgen.

Was ich so denke und fühle, Kary Perry fasst es gut in Worte:

Kontrolliert

Ich habe es immer noch nicht überwunden, dass mir das in Berlin passiert. Nein ich wurde nicht nach meinem Fahrschein gefragt, dass passiert schon mal. Nein, ich saß in einem Café und plötzlich kommt das Ordnungsamt und lässt sich von allen Gästen einen Nachweis zeigen, ob genesen, geimpft oder getestet. Wer keinen Nachweis hatte, durfte gehen. Nicht viel später saß ich mit meiner Begleitung fast allein im Café. Ätzend. Wie ich bei der Kontrolle nach meinem Impfausweis griff, ihn vorzeigte, wie so eine folgsame Bürgerin und dafür sitzen bleiben durfte. Wilde Freiheit, das war Berlin mal, bis Corona kam.

Fehldiagnosen der Überheblichkeit

Es passiert mir schon mein ganzes Leben, dass mir Menschen seelische Diagnosen aufdrücken wollen, weil sie mit mir/meinen Verhalten nicht klarkommen. Ich glaube, es begann in der Grundschule: Legasthenie diagnostizierte meine Deutschlehrerin, weil ich deutlich schlechter im Schreiben und Lesen war als die anderen Kinder. Das hatte natürlich nichts mit ihr zu tun, nichts damit das wir einfach keinen Draht zueinander fanden und ich damit nichts von ihr lernte und mich zu Hause auch niemand darin unterstützte. Als sie diese Diagnose meiner Mutter mitteilte, bekam ich Nachhilfe und nach circa sechs Monaten galt ich nicht mehr als Legasthenikerin. Später auf einem Kindergeburtstag weigerte ich mich mal das zu tun, was die Mutter, auch Lehrerin, verlangte. Sie wollte das alle Kinder die Wohnung verlassen, aber ich wollte noch beim Tisch mit den Geschenken bleiben und mir die schönen Geschenke anschauen und damit spielen. Das fand sie unerhört, sie schrie mich an, doch ich ignorierte das und blieb bei den Geschenken. Verhaltensgestört diagnostizierte sie und rief alle Eltern aus meiner Schulklasse an, um sie vor mir zu warnen. Solche Dinge passierten mir noch öfter im Leben, und zwar jedes Mal, wenn ich nicht ohne Rückfragen das tat, was man von mir erwartete.

Mein Herzarzt neulich hat mich daran erinnert, als er mir einfach eine Anpassungsstörung in den Arztbrief schrieb. Bitte was? Ist es eine Anpassungsstörung einem Arzt nicht zu vergöttern? Ihm Kompetenzen in Psychologie abzusprechen, weil er nun mal Herzarzt ist und ihm zu widersprechen? Ich wollte mich der Situation nicht anpassen, weder damals auf dem Kindergeburtstag noch neulich beim Herzarzt. Vielleicht sind es solche Menschen/Autoritäten gewöhnt, dass sich andere ihnen unterordnen, vielleicht passiert das so selten, dass jemand widerspricht, dass sie gar nicht auf die Idee kommen, dass es auch an ihnen liegen könnte. Aber vielleicht liegt es ja auch an mir, und zwar daran das ich Autoritäten nicht einfach so akzeptiere, wer eine Autorität für mich sein will, muss mich davon überzeugen. So bin ich aufgewachsen, so wurde ich erzogen, es ist weder eine Verhaltensstörung, noch eine Anpassungsstörung, es ist einfach der rebellische Dickkopf Nadine, der so lange das macht, was er für richtig hält, bis es wirklich gute Argumente gibt das Verhalten zu ändern. Wie auch immer, für mich sind das/waren das Fehldiagnosen der Überheblichkeit.

In diesem Sinne: „Fuck you, I won’t do what you tell me!“:

