Aufgewacht, schlechter Witz, Azubi und Job

Guten Morgen, aufgewacht, aufgewacht aus einem Alptraum. Geweint um mein verschwendetes Leben, so viele Jahre, nicht nur die mit der Psychiatrie. Wie ein sehr schlechter Witz, wo der Witze-Erzähler keine Ahnung hat, wie wenig witzig er ist. Ein grauer Tag grüßt, der Mann ist fertig mit der Nachtschicht und ich habe meinem Azubi gestern Ansagen gemacht. Hoffe, das läuft jetzt besser. Gestern Chicorée mit Thymian gemacht, für die Verdauung, nicht für den Geschmack. Der Psychiatrie Kongress schreibt mir, dabei habe ich verpasst meinen Vortrag einzureichen, scheint wohl nicht so viele Überlebende einer Psychose zu geben, die fähig und willens sind über ihre Krankheit in anderen Kontext zu berichten. Der Tag grüßt grau, die Straße rauscht, das ist also mein Leben oder eher der Rest meines Lebens. Danke Arschloch. Zeitreisen sind weiterhin nicht möglich, was würde ich alles anders machen, aber dafür müssten auch andere Menschen vieles anders machen. Zu wenig geschlafen, aber immerhin 6 Stunden, nachdem ich früh ins Büro muss, kann ich aber auch früh weg und noch ein Schläfchen machen bevor der Vater auf eine Pizza kommt. Zwei Termine heute, einer sehr früh und mein Azubi, wo ich wohl doch elementarer anfangen muss als ich dachte. Die Ex-Kollegin schickt Fotos vom neuen Wohnort, leider kein Sonnenblumenbild, um das ich sie gebeten hatte. Aber ihr und der Hündin geht es gut, gut zu wissen. Eine Absage für den Job bekommen, den ich eh nicht mehr wollte, halb so schlimm, auch wenn es natürlich schöner ist selber abzusagen. Bin müde, die alte Frau ist erwacht und traurig, wütend, immerhin der Mann grüßt zum Morgen.

Was ich so denke und fühle, Kary Perry fasst es gut in Worte:

Aufgewacht.

Guten Morgen. Eigentlich gibt es nichts zu sagen, ich habe gestern schon genug gesagt. Ich bin frustriert über mein Leben, was ich alles verloren habe durch die Krankheit und noch mehr durch die Medikamente. Gestern Abend kam das alles nach einem Streit mit dem Mann hoch, ich könnte schreien über das, was mir angetan wurde. Warum kann ich nicht mein altes Leben zurück haben? Ich möchte wieder jung, gesund und attraktiv sein. Nicht die alte dicke und kranke Frau. Keine Ahnung wie ich all die Jahre damit leben konnte, ich vermute es waren die Medikamente, die mich ruhig gestellt haben. Blöd, wenn es einen nach 8 Jahren dann doch auffällt. Wenn ich so weiter mache wie jetzt, bin ich vielleicht wirklich früh tot. Keine Ahnung wohin mit dem Schmerz und der Erkenntnis, mein Onkel kommentierte vor ein paar Jahren zu Weihnachten schon, wie ich jetzt ein zufriedenes Leben führen könnte nach alldem was ich verloren habe. Aktuell weiß ich es auch nicht, auch wenn ich denke, dass ich das Beste aus der Scheiße dir mir blieb gemacht habe. Auch wenn ich wegen Kleinigkeiten auf ihn sauer bin, gerade ist das egal, ich brauche eine Umarmung und es ist gut, dass ich nicht allein bin. Ich weiß Selbstmitleid stinkt, aber nach alldem mal angemessen heulen muss doch erlaubt sein?! Dass solche Erkenntnisse und Gefühle hochkommen ist wohl normal beim Reduzieren, die Medikamente blockieren viel, aber deswegen wieder hochdosieren? Damit mir wieder alles egal ist? Reduziert wird also vorerst gar nichts mehr, ich muss das erstmal verarbeiten, wenn man das überhaupt verarbeiten kann, dass einen alles genommen wurde. Immerhin habe ich frei, so wie heute könnte ich nicht arbeiten. Sonst aber keine Auffälligkeiten, kein Wahn, keine Paranoia, keine Stimmen, es sind nur die ganzen Gefühle die mich quälen, weil sie so lange unterdrückt wurden. Aufwachen, manchmal eine harte Nummer.

Legionellen

Wunderbar eigentlich nur zum Briefkasten gewollt, um zu schauen, ob das Rezept endlich da ist, ist es nicht. Dafür ein Aushang der Hausverwaltung: Wir haben Legionellen im Wasser und sie bemühen sich, dass zu beheben und informieren uns, wenn es so weit ist. Dankeschön!^^ Getestet wurde letzten Donnerstag, heute erst der Aushang und leider keine verbindliche Aussage wann es behoben sein wird. Ganz toll, denn ich trinke sehr viel Leitungswasser, manchmal auch unter der Dusche, das könnte jetzt auch ein Grund sein, warum ich mich seit Tagen so elend fühle. Wunderbar!^^ Einkaufen gewesen und versucht Wasservorräte zu kriegen, aber ein Großteil schon ausverkauft, das wird die nächsten Tage sicher noch besser.

