53,10 Euro Macht

Was habe ich mir da nur eingehandelt? Da ich einen gigantischen Anspruch von 53,10 Euro an Arbeitslosengeld habe, musste ich jetzt meine Arbeitsvermittlerin wechseln. Jetzt ist nicht mehr das Jobcenter, sondern das Arbeitsamt zuständig. Während die Dame beim Jobcenter Verständnis für meine Erkrankung und meinen damit verbundenen Werdegang hatte und zu mir meinte, ich solle die Rückkehr in die Arbeitswelt langsam gestalten, durfte ich heute eine unwissende, nicht verständnisvolle Furie kennenlernen, die wohl nur auf ihre Arbeitslosenstatistik fixiert ist. Ich habe ihr von meiner Anstellung/Ausbildung erzählt und welche Zukunftsperspektiven sich daraus ergeben könnten, ich habe ihr von der Option beim alten Arbeitgeber erzählt und versichert, dass ich gern ohne öffentliche Mittel leben möchte, doch das braucht Zeit, ich denke es könnte noch bis zu 6 Monate dauern bis ich das allein auf die Reihe kriege. Das reichte ihr alles nicht, sie erklärte mir, dass mein Nebenverdienst keine Priorität hätte und das ihr ein Praktikum zum Erlangen einer neuen Tätigkeit zu vage wäre. Sie wollte mich unbedingt einordnen in ein Berufsbild, doch das ist derzeit nicht möglich. Sie hat mir 4 Wochen gegeben, um wieder eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit zu finden. Unmöglich, denn Gelder bei meinem neuen Arbeitgeber werden nicht so schnell beantragt und ein Praktikum wird wohl auch länger dauern. Sie wollte mir dann eine Umschulung zur Altenpflegerin aufdrücken, doch Altenpflegerin werde ich nie und nicht nur wegen meiner angeknacksten Seele und meinen kaputten Rücken. Worum ging es bei diesem Gespräch? Um ihre Statistik? Um das Niedertrampeln aller selbst erschaffenen Perspektiven? Weil es ihr nicht schnell genug geht? Es ist auch finanziell unsinnig, denn mich in eine tausende Euro teure Schulung zu schicken, die ich nicht will, ist deutlich teurer als mir 6 Monate (318, 60 Euro) zu geben und mich dann los zu sein. Warum glaubt mir diese Frau nicht? Ist ihr einziges Ziel mich so schnell es geht aus ihrer Arbeitslosenstatistik zu kriegen, auch wenn ich da warscheinlich dann schnell wieder lande? Ich erspare mir jetzt die ganze Beschimpfungen die ich gerade für diese Frau habe, sie versteht nichts und will mit Gewalt alles niederwalzen was ich mir nach der Krankheit aufgebaut habe. Auch ist es fraglich ob ich als Altenpflegerin mit nur 25 Stunden die Woche genug Geld verdiene um vom Amt weg zu kommen, ich denke nicht, während in meinen jetzigen Job 25 Stunden reichen würden. Was habe ich mir da bloss eingebrockt, eine Frau die für 53,10 Euro im Monat ihre Macht ausübt.

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Unentspannte Ansprüche

Was für ein Sonntag, was für ein Morgen. Gestern wie erwartet den ganzen Tag mit der Familie verbracht, war eigentlich ok, wäre da nicht der verlorene Tag, denn ich habe dieses WE weder geputzt noch gekocht. Eigentlich Tätigkeiten, die ich brauche, um entspannt in die neue Woche zu starten. Also beschlossen heute erstmal beim Arbeitsamt anzurufen und nicht vorbeizugehen. Ich muss die ganze Woche durchhalten und wollte den Montag nicht schon total hektisch ohne Schlaf beginnen. Die gute oder eher schlechte Nachricht ist, dass ich wohl Anspruch auf Arbeitslosengeld habe, also muss ich da hin, um zu beantragen, was meine Situation aber noch komplizierter macht, denn dann würde ich 200-300 Euro vom Arbeitsamt bekommen, 200-300 Euro vom Jobcenter und vom Rest meines angerechneten Gehalts leben. Wunderbar!^^ Es lebe die deutsch Bürokratie! Wie einfach und entspannt wäre mein Leben doch mit dem Grundeinkommen, ich brauche nicht viel Geld zum leben, aber mich wegen Bezügen unterhalb der Armutsgrenze so zu schikanieren ist schon eine heftige Nummer. Man hat ja sonst nichts zu tun, das ist alles Zeit und Kraft, die ich für die Arbeitssuche oder für meine weitere Gesundung gut gebrauchen könnte. Aber es ist, wie es ist und ich muss da durch, ich freue mich schon.^^

Pennerin

Wenn es mir nicht gut geht, sieht man mir das an. Besonders zu Hause laufe ich dann wie die letzte Pennerin rum. Dreckige Jogginghose, dreckiges T-Shirt, ungeduscht, Schlaffrisur, Fußnägel von denen der Lack abblättert, dreckige Fingernägel und keine Schminke. Wie abschreckend das wirkt, wurde mir erst klar, als der Amazonbote neulich mehrfach betonte, dass er dem Nachbarn eine Benachrichtigungskarte in den Briefkasten werfen wird. Was dachte der? Das ich Pakete klaue? Auch der DHL-Bote heute war nicht sehr freundlich, als ich ihm in diesem Outfit die Tür öffnete. Aber wo darf ich sonst Pennerin sein? Hier sieht mich sonst keiner und selbstverständlich dusche ich mich und mache mich zurecht, wenn ich vorhabe das Haus zu verlassen. Aber aktuell bin ich Pennerin, bis es mir wieder besser geht. Ich höre dann mal weiter seltsame Musik und gehe in die Badewanne, geschauspielert wird erst nächste Woche wieder.