Gekocht und über die Privatisierung des Gesundheitssystems

Guten Morgen, wieder nur sechs Stunden Schlaf, aber ich fühle mich ganz passabel. Der Freund kam gestern tatsächlich vorbei und wir redeten lang. Ich glaube, ihn geht es gerade auch nicht so, wegen Arbeit. Kann ich gut verstehen, wir haben ähnliche Arbeit. Der Tag grüßt kühl, aber mit versteckten Sonnenschein und auf mich wartet auch sehr viel Arbeit. Komischerweise könnte ich jetzt doch noch ne Woche Urlaub gebrauchen, aber das hatte ich ja abgesagt. Der Nachbar hat gestern wieder gebohrt, was für ein Idiot mit Aggressionsproblem. Gestern mit dem Freund Lachsfilet in Teriyakisoße gekocht, war lecker, nur etwas wenig für zwei hungrige Menschen. Heute steht viel an und ich muss mich noch sortieren, aber erstmal aufwachen. Heute doch eine Lebensmittellieferung, mit frischen Brötchen, also warte ich gerade auf mein Frühstück. Gestern eine gebrauchte Spülmaschine ergattert, sie kommt am Freitag und ist hoffentlich auch in so einem guten Zustand wie auf dem Foto. Ich weiß, eine Spülmaschine ist Luxus, braucht man nicht wirklich, aber dann bin ich halt Luxusweib. Gestern gegen das Schwarz-Weiß-Denken meines Internetfreundes argumentiert, ich glaube, es hat geholfen. Es ist so schade, dass die Impffrage das Volk spaltet und noch mehr Zusammenhalt in der Bevölkerung zerbricht, gerade jetzt, wo wir uns alle brauchen. Aber es ist natürlich einfach alle Impfgegner als böse und asozial zu titulieren und den Kontakt abzubrechen. Asozial gehandelt hat aus meiner Sicht die Regierung, indem Krankenhäuser privatisiert wurden, indem Krankenhäuser Profit machen müssen, indem Pflegekräfte schlecht behandelt und bezahlt werden. Hätten wir finanziell besser ausgestattete Krankenhäuser, wäre dieses ganze Machtspiel um die Impfungen nicht nötig. Die Verantwortlichkeit dafür auf das Volk abzuwälzen, Millionen in Schutzmaßnahmen zu stecken und privates Vermögen zu vernichten, ja dieses Geld hätte locker gereicht, um alle Krankenhäuser zu sanieren und Pflegekräfte endlich ordentlich zu behandeln und bezahlen. Liegt das alles an der ahnungslosen Verpeiltheit unserer Politik oder war das Absicht? Das ist jetzt mal eine böse Frage, die ich stellen muss, denn die Versäumnisse der vergangenen und aktuellen Politik das Volk ausbaden lassen, ist natürlich einfacher. Aber gut wir haben die Deppen gewählt oder eher unsere Eltern haben die gewählt. Jetzt sollen unerprobte Impfstoffe alles retten und das Volk teilt sich in brave, geimpfte Bürger und böse, ungeimpfte Bürger. Doch so einfach ist es nicht. Ich bin geimpft, aber ich verstehe jeden der es nicht tut, auch wenn das vielleicht die Ausübung des Rechts auf Krankheit und vielleicht auch Tod ist. Für mich liegt die Verantwortung da mehr auf der Seite der Politik, zu handeln, Geld heranzuschaffen für die Krankenhäuser und Pfleger, statt Geld in unbrauchbare Masken, Tests und Impfstoffe zu stecken. Aber gut Geld für die Krankenhäuser zu organisieren, sie staatlich zu bezuschussen, wäre ein Schuldeingeständnis, das geht als Machtmensch natürlich nicht, das geht erst Recht nicht im Wahlkampf. Was können wir tun? Wählen gehen, das kleinste Übel wählen und auf eine Wende hoffen, klar das Gesundheitssystem lässt sich nicht so schnell reparieren, aber irgendwann muss man doch anfangen oder das war es dann und die Gesundheitsfürsorge wird ein Privileg der Reichen. So genug aufgeregt, nur mein Standpunkt zur Sache, was aus meiner Sicht gerade passiert, während sich das Volk gegenseitig verdächtig geimpft oder nicht geimpft zu sein. Zurück zu meiner kleinen Welt, der Kaffee schmeckt, meine Brötchen kommen gleich und nach dem Frühstück werde ich rübergehen in mein Arbeitszimmer und das Homeoffice starten, Leuten helfen, die das System gerade nicht auffängt, ohne dabei mich selbst zu vergessen. Auf in den Tag, dazu fällt mir momentan keine Musik ein, obwohl doch ein Kinderlied von mir, dass ich sehr liebte:

Das Lied kannte ich damals auswendig und auch heute passt die Frage: „Wofür wird mein Leben auf Spiel gesetzt?“