Kerle!

Kerle! Da gibt es einen jungen Mann, der versuchte vor einem Jahr sein Glück bei mir. Ich war nicht gerade begeistert und ablehnend, bot ihm aber Freundschaft an. Das reicht ihm aber nicht, er meinte er hätte so viele Jahre keine Frau und keine Gefühle gehabt und seitdem er mich kennen würde, wären diese großen Gefühle wieder da. Er erzählte auch, auf meine Nachfrage, dass er Kinder hätte, allerdings in seinem Heimatland und nicht hier in Berlin. Ich wollte das alles aber nicht, denn er gefiel mir nicht sonderlich und ich hatte ein schlechtes Gefühl. Er versuchte noch viele Wochen sein Glück, nein Monate, aber ich blieb stur. Heute sah ich ihn wieder, neben ihm eine Frau mit Kinderwagen, seine Frau, wie sich schnell erkennen ließ, denn er wurde bei meinem Anblick sichtlich nervös und auch die Frau guckte kritisch zu mir und ich zu ihr. Soviel dazu, er hatte lange keine Frau und keine großen Gefühle und ja Kinder hat er, aber in Berlin. Wie gut, dass ich auf mein Gefühl gehört habe, scheiß Lügner! Kerle!😤

DHL: bezahlen ohne Zustellversuch

Frechheit, ich bin so sauer. Gerade bei DHL angerufen, um nochmal zu klären, dass es nicht sein kann, dass ich Porto bezahle, aber kein Zustellversuch stattgefunden hat, obwohl ich zu Hause war und die Sendung direkt in die Filiale ging. Auch behauptet der Mann am Telefon, dass die Beauftragung eines zweiten (ersten!) Zustellversuches auf Freiwilligkeit der DHL beruht und ich keinerlei Anrecht darauf hätte. Ich hätte trotz Beauftragung eines zweiten ersten Zustellversuches das Paket in der Filiale abholen müssen. Ich stehe mir frei andere Lieferservices zu beauftragen und die erneut zu bezahlen, genau das mache ich jetzt auch. Scheißladen! Achja und dann in Zukunft auch nicht mehr bei mir klingeln, wenn es Pakete für die Nachbarn gibt, mit DHL habe ich jetzt nichts mehr zu tun. Blöd für meine Nachbarn und die Paketboten, denn ich bin hier die Paketstation gewesen.

Krank

Gestern war erst noch alles ok, gut kein Brot im Haus, aber alles andere lief nach Plan. Auf dem Weg zur Arbeit ein Sucuk-Brötchen geholt und dann ganz normal gearbeitet. Nach der Arbeit noch einkaufen, ab nach Hause schlafen und aufgewacht mit einem ganz fiesen Gefühl. Mein Magen krampfte und der Kreislauf spielte verrückt und kurz darauf musste ich mich mehrfach übergeben. Seitdem Schmerzen, Fieber und Unwohlsein, etwas gegessen, aber es mir reinwürgen müssen und dann früh schlafen. Aufgewacht, total durchgeschwitzt und immer noch total benommen. Das war es wohl mit dem heutigen Tag, ich gehe nirgendwo hin, außer vielleicht ins Wahlbüro. Ich hoffe es liegt an dem Brötchen am morgen, das irgendwas damit war und das ich nicht wirklich krank bin. Schade um das teure Essen, was ich für heute gekauft hatte, mir ist weder nach kochen noch nach Essen. Aktuell interessiert mich nur trinken. Ein grauer Tag und ich fühle mich elend, dann wird der Vater wohl mit dem Bruder allein frühstücken müssen, ist dann nur die Frage wer Brötchen mitbringt. Ich hoffe bis morgen wird es wieder, morgen hätte ich meinen Kosmetiktermin, den ich nicht mehr absagen kann, der also verfällt, wenn ich nicht auftauche. Vielleicht doch alles zu viel, aber ich hoffe weiterhin auf ein verdorbenes Brötchen.

Mängelexemplar

Gestern Abend fühlte ich mich durch und durch wie ein Mängelexemplar. Dick, alt und dann auch noch latent psychisch krank. So richtig unperfekt, dazu die Erkenntnis, dass ich ihn wohl für immer zu den Akten legen sollte und das alle seine schönen Worte wohl eine Lüge waren, um mich bei der Stange zu halten, als die Frau die seine Sachen in Deutschland regelt. Dann die Angst die beste Freundin zu verlieren, wohl auch wegen ihm, zweimal verloren. Das kein Geld da ist macht es nicht besser und das mein Bauch gestern in keine Hose passte, machte mich verzweifelt. Da esse ich seit Wochen keine Schokolade mehr und es tut sich nichts. Eigentlich nicht nur ein Mängelexemplar, eigentlich Müll diese Frau, die ich bin. Scheiß Leben, wer hat das für mich bestellt? Gestern lebensmüde Gedanken gehabt, Drama hoch 10. Heute dan eine Erklärung für das Drama, meine Tage, das war wohl PMS der bösen Sorte. Passend zu meiner Laune gestern Abend bei Arte den Film „Mängelexemplar“ geschaut, ja auch andere haben nicht immer Glück im Leben, aber dafür ein Happy End. Ich versuche mich dann mal zu beruhigen, irgendwoher Zuversicht zu nehmen und besser nicht in den Spiegel zu schauen.