Verloren und gedemütigt

Das gestern lief schief. Ordentlich schief. Ich habe zwar eine Vertragsverlängerung, aber nur bis Ende des Jahres. Bis dahin soll ich mir innerhalb des Unternehmens eine andere Stelle suchen. Angeblich bin ich ganz toll, aber sie meinten mich in Schöneberg im Laden ein zusetzten war ein Fehler. Dieser Fehler wurde mehrfach begründet, allerdings mit ihren Versäumnissen. Bis Jahresende soll ich dafür einen Coach bekommen und kostenlose Praktika an anderen Stellen im Unternehmen machen. Wie es genau zu dieser Entscheidung kam weiß ich nicht, denn mein Team hat mir eigentlich immer positive Rückmeldungen gegeben. Warum hat keiner früher mit mir gesprochen? Warum hat mir keiner gesagt was man von mir erwartet? Ich habe erstmal nur Ja und Amen gesagt und war tapfer. Kein Geheule, kein Drama und danach noch 5 Stunden arbeiten gegangen. Nach Feierabend nach Kreuzberg, den Hund belustigen und ausheulen bei Mama. Immer noch kein Drama, doch zu Hause angekommen und so stark angefangen zu heulen, dass ich kotzen musste. Es ist so ungerecht, wie will man etwas richtig machen, wenn keiner einem sagt, was erwartet wird und keiner einen über 10 Monate ehrliches Feedback gibt? Ich dachte ich wäre fertig mit kostenlosen Praktika, ich weiß nicht, ob ich es mir leisten kann kostenlose Praktika neben der Arbeit zu machen. Meine Hoffnung dieses Jahr aus Hartz IV raus zu kommen ist damit zerstört, dabei war ich die letzte Woche so optimistisch mich aus diesem System endlich verabschieden zu können. Das ist jetzt wieder in weite Ferne gerückt, wenn ich all meine Zeit investieren soll einen Job zu behalten, der mich auch nicht ernährt. Ich bin wütend, ich bin enttäuscht, fühle mich gedemütigt, aber sehe derzeit auch keinen Ausweg.

Der f*cking Spülkasten und die Kabelverbindung

Das habe ich nun davon, ich wollte doch nur einen vergilbten, kalkigen und leicht tropfenden Spülkasten für meine Toilette ausgetauscht haben. Wie sich beim Abbau raus stellte, ist er schon 20 Jahre alt und wie sich im Bauhaus raus stellte, bekommt man so einen Kasten nur als Set mit Toilette. Mist, großer Mist, denn abgesehen von den Finanzen war ein völlig neuer Toiletteneinbau nicht vorgesehen. Zu Hause dann den alten Kasten wieder angebaut, allerdings ohne richtigen Dichtungsring, weil der alte marode war und der neue nicht richtig passte. Jetzt habe ich einen vergilbten, kalkigen Kasten, der bei jeder Spülung richtig viel Wasser verliert. Toll! Jetzt sitze ich auf einen wirklich defekten Klo und darf mindestens 100 Euro aufwärts bezahlen, nur um einen 6-Liter-Plastikkasten zu bekommen. Wunderbar!^^ Irgendwie werde ich gerade nicht vom Glück verfolgt. Vielleicht auch das Gesetz der Anziehung, ich bin pleite, da brauche ich doch noch extra Kosten wie eine neue Teilkrone und eine neue Toilette. Das mit meiner langsamen Internetverbindung und meinen gestörten Fernsehempfang hat sich auch geklärt, es gibt in diesem Haus nur eine Kabelleitung für alle und wie ich erfahren habe, hängen noch mindestens 4 weitere Mieter an der Internet-Leitung. Schauen Sie doch mal glücklich, mir fällt es gerade schwer.

Im Arsch, Facebook, Smartphone und Leben

Gestern ziemlich im Arsch gewesen, tagsüber schlecht gelaunt und reizbar und als ich dann nach Hause kam hingelegt und fast 3 Stunden gepennt. Aufgewacht, vier Stunden wach gewesen und weitere 10 Stunden gepennt, bis jetzt. War wohl nötig, meine Magen-Darm-Krankheit war wohl noch nicht vorbei. Jetzt fühle ich mich schon besser, aber es kommt mir komisch vor, dass es mitten in der Woche ist und ich bald zur Arbeit muss. Wieder eine seltsame Facebook-Anfrage bekommen, keine Ahnung wie mich diese seltsamen alten Herren auf Facebook finden, denn mein Profil und meine Freundesliste sind nicht öffentlich. Der Kaffee ist zu stark, habe den falschen gekauft, das Wetter scheint erfreulich, es ist warm und man sieht einen Teil blauen Himmel, trotzdem heute keine Lust. Ich hätte gern ein paar Tage frei, aber ist derzeit nicht. Irgendwie in letzter Zeit keine Smartphone-Funktion genutzt und wie ich gestern feststellen durfte zahlreiche Nachrichten verpasst. Ich bin wohl doch noch nicht bereit für WhatsApp und andere Apps auf meinem Handy. Habe nur eine leise Ahnung woher meine schlechte Laune kommt, ich denke es ist die körperliche Verfassung kombiniert mit der Unwissenheit, wie es im Job weitergeht und der Erkenntnis, dass ich es mit ihm endlich beenden sollte. Auf in den Tag, so schlimm ist mein Leben nicht, auch wenn es mir gerade so vorkommt.