Quiche und vorschnelle Lockerungen

Guten Morgen, ganz passable Nacht, um sechs wach, aber einfach wieder hingelegt. Gestern nicht viel passiert, telefoniert, Wäsche gewaschen, TK-Frühlingsrollen und später eine abgewandelte Spinatquiche gemacht. Abgewandelt, weil noch Schinkenwürfel dazu kamen. Die Sonne scheint wunderbar und es scheint ein guter Tag zu sein. Der Kaffee schmeckt und ich bin aufgeregt wegen des Treffens mit den Chefs, keine Ahnung wie das ausgehen wird, es könnte sein, dass ich mich auf Jobsuche begeben muss, aber ich hoffe natürlich nicht. Was unsere Regierung gerade beschlossen hat, ist nach der Freigabe von Fußball Spielen der nächste asoziale Höhepunkt. Diese ganzen Lockerungen zum 10. Juli 2021 viel zu früh. Wir waren doch gerade dabei die magische Null zu erreichen, in Berlin lag der Wert unter 7, also fast pandemiefrei, doch statt die große Null abzuwarten, wird einfach wieder alles geöffnet und die Infektionszahlen nehmen in zwei Tagen um 44 % zu. Jetzt wieder der ganze Scheiß von vorne? Weil man nicht abwarten kann? Ich verstehe das nicht, klar sind wir alle finanziell und seelisch am Arsch, aber die paar Wochen bis Null hätten jetzt doch auch keinen Unterschied mehr gemacht!? Ich verstehe das nicht, die finanziellen Interessen haben also doch gesiegt, gegenüber dem Leben von alten und kranken. Wie hirnverbrannt kann man als Politiker sein, jetzt alles zu öffnen? Dafür brauche ich kein Wissenschaftler sein, dafür brauche ich kein Abitur, um zu wissen, dass man nicht, nicht ausgeheilte wieder unter Menschen schickt. Jede Mutti weiß das besser, dass man das eigene noch kränkelnde Kind nicht schon wieder in den Kindergarten schickt. Aber gut, warum so logisch und offensichtlich handeln? Ein paar Jahre mehr Pandemie sind lustig?^^ Ich bin sprachlos, wütend, das ist nicht fürsorglich, das ist egoistischer Bullshit! Immer noch nichts vom Finanzamt gehört, ich glaube die haben keinen Bock auf uns. Meine Kundenrückmeldungen sind derzeit gut, wenigstens irgendwer ist glücklich, wenn ich es schon nicht bin. Heute bisher wenige Beschwerden, nur Bauchschmerzen, ich sollte was für den Rücken tun, solange ich es kann. Vögel kreisen über dem Haus, dabei sieht es nicht nach Regen aus. Auf in den Tag, der Schatz braucht Übersetzungshilfe für eine Bewerbung, alles wird gut, vielleicht nach der Wahl.

Aufgewacht.

Guten Morgen. Eigentlich gibt es nichts zu sagen, ich habe gestern schon genug gesagt. Ich bin frustriert über mein Leben, was ich alles verloren habe durch die Krankheit und noch mehr durch die Medikamente. Gestern Abend kam das alles nach einem Streit mit dem Mann hoch, ich könnte schreien über das, was mir angetan wurde. Warum kann ich nicht mein altes Leben zurück haben? Ich möchte wieder jung, gesund und attraktiv sein. Nicht die alte dicke und kranke Frau. Keine Ahnung wie ich all die Jahre damit leben konnte, ich vermute es waren die Medikamente, die mich ruhig gestellt haben. Blöd, wenn es einen nach 8 Jahren dann doch auffällt. Wenn ich so weiter mache wie jetzt, bin ich vielleicht wirklich früh tot. Keine Ahnung wohin mit dem Schmerz und der Erkenntnis, mein Onkel kommentierte vor ein paar Jahren zu Weihnachten schon, wie ich jetzt ein zufriedenes Leben führen könnte nach alldem was ich verloren habe. Aktuell weiß ich es auch nicht, auch wenn ich denke, dass ich das Beste aus der Scheiße dir mir blieb gemacht habe. Auch wenn ich wegen Kleinigkeiten auf ihn sauer bin, gerade ist das egal, ich brauche eine Umarmung und es ist gut, dass ich nicht allein bin. Ich weiß Selbstmitleid stinkt, aber nach alldem mal angemessen heulen muss doch erlaubt sein?! Dass solche Erkenntnisse und Gefühle hochkommen ist wohl normal beim Reduzieren, die Medikamente blockieren viel, aber deswegen wieder hochdosieren? Damit mir wieder alles egal ist? Reduziert wird also vorerst gar nichts mehr, ich muss das erstmal verarbeiten, wenn man das überhaupt verarbeiten kann, dass einen alles genommen wurde. Immerhin habe ich frei, so wie heute könnte ich nicht arbeiten. Sonst aber keine Auffälligkeiten, kein Wahn, keine Paranoia, keine Stimmen, es sind nur die ganzen Gefühle die mich quälen, weil sie so lange unterdrückt wurden. Aufwachen, manchmal eine harte Nummer.