53,10 Euro Macht

Was habe ich mir da nur eingehandelt? Da ich einen gigantischen Anspruch von 53,10 Euro an Arbeitslosengeld habe, musste ich jetzt meine Arbeitsvermittlerin wechseln. Jetzt ist nicht mehr das Jobcenter, sondern das Arbeitsamt zuständig. Während die Dame beim Jobcenter Verständnis für meine Erkrankung und meinen damit verbundenen Werdegang hatte und zu mir meinte, ich solle die Rückkehr in die Arbeitswelt langsam gestalten, durfte ich heute eine unwissende, nicht verständnisvolle Furie kennenlernen, die wohl nur auf ihre Arbeitslosenstatistik fixiert ist. Ich habe ihr von meiner Anstellung/Ausbildung erzählt und welche Zukunftsperspektiven sich daraus ergeben könnten, ich habe ihr von der Option beim alten Arbeitgeber erzählt und versichert, dass ich gern ohne öffentliche Mittel leben möchte, doch das braucht Zeit, ich denke es könnte noch bis zu 6 Monate dauern bis ich das allein auf die Reihe kriege. Das reichte ihr alles nicht, sie erklärte mir, dass mein Nebenverdienst keine Priorität hätte und das ihr ein Praktikum zum Erlangen einer neuen Tätigkeit zu vage wäre. Sie wollte mich unbedingt einordnen in ein Berufsbild, doch das ist derzeit nicht möglich. Sie hat mir 4 Wochen gegeben, um wieder eine sozialversicherungspflichtige Tätigkeit zu finden. Unmöglich, denn Gelder bei meinem neuen Arbeitgeber werden nicht so schnell beantragt und ein Praktikum wird wohl auch länger dauern. Sie wollte mir dann eine Umschulung zur Altenpflegerin aufdrücken, doch Altenpflegerin werde ich nie und nicht nur wegen meiner angeknacksten Seele und meinen kaputten Rücken. Worum ging es bei diesem Gespräch? Um ihre Statistik? Um das Niedertrampeln aller selbst erschaffenen Perspektiven? Weil es ihr nicht schnell genug geht? Es ist auch finanziell unsinnig, denn mich in eine tausende Euro teure Schulung zu schicken, die ich nicht will, ist deutlich teurer als mir 6 Monate (318, 60 Euro) zu geben und mich dann los zu sein. Warum glaubt mir diese Frau nicht? Ist ihr einziges Ziel mich so schnell es geht aus ihrer Arbeitslosenstatistik zu kriegen, auch wenn ich da warscheinlich dann schnell wieder lande? Ich erspare mir jetzt die ganze Beschimpfungen die ich gerade für diese Frau habe, sie versteht nichts und will mit Gewalt alles niederwalzen was ich mir nach der Krankheit aufgebaut habe. Auch ist es fraglich ob ich als Altenpflegerin mit nur 25 Stunden die Woche genug Geld verdiene um vom Amt weg zu kommen, ich denke nicht, während in meinen jetzigen Job 25 Stunden reichen würden. Was habe ich mir da bloss eingebrockt, eine Frau die für 53,10 Euro im Monat ihre Macht ausübt.

Unentspannte Ansprüche

Was für ein Sonntag, was für ein Morgen. Gestern wie erwartet den ganzen Tag mit der Familie verbracht, war eigentlich ok, wäre da nicht der verlorene Tag, denn ich habe dieses WE weder geputzt noch gekocht. Eigentlich Tätigkeiten, die ich brauche, um entspannt in die neue Woche zu starten. Also beschlossen heute erstmal beim Arbeitsamt anzurufen und nicht vorbeizugehen. Ich muss die ganze Woche durchhalten und wollte den Montag nicht schon total hektisch ohne Schlaf beginnen. Die gute oder eher schlechte Nachricht ist, dass ich wohl Anspruch auf Arbeitslosengeld habe, also muss ich da hin, um zu beantragen, was meine Situation aber noch komplizierter macht, denn dann würde ich 200-300 Euro vom Arbeitsamt bekommen, 200-300 Euro vom Jobcenter und vom Rest meines angerechneten Gehalts leben. Wunderbar!^^ Es lebe die deutsch Bürokratie! Wie einfach und entspannt wäre mein Leben doch mit dem Grundeinkommen, ich brauche nicht viel Geld zum leben, aber mich wegen Bezügen unterhalb der Armutsgrenze so zu schikanieren ist schon eine heftige Nummer. Man hat ja sonst nichts zu tun, das ist alles Zeit und Kraft, die ich für die Arbeitssuche oder für meine weitere Gesundung gut gebrauchen könnte. Aber es ist, wie es ist und ich muss da durch, ich freue mich schon.^^